{"id":12884,"date":"2012-01-20T00:00:00","date_gmt":"2012-01-19T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20120120-06n"},"modified":"2012-01-20T00:00:00","modified_gmt":"2012-01-19T22:00:00","slug":"biooekonomierat-mit-biotechnologie-zur-energiewende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biooekonomierat-mit-biotechnologie-zur-energiewende\/","title":{"rendered":"Bio\u00f6konomierat: Mit Biotechnologie zur Energiewende"},"content":{"rendered":"<p><b>Bis zum Jahr 2050 will die Bundesregierung ein Drittel des Energieverbrauchs mit Biomasse bestreiten. Das hei\u00dft doppelt so viel Bioenergie wie heute. Der Bio\u00f6konomierat hat nun Empfehlungen ver\u00f6ffentlicht, wie das ohne Konkurrenz von Tank und Teller funktionieren soll. &#8220;Der Rat empfiehlt nichts weniger als eine Bioenergiewende&#8221;, sagte Ratsmitglied Joachim von Braun in Richtung der Regierung in Berlin. Wie sie erreicht werden soll? Unter anderem mit biotechnologisch ver\u00e4nderten und damit ertragreicheren Energiepflanzensorten. Methoden der Gentechnik k\u00f6nnen &#8220;einen Beitrag zur Steigerung der Nachhaltigkeit leisten&#8221;, hei\u00dft es in dem Bericht. Angeregt wird auch die verst\u00e4rkte und mehrstufige Nutzung von biologischen Ressourcen in Bioraffinerien.<\/b><\/p>\n<p>Der Bio\u00f6konomierat wurde 2009 gegr\u00fcndet, um die Bundesregierung in der Umstellung der deutschen Wirtschaft auf ein nachwachsendes Fundament zu beraten. Jetzt haben die ehrenamtlich arbeitenden Experten ihre dritte Empfehlung herausgegeben. Passend zum Start der weltweit gr\u00f6\u00dften Agrarwirtschaftsmesse, der Gr\u00fcnen Woche in Berlin, ging es diesmal darum, wie ein Mehr an Bioenergie erreicht werden soll, wo doch schon jetzt 20 Prozent der gesamten Agrarfl\u00e4che Deutschlands f\u00fcr den Anbau f\u00fcr Energiepflanzen genutzt werden. In diesem Jahr muss Deutschland deshalb erstmals seit 25 Jahren wohl wieder Getreide importieren. Die gesteigerte Nachfrage nach Energiepflanzen wurde zudem f\u00fcr die Preisspr\u00fcnge bei Nahrungsmitteln 2009 verantwortlich gemacht. <\/p>\n<p><b>Neue Sorten mit h\u00f6herem Ertrag und weniger Wasserverbrauch<\/b><\/p>\n<p>Bis 2050 soll sich der Anteil der Bioenergie in Deutschland noch mal verdoppeln. Nach Ansicht des Rats st\u00f6\u00dft dieses Vorhaben schon jetzt etwa beim Fl\u00e4chenverbrauch an nat\u00fcrliche Grenzen. &#8220;Wir sind der Auffassung, dass nicht alles geht&#8221;, sagte Ratsmitglied Fritz Vahrenholt in Berlin. Der neben ihm sitzende Ratsvorsitzende, Reinhard H\u00fcttl, erg\u00e4nzte. &#8220;Es geht nur, wenn auf den vorhandenen Fl\u00e4chen die Ertr\u00e4ge steigen.&#8221; Ein Mittel dazu seien &#8220;biotechnologische Verfahren&#8221;, schreibt das Expertengremium in der 35-seitigen Stellungnahme. Mit ihnen k\u00f6nnten neue Pflanzensorten gez\u00fcchtet werden, &#8220;mit h\u00f6heren Energieertr\u00e4gen pro Fl\u00e4cheneinheit und hoher Wassereffizienz&#8221;. Auch Sorten, die weniger D\u00fcnger oder Herbizide ben\u00f6tigen, seien notwendig. &#8220;Wir m\u00fcssen alle Technologien und Optionen in Betracht ziehen&#8221;, sagte H\u00fcttl. Angesprochen auf die gentechnikkritische Stimmung in Deutschland, die vor kurzem BASF dazu bewog, die Forschungsaktivit\u00e4ten in der Pflanzenbiotechnologie in die USA zu verlegen, f\u00fcgte er hinzu: &#8220;Ob sie dann auch eingesetzt werden, h\u00e4ngt von den gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen in den einzelnen L\u00e4ndern ab.&#8221; In anderen Teilen der Welt wie USA oder China sei Gentechnik kein Zankapfel.<\/p>\n<p>Die Steigerung des Ertrags ist eine M\u00f6glichkeit, die bessere Nutzung der vorhandenen Biomasse eine andere. Das betrifft erstens die Verwendung von bisher ungenutzten Quellen wie Restholz, Stroh, Stra\u00dfenbegleitgr\u00fcn, Lebensmittelabf\u00e4llen, G\u00fclle oder Abw\u00e4sser. Auch hier spielt die Biotechnologie eine gro\u00dfe Rolle, etwa bei der Verg\u00e4rung zu Biogas. Im Augenblick wird intensiv daran geforscht, bisher schwer zu knackende Materialien wie Cellulose durch spezielle Enzyme aufzuschlie\u00dfen und damit verf\u00fcgbar zu machen. In einem zweiten Schritt soll aus dem so aufbereiteten Biokohlenstoff nicht nur Methan, sondern in Bioraffinerien alle m\u00f6glichen Grundchemikalien entstehen. Wie die gr\u00fcnen Fabriken der Zukunft funktionieren k\u00f6nnten, erforscht zum Beispiel das BMBF-Verbundprojekt Bioraffinerie2021.<\/p>\n<p><b>Deutsche Bio\u00f6konomie weltweit gut positioniert<\/b><\/p>\n<p>Ratspr\u00e4sident Reinhard H\u00fcttl ist sich sicher, dass in diesem Bereich der Kaskadennutzung noch viel Potenzial liegt. &#8220;Deshalb freut es mich besonders, dass unter den gerade ausgew\u00e4hlten BMBF-Spitzenclustern auch eines aus der Bio\u00f6konomie kommt.&#8221; Am gestrigen Donnerstag gewann &#8220;BioEconomy in Mitteldeutschland&#8221;, ein Verbund aus dem Raum Leuna, eine F\u00f6rderung von maximal 40 Millionen Euro. Kernst\u00fcck des Netzwerks aus Partnern in Sachsen und Sachsen-Anhalt ist eine Lignocellulose-Bioraffinerie am Chemiestandort Leuna, in der die vollst\u00e4ndige Verwertung von Holz getestet wird. Das BMBF und das Land Sachsen-Anhalt f\u00f6rdern die Bioraffinerie bereits im Rahmen des Chemisch-biotechnologischen Prozesszentrums (CBP). &#8220;Mit den Spitzenclustern sollen weltweit F\u00fchrungspositionen aufgebaut werden&#8221;, so H\u00fcttl. &#8220;Im Bereich Bio\u00f6konomie ist Deutschland ja bereits sehr gut positioniert.&#8221; Wie stark sich H\u00fcttl, der selbst in der Spitzencluster-Jury sa\u00df, sich f\u00fcr Leuna eingesetzt hat, verriet er allerdings nicht.<\/p>\n<p>Die Empfehlungen wurden von den anwesenden Vertretern der Ministerien durch die Bank begr\u00fc\u00dft. &#8220;Es freut mich, dass der Rat hier eine wichtige Botschaft \u00fcbermittelt hat&#8221;, sagte etwa Christoph R\u00f6vekamp, Leiter des Referats Grundlagenforschung Energie im Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung. &#8220;Forschung und Entwicklung ist wichtig daf\u00fcr, dass die Energiewende gelingt.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Bis zum Jahr 2050 will die Bundesregierung ein Drittel des Energieverbrauchs mit Biomasse bestreiten. 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