{"id":13010,"date":"2012-09-20T00:00:00","date_gmt":"2012-09-19T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20120920-07n"},"modified":"2012-09-20T00:00:00","modified_gmt":"2012-09-19T22:00:00","slug":"fraunhofer-innovationscluster-bioenergy","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/fraunhofer-innovationscluster-bioenergy\/","title":{"rendered":"Fraunhofer-Innovationscluster Bioenergy"},"content":{"rendered":"<p><b>Der Mais auf dem Feld ist abgeerntet, das Maisstroh bleibt zur\u00fcck. Mit einer Landmaschine wird es eingesammelt, getrocknet und direkt am oder auf dem Feld weiterverarbeitet. Erntenah entstehen wertvolle Zwischenprodukte wie Bioroh\u00f6l oder proteinhaltiger Presssaft \u2013 neue Rohstoffe, die f\u00fcr die Energie- oder Chemieindustrie nutzbar sind. Noch keine Realit\u00e4t, aber eine der Zukunftsvisionen des Innovationsclusters &#8220;Bioenergy&#8221;, der heute (20.9.) offiziell bei Fraunhofer UMSICHT er\u00f6ffnet worden ist. Ziel des Clusters ist es, die sowohl stoffliche als auch energetische Nutzung von Biomasse zu optimieren \u2013 ohne Nutzungskonkurrenz zur Lebensmittelproduktion. Denn weltweit fallen immense Mengen nasser Biomasse an, die bislang nur beschr\u00e4nkt effizient genutzt werden.<\/b><\/p>\n<p>Gro\u00dfe Mengen an Biomasse fallen feucht an, z.B. Gras- und Gr\u00fcnschnitt, Ernter\u00fcckst\u00e4nde, aber auch Verarbeitungsreste aus land- und forstwirtschaftlicher Produktion bis zu Bioabf\u00e4llen aus Privathaushalten. Bisher wird vorrangig trockene Biomasse genutzt z.B. zur Treibstoffherstellung, oder aber nasse, lignocellulosearme Biomasse f\u00fcr die Herstellung von Biogas. Die Nutzung nasser und\/oder lignocellulosehaltiger Biomasse ist h\u00e4ufig wenig intensiv und effizient. Ein Grund ist der hohe Wassergehalt, wodurch sie einen geringen Heizwert hat und Transport und Lagerung aufw\u00e4ndig sind.<\/p>\n<p>Die Entwicklung effizienter Produktionssysteme f\u00fcr transportwerte und lagerstabile biomassebasierter Zwischenprodukte ist das Ziel des Innovationsclusters &#8220;Bioenergy&#8221;, das von Fraunhofer UMSICHT initiiert worden ist. Innerhalb der vierj\u00e4hrigen Projektlaufzeit sollen neue Konversionstechnologien u.a. f\u00fcr nasse Biomasse entwickelt werden und damit die verf\u00fcgbare und verwertbare Menge an Biomasse gesteigert werden. Ein erster Industriepartner ist der Landtechnik-Hersteller CLAAS.<\/p>\n<p><b>Neuer Standort f\u00fcr Bioenergie<\/b><br \/>&#8220;Fraunhofer-Innovationscluster werden von der Fraunhofer-Gesellschaft innerhalb des &#8216;Pakts f\u00fcr Forschung und Innovation&#712; konzipiert und umgesetzt. Sie vernetzen bestehende Strukturen \u2013 Forschungseinrichtungen, Industriepartner und Universit\u00e4ten \u2013 und f\u00f6rdern ein zukunftstr\u00e4chtiges Forschungsgebiet speziell in einer Region. Wir erhoffen uns, dass Fraunhofer UMSICHT im Fraunhofer-Innovationscluster &#8220;Bioenergy&#8221; zusammen mit seinen Partnern erfolgreiche Konzepte entwickelt, die einen Beitrag zur Deckung des weltweiten Rohstoff- und Energiebedarfs aus Biomasse leisten werden&#8221;, sagt Prof. Dr. Ulrich Buller, Forschungsvorstand der Fraunhofer-Gesellschaft. NRW-Forschungsministerin Svenja Schulze f\u00fcgt hinzu: &#8220;Der Innovationscluster &#712;Bioenergy&#712; ist thematisch gut aufgestellt. Er zeigt, dass der Industrie- und Chemiestandort NRW gro\u00dfes Potenzial hat, die Bio\u00f6konomie zu etablieren. Er zeigt auch, dass die Antworten auf die gro\u00dfen gesellschaftlichen Herausforderungen regional entstehen, wie z.B. im Ausbau unserer Kompetenzen im Bereich der stofflichen und energetischen Nutzung von Biomasse.&#8221;<\/p>\n<p><b>Mobil und dezentral einsetzbare Verfahren<\/b><br \/>Die Arbeiten fokussieren auf zwei Fraktionen Biomasse: halmgutartige, die bei der Ernte auf dem Feld anf\u00e4llt, und Reststoffe aus der Lebensmittelproduktion. Die Fraktionen sollen mit geeigneten technischen Verfahren zu kohlenstoffreichen Zwischenprodukten f\u00fcr die Rohstoff- und Energieversorgung umgewandelt werden. Die neu zu entwickelnden Technologien sollen perspektivisch mobil oder dezentral einsetzbar sein. &#8220;Das Landtechnikunternehmen CLAAS sieht eine Herausforderung der Zukunft darin, pflanzliche Reststoffe und Ernter\u00fcckst\u00e4nde wettbewerbsf\u00e4hig im Umfeld der anderen erneuerbaren Energien energetisch und stofflich zu nutzen. Dies ist nur in einem entsprechenden Verbund wie dem Innovationscluster Bioenergy mit kompetenten Partnern und dem entsprechenden spezifischen Know-how erfolgreich und ergebnisorientiert zu meistern&#8221;, sagt Dr. Hermann Garbers, Konzernleitung CLAAS.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Entwicklung der Technologien steht ein neues Biomassetechnikum bei Fraunhofer UMSICHT in Oberhausen zur Verf\u00fcgung. Es verf\u00fcgt \u00fcber eine Laboranlage zur Pyrolyse (thermochemische Konversion pflanzlicher Biomasse in ein fl\u00fcssiges Zwischenprodukt), eine Technikumsanlage zur Pyrolyse, Aggregate zur Trocknung und Konfektionierung von Biomasse, Testanlagen zur Fraktionierung von Presss\u00e4ften und \u00fcber eine Laboreinheit f\u00fcr die hydrothermale Carbonisierung (HTC).<\/p>\n<p><b>Verwertungspfade der Zukunft<\/b><br \/>Weiterzuentwickelnde Verfahren sind &#8211; nach der Trocknung und Fraktionierung &#8211; die mobile Pyrolyse und die HTC. Bei der Trocknung und Fraktionierung entstehen beispielsweise Strohpellets, die f\u00fcr die anschlie\u00dfende Pyrolyse eingesetzt werden k\u00f6nnen. Oder es wird ein Presssaft erzeugt, der in wertvolle Bestandteile, wie Proteine, Kohlenhydrate oder organische S\u00e4uren als Einsatzstoffe f\u00fcr die chemische Industrie fraktioniert werden kann. Pyrolyse-\u00d6le k\u00f6nnen als Beimischung zu normalem \u00d6l in bestehende Raffinerien eingeleitet werden und so Erd\u00f6l substituieren. Mittels HTC wird aus feuchter Biomasse ein braunkohle\u00e4hnliches Produkt. Dieses kann als Brennstoff oder auch als D\u00fcnger verwertet werden.<\/p>\n<p>Innerhalb des Innovationsclusters sind auch v\u00f6llig andere Ans\u00e4tze m\u00f6glich, die bisher noch nicht angedacht worden sind. Zusammen mit den Partnern k\u00f6nnen sich neue Schwerpunkte bilden. Angesprochene Zielgruppen sind die Landwirtschaft, die Lebensmittelherstellung und -weiterverarbeitung, Energieversorger, die chemische Industrie, aber auch der Anlagen-, Maschinen- und Landmaschinenbau. &#8220;Wir freuen uns sehr, dass wir die M\u00f6glichkeit erhalten haben, innerhalb eines Innovationsclusters dieses Forschungsfeld voranzutreiben. Unser Ziel ist es, wertvolle Rohstoffe aus Biomasse f\u00fcr die Chemie- und Energieindustrie bereit zu stellen, ohne eine Nutzungskonkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion aufzubauen&#8221;, erkl\u00e4rt Prof. G\u00f6rge Deerberg, stellvertretender Institutsleiter von Fraunhofer UMSICHT.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Der Mais auf dem Feld ist abgeerntet, das Maisstroh bleibt zur&uuml;ck. 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