{"id":128058,"date":"2023-06-15T07:20:00","date_gmt":"2023-06-15T05:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=128058"},"modified":"2023-06-12T15:06:10","modified_gmt":"2023-06-12T13:06:10","slug":"nicht-nur-ol-auch-proteine-aus-raps","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nicht-nur-ol-auch-proteine-aus-raps\/","title":{"rendered":"Nicht nur \u00d6l, auch Proteine aus Raps"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<p><strong>Am Fraunhofer-Zentrum f\u00fcr Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP in Leuna haben Vertreter aus Politik, Forschung und Wirtschaft eine neuartige Pilotanlage zur schonenden Verarbeitung von Rapssaat eingeweiht, um die stoffliche Wertsch\u00f6pfung von Raps zu steigern. Nach dem Prinzip einer Bioraffinerie liefert sie nicht nur hochwertiges Raps\u00f6l in Vorraffinat-Qualit\u00e4t, sondern auch ein an hochwertigen Proteinen reiches Rapskernkonzentrat, in Ethanol gel\u00f6ste sekund\u00e4re Pflanzenstoffe sowie Rapsschalen als weitere Produkte. Die Anlage wurde im Rahmen des vom Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft gef\u00f6rderten Verbundprojekts EthaNa gebaut.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.cbp.fraunhofer.de\/de\/presse-und-medien\/2023\/nicht-nur-oel-auch-proteine-aus-raps\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textwithinlinedimage_1404125165\/imageComponent1\/image.img.4col.large.png\/1683482900219\/EthaNa-Schema-de.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cbp.fraunhofer.de\/de\/presse-und-medien\/2023\/nicht-nur-oel-auch-proteine-aus-raps\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textwithinlinedimage_1404125165\/imageComponent1\/image.img.png\/1683482900219\/EthaNa-Schema-de.png\" alt=\"Schematische Darstellung der Verarbeitung von Raps: herk\u00f6mmliches Verfahren industrieller \u00d6lm\u00fchlen (links) im Vergleich zum EthaNa-Verfahren mit ethanolischer, nativer Extraktion (rechts).\" width=\"880\" height=\"442\"\/><\/a><figcaption>Schematische Darstellung der Verarbeitung von Raps: herk\u00f6mmliches Verfahren industrieller \u00d6lm\u00fchlen (links) im Vergleich zum EthaNa-Verfahren mit ethanolischer, nativer Extraktion (rechts). \u00a9 Fraunhofer IGB<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.cbp.fraunhofer.de\/de\/presse-und-medien\/2023\/nicht-nur-oel-auch-proteine-aus-raps\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textwithinlinedimage_1404125165\/imageComponent2\/image.img.4col.large.jpg\/1683482900219\/Ethana-Schaelanlage.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cbp.fraunhofer.de\/de\/presse-und-medien\/2023\/nicht-nur-oel-auch-proteine-aus-raps\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textwithinlinedimage_1404125165\/imageComponent2\/image.img.jpg\/1683482900219\/Ethana-Schaelanlage.jpg\" alt=\"In der Sch\u00e4lanlage k\u00f6nnen im kontinuierlichen Betrieb bis zu 100 Kilogramm Rapssamen pro Stunde gesch\u00e4lt werden. \" width=\"326\" height=\"489\" title=\"Sch\u00e4lanlage \"\/><\/a><figcaption>In der Sch\u00e4lanlage k\u00f6nnen im kontinuierlichen Betrieb bis zu 100 Kilogramm Rapssamen pro Stunde gesch\u00e4lt werden. \u00a9 Fraunhofer CBP<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Raps ist neben Soja die wichtigste \u00d6lsaat weltweit, in Deutschland gilt Raps\u00f6l als das beliebteste Speise\u00f6l. Neben dem \u00d6l, das etwa 40 Prozent der Inhaltsstoffe ausmacht, enth\u00e4lt die Rapssaat \u2013 wie auch Soja \u2013 hochwertige Proteine. Sie \u00e4hneln den Milchproteinen und k\u00f6nnten daher als wertvolle pflanzliche Proteinquelle f\u00fcr Lebensmittel und Futtermittel genutzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der herk\u00f6mmlichen Hei\u00dfpressung in industriellen \u00d6lm\u00fchlen wird die Struktur der Proteine durch hohe Temperaturen und hohe Dr\u00fccke jedoch ver\u00e4ndert und damit ihre Qualit\u00e4t beeintr\u00e4chtigt \u2013 wie auch des resultierenden Rapsextraktionsschrots. Die hohen Temperaturen wiederum sind erforderlich, um das nach der Pressung eingesetzte L\u00f6sungsmittel Hexan zu verdampfen. Mit diesem wird das im Presskuchen verbliebene \u00d6l extrahiert, um die \u00d6lausbeute zu erh\u00f6hen. Ein zweiter qualit\u00e4tsmindernder Faktor bei der herk\u00f6mmlichen \u00d6lgewinnung sind Bitterstoffe, die unter anderem aus den mitgepressten Schalen in den Extraktionsschrot gelangen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Pilotanlage besteht aus einer Sch\u00e4l- und einer Extraktionsanlage. Zum Abschluss des EthaNa-Projekts wurde sie 2022 erstmals in Betrieb genommen und am 3. Mai 2023 im Rahmen der Festveranstaltung zum 10-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um des Fraunhofer CBP offiziell eingeweiht.<\/p>\n\n\n\n<p>Um aus Rapssaat nicht nur das beliebte \u00d6l, sondern auch die immer begehrteren pflanzlichen Proteine in hoher Qualit\u00e4t gewinnen zu k\u00f6nnen, haben elf Partner aus Forschung und Industrie im Verbundprojekt EthaNa in den letzten f\u00fcnf Jahren ein neues Konzept zur schonenden Aufbereitung von Raps im gr\u00f6\u00dferen Ma\u00dfstab untersucht und hierf\u00fcr erstmalig eine Pilotanlage ausgelegt und aufgebaut. Bis zu 50 Kilogramm Rapssaat pro Tag kann die am Fraunhofer-Zentrum f\u00fcr Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP in Leuna errichtete EthaNa<sup>\u00ae<\/sup>-Pilotanlage verarbeiten. Das Projekt wurde vom Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL) gef\u00f6rdert, von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) als Projekttr\u00e4ger des BMEL betreut und gemeinsam vom Fraunhofer CBP und der Magdeburger Firma BB Engineering GmbH koordiniert.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.cbp.fraunhofer.de\/de\/presse-und-medien\/2023\/nicht-nur-oel-auch-proteine-aus-raps\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textwithinlinedimage_1404125165\/imageComponent3\/image.img.4col.large.jpg\/1683482900219\/Rapssaat-Rapskerne-Rapsschalen-8-rgb.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cbp.fraunhofer.de\/de\/presse-und-medien\/2023\/nicht-nur-oel-auch-proteine-aus-raps\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textwithinlinedimage_1404125165\/imageComponent3\/image.img.jpg\/1683482900219\/Rapssaat-Rapskerne-Rapsschalen-8-rgb.jpg\" alt=\"In der Sch\u00e4lanlage wird die Rapssaat (links) zun\u00e4chst aufgebrochen und die leichteren Schalen (rechts) von den schwereren Kernen (Mitte) getrennt.\" width=\"327\" height=\"217\"\/><\/a><figcaption>In der Sch\u00e4lanlage wird die Rapssaat (links) zun\u00e4chst aufgebrochen und die leichteren Schalen (rechts) von den schwereren Kernen (Mitte) getrennt. <br>\u00a9 Fraunhofer CBP<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">EthaNa<sup>\u00ae<\/sup>-Pilotanlage erm\u00f6glicht ganzheitliche Nutzung von Rapssaat<\/h3>\n\n\n\n<p>Das patentierte EthaNa-Verfahren beruht auf dem bisher nur im Laborma\u00dfstab verfolgten Ansatz, \u00d6l durch eine ethanolische Extraktion zu gewinnen. Die Herausforderung im Projekt bestand nun darin, das Verfahren zu skalieren und in einer Pilotanlage umzusetzen. \u00bbWir haben im Projekt untersucht, wie und mit welchen Apparaten und Bauteilen wir die verschiedenen Prozessschritte zur ganzheitlichen Nutzung von Raps in einer technischen Anlage realisieren k\u00f6nnen und wie die Gesamtanlage ausgelegt werden muss\u00ab, erl\u00e4utert Dr. Robert Hartmann, Gruppenleiter Biomassefraktionierung am Fraunhofer CBP.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.cbp.fraunhofer.de\/de\/presse-und-medien\/2023\/nicht-nur-oel-auch-proteine-aus-raps\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/imagerow_copy\/imageComponent1\/image.img.4col.large.jpg\/1682668672425\/Rapsschalen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cbp.fraunhofer.de\/de\/presse-und-medien\/2023\/nicht-nur-oel-auch-proteine-aus-raps\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/imagerow_copy\/imageComponent1\/image.img.jpg\/1682668672425\/Rapsschalen.jpg\" alt=\"\" width=\"301\" height=\"325\"\/><\/a><figcaption>Aus den Rapsschalen konnten Fraunhofer-Forschende im Projekt DaerPa bereits einen biobasierten D\u00e4mmstoff herstellen. <br>\u00a9 Fraunhofer CBP<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Um den Anteil an Bitterstoffen und weiteren, f\u00fcr die Ern\u00e4hrung von Mensch und Tier nicht f\u00f6rderlichen oder gar gesundheitssch\u00e4dlichen Substanzen sowie von Faserstoffen zu reduzieren, verarbeitet das EthaNa-Verfahren gesch\u00e4lte Rapssaat. Nach intensiver Entwicklungsarbeit gelang es dem Projektteam, eine Sch\u00e4lanlage aufzubauen, in der im kontinuierlichen Betrieb pro Stunde bis zu 100 Kilogramm Rapssamen gesch\u00e4lt werden k\u00f6nnen. Die Schalen der Samen werden dabei zun\u00e4chst leicht aufgebrochen und dann in einem Luftstrom, der mittels eines Wirbelschichtapparats erzeugt wird, von den schwereren Kernen getrennt. Die Schalenfraktion ist ein zus\u00e4tzliches Produkt, das sich beispielsweise zur Herstellung biobasierter D\u00e4mmstoffe eignet, wie die CBP-Forschenden in einem vom Land Sachsen-Anhalt gef\u00f6rderten Projekt bereits gezeigt haben.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.cbp.fraunhofer.de\/de\/presse-und-medien\/2023\/nicht-nur-oel-auch-proteine-aus-raps\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/imagerow_copy\/imageComponent2\/image.img.4col.large.jpg\/1682668672425\/Ethana-44-Schneckenpresse.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cbp.fraunhofer.de\/de\/presse-und-medien\/2023\/nicht-nur-oel-auch-proteine-aus-raps\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/imagerow_copy\/imageComponent2\/image.img.jpg\/1682668672425\/Ethana-44-Schneckenpresse.jpg\" alt=\"Schneckenpresse f\u00fcr Fest-Fl\u00fcssig-Trennung\" width=\"365\" height=\"243\" title=\"Schneckenpresse f\u00fcr Fest-Fl\u00fcssig-Trennung\"\/><\/a><figcaption>In einer modifizierten Schneckenpresse wird die fl\u00fcssige Ethanol-\u00d6l-Fraktion von der proteinreichen festen Fraktion getrennt.\u00a0\u00a9 Fraunhofer CBP<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Aufgrund des niedrigen Faser- und Ballaststoffanteils kommt eine konventionelle mechanische Pressung f\u00fcr die \u00d6lgewinnung aus gesch\u00e4lten Rapskernen nicht in Frage. Stattdessen setzt das EthaNa-Verfahren auf Ethanol, einen Alkohol, der sich in den Untersuchungen der Forschenden als optimal erwiesen hat: In einem Verdr\u00e4ngungsextraktion genannten Verfahrensschritt werden bei schonenden 70 \u00b0C kleine Tr\u00f6pfchen des Raps\u00f6ls aus dem aufgebrochenen Kern in der Ethanolphase emulgiert. Ein weiterer Vorteil: Sekund\u00e4re Pflanzenstoffe des Rapskerns wie Sinapins\u00e4ure, Tocopherole und Polyphenole l\u00f6sen sich in Ethanol. Gelingt es, diese selektiv zu extrahieren, lassen sich die bioaktiven Inhaltsstoffe beispielsweise f\u00fcr kosmetische oder pharmazeutische Anwendungen einsetzen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Hochwertiges \u00d6l in Vorraffinat-Qualit\u00e4t&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.cbp.fraunhofer.de\/de\/presse-und-medien\/2023\/nicht-nur-oel-auch-proteine-aus-raps\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/imagerow_copy\/imageComponent3\/image.img.4col.large.jpg\/1682668672425\/Ethana-Dekanter.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cbp.fraunhofer.de\/de\/presse-und-medien\/2023\/nicht-nur-oel-auch-proteine-aus-raps\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/imagerow_copy\/imageComponent3\/image.img.jpg\/1682668672425\/Ethana-Dekanter.jpg\" alt=\"Das im Dekanter, in dem nach der Fest-Fl\u00fcssig-Trennung noch Feinst- und Schwebstoffe abgetrennt werden, erhaltene Rapskernkonzentrat, ist reich an Proteinen.\" width=\"377\" height=\"251\" title=\"Dekanter f\u00fcr die Abtrennung der Feinst- und Schwebstoffe\"\/><\/a><figcaption>Das im Dekanter, in dem nach der Fest-Fl\u00fcssig-Trennung noch Feinst- und Schwebstoffe abgetrennt werden, erhaltene Rapskernkonzentrat, ist reich an Proteinen. \u00a9 Fraunhofer CBP<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Um das \u00d6l aus den Rapskernen freizusetzen, werden die gesch\u00e4lten Kerne, mit Ethanol vermischt, zun\u00e4chst aufgebrochen. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u00bbDiese aufgeschlossene, zerkleinerte Biomasse behandeln wir in einer modifizierten Schneckenpresse und in einem Dekanter, um die fl\u00fcssige Phase, die Ethanol-\u00d6l-Fraktion, von der proteinreichen festen Fraktion zu trennen\u00ab, erkl\u00e4rt <strong>Dr. Fabian Steffler, der das Projekt am Fraunhofer CBP<\/strong> geleitet hat. Abschlie\u00dfend wird das emulgierte \u00d6l mittels eines Dekantiergef\u00e4\u00dfes von Ethanol getrennt.\u00a0<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u00bbUnsere Untersuchungen haben gezeigt, dass das in der EthaNa<sup>\u00ae<\/sup>-Pilotanlage gewonnene \u00d6l nahezu frei von freien Fetts\u00e4uren und Phosphatiden ist\u00ab, so <strong>Steffler<\/strong>. <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Der Vorteil f\u00fcr \u00d6lm\u00fchlen liegt auf der Hand: \u00bbDas \u00d6l muss nicht mehr aufwendig aufgereinigt werden, sondern erreicht durch die Ethanolextraktion schon Vor- oder Halbraffinat-Qualit\u00e4t. So kann es direkt in die bestehenden Produktionslinien integriert und weiterverarbeitet werden\u00ab, erg\u00e4nzt der Forscher.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Proteinreiches Rapskernkonzentrat f\u00fcr Lebensmittel und Futtermittel&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.cbp.fraunhofer.de\/de\/presse-und-medien\/2023\/nicht-nur-oel-auch-proteine-aus-raps\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textwithinlinedimage\/imageComponent1\/image.img.4col.large.jpg\/1683534349445\/Ethana-Rapssamen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cbp.fraunhofer.de\/de\/presse-und-medien\/2023\/nicht-nur-oel-auch-proteine-aus-raps\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textwithinlinedimage\/imageComponent1\/image.img.jpg\/1683534349445\/Ethana-Rapssamen.jpg\" alt=\"Das in der EthaNa\u00ae-Pilotanlage gewonnene Rapskernkonzentrat enth\u00e4lt \u00fcber 40 Prozent hochwertige Proteine\" width=\"255\" height=\"191\"\/><\/a><figcaption>Das in der EthaNa<sup>\u00ae<\/sup>-Pilotanlage gewonnene Rapskernkonzentrat enth\u00e4lt \u00fcber 40 Prozent hochwertige Proteine. \u00a9 Fraunhofer CBP<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Der zur\u00fcckbleibende, weitgehend ent\u00f6lte Feststoff enth\u00e4lt die Proteine in konzentrierter Form. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u00bbUm das Rapskernkonzentrat weiter zu ent\u00f6len, kommen unterschiedliche, variabel kombinierbare Extraktionsschritte zum Einsatz\u00ab, erkl\u00e4rt <strong>Steffler.<\/strong> <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Getrocknet wird das Konzentrat in einem Rohrb\u00fcndeltrockner, wobei das Ethanol zur\u00fcckgewonnen wird.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Verglichen mit dem Rapsextraktionsschrot industrieller \u00d6lm\u00fchlen ist das auf diese Weise gewonnene proteinreiche Rapskernkonzentrat ein wesentlich hochwertigeres Produkt. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u00bbUnser Rapskernkonzentrat ist frei von Schalen und sekund\u00e4ren Pflanzenstoffen und enth\u00e4lt daher nur \u00e4u\u00dferst geringe Mengen unerw\u00fcnschter Gerb- und Bitterstoffe\u00ab, freut sich<strong> Steffler<\/strong>. <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Der hohe Proteingehalt von derzeit 42\u221243 Prozent entspricht in etwa dem kaltgepresster, teilgesch\u00e4lter Rapskernkuchen dezentraler \u00d6lm\u00fchlen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer wesentlicher Vorteil erm\u00f6glicht die weitergehende wirtschaftliche Nutzung der Proteine: Durch die milden Prozessbedingungen des EthaNa-Verfahrens wird deren Struktur nicht ver\u00e4ndert. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u00bbDie Proteine sind gut in Wasser l\u00f6slich. So k\u00f6nnen wir sie extrahieren und als alternative pflanzliche Proteinquelle f\u00fcr die Lebensmittelindustrie nutzen, zum Beispiel in Fleischersatz-Produkten\u00ab, erl\u00e4utert <strong>Hartmann<\/strong>. <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Weiterf\u00fchrende Forschungsarbeiten, z.B. wie die Rapsproteine zur Herstellung von Nahrungsmitteln gewonnen werden k\u00f6nnen, wurden im Rahmen eines neuen EU-Projekts bereits begonnen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenso kommt das Rapskernkonzentrat als hochwertiges Futtermittel in Frage. Rapsextraktionsschrot aus herk\u00f6mmlichen \u00d6lm\u00fchlen wird zwar auch als Futtermittel f\u00fcr Schweine, Gefl\u00fcgel und Rinder eingesetzt. Doch f\u00fcr junges Gefl\u00fcgel oder tragende Muttertiere sind hohe Werte von Glucosinolaten im Schrot, die aus der Rapsschale stammen, ung\u00fcnstig. Um den Proteinbedarf dennoch decken zu k\u00f6nnen, werden Futtermischungen derzeit bis zu 30 Prozent Sojaextraktionsschrot beigesetzt \u2013 importiert aus \u00dcbersee. Auch f\u00fcr Wiederk\u00e4uer ist Rapskernkonzentrat sehr gut geeignet, diesmal aufgrund seines geringen Faseranteils, der sogar unter den Werten von Sojaextraktionsschrot liegt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Neue Gesch\u00e4ftsfelder f\u00fcr \u00d6lm\u00fchlen<\/h3>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u00bbMit dem an hochwertigen Proteinen reichen Rapskernkonzentrat er\u00f6ffnet sich \u00d6lm\u00fchlen eine neue Einnahmequelle\u00ab, ist <strong>Hartmann<\/strong> \u00fcberzeugt. <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die EthaNa<sup>\u00ae<\/sup>-Pilotanlage am Fraunhofer CBP steht nun f\u00fcr Testl\u00e4ufe mit den Rapssaaten industrieller \u00d6lm\u00fchlen zur Verf\u00fcgung, um Produktmuster im gr\u00f6\u00dferen Ma\u00dfstab bereitzustellen. Neue Anlagen k\u00f6nnen auch als alternative Verarbeitungslinie in die vorhandene Infrastruktur der \u00d6lm\u00fchlen integriert werden. Daf\u00fcr sorgt das Magdeburger Unternehmen B+B Engineering, das auch die Pilotanlage am Fraunhofer CBP geplant hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Parallel verbessern die Forscherinnen und Forscher am Fraunhofer CBP die Fahrweise der Pilotanlage f\u00fcr einen robusten und stabilen Prozess und hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Energieeffizienz. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u00bbOptimierungspotenzial haben wir bei der \u00d6lausbeute identifiziert\u00ab, verdeutlicht <strong>Steffler<\/strong>. \u00bbDar\u00fcber hinaus wollen wir die Anlage um ein Gegenstromverfahren f\u00fcr die Ethanolextraktion erweitern, damit wir das f\u00fcr die \u00d6lextraktion eingesetzte Ethanol im Kreis fahren k\u00f6nnen\u00ab, so der Experte. <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Auch den Proteingehalt des Rapskernkonzentrats wollen er und sein Team auf nahezu 50 Prozent erh\u00f6hen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><strong>Hartmann<\/strong> ist sich sicher, dass das Verfahren weiteres Potenzial hat: \u00bbWir f\u00fchren bereits Gespr\u00e4che, um die Verarbeitung sonstiger Saaten wie Sonnenblumenkerne oder Bucheckern oder auch Kaffeesatz oder Hanfsamen in der EthaNa<sup>\u00ae<\/sup>-Anlage zu erforschen\u00ab.\u00a0<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Partner<\/h3>\n\n\n\n<p>Elf Partner haben in dem vom Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL) gef\u00f6rderten und von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) betreuten Projekt EthaNa (F\u00f6rderkennzeichen&nbsp;22400517) an dem neuartigen Prozess gearbeitet:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Fraunhofer-Zentrum f\u00fcr Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP, Leuna (Koordination)<\/li><li><a href=\"https:\/\/www.igb.fraunhofer.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Fraunhofer-Institut f\u00fcr Grenzfl\u00e4chen- und Bioverfahrenstechnik IGB<\/a>, Stuttgart<\/li><li><a href=\"https:\/\/www.ivv.fraunhofer.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Fraunhofer-Institut f\u00fcr Verfahrenstechnik und Verpackung IVV<\/a>, Freising<\/li><li><a href=\"https:\/\/www.kit.edu\/index.php\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie KIT<\/a>, Karlsruhe<\/li><li><a href=\"https:\/\/www.iff-braunschweig.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Internationale Forschungsgemeinschaft Futtermitteltechnik e.V. (IFF)<\/a>, Braunschweig<\/li><li>B+B Engineering GmbH, Magdeburg<\/li><li>AVA \u2013 Anhaltinische Verfahrens- und Anlagentechnik GmbH, Magdeburg<\/li><li>Miccra GmbH, Heitersheim<\/li><li>VetterTec GmbH, Kassel<\/li><li>C. Thywissen GmbH, Neuss<\/li><li>Technologietransfer und Innovationsf\u00f6rderung (tti) Magdeburg GmbH, Magdeburg<\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Fraunhofer-Zentrum f\u00fcr Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP in Leuna haben Vertreter aus Politik, Forschung und Wirtschaft eine neuartige Pilotanlage zur schonenden Verarbeitung von Rapssaat eingeweiht, um die stoffliche Wertsch\u00f6pfung von Raps zu steigern. Nach dem Prinzip einer Bioraffinerie liefert sie nicht nur hochwertiges Raps\u00f6l in Vorraffinat-Qualit\u00e4t, sondern auch ein an hochwertigen Proteinen reiches Rapskernkonzentrat, in Ethanol [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","nova_meta_subtitle":"EthaNa\u00ae-Anlage am Fraunhofer CBP offiziell eingeweiht","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[10608,11860,12370,12401,12998],"supplier":[13944,6286,13943,19232,3130,649,938,13945,1563,13941,13939,13940],"class_list":["post-128058","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","tag-biooekonomie","tag-bioraffinerie","tag-daemmstoffe","tag-proteine","tag-verbundwerkstoffe","supplier-bb-engineering-gmbh","supplier-bundesministerium-ernahrung-landwirtschaft","supplier-c-thywissen-gmbh","supplier-fachagentur-nachwachsende-rohstoffe-e-v-fnr","supplier-fraunhofer-institut-fuer-chemisch-biotechnologische-prozesse-cbp","supplier-fraunhofer-institut-fuer-grenzflaechen-und-bioverfahrenstechnik-igb","supplier-fraunhofer-institut-fuer-verfahrenstechnik-und-verpackung-ivv","supplier-iff-braunschweig","supplier-karlsruher-institut-fuer-technologie-kit","supplier-miccra-gmbh","supplier-tti-technologietransfer-und-innovationsfoerderung-magdeburg-gmbh","supplier-vettertec-gmbh"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/128058","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=128058"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/128058\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=128058"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=128058"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=128058"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=128058"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}