{"id":130982,"date":"2023-08-30T07:32:00","date_gmt":"2023-08-30T05:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=130982"},"modified":"2023-08-30T08:21:00","modified_gmt":"2023-08-30T06:21:00","slug":"kopenhagen-durchbruch-beim-polyester-recycling","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/kopenhagen-durchbruch-beim-polyester-recycling\/","title":{"rendered":"Kopenhagen: Durchbruch beim Polyester-Recycling"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p>Eine junge Forschergruppe der Universit\u00e4t Kopenhagen hat eine bahnbrechende L\u00f6sung f\u00fcr das Recycling von Polyester entwickelt. Damit k\u00f6nnte sie die Nachhaltigkeit der Textilbranche revolutionieren. Denn die Trennung der Kunststoff- und Baumwollelemente in Mischgeweben war lange ein gro\u00dfes Hindernis f\u00fcr die Umweltschutzbem\u00fchungen der Branche.<br><br><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><a href=\"https:\/\/media.fashionnetwork.com\/m\/e4a9\/33f4\/2323\/443e\/992f\/6d88\/a98a\/ad16\/5a0a\/dc9e\/dc9e.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/media.fashionnetwork.com\/cdn-cgi\/image\/fit=contain,width=1000,height=1000\/m\/e4a9\/33f4\/2323\/443e\/992f\/6d88\/a98a\/ad16\/5a0a\/dc9e\/dc9e.jpg\" alt=\"\" width=\"681\" height=\"451\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><br>\u201cDie Textilindustrie ben\u00f6tigt dringend eine bessere L\u00f6sung f\u00fcr den Umgang mit Mischgeweben wie Polyester-Baumwoll-Stoffen. Heute kennen wir nur wenige praktische Methoden, die sowohl Baumwolle als auch Kunststoff wiederverwerten k\u00f6nnen \u2013 generell wird nur ein Bestandteil recycelt. Mit unserer neu entdeckten Methode k\u00f6nnen wir jedoch Polyester in Monomere entpolymerisieren und gleichzeitig Baumwolle im Umfang von Hunderten von Grammen zur\u00fcckgewinnen, dies mit einem unglaublich einfachen und umweltfreundlichen Ansatz.<br><br>Die spurlose katalytische Methodologie k\u00f6nnte ein echter Game-Changer sein&#8221;, erkl\u00e4rte der Post-Doc-Student Yang Yang der Jiwoong Lee-Gruppe, die im Fachbereich Chemie der Universit\u00e4t Kopenhagen forscht. Er war der leitende Autor der Studie.<\/p>\n\n\n\n<p>Der neue Ansatz umgeht die bisherigen Schwierigkeiten und kommt ohne komplizierte Ger\u00e4te aus. Die L\u00f6sung wurde durch die Kombination eines herk\u00f6mmlichen, unsch\u00e4dlichen L\u00f6semittels und eines gew\u00f6hnlichen Haushaltsmittels mit dem Faktor W\u00e4rme entdeckt, wie einem auf der Universit\u00e4ts-Website ver\u00f6ffentlichten Artikel zu entnehmen ist.<br><br>\u201cWir nehmen beispielsweise ein Polyesterkleid, schneiden es in kleine St\u00fccke und legen diese in einen Beh\u00e4lter. Dann geben wir zun\u00e4chst eine kleine Menge eines leichten L\u00f6semittels bei und dann Hirschhornsalz, das viele Menschen als Triebmittel in Backwaren kennen. Dann heizen wir alles auf 160 \u00b0C auf und lassen es 24 Stunden ruhen. Dabei entsteht eine Fl\u00fcssigkeit, in der sich die Kunststoff- und Baumwollfasern in verschiedenen Schichten ablagern&#8221;, erkl\u00e4rte Shriaya Sharma, die als Doktorandin in der Jiwoong Lee-Gruppe des Chemiedepartements forscht und ebenfalls als Autorin an der Studie beteiligt war.<br><br>Im Verfahren kommt somit Hirschhornsalz zum Einsatz, das auch als Ammonium-Bikarbonat bekannt ist und sich in Ammoniak, CO2 und Wasser zersetzt. Die Verbindung von Ammoniak und CO2 katalysiert eine spezifische Reaktion, die selektive Depolymerisierung genannt wird. Dabei werden die Polyesterfasern zersetzt, ohne die Baumwollfasern zu ber\u00fchren. Obwohl Ammoniak an und f\u00fcr sich gef\u00e4hrlich sein kann, wird es in Kombination mit CO2 unbedenklich und umweltfreundlich. Dadurch bleiben die Baumwollfasern gut erhalten.<br><br>Die Forschungsgruppe hatte bereits fr\u00fcher entdeckt, dass CO2 als Katalysator bei der Aufl\u00f6sung von Nylon und anderen Materialien dienen kann, ohne R\u00fcckst\u00e4nde zu hinterlassen. Diese Vorarbeit f\u00fchrte sie dazu, das Potenzial von Hirschhornsalz n\u00e4her zu untersuchen. Die Forscher waren sehr erfreut, als das einfache Verfahren ein so \u00fcberzeugendes Ergebnis lieferte.<br><br>\u201cZun\u00e4chst freuten wir uns, zu sehen, dass es mit PET-Flaschen gut funktionierte. Dann, als wir merkten, dass es auch f\u00fcr Polyester-Stoffe eingesetzt werden konnte, waren wir au\u00dfer uns. Ein unbeschreibliches Gef\u00fchl. Dass es so einfach umzusetzen ist, war fast zu sch\u00f6n, um wahr zu sein&#8221;, so Carlo Di Bernardo, ein weiterer an der Studie beteiligter Doktorand.<br><br>Das Verfahren wurde bislang nur im Labor getestet, doch das Potenzial f\u00fcr eine gro\u00dffl\u00e4chige Umsetzung liegt auf der Hand. Die Forschenden sind aktiv im Gespr\u00e4ch mit verschiedenen Unternehmen, um die Realisierbarkeit des Verfahrens auf industrieller Ebene zu untersuchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine junge Forschergruppe der Universit\u00e4t Kopenhagen hat eine bahnbrechende L\u00f6sung f\u00fcr das Recycling von Polyester entwickelt. Damit k\u00f6nnte sie die Nachhaltigkeit der Textilbranche revolutionieren. 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