{"id":13051,"date":"2012-07-17T00:00:00","date_gmt":"2012-07-16T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20120717-01n"},"modified":"2012-07-17T00:00:00","modified_gmt":"2012-07-16T22:00:00","slug":"erfolge-der-foerderung-biosprit-aus-stroh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/erfolge-der-foerderung-biosprit-aus-stroh\/","title":{"rendered":"Erfolge der F\u00f6rderung: Biosprit aus Stroh"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Nutzung von Bioenergie soll im Zuge der Energiewende zu einer wichtigen S\u00e4ule der Energieversorgung in Deutschland ausgebaut werden. Eine vom BMBF gef\u00f6rderte Demonstrationsanlage der S\u00fcd-Chemie zeigt, wie man Stroh zu Biokraftstoff und anderen biobasierten Produkten machen kann. Das neue Verfahren f\u00fcr die Bioethanol-Herstellung vermeidet den Konflikt mit der Nahrungsmittelversorgung.<\/b><\/p>\n<p>Im bayerischen Straubing wird Bundesministerin Schavan am 20.07.2012 eine ganz besondere Anlage einweihen. Auf den ersten Blick wirken die Stahlrohre und Kessel zwar wie eine gew\u00f6hnliche Industrieanlage, auch das hergestellte Produkt Ethanol ist altbekannt. Doch es gibt zwei Besonderheiten: Zum einen dient Stroh als Rohstoff. Und zum anderen geschieht die Umwandlung biologisch mit Hilfe von Enzymen und Mikroorganismen. Die Demonstrationsanlage der Clariant AG produziert Bioethanol aus agrarischen Reststoffen. J\u00e4hrlich soll sie 4500 Tonnen Stroh zu 1000 Tonnen Bioethanol raffinieren. Die Demonstrationsanlage soll zeigen, dass das neue Verfahren auch kommerziell und gro\u00dftechnisch umsetzbar ist.<\/p>\n<p>Um den Aussto\u00df an klimasch\u00e4dlichem CO<sub>2<\/sub> zu senken und die Abh\u00e4ngigkeit von Erd\u00f6l-Importen zu verringern, ben\u00f6tigen wir Alternativen &#8211; und eine davon ist die Nutzung von Biomasse. Bioethanol l\u00e4sst sich als Biokraftstoff einsetzen, aber es ist auch ein Ausgangsstoff f\u00fcr viele andere Produkte, darunter Polyethylen (PE) &#8211; ein h\u00e4ufig eingesetzter Kunststoff.<\/p>\n<p>Bioethanol ist jedoch nicht unumstritten: Bei der Einf\u00fchrung des neuen Biokraftstoffs E10, dem 10% Ethanol aus der Verg\u00e4rung von Zuckerr\u00fcben oder Getreide beigemischt sind, wurde in der \u00d6ffentlichkeit kritisch \u00fcber die Konkurrenz der Biokraftstoffe mit der Nahrungsmittelversorgung diskutiert. Um dieses &#8220;Tank oder Teller&#8221;-Problem zu vermeiden, suchen Forscher nach Wegen, um Pflanzen und Pflanzenteile f\u00fcr die Biokraftstoff-Herstellung nutzen zu k\u00f6nnen, die nicht f\u00fcr die Nahrungsmittelproduktion eingesetzt werden.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend f\u00fcr heute bereits vermarktete Biokraftstoffe der 1. Generation nur einzelne Pflanzenteile wie die Samen von Raps und Mais oder die Knollen von Zuckerr\u00fcben eingesetzt werden, k\u00f6nnen f\u00fcr noch in Entwicklung befindliche Biokraftstoffe der 2. Generation alle Pflanzenteile genutzt werden, also auch verholzte und nicht essbare Teile. Damit k\u00f6nnen auch landwirtschaftliche Reststoffe wie Stroh oder Zuckerr\u00fcbenbl\u00e4tter, von denen jedes Jahr viele Millionen Tonnen anfallen, einer Nutzung zugef\u00fchrt werden, und die Konkurrenz zu den Nahrungsmitteln wird entsch\u00e4rft. Auf einem Feld kann nun nicht mehr entweder f\u00fcr den &#8220;Tank&#8221; oder f\u00fcr den &#8220;Teller&#8221; angebaut werden, sondern beide k\u00f6nnen vom selben Feld gef\u00fcllt werden, ohne sich gegenseitig zu beeintr\u00e4chtigen.<\/p>\n<p>Eine Vorreiterrolle bei der Forschung und Entwicklung im Bereich der Biokraftstoffe der zweiten Generation nahm in Deutschland die S\u00fcd-Chemie AG ein, die seit dem 01.07.2012 Teil der Clariant AG ist. Sie baute mit Unterst\u00fctzung des BMBF die bislang gr\u00f6\u00dfte Demonstrationsanlage in Deutschland zur Produktion von Ethanol aus Stroh.<\/p>\n<p>Mit der Produktion von klimafreundlichem Biokraftstoff der zweiten Generation fing die S\u00fcd-Chemie im Jahr 2009 im kleinen Ma\u00dfstab an. Mit einer Pilotanlage testete sie ihre sunliquid-Technologie, ein innovatives und nachhaltiges Verfahren zur kosteng\u00fcnstigen und energieeffizienten Herstellung von Bioethanol aus Agrarreststoffen oder anderer lignozellulosehaltiger Biomasse. Beim sunliquid-Prozess werden zellulosehaltige Pflanzenbestandteile wie beispielsweise Weizen- oder Maisstroh auf enzymatischen Weg in Zuckerbestandteile gespalten. Durch Fermentation &#8211; ein Vorgang \u00e4hnlich wie beim Bierbrauen &#8211; wird daraus das Ethanol gewonnen. Neben Zellulose kann durch das sunliquid-Verfahren auch Hemizellulose zu Ethanol umgesetzt werden, wodurch eine etwa 50 Prozent h\u00f6here Ausbeute erzielt wird.<\/p>\n<p>Dadurch kann Zellulose-Ethanol aus dem sunliquid-Verfahren Treibhausgaseinsparungen von bis zu 95 Prozent im Vergleich zu Treibstoffen aus fossilen Rohstoffen wie Erd\u00f6l oder Erdgas erreichen.<\/p>\n<p>Nach der erfolgreich abgeschlossenen Testphase begannen die M\u00fcnchner Ende Juli 2011 den Bau der bislang gr\u00f6\u00dften deutschen Demonstrationsanlage zur Produktion von Zellulose-Ethanol. Die Gesamtkosten f\u00fcr das Projekt belaufen sich auf rund 28 Millionen Euro. 16 Millionen Euro davon werden in den Bau der Anlage selbst investiert, und knapp 12 Millionen werden f\u00fcr begleitende Forschungsvorhaben eingesetzt. An den Kosten f\u00fcr die Forschung beteiligen sich sowohl das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung als auch die Bayerische Staatsregierung mit jeweils 5 Millionen Euro.<\/p>\n<p>Die Demonstrationsanlage stellt den letzten notwendigen Zwischenschritt vor der Realisierung industrieller Produktionsanlagen dar, die den sunliquid-Prozess nutzen. Die in der Anlage gewonnen Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung werden als Grundlage f\u00fcr k\u00fcnftige Bioraffinerien im industriellen Ma\u00dfstab mit h\u00f6chsten Wirkungsgrad und optimalen Treibhausgaseinsparungen dienen.<\/p>\n<p>Die Anlage der Clariant AG ist ein erster Schritt auf dem Weg zur nachhaltigen und klimafreundlichen Energiewende in Deutschland. Sie ist gleichzeitig ein wichtiger Impulsgeber, um den mit der  &#8220;Nationalen Forschungsstrategie Bio\u00d6konomie 2030&#8221;  der Bundesregierung angestrebten Strukturwandel von einer erd\u00f6l- zu einer bio-basierten Wirtschaft zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p><b><\/p>\n<ul>\n<li>Weitere Informationen<\/li>\n<\/ul>\n<p><\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Bericht zum BMBF-Projekt auf biotechnologie.de: <a href=\"http:\/\/www.biotechnologie.de\/BIO\/Navigation\/DE\/Foerderung\/foerderbeispiele,did=113790.html\" >www.biotechnologie.de\/BIO\/Navigation\/DE\/Foerderung\/foerderbeispiele,did=113790.html<\/a>\n<\/li>\n<li> Clariant Pressemitteilung 2012-07-02 <a href=\"http:\/\/www.clariant.com\/C12576850036A6E9\/375338FDCCFBF7C9C1257A2F00334687\/$FILE\/20120702_ClariantwelcomesSued-Chemieemployeestotheteam.pdf\" >Clariant welcomes S\u00fcd-Chemie employees to the team<\/a> (PDF-Download)<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Die Nutzung von Bioenergie soll im Zuge der Energiewende zu einer wichtigen S&auml;ule der Energieversorgung in Deutschland ausgebaut werden. 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