{"id":12952,"date":"2012-04-18T00:00:00","date_gmt":"2012-04-17T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20120418-08n"},"modified":"2012-04-18T00:00:00","modified_gmt":"2012-04-17T22:00:00","slug":"oekologe-erfasst-artenvielfalt-auf-energiepflanzenfeldern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/oekologe-erfasst-artenvielfalt-auf-energiepflanzenfeldern\/","title":{"rendered":"\u00d6kologe erfasst Artenvielfalt auf Energiepflanzenfeldern"},"content":{"rendered":"<p><b>Natursch\u00fctzer versprachen sich von der Bioenergie vielf\u00e4ltigere Fruchtfolgen und mehr Artenreichtum auf Deutschlands Feldern. Stattdessen setzte sich vorwiegend Mais als Monokultur durch. Die Auswirkungen von Energiepflanzen auf die biologische Vielfalt untersucht ein Landschafts\u00f6kologe der Universit\u00e4t Hohenheim. Auf zw\u00f6lf Versuchsfeldern erfasst der Forscher aber nicht nur Pflanzen und Tiere. Er entwickelt auch neue wissenschaftliche Standards, die k\u00fcnftige Studien zur \u00d6kologie von Nutzland besser vergleichbar machen. Das Bundesumweltministerium unterst\u00fctzt das Forschungsprojekt mit 288.000 Euro. Damit geh\u00f6rt es zu den Schwergewichten der Forschung an der Universit\u00e4t Hohenheim.<\/b><\/p>\n<p>Auf 20 Prozent der insgesamt rund zw\u00f6lf Millionen Hektar Ackerland bauen die deutschen Landwirte inzwischen Energiepflanzen an. Am beliebtesten: Mais. Die knapp werdenden Fl\u00e4chen werden immer intensiver bewirtschaftet. &#8220;Darunter leidet die Artenvielfalt&#8221;, warnt Prof. Dr. Martin Dieterich, derzeitiger Leiter des Fachgebiets Landschafts\u00f6kologie und Vegetationskunde. &#8220;Auf nachkartierten \u00c4ckern im Zollernalbkreis sind die Wildkr\u00e4uter von 130 Arten im Jahre 1950 auf heute nur noch 30 zur\u00fcckgegangen.&#8221; Besonders der allgegenw\u00e4rtige Mais habe ein Imageproblem, sagt Prof. Dr. Dieterich. &#8220;Die Landwirte wissen das und haben deshalb ein lebhaftes Interesse an alternativen Energiepflanzen.&#8221; Weitgehend ungekl\u00e4rt ist aber bis heute, wie sie sich verschiedene Pflanzen jeweils auf die Artenvielfalt auswirken. &#8220;Wir definieren im Rahmen unserer Untersuchungen zwei Extreme: Mais als f\u00fcr die biologische Vielfalt sch\u00e4dlichste und Wildkr\u00e4utermischungen als schonendste Energiepflanze.&#8221;<\/p>\n<p>Raps f\u00fcr den Biodiesel, Zuckerr\u00fcben f\u00fcr den Industriealkohol, Miscanthus als Brennstoff und unreifes Getreide f\u00fcr die Biogasanlagen: Das sind die Energiepflanzen, die in Bezug auf Biodiversit\u00e4tseffekte zwischen dem angenommenen Pessimum Mais und dem Optimum Wildkr\u00e4utermischungen stehen. Die Rangfolge der anderen Pflanzen will Prof. Dr. Dieterich bei Felderversuchen festlegen: &#8220;F\u00fcr jede der insgesamt sechs Energiepflanzen gibt es mindestens ein Hektar gro\u00dfe Versuchsfelder&#8221;, erkl\u00e4rt der Landschafts\u00f6kologe. &#8220;Wir sehen uns dann die Artenvielfalt auf jedem einzelnen Feld an.&#8221; Erfassen wollen Prof. Dr. Dieterich und seine Mitarbeiter gezielt Gruppen, die verschiedene Funktionen im \u00d6kosystem abdecken. Dazu geh\u00f6ren Wildpflanzen, V\u00f6gel, Insekten, Spinnen und W\u00fcrmer. &#8220;Wenn wir sehen, welche dieser Pflanzen und Tiere vorkommen, k\u00f6nnen wir einsch\u00e4tzen, wie wertvoll die jeweilige Energiepflanze aus der Warte von Natursch\u00fctzern ist und wie gut verschiedene \u00d6kosystemfunktionen im jeweiligen Artenspektrum repr\u00e4sentiert sind.&#8221;<\/p>\n<p><b>Neue Vergleichs-Standards f\u00fcr \u00d6kologische Studien<\/b><\/p>\n<p>Um auch die Unterschiede in der Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt zweier verschiedener Landschaften vergleichen zu k\u00f6nnen, werden identische Untersuchungen in zwei Regionen umgesetzt, die sich im Landschaftsbild deutlich unterscheiden. &#8220;Es gibt je sechs Felder im Kreis Sigmaringen und im Kreis H\u00f6xter. Wir erwarten in der kleinr\u00e4umigen strukturierten Landschaft Oberschwabens eine h\u00f6here biologische Vielfalt als in der B\u00f6rdelandschaft in Nordrhein-Westfalen. Interessant ist f\u00fcr die Forscher aber noch etwas ganz anderes: &#8220;Bisher&#8221;, erkl\u00e4rt Prof. Dr. Dieterich, &#8220;sind \u00f6kologische Studien nur sehr schwer miteinander vergleichbar.&#8221; Es fehle an wissenschaftlichen Standards. Die will der Hohenheimer Wissenschaftler in seiner Studie gleich mitliefern.<\/p>\n<p>Bei den Standards geht es nicht nur um die Bewertung in Bezug zu Vergleichskulturen (Optimum und Pessimum). Vielmehr sind aus Sicht des Naturschutzes Arten in Bezug auf ihre &#8220;Wertigkeit&#8221; auch unterschiedlich zu gewichten. Seine Kritik: &#8220;Pflanzen und Tiere an einem Ort einfach nur zu z\u00e4hlen, ist nicht die beste Methode, eine Landschaft naturschutzfachlich oder \u00f6kologisch zu bewerten.&#8221; Wichtiger sei die Gewichtung. Alle Lebewesen lassen sich in Spezialisten und Generalisten einteilen. &#8220;Dabei ist ein Spezialist aus Naturschutzsicht wertvoller als ein Generalist. Denn er ist an seinen Lebensraum so sehr angepasst, dass er schon bei geringf\u00fcgigen \u00c4nderungen ausstirbt. Generalisten dagegen m\u00fcssen nicht mit dieser st\u00e4ndigen Bedrohung leben. Sie sind flexibler und k\u00f6nnen sich an Umweltver\u00e4nderungen anpassen oder diesen ausweichen.&#8221;<\/p>\n<p>Das auf 1,5 Jahre angelegte Forschungsprojekt Biomassenkulturen der Zukunft aus Naturschutzsicht geh\u00f6rt zum Umweltforschungsplan des Bundesministeriums f\u00fcr Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Das Ministerium f\u00f6rdert das Projekt daher mit knapp 288.000 Euro. Projektpartner sind das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg (Au\u00dfenstelle Forchheim-Rheinstetten), die Hochschule Ostwestfalen-Lippe und das Institut f\u00fcr Landschafts\u00f6kologie und Naturschutz (ILN) in Singen am Hohentwiel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Natursch&uuml;tzer versprachen sich von der Bioenergie vielf&auml;ltigere Fruchtfolgen und mehr Artenreichtum auf Deutschlands Feldern. Stattdessen setzte sich vorwiegend Mais als Monokultur durch. 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