{"id":12994,"date":"2012-06-01T00:00:00","date_gmt":"2012-05-31T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20120601-05n"},"modified":"2012-06-01T00:00:00","modified_gmt":"2012-05-31T22:00:00","slug":"natuerlich-kleben-zwei-projekte-zu-neuen-klebstoffrezepturen-auf-basis-von-nachwachsenden-rohstoffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/natuerlich-kleben-zwei-projekte-zu-neuen-klebstoffrezepturen-auf-basis-von-nachwachsenden-rohstoffen\/","title":{"rendered":"Nat\u00fcrlich kleben &#8211; zwei Projekte zu neuen Klebstoffrezepturen auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen"},"content":{"rendered":"<p><b>Klebstoffe werden bislang meist auf Erd\u00f6lbasis hergestellt. Doch sie lassen sich auch aus nachwachsenden Rohstoffen gewinnen &#8211; etwa aus Proteinen, Naturkautschuk, St\u00e4rke oder Cellulose. Fraunhofer-Forscher arbeiten an neuen Rezepturen f\u00fcr industrielle Anwendungen.<\/b><\/p>\n<p>Schuhe, Autos, Flugzeuge, Rotorbl\u00e4tter von Windkraftanlagen, Haftnotizzettel oder Pflaster &#8211; Klebstoff ist in vielen Produkten im Einsatz. Mehr als 820.000 Tonnen des Werkstoffs wurden 2010 in Deutschland produziert, so der Industrieverband Klebstoffe. Bisher wird ein Gro\u00dfteil der Klebstoffe immer noch auf Erd\u00f6lbasis hergestellt. Erst langsam bietet die Industrie auch Klebstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen wie St\u00e4rke, Cellulose, Dextrinen und Proteinen an. Erste Produkte sind zum Beispiel Tapetenkleister und Klebstifte.<\/p>\n<p><b>Haften mit Polymilchs\u00e4ure<\/b><br \/>Forscher des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT arbeiten in zwei Projekten an weiteren neuen Klebstoffrezepturen auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen. Gemeinsam mit der Westf\u00e4lischen Hochschule, Standort Recklinghausen und den Unternehmen Jowat, Logo tape und Novamelt entwickeln die Oberhausener Forscher einen Haftklebstoff f\u00fcr industrielle Anwendungen. Das Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz f\u00f6rdert das Forschungsvorhaben. Haftklebstoffe sind unter anderem in Heftpflastern, selbstklebenden Etiketten oder Klebeb\u00e4ndern im Einsatz. An sie werden besonders hohe Anforderungen gestellt: Sie m\u00fcssen bei Raumtemperatur permanent klebf\u00e4hig bleiben. Mit leichtem Anpressdruck sollen sie auf fast allen Substraten haften und sich dennoch r\u00fcckstandsfrei wieder abl\u00f6sen lassen. Dabei muss die St\u00e4rke der Haftkraft genau auf den jeweiligen Verwendungszweck eingestellt sein. <\/p>\n<p>Die Basis der Haftklebstoffe bilden die R\u00fcckgratpolymere. Sie geben den Klebstoffen ihre innere Festigkeit (Koh\u00e4sion). Aufgabe der UMSICHT-Forscher ist es nun, ein R\u00fcckgratpolymer aus dem Rohstoff Polymilchs\u00e4ure zu entwickeln. Der biologische Werkstoff hat einen entscheidenden Vorteil: Da Milchs\u00e4ure im industriellen Ma\u00dfstab produziert wird, l\u00e4sst sie sich g\u00fcnstig herstellen. Die Kosten liegen im Bereich der Preise fossil basierter R\u00fcckgratpolymere. &#8220;Allerdings unterscheiden sich die Eigenschaften der Polymilchs\u00e4ure komplett von denen der bisher eingesetzten Polymere wie Polyacrylate und styrolbasierte Blockcopolymere&#8221;, wei\u00df Dr.-Ing. Stephan Kabasci, der das Gesch\u00e4ftsfeld Nachwachsende Rohstoffe am UMSICHT leitet. Daher m\u00fcssen die Forscher eine v\u00f6llig neue Modellrezeptur entwickeln.<\/p>\n<p><b>Verpackungen mit kompostierbaren Folien<\/b> <br \/>Klebstoffe sind aber auch in vielen Verpackungen enthalten. Kaschierte Folien sch\u00fctzen etwa Lebensmittel vor Schmutz, Feuchtigkeit und Chemikalien. Dabei werden bedruckte Verpackungen und Druckartikel aus Papier ein- oder beidseitig mit einer transparenten, gl\u00e4nzenden, matten oder gepr\u00e4gten Kunststofffolie \u00fcberzogen. In einem Verbundprojekt entwickeln UMSICHT-Wissenschaftler zusammen mit den Firmen Achilles Papierveredelung Bielefeld, Jowat und Deckert Management Consultants neuartige Klebstoffsysteme, die sowohl den hohen Qualit\u00e4tsanforderungen von kaschierten Artikeln entsprechen, als auch kompostierbar sind. Die Forscher setzen daf\u00fcr auf \u00fcberwiegend wasserbasierte Dispersionsklebstoffe. Bei diesen Materialien sind die Klebstoffbestandteile sehr fein in Wasser verteilt. Sie werden einseitig aufgetragen und nass gef\u00fcgt. <\/p>\n<p>Zu einer anderen M\u00f6glichkeit, biologische Klebstoffe zu entwickeln, f\u00fchrt das Vorbild Natur: Einen besonderen Klebstoff produziert der Rankenfu\u00df-Krebs Dosima. Damit verankert er sich fest an Treibgut. Der Superklebstoff ist so stark, dass er sich kaum mit den \u00fcblichen L\u00f6sungsmitteln in seine Bestandteile zerlegen l\u00e4sst. Weitere Besonderheit: Er h\u00e4rtet sogar unter Wasser aus. Forscher des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM in Bremen versuchen jetzt herauszufinden, aus welchen Aminos\u00e4ure-Bausteinen die Proteine aufgebaut sind. \u00bbIst das gelungen, werden wir in einem zweiten Schritt die klebenden Proteine im Labor nachbauen&#8221;, sagt Dr. Ingo Grunwald, Experte f\u00fcr biologische Klebstoffe am IFAM. Solche Bioklebstoffe sind vor allem f\u00fcr die Medizin interessant: Sie k\u00f6nnten Schnittwunden verschlie\u00dfen oder N\u00e4gel und Schrauben bei Knochenbr\u00fcchen ersetzen oder unterst\u00fctzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Klebstoffe werden bislang meist auf Erd&ouml;lbasis hergestellt. 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