{"id":13074,"date":"2012-06-29T00:00:00","date_gmt":"2012-06-28T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20120629-04n"},"modified":"2012-06-29T00:00:00","modified_gmt":"2012-06-28T22:00:00","slug":"biotechnologie-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biotechnologie-2020\/","title":{"rendered":"Biotechnologie 2020+"},"content":{"rendered":"<p><b>Ein Bioimplantat mit integrierter Arzneiproduktion, eine biomimetische Solarpaneele oder eine Entsalzungsanlage mit Biomembranfilter \u2013 \u00fcber solche Zukunftsideen machen sich Fachleute beim Strategieprozess &#8220;Biotechnologie 2020+&#8221; schon heute Gedanken. Das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) hat diese Initiative 2010 gestartet, um die Entwicklung einer n\u00e4chsten Generation biotechnologischer Verfahren voranzutreiben. Auf dem Weg dahin tauschen sich Experten in Fachgespr\u00e4chen aus. Darauf aufbauend hat das BMBF mittlerweile zwei konkrete F\u00f6rderma\u00dfnahmen gestartet. Rund 200 Akteure aus Wissenschaft, Industrie und Politik kamen am 28. Juni in Berlin zum nunmehr dritten Jahreskongress im Strategieprozess zusammen. In den R\u00e4umen des &#8220;Caf\u00e9 Moskau&#8221; wurde nicht nur Bilanz gezogen. In Kreativ-Workshops besch\u00e4ftigten sich die Teilnehmer diesmal damit, auf welche hemmenden und f\u00f6rdernden Faktoren Biotech-Produkte der Zukunft sto\u00dfen k\u00f6nnten.<\/b><\/p>\n<p>Auch wenn biotechnologische Verfahren bereits heute in zahlreichen Industrieprozessen Einzug gehalten haben, die g\u00e4ngigen Verfahren sto\u00dfen vielfach an ihre Grenzen. Um das volle Potenzial biotechnologischer Produktionsweisen auszusch\u00f6pfen, sind v\u00f6llig neuartige Denkans\u00e4tze n\u00f6tig \u2013 insbesondere gilt es Konzepte aus den Biowissenschaften st\u00e4rker mit denen aus den Ingenieurswissenschaften zu verzahnen. Mit dem Strategieprozess &#8220;Biotechnologie 2020+&#8221; will das BMBF gemeinsam mit den Forschungsorganisationen und Hochschulen einen langfristigen Diskussionsprozess dar\u00fcber ansto\u00dfen, welche Schritte in Forschung und Entwicklung notwendig sind, um der n\u00e4chsten Generation biotechnologischer Verfahren den Weg zu ebnen. <\/p>\n<p><b>Blick auf Anwendungen gelegt<\/b><br \/>Im ersten Jahr des Strategieprozesses hatten sich die Experten insbesondere darauf konzentriert, Basistechnologien f\u00fcr eine Biotechnologie von \u00fcbermorgen zu identifizieren. Im zweiten Jahr \u00e4nderte sich der Blickwinkel: Diesmal hatten die Experten in den Fachgespr\u00e4chen relativ konkrete Produktideen und Anwendungsszenarien ins Visier genommen <i>(mehr auf biotechnologie2020plus.de: <a href=\"\" >hier klicken<\/a>)<\/i><\/p>\n<p>Rund 200 Akteure aus Wissenschaft, Industrie und Politik waren diesmal ins Berliner Caf\u00e9 Moskau zum Jahreskongress gekommen, um sich \u00fcber die bisherigen Ergebnisse zu informieren. F\u00fcr innovative und ressourcenschonende Verfahren und Produkte, aber auch f\u00fcr Herausforderungen wie den demografischen Wandel, Wasserknappheit oder die Energiewende in Deutschland liefern die Ideen aus dem Strategieprozess wichtige L\u00f6sungsans\u00e4tze. &#8220;Der Strategieprozess als vorausschauendes Konzept hat bereits in der Gegenwart seinen Platz gefunden und gewinnt immer mehr an Konturen&#8221;, betonte der Parlamentarische Staatsekret\u00e4r im BMBF, Helge Braun, in seiner Er\u00f6ffnungsrede. Das gelte nicht nur f\u00fcr die elf vision\u00e4ren Produktideen, die die Experten in den Fachgespr\u00e4chen erdacht und entwickelt haben. Wie gut die Initiative von der Wissenschaftscommunity aufgegriffen werde, zeige sich auch bei der ersten BMBF-F\u00f6rderma\u00dfnahme zu Basistechnologien. &#8220;Dort sind mehr als einhundert Projektskizzen eingegangen, von denen wir nun 33 mit 35 Millionen Euro f\u00f6rdern werden&#8221;, sagte Braun in Berlin.<\/p>\n<p><b>Fachkompetenzen b\u00fcndeln, an Ideen dranbleiben<\/b><br \/>Moderiert von TV-Wissenschaftsjournalist Karsten Schwanke berichteten drei Experten aus ihren jeweiligen Fachgespr\u00e4chen, die zwischen Dezember 2011 und Februar 2012 in Eisenach, L\u00fcneburg und M\u00fcnster stattgefunden hatten. Drei Experten aus drei Fachgespr\u00e4chen berichteten von ihren Ergebnissen und Erfahrungen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Karsten Schwanke. <br \/>Dahnke Maike Beier, Umweltingenieurin f\u00fcr Siedlungswasserwirtschaft von der Leibniz Universit\u00e4t in Hannover, betonte, wie kreativ die Zusammenarbeit von Biowissenschaftlern und Ingenieuren in den Teams war. &#8220;Es geht darum, Schnittstellen zu finden und zu schaffen&#8221;. <\/p>\n<p>Der ideale Weg dazu sei es, eben Leute mit Spezialwissen in interdisziplin\u00e4ren Teams zusammenzubringen, und nicht etwa Generalisten, wie sie, vielfach heute ausgebildet w\u00fcrden. &#8220;Gerade diese Konzentrierung von Spezialwissen und das einander erkl\u00e4ren \u2013 das l\u00f6st einen sehr kreativen Prozess aus.&#8221; Beier pl\u00e4dierte auch daf\u00fcr, an den diskutierten Themen dranzubleiben: &#8220;Diese Impulse aus den Fachgespr\u00e4chen sollten wir in Kurzprojekten weiterentwickeln, damit die Ideen nicht versanden&#8221;, sagte Beier. <\/p>\n<p>Volker Sieber von der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen res\u00fcmierte, im Rahmen des Fachgespr\u00e4chs zur &#8220;Produktion biobasierter Materialien in gro\u00dfen Mengen&#8221; sei es den Experten darum gegangen, biologische Systeme in ihrer Komplexit\u00e4t zu vereinfachen, um so einfache Molek\u00fcle im gro\u00dfen Ma\u00dfstab produzieren zu k\u00f6nnen. Wichtige Fragen h\u00e4tten sich um die Modularisierung und die Bereitstellung von Energie f\u00fcr solche Systeme gestellt. &#8220;Jetzt kommt es darauf ein, die Diskussion \u00fcber die identifizieren Komponenten insgesamt zu vertiefen. Wir sollten aber nicht zu schnell an konkrete Produkte denken&#8221;, betonte Sieber, &#8220;sonst kommt die Forschung nicht hinterher&#8221;. Auch die elf Teams des Studentenwettbewerbs zur Synthetischen Biologie &#8220;iGem&#8221; pr\u00e4sentierten sich und ihre Projekte auf der Veranstaltung und nahmen an den Workshops teil.<\/p>\n<p>F\u00fcr Jan Hansmann vom Fraunhofer-Institut f\u00fcr Grenzfl\u00e4chen- und Bioverfahrenstechnik in Stuttgart lieferten die Fachgespr\u00e4che \u00fcber die &#8220;vision\u00e4ren Produktideen&#8221; als auch die Fachgespr\u00e4che aus dem Vorjahr zu &#8220;Basistechnologien&#8221; die M\u00f6glichkeit, sich auf zwei Wegen einem Problem zu n\u00e4hern, um Forschungsfelder f\u00fcr eine F\u00f6rderung zu identifizieren. Teams mit unterschiedlichen Fachkompetenzen seien auch ein guter Weg, um Partner f\u00fcr eine gemeinsame Antragstellung zu finden.<\/p>\n<p><b>Forschungspreise zur Finanzierung einer Arbeitsgruppe<\/b><br \/>Im Rahmen der F\u00f6rderinitiative &#8220;N\u00e4chste Generation biotechnologischer Verfahren&#8221; hat das BMBF im Jahr 2011 auch den Forschungspreis aufgelegt, mit dem Forscher f\u00fcr die n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahre eine Arbeitsgruppe finanzieren k\u00f6nnen. In Berlin stellten zwei zur F\u00f6rderung ausgew\u00e4hlte Kandidaten ihre Projekte vor. Udo Kragl von der Universit\u00e4t Rostock will ionische Fl\u00fcssigkeiten nutzen, um mit ihrer Hilfe die Stabilit\u00e4t von Enzymen von Produktionsprozesse zu erh\u00f6hen. Falk Harnisch von der TU Braunschweig wiederum erl\u00e4uterte, wie er das Konzept der mikrobiellen Brennstoffzelle weiterentwickeln m\u00f6chte, um auf diesem Weg Feinchemikalien aus Abw\u00e4ssern herzustellen.<\/p>\n<p><b>Delphi-Befragung zur Biotechnologie 2020+<\/b><br \/>Welche Innovationen und Themenkomplexe sind f\u00fcr die Biotechnologie der Zukunft besonders relevant, wo liegen Chancen, Barrieren und Risiken? Diese Fragen sollte eine Delphi-Befragung kl\u00e4ren, die in den vergangenen anderthalb Jahren von Mitarbeitern der Brandenburgischen Technischen Universit\u00e4t Cottbus durchgef\u00fchrt wurde.<\/p>\n<p>Christiane Hipp, die die Studie im Rahmen einer Innovations- und Technikanalyse leitet, stellte erste Ergebnisse vor. Laut der 113 Experten, die sich an der Befragung beteiligten,  haben sich aus einer Auswahl von acht Themenkomplexen die Biokatalyse, die Mikrosystemtechnik aber auch die Synthetische Biologie und die Systembiologie als besonders relevant f\u00fcr eine Biotechnologie der Zukunft herauskristallisiert. In der Befragung haben sich die Experten auch dazu ge\u00e4u\u00dfert, in welchen Themenkomplexen sich ihrer Ansicht nach Barrieren, Chancen und Risiken f\u00fcr diese Zukunftsthemen verbergen. Faktoren oder auch Barrieren in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, die Entwicklungen von Produkten und Anwendungen einer neuen Generation biotechnologischer Verfahren im Weg stehen k\u00f6nnten oder und diese beeinflussen, waren auch das Thema in den Workshops am Nachmittag. <\/p>\n<p>Hier waren die Teilnehmer aufgerufen, alle m\u00f6glichen Interessengruppen zu identifizieren, die die Entwicklung ausgew\u00e4hlter Produktideen beg\u00fcnstigen oder  sich ihnen in den Weg stellen k\u00f6nnten. Die Ergebnisse aus den Workshops werden wie auch in den Vorjahren wichtige Impulse f\u00fcr Fachgespr\u00e4che im kommenden Herbst liefern. Hier werden sich insbesondere Experten aus der Innovations- und Technikanalyse mit dem Thema &#8220;Biotechnologie 2020+&#8221; n\u00e4her befassen. F\u00fcr den Jahreskongress zum Strategieprozess im n\u00e4chsten Jahr sollen s\u00e4mtliche Erkenntnisse der vergangenen drei Jahre in einer Agenda mit Handlungsempfehlungen geb\u00fcndelt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Ein Bioimplantat mit integrierter Arzneiproduktion, eine biomimetische Solarpaneele oder eine Entsalzungsanlage mit Biomembranfilter &ndash; &uuml;ber solche Zukunftsideen machen sich Fachleute beim Strategieprozess &#8220;Biotechnologie 2020+&#8221; schon<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[187,649,263,1154,2080],"class_list":["post-13074","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-bundesministerium-fuer-bildung-und-forschung-bmbf","supplier-fraunhofer-institut-fuer-grenzflaechen-und-bioverfahrenstechnik-igb","supplier-technische-universitaet-muenchen","supplier-universitaet-hannover","supplier-universitaet-rostock"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13074","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13074"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13074\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13074"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13074"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13074"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=13074"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}