{"id":13058,"date":"2012-07-12T00:00:00","date_gmt":"2012-07-11T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20120712-03n"},"modified":"2012-07-12T00:00:00","modified_gmt":"2012-07-11T22:00:00","slug":"agroforst-praxisversuche-auf-100-hektar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/agroforst-praxisversuche-auf-100-hektar\/","title":{"rendered":"Agroforst: Praxisversuche auf 100 Hektar"},"content":{"rendered":"<p><b><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20120712-03\/4ffeb77b8f.jpg\" align=\"right\" style=\"margin-left:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"Bild\"\/>Wie ist die Kombination von Ackerfr\u00fcchten und Geh\u00f6lzstreifen zur Holzproduktion \u00f6konomisch und \u00f6kologisch zu bewerten, und zwar unter Praxisbedingungen? Dies zu beantworten, war Ziel eines 2007 gestarteten Verbundprojektes unter Leitung der Th\u00fcringer Landesanstalt f\u00fcr Landwirtschaft (TLL) mit 3 Partnern. Dazu wurden an 4 Standorten auf insgesamt rund 100 Hektar Acker- und Gr\u00fcnland Baumreihen mit Pappelhybriden, Robinien, Weiden, Aspen und weiteren Arten angepflanzt.<\/p>\n<p>Nach 4 Jahren mit einer ersten Beerntung der Baumreihen sind Tendenzen ableitbar. Es zeichnet sich eine \u00f6kologische Aufwertung der Fl\u00e4chen ab. Aufgrund der f\u00fcr die Etablierung von Geh\u00f6lzen kurzen Laufzeit k\u00f6nnen viele Ergebnisse jedoch noch nicht abschlie\u00dfend bewertet werden.<\/p>\n<p>Ohne betriebswirtschaftliche Vorteile werden sich Agroforstsysteme aber vermutlich nur mit politischer Unterst\u00fctzung durchsetzen, z.B. \u00fcber die F\u00f6rderung als Agrarumweltma\u00dfnahme. Im Folgeprojekt Agroforst II stehen die \u00f6kologischen Auswirkungen deshalb noch st\u00e4rker im Fokus.<\/b><\/p>\n<p>Unter Agroforstsystemen versteht man den Anbau von B\u00e4umen, Str\u00e4uchern oder Hecken bei gleichzeitiger landwirtschaftlicher Nutzung der Fl\u00e4che. Interessant erscheinen sie aufgrund der erwarteten \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Wechselwirkungen zwischen beiden Elementen.<\/p>\n<p>In den ersten 4 Projektjahren gewann der Verbund folgende Erkenntnisse:<\/p>\n<p><b>Ackerkulturen:<\/b> Die Ertr\u00e4ge von Getreide, Eiwei\u00df- und \u00d6lpflanzen wurden in der Ackerstreifenmitte positiv, nahe am Geh\u00f6lzstreifen negativ beeinflusst, bei Luzerne (getestet auf einem sehr n\u00e4hrstoffarmen Rekultivierungsstandort) war es umgekehrt. In Summe scheinen sich beide Effekte weitgehend zu neutralisieren. Wirklich belastbar sind die Daten aus den ersten 4 Jahren aber noch nicht. Direkt an den Baumstreifen stellte der Verbund zudem einen h\u00f6heren Feuchtegehalt des Erntegutes und einen h\u00f6heren Besatz mit Beikr\u00e4utern fest.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse zu den Versuchen auf Gr\u00fcnland liegen voraussichtlich im Herbst dieses Jahres vor.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse auf Ackerfl\u00e4chen lassen sich wie folgt zusammen fassen:<\/p>\n<p><b>Boden:<\/b> Langfristig ist eine stete Zunahme des Humusgehaltes und der C-Fixierung im Boden der Baumstreifen zu erwarten. Auch auf den Ackerstreifen k\u00f6nnte im Nahbereich der Geh\u00f6lze der Humusgehalt durch Laubstreueintrag ansteigen. Solche bodenchemischen Prozesse ben\u00f6tigen jedoch Zeit und konnten in den ersten 4 Jahren nicht eindeutig nachgewiesen werden. M\u00f6glicherweise waren die h\u00f6heren Ertr\u00e4ge der Luzerne nahe den Baumreihen auf dem sehr n\u00e4hrstoffarmen Rekultivierungsstandort auf erh\u00f6hte Humusgehalte durch Laubeintrag zur\u00fcck zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>Deutlich registrierbar war der Einfluss auf den Wassergehalt des Bodens: In einem etwa 2 Meter breiten Bereich neben den Geh\u00f6lzstreifen waren die Wassergehalte geringer als der Durchschnitt, bedingt durch eine h\u00f6here Verdunstung an den B\u00e4umen sowie den h\u00f6heren Wasserbedarf der Geh\u00f6lze. Im windabgewandten Bereich weiter von den Geh\u00f6lzstreifen entfernt lag der Wassergehalt des Bodens hingegen h\u00f6her als im Schnitt. Beide Effekte stellten sich in trockenen Sommern ab Juli ein. Es war somit eine Reduktion der unproduktiven Verdunstung zu verzeichnen, deren Bedeutung vor dem Hintergrund des erwarteten Klimawandels noch zunehmen wird.<\/p>\n<p><b>Mikroklima\/Erosionsschutz:<\/b> Es traten deutliche Reduzierungen der Windgeschwindigkeiten im windabgewandten Bereich auf. Dabei wurden besonders Windspitzen und die daraus resultierenden Lager- (Getreide) und Windbruchsch\u00e4den (Mais) abgemindert.<\/p>\n<p><b>Biodiversit\u00e4t:<\/b> In den Geh\u00f6lzstreifen erfolgte eine starke Diversifizierung der Begleitflora. Bei der Begleitfauna war dieser Effekt weniger deutlich. Auf der gesamten Fl\u00e4che siedelten sich jedoch erste f\u00fcr den neu geschaffenen Lebensraum typische Arten an, darunter einige Rote-Liste-Arten.<\/p>\n<p>Um die sich erst l\u00e4ngerfristig einstellenden Effekte in Agroforstsystemen zu erfassen, sollen die Versuchsfl\u00e4chen im Rahmen des Projektes Agroforst II weiter wissenschaftlich begleitet werden. Dies betrifft insbesondere auch den Teil der Geh\u00f6lzstreifen, der f\u00fcr eine 8- bis 10-j\u00e4hrige Umtriebszeit angelegt wurden.<\/p>\n<p>Ein weiteres in diesem Fr\u00fchjahr angelaufenes Projekt untersucht die M\u00f6glichkeiten, schnell wachsende Baumarten auf gesicherten Deponie- und Deponierandfl\u00e4chen zur Gewinnung von Biomasse anzubauen (&#8220;KUPAD&#8221;).<\/p>\n<p><b>Die Projekte im Einzelnen:<\/b><br \/><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20120712-03\/PM-FNR-Projekte.png\" align=\"left\" style=\"margin-right:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"Tabelle\"\/><br style=\"clear:left;\"\/><br \/><b>Kontakt<\/b><br \/>Nicole Paul<br \/>Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)<br \/>OT G\u00fclzow<br \/>Hofplatz 1<br \/>18276 G\u00fclzow-Pr\u00fczen<br \/>Tel.: +49 3843 6930-142<br \/>Fax: +49 3843 6930-220<br \/>e-Mail: <a href=\"mailto:n.paul@fnr.de\">n.paul@fnr.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Wie ist die Kombination von Ackerfr&uuml;chten und Geh&ouml;lzstreifen zur Holzproduktion &ouml;konomisch und &ouml;kologisch zu bewerten, und zwar unter Praxisbedingungen? 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