{"id":13096,"date":"2012-06-13T00:00:00","date_gmt":"2012-06-12T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20120613-01n"},"modified":"2021-09-09T21:54:56","modified_gmt":"2021-09-09T19:54:56","slug":"gruenes-benzin-aus-kohlenstoffdioxid","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/gruenes-benzin-aus-kohlenstoffdioxid\/","title":{"rendered":"Gr\u00fcnes Benzin aus Kohlenstoffdioxid"},"content":{"rendered":"<p><b>Der Effekt von Kohlenstoffdioxid (CO<sub>2<\/sub>) als Treibhausgas auf die Erderw\u00e4rmung ist mittlerweile unbestritten. Trotzdem wird t\u00e4glich tonnenweise CO<sub>2<\/sub> in die Atmosph\u00e4re geblasen. Das Forschungsteam um den Chemiker Prof. Dr. Ingo Krossing hat nun am Freiburger Materialforschungszentrum (FMF) ein neues System zur Herstellung von Methanol entwickelt, bei dem CO<sub>2<\/sub> und Wasserstoff eingesetzt werden.<\/b><\/p>\n<p>Methanol ist zum Beispiel als umweltfreundlicher Benzinersatz nutzbar. Ziel der Wissenschaftler ist es, CO<sub>2<\/sub> als Massenchemikalie nachhaltig zu nutzen und in den Verwertungszyklus einzugliedern.<\/p>\n<p>Um Methanol zu gewinnen, verbinden Krossings Doktorandinnen und Doktoranden bei hohem Druck das Kohlenstoffdioxid mit Wasserstoff, ein Vorgang, der sich Hydrogenolyse nennt. Doktorand Elias Frei forscht schon seit einigen Jahren zum Thema Methanol. &#8220;Unser Ziel ist es, neue Katalysatorsysteme und Verfahren zu entwickeln, die die chemische Reaktion weiter beschleunigen&#8221;, erkl\u00e4rt Frei. In diesem Fall setzen die Forscherinnen und Forscher am FMF die Metalloxide Kupfer-, Zink- und Zirkon-Oxid als Katalysatoren ein.<\/p>\n<p>Diese erm\u00f6glichen den Vorgang auch bei niedrigeren Temperaturen. Die Gase m\u00fcssen also weniger stark erhitzt werden. Die Katalysatoren bilden zusammen ein so genanntes Mischsystem, einen oberfl\u00e4chenreichen por\u00f6sen Feststoff, der definierte Eigenschaften aufweist. Bestehen diese aus Nanopartikeln, erh\u00f6ht das zus\u00e4tzlich die Aktivit\u00e4t der Katalysatoren.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich testen Frei und seine Kollegin Dr. Marina Artamonova die Impr\u00e4gnierung der Katalysatoren mit ionischen Fl\u00fcssigkeiten. Das sind fl\u00fcssige Salze, die sich wie ein d\u00fcnner Film um den Katalysator legen. Sie helfen dabei, CO<sub>2<\/sub> und Wasserstoff am Katalysator zu fixieren und die Produkte Methanol und Wasser aus diesem zu entfernen. Bei dieser Konversion entsteht reines Methanol, das als Baustein in der chemischen Industrie und als Kraftstoff eingesetzt wird. Als Benzinersatz ist es weniger gef\u00e4hrlich und umweltbelastend als herk\u00f6mmliche Treibstoffe.<\/p>\n<p>In etwa zwei Jahren wollen die Forscher soweit sein, Methanol nach diesem Verfahren im Tonnenma\u00dfstab herzustellen. Dann soll das CO<sub>2<\/sub> aus dem Abgasstrom eines Blockheizkraftwerks herausgefiltert und f\u00fcr die Methanol-Herstellung genutzt werden. Wird Methanol in einem Motor verbrannt, wird erneut CO<sub>2<\/sub> freigesetzt. Durch die zweifache Nutzung desselben Molek\u00fcls k\u00f6nnen theoretisch 50 Prozent CO<sub>2<\/sub> eingespart werden. Die Menge Methanol, die aus zehn Prozent der j\u00e4hrlichen CO<sub>2<\/sub>-Emissionen in Deutschland umgesetzt werden k\u00f6nnte, w\u00fcrde hierzulande den j\u00e4hrlichen Kraftstoffbedarf decken.<\/p>\n<p>Methanol wird zudem als chemischer Wasserstoffspeicher genutzt und kann so zum Beispiel zuk\u00fcnftig die Brennstoffzelle eines Autos betreiben. &#8220;Energie gibt es genug, doch sie muss gespeichert werden&#8221;, sagt Frei. &#8220;Methanol hat als nachhaltiger Energiespeicher in den verschiedensten Bereichen Potenzial. Das wollen wir nutzen, denn die Speicherung und Umwandlung von Energie sind die gro\u00dfen Themen der Zukunft.&#8221;<\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>Elias Frei <br \/>Freiburger Materialforschungszentrum<br \/>Institut f\u00fcr Anorganische Chemie<br \/>Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t Freiburg<br \/>Tel.: 0761\/203-4770<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:elias.frei@ac.uni-freiburg.de\">elias.frei@ac.uni-freiburg.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Der Effekt von Kohlenstoffdioxid (CO<sub>2<\/sub>) als Treibhausgas auf die Erderw&auml;rmung ist mittlerweile unbestritten. Trotzdem wird t&auml;glich tonnenweise CO<sub>2<\/sub> in die Atmosph&auml;re geblasen. 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