{"id":12790,"date":"2011-10-27T00:00:00","date_gmt":"2011-10-26T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20111027-01n"},"modified":"2011-10-27T00:00:00","modified_gmt":"2011-10-26T22:00:00","slug":"pilze-als-pflanzenschutzmittel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/pilze-als-pflanzenschutzmittel\/","title":{"rendered":"Pilze als Pflanzenschutzmittel"},"content":{"rendered":"<p><b><\/p>\n<div style=\"float:right;margin-left:10px;\">\n<table border=\"0\">\n<tr>\n<td><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20111027-01\/95e800193b.jpg\" align=\"left\" BORDER=\"0\" ALT=\"T. harzianum (Foto: Walter M. Jaklitsch)\"\/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"font-size:10px;\" align=\"left\">T. harzianum (Foto: Walter M. Jaklitsch)<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Wir kennen sie aus dem Garten, aus feuchten Kellern oder auch aus dem K\u00fchlschrank: Schimmelpilze sind fast \u00fcberall zu finden. Ihr Erfolg liegt an ihrer unglaublichen Vielseitigkeit. Je nach den \u00e4u\u00dferen Bedingungen k\u00f6nnen Schimmelpilze ganz unterschiedliche \u00dcberlebensstrategien einschlagen, und manche dieser m\u00f6glichen Pilz-Lebensformen k\u00f6nnen sehr n\u00fctzlich f\u00fcr Pflanzen sein. Pilze k\u00f6nnen Pflanzen vor Krankheiten sch\u00fctzen und gleichzeitig ihr Wachstum f\u00f6rdern. Genetische Studien an der TU Wien zeigen, dass Pilze als umweltfreundliche Pflanzenschutz- und D\u00fcngemittel eingesetzt werden k\u00f6nnen. Die Forschungsergebnisse wurden nun in einem Artikel f\u00fcr das Fachjournal &#8220;Nature Reviews Microbiology&#8221; zusammengefasst.<\/p>\n<p>Meister der Vielseitigkeit<\/b><br \/>Schimmelpilze k\u00f6nnen im Inneren von Pflanzen genauso wachsen wie auf Baumrinde \u2013 oder sogar auf anderen Pilzen. Durch blo\u00dfes Hinsehen l\u00e4sst sich kaum erkennen, welchen Pilz man vor sich hat: Das Aussehen einer Pilz-Spezies kann je nach Lebensstil v\u00f6llig unterschiedlich sein, au\u00dferdem k\u00f6nnen Schimmelpilze verschiedene Entwicklungsstadien durchlaufen \u2013 \u00e4hnlich wie Raupe und Schmetterling. &#8220;Nur mit genetischen Analysen l\u00e4sst sich herausfinden, welcher Pilz zu welcher Spezies geh\u00f6rt \u2013 und wozu die einzelnen Spezies f\u00e4hig sind&#8221;, erkl\u00e4rt Irina Druzhinina vom Institut f\u00fcr Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und technische Biowissenschaften der TU Wien.<br style=\"clear:left;\"\/><br style=\"clear:left;\"\/><br style=\"clear:left;\"\/><\/p>\n<p><b>Die genetische Trickkiste<\/b><\/p>\n<div style=\"float:right;margin-left:10px;\">\n<table border=\"0\">\n<tr>\n<td><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20111027-01\/5c1188ee1b.jpg\" align=\"left\" BORDER=\"0\" ALT=\"H. parestonica (Foto: Walter M. Jaklitsch)\"\/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"font-size:10px;\" align=\"left\">H. parestonica (Foto: Walter M. Jaklitsch)<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Das Genom von drei besonders wichtigen Pilzarten der Gattung Trichoderma ist bereits vollst\u00e4ndig sequenziert. Mit Hilfe von Computeranalysen l\u00e4sst sich nun untersuchen, wie die Pilze evolutionsbiologisch voneinander abstammen und wo die Besonderheiten und St\u00e4rken der einzelnen Schimmelpilz-Arten liegen. &#8220;Ein genauer Blick auf das Genom zeigt, welches Potenzial in den Pilzen steckt und wie vielseitig sie sind&#8221;, sagt Irina Druzhinina. In der Pilz-DNA fanden sich besonders viele Gene, die mit sensiblem Wahrnehmen \u00e4u\u00dferer Einfl\u00fcsse in Verbindung zu bringen sind. Die Pilze k\u00f6nnen daher auf subtilste Signale von au\u00dfen reagieren. Au\u00dferdem sind die Trichoderma-Pilze genetisch bestens daf\u00fcr ausgestattet, von au\u00dfen Zucker aufzunehmen \u2013 von Pflanzen, und sogar von anderen Pilzen. Sie k\u00f6nnen sich auf feuchten wie auch auf trockenen Oberfl\u00e4chen festhalten, auf menschlicher Haut, auf Pflanzen oder tief im Wurzelwerk. Au\u00dferdem ist in ihrem Genom ein ganzes Arsenal an chemischen Waffen codiert. Sie k\u00f6nnen mit m\u00e4chtigen Giftstoffen andere Pilze genauso attackieren wie etwa Bakterien.<br style=\"clear:left;\"\/><br style=\"clear:left;\"\/><br style=\"clear:left;\"\/><br style=\"clear:left;\"\/><br style=\"clear:left;\"\/><\/p>\n<p><b>Nat\u00fcrliche Chemiefabrik<\/b><\/p>\n<div style=\"float:right;margin-left:10px;\">\n<table border=\"0\">\n<tr>\n<td><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20111027-01\/12bfbcacc7.jpg\" align=\"left\" BORDER=\"0\" ALT=\"H. thelephoricola (Foto: Walter M. Jaklitsch)\"\/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"font-size:10px;\" align=\"left\">H. thelephoricola (Foto: Walter M. Jaklitsch)<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Dieses genetische Wissen ist n\u00f6tig, um die 160 weiteren Trichoderma-Spezies zu verstehen, die an der TU Wien untersucht werden. Seit Jahren sammelt die Forschungsgruppe von Prof. Christian Kubicek Information \u00fcber die Pilze \u2013 mittlerweile verf\u00fcgt man \u00fcber eine international beachtete Sammlung von Daten und Pilzkulturen. &#8220;F\u00fcr uns ist es wichtig, die Evolutionsbiologie der Pilze zu verstehen, und gleichzeitig die Lebensweise der Pilze in unterschiedlichen Umgebungen zu studieren&#8221;, erkl\u00e4rt Irina Druzhinina. Dadurch wird es m\u00f6glich, treffsicher die richtigen Pilze f\u00fcr eine bestimmte Anwendung herauszusuchen. Anstatt chemische Pflanzenschutzmittel gegen bestimmte Pflanzenkrankheiten einzusetzen, l\u00e4sst sich \u2013 mit dem entsprechenden mikrobiologischen Wissen \u2013 eine Pilz-Spezies finden, die auf ganz nat\u00fcrliche Weise eine \u00e4hnliche Wirkung hat. Im optimalen Fall wird zus\u00e4tzlich auch noch das Wachstum der Pflanze gef\u00f6rdert. &#8220;Diese Pilze k\u00f6nnte man ganz einfach auf Felder aufbringen, so wie man das heute mit Kunstd\u00fcnger macht&#8221;, meint Irina Druzhinina.<\/p>\n<p>Wichtig ist es dabei, das lokale \u00d6kosystem nicht zu st\u00f6ren. Pilze sollen nur dort eingesetzt werden, wo sie auch nat\u00fcrlich vorkommen. &#8220;Um Pflanzenkrankheiten von Kaffeebohnen in Afrika zu heilen wird man daher andere Pilze verwenden als jene, die bei uns in Europa vorkommen&#8221;, erkl\u00e4rt Irina Druzhinina. Doch \u00fcberall auf der Welt findet man eine Vielfalt von Trichoderma-Pilzen. Es geht also nur noch darum, sie ausreichend gut zu verstehen, um \u00fcberall die richtigen Spezies f\u00fcr die richtige Anwendung ausw\u00e4hlen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<ul>\n<li><b>Weitere Informationen<\/b><br style=\"clear:left;\"\/>\n<ul>\n<li>Fotodownload: <a href=\"http:\/\/www.tuwien.ac.at\/dle\/pr\/aktuelles\/downloads\/2011\/pflanzenschutzpilze\/\" >http:\/\/www.tuwien.ac.at\/dle\/pr\/aktuelles\/downloads\/2011\/pflanzenschutzpilze\/<\/a>\n<\/li>\n<li>Originalpublikation: <a href=\"http:\/\/www.nature.com\/nrmicro\/journal\/v9\/n10\/abs\/nrmicro2637.html?lang=en?WT.ec_id=NRMICRO-201110\" >http:\/\/www.nature.com\/nrmicro\/journal\/v9\/n10\/abs\/nrmicro2637.html?lang=en?WT.ec_id=NRMICRO-201110<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>Dr. Irina Druzhinina<br \/>Institut f\u00fcr Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften<br \/>Technische Universit\u00e4t Wien<br \/>Getreidemarkt 9, <br \/>1060 Wien<br \/>T: +43-1-58801-166551<br \/>mail: <a href=\"mailto:irina.druzhinina@tuwien.ac.at\">irina.druzhinina@tuwien.ac.at<\/a><\/p>\n<p>Prof. Christian Kubicek<br \/>Institut f\u00fcr Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und Technische Biowissenschaften<br \/>Technische Universit\u00e4t Wien<br \/>Getreidemarkt 9, <br \/>1060 Wien<br \/>T: +43-1-58801-166500<br \/>mail: <a href=\"mailto:ckubicek@mail.tuwien.ac.at\">ckubicek@mail.tuwien.ac.at<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Wir kennen sie aus dem Garten, aus feuchten Kellern oder auch aus dem K&uuml;hlschrank: Schimmelpilze sind fast &uuml;berall zu finden. 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