{"id":130340,"date":"2023-08-15T07:32:00","date_gmt":"2023-08-15T05:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=130340"},"modified":"2023-08-10T14:13:01","modified_gmt":"2023-08-10T12:13:01","slug":"rotorblatter-und-kunststoffabfall-aus-der-industrie-forschungsprojekt-zum-mechanischen-recycling-startet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/rotorblatter-und-kunststoffabfall-aus-der-industrie-forschungsprojekt-zum-mechanischen-recycling-startet\/","title":{"rendered":"Rotorbl\u00e4tter und Kunststoffabfall aus der Industrie: Forschungsprojekt zum mechanischen Recycling startet"},"content":{"rendered":"\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.uni-hannover.de\/typo3temp\/assets\/_processed_\/5\/9\/csm_44f46021ac249e29b7fad1bcb6a4918588a73f14-fp-16-9-0-0_fc1d237841.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Gut f\u00fcr die Umwelt, aber schwer zu entsorgen: Windenergieanlagen halten im Schnitt 20 Jahre, dann m\u00fcssen sie ersetzt werden. Das Recycling alter Anlagen gestaltet sich jedoch schwierig. Insbesondere die Rotorbl\u00e4tter stellen aufgrund ihrer Materialzusammensetzung aus faserverst\u00e4rkten Kunststoffen ein Problem da. Auch andere kunststoffbasierte Abf\u00e4lle, wie etwa Kofferraumabdeckungen aus Autos sowie kleinere Teile, beispielsweise aus Gesundheits- und Pharmaanwendungen sowie elektrischen und elektronischen Anwendungen, k\u00f6nnen zurzeit nicht oder nur schlecht wiederverwertet werden.\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>An diesem Punkt setzt ein neues Forschungsvorhaben am IKK &#8211;&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.ikk.uni-hannover.de\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Institut f\u00fcr Kunststoff- und Kreislauftechnik<\/a>&nbsp;der Leibniz Universit\u00e4t Hannover (LUH) in Zusammenarbeit mit KraussMaffei Extrusion (Laatzen) an, das zum 1. Juli 2023 gestartet ist. Unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Hans-Josef Endres wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein neues Verfahren entwickeln, um industrielle Abf\u00e4lle aus technischen Kunststoffbauteilen, das bedeutet aus faserverst\u00e4rkten Kunststoffen und&nbsp;kunststoffbasierten Materialverb\u00fcnden&nbsp;wieder nutzbar zu machen. Das Nieders\u00e4chsische Ministerium f\u00fcr Wissenschaft und Kultur finanziert das Projekt ReKon mit rund 550.000 Euro; die F\u00f6rderdauer betr\u00e4gt zwei Jahre.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Idee hinter dem Projekt ist, dass recycelte Kunststoffe in der Industrie m\u00f6glichst dort wieder angewendet werden sollen, wo sie herkommen (Closed-loop Recycling). Aus einer Kofferraumabdeckung k\u00f6nnte so sp\u00e4ter wieder eine Kofferraumabdeckung oder zumindest ein anderes Automobilbauteil werden. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eDie Qualit\u00e4t eines Produkts steigt mit einer m\u00f6glichst hohen Sortenreinheit\u00a0und geringem Verschmutzungsgrad des Inputs. Die Vorbehandlungsschritte Sortierung, Trennung, Waschen und Reinigung spielen daher eine entscheidende Rolle\u201c, sagt <strong>Professor Endres<\/strong>. <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die Vorteile, wenn der Produzent des urspr\u00fcnglichen Teils sich auch um das Recycling k\u00fcmmert, liegen auf der Hand: Die genaue Zusammensetzung des Kunststoffes und der Bauteile sind bekannt, die Sortierung ist dadurch erheblich einfacher. Zudem sind die Wege kurz, lange Transporte mit hoher CO<sub>2<\/sub>-Bilanz werden vermieden. Am Ende werden die zuk\u00fcnftigen Bauteilgenerationen dadurch auch recyclinggerechter designt. Damit sinkt der Verbrauch an wertvollen Rohstoffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Recycling von Kunststoffen gibt es zurzeit mehrere M\u00f6glichkeiten: Immer h\u00e4ufiger kommen chemische, neuerdings auch l\u00f6sungsmittelbasierte Verfahren zum Einsatz. Am IKK setzt das Team um Professor Endres auf die etablierten, jedoch bei weitem nicht ausentwickelten mechanischen Recycling-Methoden. Im Vergleich zeichnen sich diese mechanischen Recyclingverfahren durch einen deutlich geringeren Energie- und Ressourcenbedarf aus. Das Prinzip ist einfach und auch bei anderen Ausgangsstoffen wie etwa Textilien anwendbar: Der Kunststoffabfall wird zun\u00e4chst zerkleinert. In einem Extruder wird anschlie\u00dfend das so gewonnene Material mittels hohem Druck und hoher Temperaturen aufgeschmolzen, gereinigt und schlie\u00dflich zu einer Art Granulat verarbeitet. Dieses Rezyklat \u2013 feine K\u00f6rnchen aus Kunststoff \u2013 bildet dann die Basis f\u00fcr neue Bauteile, die an anderer Stelle wiedereingesetzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das neue Forschungsprojekt legt den Schwerpunkt auf Bauteile, bei denen unterschiedliche Kunststoffe und auch andere Materialien so verbunden sind, dass sie mit den aktuell industriell verf\u00fcgbaren Recyclingtechnologien nicht mehr getrennt werden k\u00f6nnen. Es geht dabei haupts\u00e4chlich um Faserverbundkunststoffe aus Rotorbl\u00e4ttern, Materialverb\u00fcnde aus der Pharmaindustrie, Elektroschrott sowie die sogenannte Schredderleichtfraktion aus der Automobilindustrie, die trotz des hohen Kunststoffanteils derzeit als nicht recycelbar gilt und meist in die Verbrennung geht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Mengen an Kunststoffabf\u00e4llen in der Industrie werden k\u00fcnftig noch weiter zunehmen. So enth\u00e4lt mittlerweile ein Neuwagen mehr als 300 Kilogramm Kunststoff, und die EU hat mit der ganz aktuell vorgelegten Altfahrzeugverordnung ehrgeizige Recyclingquoten f\u00fcr die zuk\u00fcnftigen Fahrzeuggenerationen formuliert. Auch bei den Windenergieanlagen steigt die Zahl der Anlagen, die in den n\u00e4chsten Jahren wiederaufbereitet werden m\u00fcssen. Eine&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/sites\/default\/files\/medien\/479\/publikationen\/texte_92-2022_entwicklung_von_rueckbau-_und_recyclingstandards_fuer_rotorblaetter_0.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Studie des Bundesumweltamtes von 2022<\/a>&nbsp;rechnet mit bis zu 430.000 Tonnen an Glasfaserverst\u00e4rktem Kunststoffen allein aus den Rotorbl\u00e4ttern, die bis 2040 anfallen werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kontakt<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Prof. Dr.-Ing. Hans-Josef Endres<br>Institut f\u00fcr Kunststoff- und Kreislauftechnik an der Leibniz Universit\u00e4t<br>Tel.: +49 511 762 13302<br>E-Mail: <a href=\"mailto:endres@ikk.uni-hannover.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">endres@ikk.uni-hannover.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gut f\u00fcr die Umwelt, aber schwer zu entsorgen: Windenergieanlagen halten im Schnitt 20 Jahre, dann m\u00fcssen sie ersetzt werden. Das Recycling alter Anlagen gestaltet sich jedoch schwierig. Insbesondere die Rotorbl\u00e4tter stellen aufgrund ihrer Materialzusammensetzung aus faserverst\u00e4rkten Kunststoffen ein Problem da. 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