{"id":128427,"date":"2023-06-22T07:33:00","date_gmt":"2023-06-22T05:33:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=128427"},"modified":"2023-06-19T09:03:45","modified_gmt":"2023-06-19T07:03:45","slug":"biopolymer-award-alle-preistrager-kommen-erstmals-aus-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biopolymer-award-alle-preistrager-kommen-erstmals-aus-deutschland\/","title":{"rendered":"BIOPOLYMER Award: Alle Preistr\u00e4ger kommen erstmals aus Deutschland"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p><strong>Ob der Hauptpreis jedoch nach Rheinland-Pfalz, Th\u00fcringen oder Hessen geht, wird traditionsgem\u00e4\u00df erst auf dem Kongress \u201eBIOPOLYMER \u2013 Processing &amp; Moulding\u201c bekannt gegeben, der am 13. Juni in Halle (Saale) stattfindet. Teilnehmer aus aller Welt k\u00f6nnen die Preisverleihung und die gesamte Tagung wie in den letzten Jahren per Videostream kostenfrei in Echtzeit verfolgen und live mitdiskutieren<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/06\/image-15-682x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-128429\" width=\"330\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/06\/image-15-682x1024.jpeg 682w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/06\/image-15-200x300.jpeg 200w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/06\/image-15-100x150.jpeg 100w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/06\/image-15-768x1152.jpeg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/06\/image-15-180x270.jpeg 180w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/06\/image-15.jpeg 845w\" sizes=\"(max-width: 682px) 100vw, 682px\" \/><figcaption><strong>\u00a9<\/strong> Polykum<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Ist Deutschland noch innovativ genug, um in der Weltspitze ganz vorn mitzuhalten? \u201eWenn es darum geht, Kunststoffe und Kunststoffanwendungen auf biologischer Basis und f\u00fcr nichtfossile Kreisl\u00e4ufe zu entwickeln, lautet die Antwort ganz klar: ja!\u201c, ist Jury-Vorsitzender Peter Putsch nach den diesj\u00e4hrigen\u00a0 Nominierungen f\u00fcr den\u00a0<a href=\"https:\/\/polykum.de\/biopolymer-award\/\">BIOPOLYMER Innovation Award<\/a>\u00a0mehr denn je \u00fcberzeugt: \u201eMehrere deutsche Beitr\u00e4ge setzten in diesem Jahr die Benchmarks im Wettbewerb.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Gingen einige der begehrten Preise in den letzten nach Finnland, Italien, Belgien oder Brasilien, so nominierten die Preisrichter in diesem Jahr erstmals ausschlie\u00dflich deutsche Bewerber f\u00fcr den mit 2.000 Euro dotierten Hauptpreis. Die drei Kandidaten und ihre Innovationen stellen wir im Folgenden kurz vor (in umgekehrt alphabetischer Reihenfolge der Firmennamen):<\/p>\n\n\n\n<p>Die\u00a0<strong>Green Elephant GmbH<\/strong>\u00a0aus Gie\u00dfen macht sich f\u00fcr ihr Produkt CellScrew\u00ae unter anderem eine Eigenschaft des Biokunststoffs und klassischen 3D-Druck-Materials PLA (Polymilchs\u00e4ure) zunutze, die bislang wenig Beachtung fand: seine hohe Biokompatibilit\u00e4t. Das Start-up stellt aus vollst\u00e4ndig biobasiertem PLA in additiver Fertigung neuartige Zellkulturflaschen her, in denen Gewebezellen beispielsweise f\u00fcr Gen- und Zelltherapien oder f\u00fcr die Erforschung von Kosmetika und Medikamenten auf neue, komfortablere Weise vermehrt werden k\u00f6nnen. Forschung, Entwicklung und Industrie produzieren damit bedeutend effizienter und umweltfreundlicher als bisher. Eine archimedessche Schraube sowie konzentrisch angeordnete Zylinder im Flascheninneren sorgen f\u00fcr eine riesige Oberfl\u00e4che zur Anheftung der Zellen und f\u00fcr die automatische Benetzung der inneren Oberfl\u00e4chen mit Kulturmedium bei rollender Lagerung. Eine CellScrew\u00ae ersetzt dabei bis zu 400 herk\u00f6mmliche Zellkulturflaschen aus fossilen Kunststoffen. Und selbst wenn das biobasierte PLA nach der Einmalverwendung aus Sterilit\u00e4tsgr\u00fcnden nicht kompostiert, sondern verbrannt wird, entsteht dabei nur so viel CO2, wie zuvor in den Bioorganismen, aus denen der Werkstoff entstand, gebunden war.\u00a0\u00a0 \u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Die\u00a0<strong>SoBiCo GmbH<\/strong>\u00a0aus Bad Sobernheim (Rheinland-Pfalz) verfolgt seit mehreren Jahren einen innovativen Ansatz, um das von Natur aus recht begrenzte Einsatzspektrum von PLA (Polymilchs\u00e4ure) systematisch zu erweitern. \u201eDie geringe Rei\u00dfdehnung von reinem PLA ist zum Beispiel ein entscheidender Grund daf\u00fcr, dass der Biokunststoff kaum als Verpackungsmaterial genutzt wird\u201c, erkl\u00e4rt SoBiCo-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Johannes Fuchs. Klassische Modifikationsversuche scheiterten meist am komplexen Migrations- und Kristallisationsverhalten von Weichmachern und anderen Additiven. Fuchs\u2018 Team fand mit dem Potsdamer Fraunhofer Institut f\u00fcr Angewandte Polymerforschung (IAP) eine eigene L\u00f6sung und taufte sie auf den Namen Plactid\u00ae. Hinter der Marke verbirgt sich eine PLA-Copolymer-Familie, die in einem neuartigen Verfahren \u2013 der reaktiven Compoundierung \u2013 hergestellt wird. Neben Lactid, das stets biobasiert ist, kommen dabei verschiedene Polyole zum Einsatz, die je nach Anwendungsfall aus biologischen oder fossilen Quellen stammen k\u00f6nnen. Die PLA-Copolymere lassen sich auf diese Weise gezielt von hart\/ spr\u00f6de bis weich\/ duktil einstellen. So werden zum Beispiel weiche Folien von hoher Kristallinit\u00e4t m\u00f6glich. Aber auch Spritzgusstypen mit einer deutlich h\u00f6heren Kristallisationsgeschwindigkeit und Schlagz\u00e4higkeit als Standard-PLA k\u00f6nnen erzeugt werden. Dar\u00fcber hinaus eignen sich die PLA-Copolymere auch als Additive zur Modifizierung von Standard-PLA.<\/p>\n\n\n\n<p>Das<strong>\u00a0Th\u00fcringische Institut f\u00fcr Textil- und Kunststoff-Forschung Rudolstadt (TITK)<\/strong>\u00a0hat sich eines bislang ungel\u00f6sten Problems angenommen, von dem jeder Mensch in seinem Alltag f\u00f6rmlich umgeben ist: dem der Klebstoffe. Sie stecken in fast jedem Produkt, enthalten zum allergr\u00f6\u00dften Teil Polymere, sind typische Einmalprodukte, in Recyclingprozessen kaum separierbar und enden so allzu oft als Mikroplastik in der Umwelt. Die Antwort der Th\u00fcringer Forscher auf diese Herausforderung hei\u00dft Caremelt\u00ae und ist ein biobasierter und bioabbaubarer Schmelzklebstoff, dessen Endeigenschaften und Anwendungsprofil mit denen etablierter Schmelzkleber vergleichbar sind. Die Formulierung aus Biopolymeren wie Polymilchs\u00e4ure (PLA), Polybernsteins\u00e4ure (PBS), Terpen- und Kolophoniumharzen, nat\u00fcrlichen Wachsen und Zitronens\u00e4ure-Derivaten ist nicht nur f\u00fcr kurzlebige Produkte wie Einkaufst\u00fcten, Windeln oder Kartonagen geeignet. Auch Schuhe, Textilien, M\u00f6belteile, Fahrzeuginterieur oder B\u00fccher lassen sich damit zuverl\u00e4ssig und dauerhaft zusammenf\u00fcgen, wie Praxistests zeigten. Das Herstellungsverfahren wurde bereits so optimiert, dass die Formulierungen in einem kontrollierten Prozess reproduziert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der feierlichen Preisverleihung auf dem Kongress \u201e<a href=\"https:\/\/polykum.de\/biopolymer-2023\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">BIOPOLYMER \u2013 Processing &amp; Moulding\u201c am 13. Juni<\/a>&nbsp;werden dem Sieger sowie dem Zweit- und Drittplatzierten die begehrten handgefertigten Troph\u00e4en \u00fcberreicht. Die drei Preistr\u00e4ger stellen ihre Innovationen vor und stehen auch f\u00fcr Fragen aus dem Publikum in der Georg-Friedrich-H\u00e4ndel-Halle in Halle (Saale) und im weltweiten Livestream zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ob der Hauptpreis jedoch nach Rheinland-Pfalz, Th\u00fcringen oder Hessen geht, wird traditionsgem\u00e4\u00df erst auf dem Kongress \u201eBIOPOLYMER \u2013 Processing &amp; Moulding\u201c bekannt gegeben, der am 13. Juni in Halle (Saale) stattfindet. 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