{"id":12960,"date":"2012-04-12T00:00:00","date_gmt":"2012-04-11T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20120412-04n"},"modified":"2012-04-12T00:00:00","modified_gmt":"2012-04-11T22:00:00","slug":"basf-plant-neue-feldversuche-mit-gv-kartoffeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/basf-plant-neue-feldversuche-mit-gv-kartoffeln\/","title":{"rendered":"BASF plant neue Feldversuche mit gv-Kartoffeln"},"content":{"rendered":"<p><b>Erst vor wenigen Monaten hatte der Chemieriese BASF SE angek\u00fcndigt, das Hauptquartier f\u00fcr seine Pflanzenbiotechnologiesparte in die USA zu verlegen. Neue gentechnisch ver\u00e4nderte (gv-)Pflanzensorten sollen nur noch f\u00fcr wachstumsstarke M\u00e4rkte wie Nord- und S\u00fcdamerika und Asien entwickelt werden. Die bestehenden Projekte in Europa werden jedoch weiterverfolgt. Anfang April hat BASF angek\u00fcndigt, mehrere noch im Zulassungsverfahren befindliche gv-Kartoffelsorten in Deutschland anpflanzen zu wollen. So soll die Leistungsf\u00e4higkeit der Knollen getestet und neues Saatgut gewonnen werden.<\/b><\/p>\n<p>Da Kartoffeln nur begrenzt lagerf\u00e4hig sind, werden sie in der Regel jedes Jahr im Feld vermehrt. BASF will in diesem Jahr drei verschiedene gv-Sorten in Deutschland, den Niederlanden und Schweden ausbringen. Die Knollen sollen so nicht nur vermehrt werden, gleichzeitig will der weltgr\u00f6\u00dfte Chemiekonzern die Leistungsf\u00e4higkeit der Kartoffelsorten unter verschiedenen Umweltbedingungen testen.<\/p>\n<p>Die Feldversuche werden in Deutschland im Bundesland Sachsen-Anhalt, in Schweden in den Provinzen Sk\u00e5ne und Halland sowie in den Niederlanden in den Provinzen Gelderland, Drenthe und Noord-Brabant durchgef\u00fchrt werden. Insgesamt werden gv-Kartoffeln auf weniger als einem Hektar angebaut.<\/p>\n<p><b>Industriekartoffeln produzieren reines Amylopektin<\/b><\/p>\n<p>Die Sorten, die angebaut werden sollen, hei\u00dfen Modena, Amadea und Fortuna. Sie befinden sich alle noch im EU-Zulassungsverfahren (<a href=\"http:\/\/www.biotechnologie.de\/BIO\/Navigation\/DE\/aktuelles,did=137496.html\" >mehr&#8230;<\/a>). Bei den ersten beiden Kartoffeltypen handelt es sich um St\u00e4rkekartoffeln, die in ihren Eigenschaften mit der bereits zugelassenen Sorte Amphora (<a href=\"http:\/\/www.biotechnologie.de\/BIO\/Navigation\/DE\/aktuelles,did=108142.html\" >mehr&#8230;<\/a>) vergleichbar sind. W\u00e4hrend in konventionellen Kartoffelsorten pflanzliche St\u00e4rke in zwei Formen \u2013 Amylopektin und Amylose \u2013 vorkommt, produzieren Modena und Amadea nur Amylopektinst\u00e4rke. Die Kleistereigenschaften dieser Substanz werden in vielen Produkten genutzt, vor allem in der Papier- und Textilstoffindustrie sowie bei der Kleb- und Bausstoffherstellung.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend es sich bei Modena und Amadea um reine Industriekartoffeln handelt, ist die Sorte Fortuna auch zum menschlichen Verzehr bestimmt. Sie entstand urspr\u00fcnglich aus einer besonders bei Herstellern von Pommes Frites beliebten Knollensorte. Sie soll gegen Kraut- und Knollenf\u00e4ule resistent sein, einer Kartoffelerkrankung, die vom pilzartigen Erreger <i>Phytophthora infestans<\/i> verursacht wird (<a href=\"http:\/\/www.biotechnologie.de\/BIO\/Navigation\/DE\/aktuelles,did=99818.html\" >mehr&#8230;<\/a>). In den 1840er Jahren f\u00fchrte dieser pilzartige Erreger zur Gro\u00dfen Hungersnot in Irland, die eine Auwanderungswelle in die USA ausl\u00f6ste. Heute wird er mit Fungiziden bek\u00e4mpft, Ernteverluste lassen sich manchmal trotzdem nicht vermeiden. Weil die Resistenz nur auf wenigen Genen basiert, warnen Kritiker davor, dass die durch gentechnische Ver\u00e4nderungen vermittelte Resistenz in kurzer Zeit durchbrochen werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><b>Kommerzieller Anbau nicht geplant<\/b><\/p>\n<p>Ob die Sorten in Europa nach einer m\u00f6glichen Zulassung auch kommerziell angebaut werden, erscheint angesichts der Skepsis der Verbraucher fraglich. Auch BASF gibt sich zur\u00fcckhaltend: Man sehe &#8220;mittelfristig keine Chancen f\u00fcr den kommerziellen Anbau gentechnisch ver\u00e4nderter Pflanzen in Europa&#8221;, hei\u00dft es vonseiten der BASF-Tochter BASF Plant Science in Limburgerhof. Erst zu Anfang des Jahres hat BASF angek\u00fcndigt, sich auf die Hauptm\u00e4rkte in Nord- und S\u00fcdamerika sowie den Wachstumsmarkt Asien zu konzentrieren (<a href=\"http:\/\/www.biotechnologie.de\/BIO\/Navigation\/DE\/aktuelles,did=147794.html\" >mehr&#8230;<\/a>). Die Entwicklung von einzig auf den europ\u00e4ischen Markt ausgerichteten Produkten wurde gestoppt. Der Hauptsitz und die Gesch\u00e4ftsleitung von BASF Plant Science werden vom Agrarzentrum der BASF in Limburgerhof zum Research Triangle Park, Raleigh, North Carolina, verlagert. Nur die laufenden Zulassungs- und Sortenschutzverfahren will der Konzern noch abschlie\u00dfen, betonte Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Peter Eckes: &#8220;Um uns alle Optionen f\u00fcr unsere Kartoffelsorten offen zu halten, werden wir, wie angek\u00fcndigt, die bereits angelaufenen Zulassungsprozesse fortf\u00fchren und dazu Pflanzgut weiter vermehren.&#8221; Bei der Durchf\u00fchrung der Feldversuche bem\u00fche sich das Unternehmen um eine enge Absprache mit den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden, versicherte Eckes weiter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Erst vor wenigen Monaten hatte der Chemieriese BASF SE angek&uuml;ndigt, das Hauptquartier f&uuml;r seine Pflanzenbiotechnologiesparte in die USA zu verlegen. 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