{"id":12897,"date":"2012-01-17T00:00:00","date_gmt":"2012-01-16T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20120117-07n"},"modified":"2012-01-17T00:00:00","modified_gmt":"2012-01-16T22:00:00","slug":"branchenbarometer-2012-gedaempfte-erwartungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/branchenbarometer-2012-gedaempfte-erwartungen\/","title":{"rendered":"Branchenbarometer 2012: Ged\u00e4mpfte Erwartungen"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Industrievereinigung BIO Deutschland und das Branchenmagazin |transkript befragen jedes Jahr Biotechnologieunternehmen und weitere Firmen aus dem Umfeld der Lebenswissenschaften, was sie vom kommenden Jahr erwarten. Optimistisch ist die Branche weiterhin, doch verhaltener als im Vorjahr. Ein Grund ist der Zustrom an Risikokapital, der 2011 stark zur\u00fcckgegangen ist. Viele Firmen erwarten hier auch f\u00fcr 2012 keine substanzielle Entspannung. Einen Lichtblick gibt es aber: Immer mehr Unternehmen schreiben schwarze Zahlen, diversifizieren ihre Produkte und machen sich damit unabh\u00e4ngiger von den Investoren, sagte Peter Heinrich, Vorstandsvorsitzender der BIO Deutschland bei der Vorstellung der Umfrage in Berlin.<\/b><\/p>\n<p>Insgesamt 1.300 Unternehmen aus der Biotechnologie, aber auch biotechnologisch aktive Unternehmen, Zulieferer oder Dienstleister erhalten jedes Jahr einen Fragebogen der BIO Deutschland. 225 Firmen sandten den Fragebogen diesmal zur\u00fcck. Aus den Antworten ergibt sich ein gemischtes Bild. Weniger Unternehmen als noch im letzten Jahr sehen optimistisch in die Zukunft, der zugeh\u00f6rige Index sank deutlich von 98 auf 92 Punkte. Im Kontrast dazu lief das zur\u00fcckliegende Gesch\u00e4ftsjahr bei vielen Unternehmen sehr gut. Die aktuelle Gesch\u00e4ftslage bewerten die Befragten mehrheitlich sogar besser als im vergangenen Jahr (+1). &#8220;Die Unternehmen arbeiten weiter an der Entwicklung neuer Produkte und werden dabei zunehmend profitabel&#8221;, sagte BIO Deutschland-Vorstandsvorsitzender Peter Heinrich bei der Vorstellung des Branchenbarometers am 16. Januar in Berlin.<\/p>\n<p><b>Hidden Champions Miltenyi und GATC<\/b><br \/>Dazu passte das in der Branche immer wieder zu h\u00f6rende Bonmot, das Andreas Mietzsch, Herausgeber des Life-Sciences-Nachrichtenmagazins |transkript, den anwesenden Journalisten nicht vorenthalten wollte: &#8220;Immer mehr Firmen haben sich der schwarzen Biotechnologie verschrieben&#8221;, scherzte er in Anspielung auf die \u00fcbliche Farbenlehre, in der rot f\u00fcr die medizinische Biotechnologie, wei\u00df f\u00fcr die industrielle und gr\u00fcn f\u00fcr die Pflanzenbiotechnologie steht. Schwarz sei nun diejenige sehr willkommene Kategorie, die sprichw\u00f6rtlich schwarze Zahlen schreibt. Sie werde erfreulicherweise immer gr\u00f6\u00dfer, auch wenn das nicht immer so deutlich werde. &#8220;Unsere Weltmarktf\u00fchrer wachsen im Verborgenen heran, die Hidden Champions sind Qiagen, Miltenyi und GATC.&#8221;<\/p>\n<p>Qiagen gilt als gr\u00f6\u00dfter deutscher Biotechnologiekonzern und hat mittlerweile die Umsatzmilliarde geknackt, Miltenyi Biotec und GATC sind zwar noch nicht ganz so gro\u00df, aber erwirtschaften jedes Jahr einen stetigen Gewinn. Allerdings gibt es im finanziellen Bereich auch Anlass zur Sorge. Im vergangenen Jahr flossen nach Berechnungen von |transkript nur 141 Millionen Euro frisches Kapital in die Branche, ein steiler Abstieg gegen\u00fcber den 650 Millionen Euro im Vorjahr. &#8220;Der Zustrom ist im vergangenen Jahr versickert&#8221;, sagte Mietzsch. Besonders f\u00fcr Unternehmen der roten Biotechnologie, die mit hohem Aufwand Medikamente entwickeln und teilweise erst nach vielen Jahren und einer bis zum Schluss nicht sicheren Zulassung Gewinne einfahren k\u00f6nnen, ist dieser R\u00fcckgang problematisch. Das sei allerdings kein ganz neues Problem, sagte Peter Heinrich und fasste die Zur\u00fcckhaltung der Investoren eher in evolution\u00e4rer Hinsicht auf. &#8220;Die deutschen Biotechnologieunternehmen haben sich erstaunlich gut an die Finanzmittelknappheit angepasst.&#8221; Immerhin habe Deutschlands Biotechnologie in Europa mittlerweile zum Vereinigten K\u00f6nigreich aufgeschlossen, zum gro\u00dfen Konkurrenten werde nun die Schweiz.<\/p>\n<p><b>Politische Lage wird schlechter eingesch\u00e4tzt<\/b><br \/>F\u00fcr schlechte Stimmung sorgt in der Branche zudem das politische Umfeld. Der entsprechende Index sank deutlich um drei auf 88 Punkte. Noch nie glaubten so viele Unternehmen, dass sich auch k\u00fcnftig das politische Klima nicht \u00e4ndern wird. Ebenfalls fielen die Einsch\u00e4tzungen der aktuellen politischen Lage schlechter aus. Der Wert sank auf 94 Punkte (Vorjahr: 97 Punkte). &#8220;Den Biotechnologie-Unternehmen ist ihre Rolle als wichtiger technologischer Impulsgeber f\u00fcr die deutsche Industrie bewusst&#8221;, sagte Viola Bronsema, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin von BIO Deutschland. Anscheinend aber nicht der Politik, die konsequent die Notwendigkeit eines innovationsfreundlichen Klimas f\u00fcr den Mittelstand in Deutschland ignoriert.&#8221; Bronsema wiederholte die Forderung der Organisation nach der Abschaffung der Mindestbesteuerung und der Anrechnung von steuerlichen Verlustvortr\u00e4gen.<\/p>\n<p> Dass das politische und auch gesellschaftliche Klima nicht nur atmosph\u00e4rische, sondern auch ganz konkrete Folgen haben kann, zeigte die j\u00fcngste Entscheidung der BASF AG, ihre Pflanzenbiotechnologie zum gro\u00dfen Teil aus Deutschland und Europa abzuziehen und in die USA zu verlegen. 140 Arbeitspl\u00e4tze werden in den n\u00e4chsten beiden Jahren abgebaut. &#8220;Wir sind davon \u00fcberzeugt, dass die Pflanzenbiotechnologie eine Schl\u00fcsseltechnik f\u00fcr das 21. Jahrhundert ist. Allerdings genie\u00dft sie bei Politikern, Landwirten und Konsumenten in weiten Teilen Europas keine Akzeptanz. Daher ist es wirtschaftlich nicht sinnvoll, allein f\u00fcr diese M\u00e4rkte Produkte zu entwickeln&#8221;, sagte Stefan Marcinowski, Vorstandsmitglied der BASF, zur Begr\u00fcndung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Die Industrievereinigung BIO Deutschland und das Branchenmagazin |transkript befragen jedes Jahr Biotechnologieunternehmen und weitere Firmen aus dem Umfeld der Lebenswissenschaften, was sie vom kommenden Jahr<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[75,2194,3124,3123,3122],"class_list":["post-12897","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-basf-se","supplier-biotechnology-innovation-organization-bio","supplier-gatc-biotec-","supplier-miltenyi-biotec","supplier-qiagen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12897","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12897"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12897\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12897"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12897"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12897"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=12897"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}