{"id":12882,"date":"2012-01-23T00:00:00","date_gmt":"2012-01-22T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20120123-05n"},"modified":"2012-01-23T00:00:00","modified_gmt":"2012-01-22T22:00:00","slug":"nachhaltige-nutzung-der-bioenergie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nachhaltige-nutzung-der-bioenergie\/","title":{"rendered":"Nachhaltige Nutzung der Bioenergie"},"content":{"rendered":"<p><b>Der Ausbau der Bioenergie im Zuge der Energiewende sollte sich nach Einsch\u00e4tzung des Bio\u00d6konomieRats der Bundesregierung st\u00e4rker an Kriterien der Wirtschaftlichkeit orientieren und der Ern\u00e4hrungssicherung Priorit\u00e4t einr\u00e4umen. &#8220;Noch h\u00f6here Importe von Agrarrohstoffen f\u00fcr die Bioenergiegewinnung d\u00fcrfen nicht dazu f\u00fchren, dass der Welthunger weiter zunimmt. Die Ern\u00e4hrungssicherung muss Vorrang vor dem Ausbau der Bioenergie haben&#8221;, sagte der Vorsitzende des Bio\u00d6konomieRats Reinhard F. H\u00fcttl am 20. Januar 2011 bei der Vorstellung von Empfehlungen zur Bioenergie anl\u00e4sslich der Internationalen Gr\u00fcnen Woche in Berlin.<\/b><\/p>\n<p>Eine Strategie zur Nutzung der Bioenergie m\u00fcsse zudem Umwelt- und Klimaschutzaspekte sowie Effizienzsteigerungen und Forschung in verbesserte Technologien st\u00e4rker betonen. Kritisch sieht das Papier die bestehenden F\u00f6rderinstrumente f\u00fcr die Bioenergie.<\/p>\n<p>Der Bio\u00d6konomieRat bem\u00e4ngelt, dass durch die F\u00f6rderung der Bioenergie enorme volkswirtschaftliche Kosten entstehen, die \u00fcber die Umlage des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und die dadurch steigenden Energiepreise private Haushalte und die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Wirtschaftsunternehmen belasten. <\/p>\n<p>Gleichzeitig w\u00fcrden die F\u00f6rderinstrumente dazu f\u00fchren, dass der kommerzielle Wert landwirtschaftlicher Erzeugnisse f\u00fcr die Energieumwandlung teilweise h\u00f6her sei, als bei der Nahrungs- oder Futtermittelnutzung. &#8220;Wenn ein landwirtschaftliches Produkt als Energietr\u00e4ger lukrativer ist, dann widerspricht das dem Primat der Ern\u00e4hrungssicherung&#8221;, sagte Fritz Vahrenholt, Vorsitzender der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung RWE Innogy GmbH und Leiter der Arbeitsgruppe Bioenergie des Bio\u00d6konomieRats.<\/p>\n<p><b>Die Nutzung muss Biomasse muss besser koordiniert werden<\/b><\/p>\n<p>Fritz Vahrenholt pl\u00e4dierte deshalb daf\u00fcr, die Subventionierung der Bioenergie auf den Pr\u00fcfstand zu stellen: &#8220;F\u00f6rderinstrumente und -ziele m\u00fcssen st\u00e4rker aufeinander abgestimmt und wirtschaftlicher sowie bedarfsgerechter ausgestaltet werden. Da Bioenergie als grundlastf\u00e4higer und speicherbarer Energietr\u00e4ger als Systemst\u00fctze f\u00fcr die Energiewende dienen muss, sollte die bestehende F\u00f6rderung st\u00e4rker auf diesen Aspekt ausgerichtet werden.&#8221; In Frage stellte Vahrenholt auch das Ziel einer unkoordiniert zunehmenden Bioenergie-Nutzung in allen drei Verwendungsbereichen Verkehr, W\u00e4rme und Strom gleichzeitig. &#8220;Biomasse als Grundlage f\u00fcr die Erzeugung von Bioenergie ist eine begrenzte Ressource. Wenn wir sie in allen Bereichen einsetzen, geht dies nur \u00fcber eine Ausweitung der Importe.&#8221;<\/p>\n<p>F\u00fcr eine wirtschaftlichere und nachhaltigere Bioenergienutzung sind nach den Worten von Reinhard F. H\u00fcttl erhebliche Effizienzsteigerungen n\u00f6tig. &#8220;Damit Konflikte zwischen dem Anbau von Energiepflanzen und Nahrungsmitteln nicht noch weiter zunehmen, m\u00fcssen wir die Energieertr\u00e4ge pro Fl\u00e4cheneinheit steigern, Rest- und Abfallstoffe besser verwerten und Restfl\u00e4chen st\u00e4rker nutzen, die nicht f\u00fcr den Nahrungsmittel- und Futtermittelanbau geeignet sind.&#8221; Zudem seien erhebliche Forschungsanstrengungen notwendig, um die Wirkungsgrade von Biomassekraftwerken und Biokraftstoffen sowie innovative Methoden wie die Energiegewinnung aus Mikroalgen zu verbessern.<\/p>\n<p><b>Die Klimabilanz l\u00e4\u00dft noch zu w\u00fcnschen \u00fcbrig<\/b><\/p>\n<p>Auch im Hinblick auf die Verbesserung der schlechten Klimabilanz der Bioenergie seien laut Reinhard F. H\u00fcttl noch erhebliche Forschungs- und Innovationsanstrengungen notwendig. Die Empfehlungen bem\u00e4ngeln den hohen Energieeinsatz f\u00fcr Anbau, Pflege und Ernte von Energiepflanzen sowie f\u00fcr die daf\u00fcr ben\u00f6tigten D\u00fcnge- und Pflanzenschutzmittel. Der Bio\u00d6konomieRat empfiehlt deshalb, negative Auswirkungen auf Natur, Umwelt und Klima zu reduzieren und eine positive Klimabilanz \u00fcber die gesamte Wertsch\u00f6pfung vom Anbau der Energiepflanzen bis zur Reststoffverwertung zu erreichen.<\/p>\n<p>Um die Bioenergienutzung auszuweiten, empfiehlt der Bio\u00d6konomieRat, den Konflikt zwischen dem Anbau von Biomasse f\u00fcr die Nahrungs- und Futtermittelerzeugung und dem als Energietr\u00e4ger zu \u00fcberwinden. Da die hiesigen Ackerfl\u00e4chen nicht ausreichen, um gen\u00fcgend Biomasse f\u00fcr die Ziele zum Ausbau der Bioenergie bereit zu stellen, importiert Deutschland schon heute ca. 40 Prozent der hierzulande verarbeiteten Biomasse.<\/p>\n<p>&#8220;Unsere Bioenergie-Importe d\u00fcrfen nicht zu negativen \u00f6konomischen, \u00f6kologischen und sozialen Auswirkungen in den Herkunftsl\u00e4ndern f\u00fchren. Zurzeit verst\u00e4rkt die Bioenergienutzung die Nahrungsmittelknappheit und erh\u00f6ht Nahrungsmittel- und Landpreise, was zu politischen Unruhen in den Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4ndern f\u00fchren kann&#8221;, sagte Joachim von Braun, Direktor am Bonner Zentrum f\u00fcr Entwicklungsforschung (ZEF) und stellvertretender Vorsitzender des Bio\u00d6konomieRats. Er forderte vermehrte Forschung zur Produktivit\u00e4tssteigerung sowie internationale Standards, damit die Ern\u00e4hrungssicherung nicht durch die energetische Nutzung belastet werde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Der Ausbau der Bioenergie im Zuge der Energiewende sollte sich nach Einsch&auml;tzung des Bio&Ouml;konomieRats der Bundesregierung st&auml;rker an Kriterien der Wirtschaftlichkeit orientieren und der Ern&auml;hrungssicherung<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[1887,839,3155],"class_list":["post-12882","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-biokonomierat","supplier-rwe-ag","supplier-zentrum-fuer-entwicklungsforschung-zef"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12882","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12882"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12882\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12882"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12882"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12882"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=12882"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}