{"id":12920,"date":"2012-05-08T00:00:00","date_gmt":"2012-05-07T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20120508-05n"},"modified":"2012-05-08T00:00:00","modified_gmt":"2012-05-07T22:00:00","slug":"besser-schmieren-ohne-oel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/besser-schmieren-ohne-oel\/","title":{"rendered":"Besser schmieren ohne \u00d6l"},"content":{"rendered":"<p><b>Das l\u00e4uft ja wie geschmiert \u2013 mehr noch als auf \u00d6l trifft das auf w\u00e4ssrige Biopolymer-L\u00f6sungen zu. Zum Einsatz kommen sie als K\u00fchlschmierstoff etwa in der Bearbeitung von Hartmetallen, f\u00fcr Werkzeuge, mit denen Werkzeuge hergestellt werden.<\/b><\/p>\n<p>Die Metallbearbeitung spielt in der Industrie eine gro\u00dfe Rolle. Beim Bohren, Fr\u00e4sen, Drehen oder Schleifen werden K\u00fchlschmierstoffe eingesetzt, um Werkst\u00fccke und Werkzeuge beim Bearbeiten vor \u00dcberhitzung und zu gro\u00dfem Verschlei\u00df zu sch\u00fctzen. Basis f\u00fcr die derzeit \u00fcblichen Schmierstoffe ist Mineral\u00f6l.<\/p>\n<p>Das hat Nachteile: Fossile Mineral\u00f6le entstammen endlichen Ressourcen, transportieren relativ wenig W\u00e4rme vom Werkst\u00fcck ab, sind gesundheitssch\u00e4dlich und k\u00f6nnen zudem in Brand geraten. Das erfordert einen erh\u00f6hten technischen Aufwand, etwa f\u00fcr Arbeitssicherheit, Brandschutz und Entsorgung. Alternative Schmierstoffe sind gefragt.<\/p>\n<p><b>Nachwachsende Rohstoffe als Schmieradditive<\/b><\/p>\n<p>Die Idee von Andreas Malberg, Dr. Peter Eisner und Dr. Michael Menner vom Fraunhofer-Institut f\u00fcr Verfahrenstechnik und Verpackung IVV in Freising klingt ebenso einfach wie \u00fcberraschend: Schmieren mit Wasser, nicht mit \u00d6l. \u00bbAm IVV arbeiten wir schon lange am Thema K\u00fchlschmierstoffe\u00ab, sagt Michael Menner. \u00bbIn zwei vom Bundesforschungsministerium gef\u00f6rderten Projekten haben wir es geschafft, das \u00d6l durch Wasser zu ersetzen. Eine \u00fcberraschende Erkenntnis dabei war, Wasser schmiert auch nicht schlechter als \u00d6l, wesentlich sind die Additive\u00ab. Im Fall von Wasser kann der Zusatz von nat\u00fcrlichen Polymeren die Schmiereigenschaften deutlich verbessern. Die Freisinger Forscher machten sich daran, nachwachsende Rohstoffe, etwa Zellulosen, St\u00e4rken oder bakterielle Polysaccharide zu testen und f\u00fcr den Einsatz als Schmieradditiv zu verbessern. Ihr Ziel: Das Wasser mit den Biopolymeren dickfl\u00fcssiger zu machen, dann schmiert es besser.<\/p>\n<p>Damit aus der Idee ein markttaugliches Produkt wurde, kamen weitere Partner ins Boot: Das Institut f\u00fcr Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik der Uni Braunschweig sowie die Carl Bechem GmbH aus Hagen \u2013 ein Schmierstoffhersteller. Die Basisfl\u00fcssigkeit des IVV, das dickfl\u00fcssige Wasser, wurde verbessert, also mit wasserl\u00f6slichen Additiven etwa f\u00fcr den Korrosionsschutz versehen. So wird sie den Anspr\u00fcchen in der Bearbeitung gerecht: hohe Temperaturen und starke Scherbeanspruchung bestehen.<\/p>\n<p><b>Vorteile des dicken Wassers: umwelt- und hautvertr\u00e4glich, brennt nicht<\/b><\/p>\n<p>Abgesehen von den deutlich geringeren Umweltbelastungen und der hohen Rohstoffeffizienz weist der neue Schmierstoff auch technologische Vorteile auf. Zum Beispiel vermindert er den Verschlei\u00df und verl\u00e4ngert die Werkzeugstandzeiten. Au\u00dferdem lassen sich die bearbeiteten Teile einfacher reinigen. Das senkt die Kosten und verbessert die Wirtschaftlichkeit der gesamten Produktion. \u00bbDie Umstellung auf den neuen Schmierstoff ist f\u00fcr die Unternehmen recht unkompliziert\u00ab, sagt Peter Eisner. \u00bbIm Prinzip k\u00f6nnen nach einer gr\u00fcndlichen Reinigung dieselben Kreislaufsysteme an den Bearbeitungsmaschinen genutzt werden\u00ab. Zus\u00e4tzlich erh\u00f6ht der Einsatz des w\u00e4ssrigen Schmierstoffs die Arbeitssicherheit und -hygiene: Es bilden sich keine \u00d6lnebel mehr, weniger Biozide werden zugegeben, er riecht besser und ist hautvertr\u00e4glicher.<\/p>\n<p>F\u00fcr den mineral\u00f6lfreien K\u00fchlschmierstoff aus w\u00e4ssrigen Biopolymer-L\u00f6sungen zur Anwendung in der Metallbearbeitung erhalten Dr. Peter Eisner, Dipl.-Ing. Andreas Malberg und Dr. Michael Menner einen der Joseph-von-Fraunhofer-Preise 2012. Der neu entwickelte Schmierstoff wird bereits unter dem Produktnamen BERUFLUID von der Carl Bechem GmbH vertrieben und in verschiedenen metallbearbeitenden Unternehmen in der Werkzeugherstellung, im Maschinenbau, in der Automobil- und Luftfahrtindustrie und der Medizintechnik eingesetzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Das l&auml;uft ja wie geschmiert &ndash; mehr noch als auf &Ouml;l trifft das auf w&auml;ssrige Biopolymer-L&ouml;sungen zu. 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