{"id":13023,"date":"2012-08-31T00:00:00","date_gmt":"2012-08-30T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20120831-04n"},"modified":"2012-08-31T00:00:00","modified_gmt":"2012-08-30T22:00:00","slug":"moderner-biosprit-ohne-lebensmitteleinsatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/moderner-biosprit-ohne-lebensmitteleinsatz\/","title":{"rendered":"Moderner Biosprit ohne Lebensmitteleinsatz"},"content":{"rendered":"<p><b>&#8220;Treibstoff statt Essen?&#8221;, ist eine derzeit h\u00e4ufig gestellte Frage \u2013 die sich eigentlich nicht stellen m\u00fcsste. Denn Biotreibstoffe der 1. Generation, die aus Getreide oder Zuckerrohr gemacht werden, sind nicht mehr der Weisheit letzter Schluss. Biotreibstoffe der 2. Generation macht man aus landwirtschaftlichen Abf\u00e4llen, aus Sp\u00e4nen, Holzschnitzeln, Stroh oder spezielle daf\u00fcr angebauten &#8220;Energiepflanzen&#8221;. Das \u00f6sterreichische Kompetenzzentrum acib (Austrian Centre of Industrial Biotechnology) hat Wege gefunden, diese erneuerbaren Zuckerressourcen f\u00fcr die Industrie und f\u00fcr die Produktion von Biosprit zug\u00e4nglich zu machen.<\/b><\/p>\n<p>Zum Einsatz kommen dabei Enzyme namens Cellulasen. Die k\u00f6nnen die Cellulose und Hemicellulose, aus der Holz (neben Lignin) besteht, zu kleinen Zuckermolek\u00fclen umsetzen, erkl\u00e4rt Professor Christian Kubicek von der TU Wien, der zusammen mit ForscherInnen in Graz und bei einem Industriepartner im Kompetenzzentrum acib am Zugang zu neuen Industriezuckern aus erneuerbaren Rohstoffen arbeitet. Die Enzyme funktionieren \u00e4hnlich einem H\u00e4cksler, wei\u00df Professor Anton Glieder, wissenschaftlicher Leiter des acib: &#8220;Die langen Celluloseketten werden durch die Enzyme transportiert. Dabei spaltet das Enzym kleine Zuckermolek\u00fcle von der vergleichsweise riesigen Cellulosekette ab, bis die ganze Cellulose zu Zucker gespalten wurde.&#8221; Die besten Enzyme f\u00fcr den Prozess stellen die Biotechnologen zum Beispiel mit Hilfe des Pilzes Trichoderma reesei her, der auf verfaulenden Holzresten w\u00e4chst. Im steirischen Projekt &#8220;Macrofun&#8221; an der TU Graz werden die Pilzenzyme mit Hilfe der Hefe <i>Pichia pastoris<\/i> weiter verbessert, um die &#8220;molekularen H\u00e4cksler&#8221; noch robuster zu machen, erkl\u00e4rt Glieder.<\/p>\n<p>Das gesamt Verfahren ist freilich noch umfangreicher, wei\u00df Kubicek. Die Pflanzenreste oder die &#8220;Energiepflanzen&#8221; wie Stielbl\u00fctengras (Miscanthus) oder Rutenhirse (Switchgrass, <i>Panicum virgatum<\/i>) m\u00fcssen zuerst &#8220;aufgeschlossen&#8221; werden, um das Lignin abzutrennen und die Cellulosen zug\u00e4nglich zu machen. Dann kommen die Cellulasen ins Spiel und machen aus den langen Cellulosen Zuckermolek\u00fcle. Diese wiederum werden \u2013 \u00e4hnlich der alkoholischen G\u00e4rung beim Wein \u2013 von Hefen zu Bioethanol umgesetzt, aus dem zuletzt Biosprit gemacht werden kann. Der gro\u00dfe Vorteil dieses Verfahrens: Lebensmittel bleiben g\u00e4nzlich unber\u00fchrt und die Klimabilanz schaut wesentlich besser aus.<\/p>\n<p>Wie vielversprechend diese Art der Zucker- und in weiterer Folge Biosprit-Produktion ist, zeigt die Tatsache, dass allein in Europa 400 Millionen Tonnen Weizenstroh pro Jahr anfallen. F\u00fcr eine m\u00f6glichst nachhaltige Nutzung sollen 30% davon am Feld bleiben, um den Boden zu regenerieren, aber die gewaltige Restmenge l\u00e4sst sich weiter verarbeiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>&#8220;Treibstoff statt Essen?&#8221;, ist eine derzeit h&auml;ufig gestellte Frage &ndash; die sich eigentlich nicht stellen m&uuml;sste. Denn Biotreibstoffe der 1. 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