{"id":13007,"date":"2012-09-24T00:00:00","date_gmt":"2012-09-23T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20120924-01n"},"modified":"2012-09-24T00:00:00","modified_gmt":"2012-09-23T22:00:00","slug":"tank-und-teller-globales-computer-modell-soll-kuenftige-potentiale-der-bioenergie-berechnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/tank-und-teller-globales-computer-modell-soll-kuenftige-potentiale-der-bioenergie-berechnen\/","title":{"rendered":"Tank UND Teller: Globales Computer-Modell soll k\u00fcnftige Potentiale der Bioenergie berechnen"},"content":{"rendered":"<p><b>Bioenergie ohne versch\u00e4rftes Hungerproblem: So l\u00e4sst sich auf den Punkt bringen, was sich Agrar\u00f6konomen an der Universit\u00e4t Hohenheim vorgenommen haben. Sie analysieren deshalb weltweit verf\u00fcgbare Statistiken und kalkulieren mit einem Rechenmodell, wie viel Ackerfl\u00e4che weltweit f\u00fcr Energiepflanzen \u00fcbrig bleibt, wenn die Weltern\u00e4hrung oberste Priorit\u00e4t hat. In Deutschland vermuten sie ein besonders hohes Potential. Das Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz f\u00f6rdert das von Prof. Dr. Enno Bahrs und Prof. Dr. J\u00fcrgen Zeddies durchgef\u00fchrte Forschungsprojekt mit rund 327.000 Euro. Damit geh\u00f6rt es zu den Schwergewichten der Forschung an der Universit\u00e4t Hohenheim.<\/b><\/p>\n<p>&#8220;Zukunftsprognosen sind sehr schwer&#8221;, gibt Dr. Nicole Sch\u00f6nleber, Mitarbeiterin am Lehrstuhl Landwirtschaftliche Betriebslehre, zu bedenken. Denn sehr viele verschiedene Faktoren bestimmen, wie sich die globale Nachfrage nach Lebensmitteln in Zukunft entwickelt. Das Wachstum der Weltbev\u00f6lkerung spielt dabei ebenso eine Rolle wie die Ern\u00e4hrungsgewohnheiten. &#8220;N\u00e4hme die ganze Welt unser westliches Ern\u00e4hrungsverhalten an, bliebe f\u00fcr Mais, Raps und andere Energiepflanzen gar kein Platz mehr&#8221;, mahnt Dr. Sch\u00f6nleber. Derzeit steige die Nachfrage nach Fleisch in China und anderen Schwellenl\u00e4ndern auch weiter an.<\/p>\n<p>Daneben soll das Modell aber auch ber\u00fccksichtigen, wie viel Anbaufl\u00e4che k\u00fcnftig in den 148 wichtigsten Agrarstaaten der Erde durch Erosion, W\u00fcstenbildung oder Zersiedelung verloren geht. Auch m\u00f6gliche Ertragssteigerungen durch neue Technik oder Erfolge in der Pflanzenz\u00fcchtung flie\u00dfen in das Modell mit ein. Ebenso wie die Entwicklung des \u00f6kologischen Landbaus und der Landschaftsschutzgebiete.<\/p>\n<p><b>Rechenmodell kalkuliert Fl\u00e4chennutzungspotenzial von 148 Staaten<\/b><br \/>Diese riesige F\u00fclle an Informationen soll das Computermodell verrechnen und daraus das Fl\u00e4chennutzungspotenzial jedes einzelnen Landes ermitteln. Damit k\u00f6nnen die Wissenschaftler dann ganz verschiedene Zukunftsszenarien durchspielen und sehen, wie sich welche Entwicklungen und politischen Entscheidungen in der Zukunft auswirken. Aus ihren Modellergebnissen k\u00f6nnen sie dann aber auch herauslesen, welche Einfl\u00fcsse besonders wichtig sind, um die hochgesteckten Klimaziele der Bundesregierung erreichen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Denn bis 2020 will die Bundesregierung den gesamten Energieverbrauch im Land zu 18 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen decken. Beim Stromverbrauch ist die Zielzahl sogar noch wesentlich h\u00f6her: 35 Prozent sollen in knapp einem Jahrzehnt aus erneuerbaren Energiequellen kommen. Die Europ\u00e4ische Union und viele andere Staaten auf der ganzen Welt haben sich \u00e4hnlich ambitionierte Ziele gesetzt.<\/p>\n<p><b>Deutschland hat hohes Potenzial<\/b><br \/>Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg: 2011 lag der Anteil der erneuerbaren Energiequellen in Deutschland erst bei 12,2 Prozent am gesamten Energieverbrauch. &#8220;Bei all diesen Vorhaben spielt die Bioenergie eine bedeutende Rolle&#8221;, sagt Dr. Sch\u00f6nleber.<\/p>\n<p>Das Fl\u00e4chennutzungspotenzial ist f\u00fcr Deutschland und die EU vielversprechend: &#8220;Die Bundesrepublik hat eine sehr hohe Fl\u00e4chenproduktivit\u00e4t und die Bev\u00f6lkerung wird laut UN-Prognose abnehmen. Das Land kann deshalb den Bioenergiesektor voraussichtlich weiter ausbauen, ohne eine weitgehend selbst\u00e4ndige Ern\u00e4hrung zu gef\u00e4hrden und trotzdem noch gr\u00f6\u00dfere Agrarexporte f\u00fcr die Weltern\u00e4hrungssicherung bereitstellen&#8221;, fasst Dr. Sch\u00f6nleber die Ergebnisse zusammen.<\/p>\n<p><b>Bioenergie effizienter und klimafreundlicher nutzen<\/b><br \/>Das deutsche Fl\u00e4chenpotenzial l\u00e4sst sich sogar noch steigern, wenn Kraftstoffe, Strom und W\u00e4rme aus Biomasse in Zukunft effizienter erzeugt und eingesetzt werden als heute: &#8220;Wir suchen nach Wegen, wie sich die Produktionskosten senken und die Ertr\u00e4ge steigern lassen&#8221;, sagt Dr. Sch\u00f6nleber.<\/p>\n<p>Aber auch zu den Klimazielen kann Bioenergie mehr beitragen: &#8220;Strom, W\u00e4rme und Biokraftstoffe: Was spart am meisten CO<sub>2<\/sub> ein?&#8221; Am Ende ihrer Bilanzierungen wei\u00df Dr. Sch\u00f6nleber, welche Bioenergielinie jeweils die effizienteste ist. Die ehrgeizigen Ziele der Bundesregierung lassen sich mit ihren Ergebnissen leichter erreichen.<\/p>\n<p><b>Hintergrund: Forschungsprojekt<\/b><br \/>&#8220;Optimierung der Biomassenutzung nach Effizienz in Bereitstellung und Verwendung unter Ber\u00fccksichtigung von Nachhaltigkeitszielen und Weltn\u00e4hrung&#8221; lautet der volle Titel des Forschungsprojekts am Lehrstuhl f\u00fcr Landwirtschaftliche Betriebslehre der Universit\u00e4t Hohenheim. Es ist im vergangenen Herbst angelaufen und endet im Januar 2014. Das Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz f\u00f6rdert es mit rund 327.000 Euro.<\/p>\n<p><b>Hintergrund: Schwergewichte der Forschung<\/b><br \/>Rund 28 Millionen Euro an Drittmitteln akquirierten Wissenschaftler der Universit\u00e4t Hohenheim im vergangenen Jahr f\u00fcr Forschung und Lehre. In loser Folge pr\u00e4sentiert die Reihe &#8220;Schwergewichte der Forschung&#8221; herausragende Forschungsprojekte mit einem Drittmittelvolumen von mindestens 250.000 Euro bei den Experimental- bzw. 125.000 Euro bei den Buchwissenschaften.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Bioenergie ohne versch&auml;rftes Hungerproblem: So l&auml;sst sich auf den Punkt bringen, was sich Agrar&ouml;konomen an der Universit&auml;t Hohenheim vorgenommen haben. 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