{"id":127890,"date":"2023-06-12T07:26:00","date_gmt":"2023-06-12T05:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=127890"},"modified":"2023-06-07T14:05:48","modified_gmt":"2023-06-07T12:05:48","slug":"mikroalgen-fur-das-klima","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/mikroalgen-fur-das-klima\/","title":{"rendered":"Mikroalgen f\u00fcr das Klima"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/06\/Negative-Emissions-Arrhenius.jpg\" alt=\"Prof. Dr. Mirko Kleingries, Leiter des Kompetenzzentrums Thermische Energiesysteme und Verfahrenstechnik der Hochschule Luzern und Masterabsolvent Reto Tamburini pr\u00e4sentieren einen Photobioreaktor am Swiss Energy Forum\" class=\"wp-image-127932\" width=\"760\" height=\"570\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/06\/Negative-Emissions-Arrhenius.jpg 2362w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/06\/Negative-Emissions-Arrhenius-300x225.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/06\/Negative-Emissions-Arrhenius-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/06\/Negative-Emissions-Arrhenius-150x113.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/06\/Negative-Emissions-Arrhenius-768x576.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/06\/Negative-Emissions-Arrhenius-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/06\/Negative-Emissions-Arrhenius-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/06\/Negative-Emissions-Arrhenius-360x270.jpg 360w\" sizes=\"auto, (max-width: 760px) 100vw, 760px\" \/><figcaption>Prof. Dr. Mirko Kleingries, Leiter des Kompetenzzentrums Thermische Energiesysteme und Verfahrenstechnik der Hochschule Luzern und Masterabsolvent Reto Tamburini pr\u00e4sentieren einen Photobioreaktor am Swiss Energy Forum. \u00a9 HSLU<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Weniger CO<sub>2<\/sub> produzieren reicht nicht aus, um bis im Jahr 2050 klimaneutral zu sein. Daf\u00fcr muss es zus\u00e4tzlich gelingen, CO<sub>2 <\/sub>aus der Atmosph\u00e4re zu entfernen. Weltweit am wirksamsten ist zu diesem Zweck bis dato: B\u00e4ume pflanzen. Effizienter jedoch sind Mikroalgen. Die Hochschule Luzern erforscht deshalb die besten Bedingungen f\u00fcr die Algenzucht und steht vor der Gr\u00fcndung eines Start-ups. Das Projekt hat den Stiftungsrat der Gebert R\u00fcf Stiftung \u00fcberzeugt, die das Team mit der \u00abFirst Ventures\u00bb-Unterst\u00fctzung f\u00f6rdert.<em>\ue073<\/em>&nbsp;Teilen&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Von \u00abnegativen CO<sub>2<\/sub>-Emissionen\u00bb spricht man, wenn bei einem Prozess der Atmosph\u00e4re mehr Kohlenstoffdioxid entzogen wird, als er produziert. Pflanzen erzeugen negative Emissionen, wenn ein Teil des Kohlenstoffs langfristig im Boden verbleibt, so sind W\u00e4lder beispielsweise insgesamt CO<sub>2<\/sub>-negativ. Das ist der Grund, warum verschiedene Organisationen sich daf\u00fcr einsetzen, m\u00f6glichst viele B\u00e4ume zu pflanzen. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u00abB\u00e4ume zu pflanzen ist auf jeden Fall ein wichtiger Bestandteil einer klimaneutralen Zukunft\u00bb, sagt <strong>Prof. Dr. Mirko Kleingries<\/strong>, Leiter des Kompetenzzentrums Thermische Energiesysteme und Verfahrenstechnik der <strong>Hochschule Luzer<\/strong>n. \u00abDoch sie wachsen langsam und ben\u00f6tigen viel Land. Wir brauchen deshalb weitere Methoden, um der Atmosph\u00e4re CO<sub>2<\/sub> zu entziehen.\u00bb <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>So haben er und sein Team sich intensiv mit Algen besch\u00e4ftigt \u2013 mit Mikroalgen, genau genommen.&nbsp; &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Reaktoren f\u00fcr schnelles Wachstum<\/h3>\n\n\n\n<p>Mikroalgen heissen die Pflanzen deshalb, weil sie unglaublich winzig sind \u2013 ein Gramm von ihnen kann zwei Milliarden Algen enthalten. Diese Kleinstlebewesen haben gleich mehrere Vorteile: Dadurch, dass sie nicht wachsen, sondern sich teilen, vermehren sie sich in kurzer Zeit. Weil sie so klein sind, nehmen sie N\u00e4hrstoffe schnell auf. Sie binden ausgesprochen viel CO<sub>2<\/sub>&nbsp;\u2013 bis zu 70 Prozent ihrer Masse kann aus Kohlenstoff bestehen. Jedes dieser Kohlenstoffatome hat vorher einem Kohlendioxidmolek\u00fcl in der Atmosph\u00e4re angeh\u00f6rt. Dar\u00fcber hinaus kommen die Mikroalgen auch in unseren \u00d6kosystemen nat\u00fcrlich vor und sind anspruchslos. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/06\/Negative-Emissions-Arrhenius-1-scaled.jpg\" alt=\"Gesucht: die bestm\u00f6glichen Wachstumsbedingungen f\u00fcr Mikroalgen\" class=\"wp-image-127933\" width=\"769\" height=\"376\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/06\/Negative-Emissions-Arrhenius-1-scaled.jpg 2560w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/06\/Negative-Emissions-Arrhenius-1-300x147.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/06\/Negative-Emissions-Arrhenius-1-1024x500.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/06\/Negative-Emissions-Arrhenius-1-150x73.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/06\/Negative-Emissions-Arrhenius-1-768x375.jpg 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/06\/Negative-Emissions-Arrhenius-1-1536x750.jpg 1536w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/06\/Negative-Emissions-Arrhenius-1-2048x1000.jpg 2048w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/06\/Negative-Emissions-Arrhenius-1-400x195.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 769px) 100vw, 769px\" \/><figcaption>Gesucht: die bestm\u00f6glichen Wachstumsbedingungen f\u00fcr Mikroalgen<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u00abSie brauchen nur Wasser, Licht, CO<sub>2<\/sub>und N\u00e4hrstoffe, insbesondere gebundenen Stickstoff\u00bb, erkl\u00e4rt <strong>Kleingries<\/strong>. <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Er und sein Team, in dem sich auch Master-Studierende befinden, entwickelten deshalb in den vergangenen zwei Jahren auf dem Campus Horw Bioreaktoren, die bestm\u00f6gliche Bedingungen f\u00fcr ein schnelles Wachstum der Mikroalgen bieten. Wichtig ist dabei, dass die Z\u00fcchtung der Algen m\u00f6glichst wenig Energie verbraucht, um den Effekt nicht zunichtezumachen. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u00abWir z\u00fcchten die Algen mit nat\u00fcrlichem Tageslicht\u00bb, verdeutlicht<strong> Kleingries<\/strong>. Die Bioreaktoren haben einen weiteren Vorteil gegen\u00fcber anderen Methoden, die zum Beispiel an der K\u00fcste mit Meerwasser arbeiten: Es dringen kaum Bakterien in die Algenzucht, die sonst das Wachstum zum Erliegen bringen k\u00f6nnen; die Bioreaktoren am Campus Horw sind geschlossene Systeme.&nbsp;<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Vom Forschungsprojekt zum Start-up<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Gebert R\u00fcf Stiftung hat dem Projekt Anfang Mai&nbsp;die \u00abFirst Ventures\u00bb-Unterst\u00fctzung zugesagt. Damit sollen nun hocheffiziente Bioreaktoren entwickelt werden, die fast ausschliesslich mit nat\u00fcrlichem Sonnenlicht arbeiten. Sind die Projektergebnisse vielversprechend, soll das Start-up Arrhenius AG gegr\u00fcndet werden. Zu den Gr\u00fcndungsmitgliedern werden auch Masterabsolventen und -absolventinnen geh\u00f6ren. Ihr Ziel: diese Technologie weiterentwickeln und auf den Markt bringen. Im Moment hat ein Reaktor einen Fl\u00e4chenbedarf von etwa 20 m<sup>2<\/sup>&nbsp;und kann j\u00e4hrlich \u00fcber eine Tonne CO<sub>2<\/sub> binden. Allerdings: der j\u00e4hrliche CO<sub>2<\/sub>-Ausstoss pro Person betr\u00e4gt in der Schweiz aktuell rund f\u00fcnf Tonnen. Ziel ist es deshalb, gr\u00f6ssere und leistungsf\u00e4higere Reaktoren zu bauen. Finanzieren will das Start-up dies \u00fcber Klimazertifikate.Haben die Mikroalgen ihren Dienst getan, so k\u00f6nnen sie getrocknet und anschliessend vergraben werden. Wichtig ist, dass sie nicht in Kontakt mit Sauerstoff kommen. Daf\u00fcr m\u00fcssen sie etwa einen Meter unter der Erde liegen. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u00abNegative Emissionen allein k\u00f6nnen unsere Probleme nicht l\u00f6sen \u2013 in erster Linie m\u00fcssen wir immer noch weniger Energie verbrauchen und den CO<sub>2<\/sub>-Ausstoss dramatisch reduzieren. Aber Mikroalgen k\u00f6nnen zus\u00e4tzlich einen wichtigen Beitrag leisten, um unsere Klimaziele zu erreichen\u00bb, fasst <strong>Mirko Kleingries<\/strong> zusammen.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u00dcber die First-Ventures-Unterst\u00fctzung der Gebert R\u00fcf Stiftung<\/h3>\n\n\n\n<p>Mit&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.grstiftung.ch\/de\/handlungsfelder\/first_ventures.html\">\u00abFirst Ventures\u00bb<\/a>&nbsp;f\u00f6rdert die Gebert R\u00fcf Stiftung Bachelor- und Masterstudierende von Fachhochschulen, die in ihrer Abschlussarbeit eine innovative Gesch\u00e4ftsidee entwickeln. Die Unterst\u00fctzung umfasst einen finanziellen Projektbeitrag von bis zu CHF 150\u2019000 sowie ein individuell abgestimmtes Coachingprogramm.&nbsp;<br><br>Die Gebert R\u00fcf Stiftung ermutigt damit talentierte Bachelor- und Masterstudierende dazu, nebst dem formalen Studienabschlusses auch eine Start-up-Gr\u00fcndung ins Auge zu fassen. Ziel ist es, eine Kultur der \u00abScience Entrepreneurship\u00bb zu f\u00f6rdern und so das unternehmerische Potenzial an den Fachhochschulen zu st\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"103\" height=\"148\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/06\/Bildschirmfoto-2023-06-06-um-11.58.08.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-127906\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kontakt<\/h3>\n\n\n\n<p>Prof. Dr. Mirko Kleingries<br>Leiter Kompetenzzentrum Thermische Energiesysteme und Verfahrenstechnik<br>Tel.: <a>+41 41 349 32 86<\/a><br>E-Mail: <a>mirko.kleingries@hslu.ch<\/a><\/p>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weniger CO2 produzieren reicht nicht aus, um bis im Jahr 2050 klimaneutral zu sein. Daf\u00fcr muss es zus\u00e4tzlich gelingen, CO2 aus der Atmosph\u00e4re zu entfernen. 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