{"id":13019,"date":"2012-09-11T00:00:00","date_gmt":"2012-09-10T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20120911-01n"},"modified":"2012-09-11T00:00:00","modified_gmt":"2012-09-10T22:00:00","slug":"risiko-durch-pflanzliche-krankheitserreger-in-gaerresten-von-biogasanlagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/risiko-durch-pflanzliche-krankheitserreger-in-gaerresten-von-biogasanlagen\/","title":{"rendered":"Risiko durch pflanzliche Krankheitserreger in G\u00e4rresten von Biogasanlagen"},"content":{"rendered":"<p><b>Braunschweig (11.9.2012) Vermehrt werden Nachwachsende Rohstoffe wie Mais, Getreide, Kartoffeln oder Zuckerr\u00fcben in Biogasanlagen eingebracht. Die G\u00e4rr\u00fcckst\u00e4nde sind wertvolle organische D\u00fcnger f\u00fcr die Landwirtschaft. Es muss sichergestellt werden, dass mit den G\u00e4rresten keine pflanzenpathogenen Viren, Bakterien, Pilze und Unkrautdiasporen auf Ackerfl\u00e4chen ausgebracht werden. Diese k\u00f6nnen im Boden akkumulieren und Folgekulturen infizieren. Im Fokus der Forscher standen daher bodenb\u00fcrtige Krankheitserreger, die langlebige Dauerorgane bilden oder in der Lage sind Mykotoxine, f\u00fcr Mensch und Tier giftige Stoffwechselprodukte, zu bilden. Au\u00dferdem wurden zwei Quarant\u00e4neschaderreger in die Untersuchungen einbezogen. In einem durch die Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin koordinierten Verbundforschungsprojektes wurde mit Partnern des Julius K\u00fchn-Instituts, der Universit\u00e4t Rostock, des Leibniz-Instituts f\u00fcr Agrartechnik, der Bioenergie Beratung Bornim und des Kuratoriums f\u00fcr Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft die Inaktivierung von Krankheitserregern und Unkrautdiasporen bei der anaeroben Verg\u00e4rung untersucht. Ergebnisse aus dem Forschungsvorhaben werden auf der 58. Deutschen Pflanzenschutztagung in Braunschweig vorgestellt.<\/b><\/p>\n<p>Die getesteten Erreger verhielten sich in Biogasanlagen mit mesophiler Prozesstemperatur (38 &#8211; 42\u00b0C) unterschiedlich. Tendenziell dauert die Inaktivierung der Phytopathogene in den Praxisanlagen l\u00e4nger als in kleinen Modellanlagen im Laborma\u00dfstab. Die Verweilzeit, die f\u00fcr eine Inaktivierung notwendig ist, h\u00e4ngt von verschiedenen Faktoren ab. Neben der Art des Erregers spielt die eingesetzte Pflanzenart (Mais, Hirse, Weizen etc.) eine Rolle und, ob diese zuvor siliert wurde. Ebenso ist die Dauer der Lagerung der G\u00e4rreste nach der Verg\u00e4rung von Bedeutung.<\/p>\n<p>Der Erreger der R\u00fcbenf\u00e4ule, Sclerotinia sclerotiorum, wird beispielsweise in infiziertem R\u00fcbenmaterial schon w\u00e4hrend einer sechsst\u00fcndigen Verweilzeit inaktiviert. Bei mit Alternaria alternata-infizierten Getreideganzpflanzen und mit Fusarium avenaceum- oder F. verticillioides-infizierten Maispflanzen reicht eine Silierung aus, um sie vollst\u00e4ndig zu hygienisieren. Werden die G\u00e4rreste auf landwirtschaftlich genutzte Fl\u00e4chen ausgebracht, besteht kein Risiko f\u00fcr die Verbreitung dieser Erreger. &#8220;Der mykotoxinbildende Pilz Fusarium proliferatum ben\u00f6tigt zur Inaktivierung eine Verweilzeit von 5,5 Tagen. Erst dann ist sichergestellt, dass alle beispielsweise mit Hirse eingebrachte Pilzsporen bei der Verg\u00e4rung inaktiviert sind&#8221;, so Frau Prof. Dr. Carmen B\u00fcttner von der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin, Koordinatorin des Verbundprojektes.<\/p>\n<p>Der aufgrund seiner Gef\u00e4hrlichkeit nur in Modellanlagen im Laborma\u00dfstab getestete Quarant\u00e4neorganismus Synchytrium endobioticum, Erreger des Kartoffelkrebses, wird bei mesophiler Prozesstemperatur selbst nach mehrt\u00e4giger Verweildauer nicht inaktiviert. Aus Sicht der Pflanzenquarant\u00e4ne sollten Reststoffe aus der Kartoffel verarbeitenden Industrie nicht in mesophil betriebenen Biogasanlagen verwertet werden. Mit dem Erreger potenziell infizierte oder kontaminierte Partien m\u00fcssen in entsprechenden Anlagen verbrannt werden.<\/p>\n<p>Da in vielen Biogasanlagen das Substrat kontinuierlich zugef\u00fchrt und entnommen wird, kann es zu sogenannten Kurzschlussstr\u00f6mungen kommen, d. h. ein Teil des Substrats wird nicht vollst\u00e4ndig vergoren und verweilt nur kurz im Fermenter. Hier sind weitere Untersuchungen notwendig. Trotzdem k\u00f6nnen die Experten bereits jetzt Empfehlungen f\u00fcr die Praxis aussprechen, die das Risiko minimieren, dass Erreger von Pflanzenkrankheiten mit dem G\u00e4rrest verbreitet werden. Dazu geh\u00f6rt z. B., dass die eingesetzten Pflanzen zuvor siliert und der G\u00e4rrest f\u00fcr mindestens vier Wochen gelagert wird. Frau Prof. B\u00fcttner weist ausdr\u00fccklich darauf hin, dass aus den Ergebnissen &#8220;nicht abgeleitet werden darf, dass die anaerobe Verg\u00e4rung eine geeignete Methode zur Entsorgung von Abf\u00e4llen und kontaminierten nicht marktf\u00e4higen Partien ist.&#8221;<\/p>\n<p>Erg\u00e4nzende Untersuchungen f\u00fchrte die Bayerische Landesanstalt f\u00fcr Landwirtschaft und das Dienstleistungszentrum L\u00e4ndlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsr\u00fcck durch. Diese werden ebenfalls auf der Tagung pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Untersuchte Schaderreger im Verbundprojekt:<\/p>\n<ul>\n<li><b>Pilze:<\/b><br \/><i>Alternaria alternata, Claviceps purpurea, Fusarium avenaceum, F. culmorum, F. proliferatum, F. verticillioides, Rhizoctonia solani, Sclerotinia sclerotiorum, Synchytrium endobioticum, Tilletia caries<\/i><\/li>\n<li><b>Bakterium:<\/b><br \/><i>Clavibacter michiganensis ssp. sepedonicus<\/i><\/li>\n<li><b>Virus:<\/b><br \/><i>Potato Virus Y<\/i><\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Wissenschaftliche Ansprechpartnerin<\/b><br \/>Prof. Dr. Carmen B\u00fcttner<br \/>Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin<br \/>Landwirtschaftlich-G\u00e4rtnerische Fakult\u00e4t, Fachgebiet Phytomedizin<br \/>Lentzeallee 55\/57<br \/>14195 Berlin<br \/>Tel.: (030)2093-46445<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:carmen.buettner@agrar.hu-berlin.de\">carmen.buettner@agrar.hu-berlin.de<\/a> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Braunschweig (11.9.2012) Vermehrt werden Nachwachsende Rohstoffe wie Mais, Getreide, Kartoffeln oder Zuckerr&uuml;ben in Biogasanlagen eingebracht. 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