{"id":12913,"date":"2012-05-10T00:00:00","date_gmt":"2012-05-09T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20120510-02n"},"modified":"2012-05-10T00:00:00","modified_gmt":"2012-05-09T22:00:00","slug":"massgeschneidertes-fuer-die-biooekonomie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/massgeschneidertes-fuer-die-biooekonomie\/","title":{"rendered":"Ma\u00dfgeschneidertes f\u00fcr die Bio\u00f6konomie"},"content":{"rendered":"<p><b>Noch ist in vielen Industriebereichen Erd\u00f6l ein unverzichtbarer Grundstoff. Doch das \u00e4ndert sich: Immer h\u00e4ufiger k\u00f6nnen nachwachsende Rohstoffe genutzt werden, um biobasierte Komponenten f\u00fcr die Produkte mit ma\u00dfgeschneiderten Eigenschaften herzustellen. Das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) f\u00f6rdert Entwicklungen in diesem Gebiet unter anderem im Rahmen der &#8220;Nationale Forschungsstrategie Bio\u00f6konomie 2030&#8221;. Der Projekttr\u00e4ger J\u00fclich l\u00e4dt im Juli zu einem Workshop ein, um zuk\u00fcnftige Forschungsf\u00f6rderschwerpunkte auszuloten. Im Fokus stehen sogenannte biogene Inhaltsstoffe als innovative Bausteine der Bio\u00f6konomie.<\/b><\/p>\n<p>In aller Stille vollzieht sich in der Industrie derzeit ein tiefgreifender Wandel. Die Umstellung von chemischen auf biologische Prozesse soll erd\u00f6labh\u00e4ngige Verfahren zunehmend ersetzen und die Produktion umweltschonender machen. Noch ist das schwarze Gold unverzichtbar: Allein an den 15 deutschen Raffinieriestandorten k\u00f6nnen jedes Jahr etwa 120 Millionen Tonnen Roh\u00f6l verarbeitet werden (<a href=\"http:\/\/www.biotechnologie.de\/BIO\/Navigation\/DE\/aktuelles,did=121322.html\" >mehr\u2026<\/a>). Egal ob Benzin f\u00fcr das Auto, Textilfaser im Pullover, Grundstoff in der Kopfschmerztablette oder Plastikbecher f\u00fcr Joghurt, viele Alltagsprodukte w\u00e4ren ohne den Ausgangsstoff Erd\u00f6l nicht herzustellen.<\/p>\n<p><b>Konzept Bio\u00f6konomie auf der politischen Agenda<\/b><\/p>\n<p>Doch das soll sich \u00e4ndern. Bereits 2004 verk\u00fcndete die Europ\u00e4ische Kommission ihre Strategie, um aus der petrochemischen Industrie eine wissensbasierte Bio\u00f6konomie zu formen. Offenbar mit Erfolg: Im Februar 2012 berichtete die EU-Kommission, dass die EU-Bio\u00f6konomie inzwischen Ums\u00e4tze von zwei Trillionen Euro erzielt und mehr als 22 Millionen Mitarbeiter besch\u00e4ftigt. Deutschland spielt eine Vorreiterrolle, sie brachte 2010 die &#8220;Nationale Forschungsstrategie Bio\u00f6konomie 2030&#8221; auf den Weg (<a href=\"http:\/\/www.biotechnologie.de\/BIO\/Navigation\/DE\/aktuelles,did=118380.html\" >mehr\u2026<\/a>). Damit sollen entscheidende Weichen gestellt werden, um eine &#8220;nachhaltige, bio-basierte Wirtschaft, die sich am nat\u00fcrlichen Stoffkreislauf orientiert&#8221; aufzubauen. In dem zun\u00e4chst auf sechs Jahre angelegten Programm stellen vier Bundesministerien insgesamt 2,4 Milliarden Euro zur Verf\u00fcgung, wobei das BMBF mit zwei Dritteln den L\u00f6wenanteil tr\u00e4gt. Das Projekt findet inzwischen \u00fcberall in Europa und der Welt Nachahmer: D\u00e4nemark, Finnland, Irland und die Niederlande haben inzwischen eigene Strategiepl\u00e4ne ausgearbeitet. Anfang April stellte US-Pr\u00e4sident Barack Obama die &#8220;National Bioeconomy Blueprint&#8221; vor, mit der die Vereinigten Staaten die Abkehr vom \u00d6l forcieren wollen.<\/p>\n<p><b>Zum Beispiel Biokunststoffe<\/b><\/p>\n<p>Erste Beispiele wie das gelingen kann, gibt es bereits. So hat beispielsweise in den vergangenen Jahren der Einsatz von Bioplastik immer weiter zugenommen (<a href=\"http:\/\/www.biotechnologie.de\/BIO\/Navigation\/DE\/aktuelles,did=143576.html\" >mehr\u2026<\/a>). Statt Erd\u00f6l sind nachwachsende Rohstoffe die Grundsubstanz f\u00fcr die gr\u00fcnen Becher und Flaschen, beispielsweise Polyethylen aus Zuckerrohr, Polymilchs\u00e4ure aus Mais. Dass die sogenannten &#8220;biogenen&#8221; Produkte ihren konventionellen Pendants nicht nur gleichwertig sondern sogar \u00fcberlegen sind, zeigt sich bei Windkraftr\u00e4dern. F\u00fcr den Offshore-Einsatz im Meer k\u00f6nnten k\u00fcnftig Bioschmierstoffe zum Einsatz kommen (<a href=\"http:\/\/www.biotechnologie.de\/BIO\/Navigation\/DE\/aktuelles,did=147656.html\" >mehr\u2026<\/a>).<\/p>\n<p><b>Biotechnologie als wesentlicher Impulsgeber<\/b><\/p>\n<p>Die Biotechnologie liefert auf dem Weg zur Bio\u00f6konomie wesentliche Impulse. Das aufstrebende Forschungsfeld der Synthetischen Biologie bedient sie sich beispielsweise typischer Methoden der Ingenieurskunst, um mit standardisierten Bausteinen molekulare Schaltkreise zusammenzubauen. So entstehen Zellen mit ganz neuen und n\u00fctzlichen Eigenschaften. Das BMBF m\u00f6chte durch ad\u00e4quate F\u00f6rderung den Weg hin zum biobasierten Wirtschaften unterst\u00fctzen. Doch wie soll die Forschungsf\u00f6rderung k\u00fcnftig organisiert werden? Welche Potentiale schlummern noch in Bakterien und Zelllinien, die sich f\u00fcr eine ma\u00dfgeschneiderte Produktion von Inhaltstoffen heben lassen? Und wie l\u00e4sst sich die Entwicklung von bio\u00f6konomischen Wertsch\u00f6pfungsketten m\u00f6glichst effizient vorantreiben? <\/p>\n<p>Solche Fragen will der Projekttr\u00e4ger J\u00fclich, der viele der vom BMBF gef\u00f6rderten Biotechnologie-Projekte administriert und betreut, nun zusammen mit Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft diskutieren. Im Workshop &#8220;Ma\u00dfgeschneiderte biogene Inhaltstoffe f\u00fcr eine biobasierte Wirtschaft&#8221; soll die k\u00fcnftige inhaltliche und organisatorische Ausrichtung zuk\u00fcnftiger Forschung in diesem Themenbereich ausgelotet werden. Vom <b>2. bis 3. Juli<\/b> ist die Zusammenkunft von bis zu 70 Fachleute im Kongresshotel Potsdam am Templiner See geplant. Neben Impulsvortr\u00e4gen, in denen der aktuelle Stand der Technik und zuk\u00fcnftige Perspektiven f\u00fcr ma\u00dfgeschneiderte biogene Inhaltstoffe vorgestellt werden, ist auch ein &#8220;Marktplatz der Ideen&#8221; geplant, wo jeder Workshop-Teilnehmer seine Vorstellungen in einem Kurzbeitrag vorstellen kann. Der Workshop ist kostenfrei und richtet sich insbesondere auch an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (Anmeldeschluss ist der 1. Juni 2012).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Noch ist in vielen Industriebereichen Erd&ouml;l ein unverzichtbarer Grundstoff. 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