{"id":12776,"date":"2011-11-15T00:00:00","date_gmt":"2011-11-14T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20111115-05n"},"modified":"2011-11-15T00:00:00","modified_gmt":"2011-11-14T22:00:00","slug":"reissfest-wasserdicht-und-kompostierbar-die-biomuelltuete-aus-ecovio","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/reissfest-wasserdicht-und-kompostierbar-die-biomuelltuete-aus-ecovio\/","title":{"rendered":"Rei\u00dffest, wasserdicht und kompostierbar: die Biom\u00fcllt\u00fcte aus Ecovio"},"content":{"rendered":"<p><b>Ob Salat oder Blumenstrau\u00df, Kartoffelschalen oder Kaffeesatz: In einer K\u00fcche f\u00e4llt viel organischer Abfall an. Aufbereitet in einer Kompostieranlage, verwandelt er sich in n\u00e4hrstoffreichen Kompost. Doch dazu muss man ihn vorher getrennt sammeln \u2013 und das ist f\u00fcr viele Verbraucher eine l\u00e4stige und unhygienische Angelegenheit. Wirft man den Biom\u00fcll direkt in einen Beh\u00e4lter, bleiben nach dem Entleeren \u00fcbel riechende Reste kleben. Eingelegte Papiert\u00fcten weichen durch und rei\u00dfen. Die Folgen: Viele kompostierbare Abf\u00e4lle landen im Restm\u00fcll und m\u00fcssen unter hohem Energieaufwand verbrannt werden. Oder der organische Abfall wird in der Biotonne mit konventionellen Kunststofft\u00fcten entsorgt, die dann im Kompostierwerk m\u00fchsam aussortiert werden m\u00fcssen.<\/b><\/p>\n<p> Abhilfe schafft eine Neuentwicklung der BASF: der kompostierbare Kunststoff Ecovio\u00ae FS. Das innovative Material baut sich in industriellen Kompostieranlagen innerhalb von vier Wochen biologisch ab. Biom\u00fcllt\u00fcten aus Ecovio FS sind stabil und rei\u00dffest \u2013 auch bei feuchtem Inhalt. Die Fl\u00fcssigkeit aus Teebeuteln oder Obstresten sickert nicht durch. So entstehen weniger unangenehme Ger\u00fcche und das l\u00e4stige Schrubben des Sammelbeh\u00e4lters in der K\u00fcche entf\u00e4llt. Ist der Beutel voll, kann er einfach mitsamt Inhalt in die Biom\u00fclltonne geworfen werden.<\/p>\n<p>In mehreren Pilotprojekten in Deutschland, Kanada und Australien wurde das Verhalten des Kunststoffs in Kompostieranlagen ausgiebig getestet. Aber bew\u00e4hren sich die neuen Biom\u00fcllt\u00fcten auch im gro\u00dffl\u00e4chigen Einsatz? Um das zu untersuchen, f\u00fchrte die BASF gemeinsam mit Projektpartnern von April bis Juni 2011 einen Praxistest im Landkreis Bad D\u00fcrkheim (Rheinland-Pfalz) durch. Rund 65.000 Haushalte erhielten jeweils zehn kostenlose Biom\u00fcllt\u00fcten aus Ecovio FS und konnten bei Bedarf weitere nachkaufen. Die Beratungs\u00adgesellschaft IBK-Solutions GmbH untersuchte den Kompost: &#8220;Die Ergebnisse waren durchweg positiv&#8221;, sagt Erhard Freunscht, Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises Bad D\u00fcrkheim und verantwortlich f\u00fcr die Abfallwirtschaft. &#8220;Die B\u00fcrger haben das Angebot sehr gut angenommen. Das konnten wir daran sehen, dass viele der T\u00fcten in der Biotonne gelandet sind. Zudem waren die T\u00fcten nach etwa drei Wochen biologisch abgebaut \u2013 aus unserer Sicht ein voller Erfolg.&#8221;<\/p>\n<p>Der Grund f\u00fcr die gute Kompostierbarkeit von Ecovio FS liegt in seiner Zusammen\u00adsetzung. Das Material besteht zum einen aus dem teilweise erd\u00f6lbasierten, kompostierbaren Kunststoff Ecoflex\u00ae FS. Der andere Bestandteil ist Polymilchs\u00e4ure, die aus Maisst\u00e4rke gewonnen wird. Die komplett auf nachwachsenden Rohstoffen basierende Polymilchs\u00e4ure ist im reinen Zustand eher spr\u00f6de. Kombiniert mit Ecoflex entsteht jedoch ein flexibler Kunststoff, den man beispielsweise auch zu T\u00fcten verarbeiten kann. In einer industriellen Kompostieranlage mit kontrollierten Bedingungen \u2013 hohe Temperatur und Feuchtigkeit, definierter Sauerstoff\u00adgehalt \u2013 wird das Material zusammen mit dem Bioabfall von Mikroorganismen wie Pilzen und Bakterien zu Wasser, Kohlendioxid und Biomasse, also zu wertvollem Kompost, abgebaut.<\/p>\n<p>&#8220;Ecoflex und Polymilchs\u00e4ure, beide Bestandteile von Ecovio, sind biologisch abbaubar&#8221;, sagt Professor Andreas K\u00fcnkel, Forschungsleiter f\u00fcr Biopolymere bei der BASF. &#8220;F\u00fcr die Bioabbau\u00adbarkeit ist nicht wichtig, ob ein Material aus pflanzlichen Rohstoffen oder aus Erd\u00f6l hergestellt wird. Entscheidend ist allein der Aufbau der Molek\u00fcle. Da das synthetische Polymer gezielt auf Bioabbaubarkeit hin optimiert wurde, k\u00f6nnen die Mikroorganismen es problemlos verdauen.&#8221; Die gute Bioabbaubarkeit von Ecovio FS ist weltweit anerkannt. Das Produkt erf\u00fcllt sowohl in Europa als auch in Nordamerika und Asien alle einschl\u00e4gigen Normen f\u00fcr kompostierbare und bioabbaubare Kunststoffe. <\/p>\n<p>Biom\u00fcllt\u00fcten sind aber l\u00e4ngst nicht die einzige Anwendung: Papierbecher k\u00f6nnen mit einer d\u00fcnnen Folie aus Ecovio FS beschichtet werden, damit sie gegen\u00fcber Fl\u00fcssigkeiten dicht sind. Auch sie lassen sich kompostieren. Dasselbe gilt f\u00fcr Getr\u00e4nkegebinde, die mit der Folie ummantelt sind. Und nicht nur M\u00fcll-, sondern auch Einkaufst\u00fcten k\u00f6nnen aus Ecovio hergestellt werden. Ein weiteres Einsatzgebiet f\u00fcr biologisch abbaubare Kunststoffe sind Abdeckfolien f\u00fcr die Landwirtschaft als Ersatz f\u00fcr konventionelle Polyethylen-Folien. Ihr Vorteil: Der Landwirt muss sie nach der Ernte nicht mehr m\u00fchsam einsammeln, sondern kann sie einfach unterpfl\u00fcgen.<\/p>\n<p>Bioabbaubare Kunststoffe werden weltweit immer st\u00e4rker nachgefragt. Experten sch\u00e4tzen, dass der Markt j\u00e4hrlich um mehr als 20 Prozent w\u00e4chst. Die BASF als ein f\u00fchrender Anbieter von Biokunststoffen hat deshalb k\u00fcrzlich ihre Produktionskapazit\u00e4ten f\u00fcr Ecoflex und Ecovio  erheblich erweitert. Die Kunststoffe k\u00f6nnen so k\u00fcnftig dazu beitragen, dass das Sammeln von Biom\u00fcll einfacher wird \u2013 damit immer mehr Bioabfall im Kompost und immer weniger davon im Restm\u00fcll landet.<\/p>\n<ul>\n<li><b>Weitere Informationen\n<p><i>Die Infobox<\/p>\n<p>Was sind Biokunststoffe?<\/i><\/b><br \/>Unter dem Begriff &#8220;Biokunststoffe&#8221; werden zwei verschiedene Gruppen von Produkten zusammengefasst, die &#8220;biobasierten&#8221; und die &#8220;biologisch abbaubaren&#8221; Kunststoffe.<\/p>\n<p><b>Biobasiert<\/b> werden Materialien genannt, die teilweise oder vollst\u00e4ndig aus nachwachsenden Rohstoffen stammen. Dazu geh\u00f6ren beispielsweise Polymilchs\u00e4ure, Polyhydroxyfetts\u00e4uren, St\u00e4rke, Cellulose, Chitin oder Gelatine. Biobasierte Kunststoffe k\u00f6nnen biologisch abbaubar sein \u2013 sind es aber nicht immer. Zu den biobasierten, aber nicht bioabbaubaren Kunststoffen z\u00e4hlen naturfaserverst\u00e4rkte Kunststoffe und Verbundwerkstoffe aus Holz und Kunststoff.<\/p>\n<p><b>Biologisch abbaubar:<\/b> Spezielle Bakterien geben Enzyme ab, die die langen Polymerketten des Materials in kleine Teile zerlegen. Diese werden dann von den Bakterien verdaut und \u00fcbrig bleiben Wasser, Kohlendioxid und Biomasse. Damit sich das Material laut der europ\u00e4ischen Norm DIN EN 13432 &#8220;biologisch abbaubar&#8221; nennen darf, muss es sp\u00e4testens nach 180 Tagen unter bestimmten Bedingungen \u2013 hohe Temperatur, hohe Feuchtigkeit, definierter Sauerstoffgehalt \u2013 zu mindestens 90 Prozent abgebaut sein. Produkte, die dieser Norm entsprechen, d\u00fcrfen mit dem &#8220;Keimling&#8221;, dem Logo f\u00fcr Kompostierbarkeit, gekennzeichnet werden. Biologisch abbaubare Kunststoffe m\u00fcssen nicht aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, sondern k\u00f6nnen auch erd\u00f6lbasiert sein. Die biologische Abbaubarkeit h\u00e4ngt nicht vom Rohstoff ab, sondern allein von der chemischen Struktur des Kunststoffs.<\/p>\n<p><b>Wann ist der Einsatz biobasierter und\/oder bioabbaubarer Kunststoffe sinnvoll?<\/b><br \/>Es gibt keine generellen Vor- oder Nachteile fossiler oder nachwachsender Rohstoffe. Bei jeder einzelnen Anwendung m\u00fcssen Umweltvertr\u00e4glichkeit, Wirtschaftlichkeit und soziale Auswirkungen \u00fcber den gesamten Lebenszyklus eines Produktes untersucht werden. Bei der \u00d6koeffizienz-Analyse der BASF zeigt sich immer wieder, dass Kunststoffe auf pflanzlicher Basis nicht generell \u00f6koeffizienter sind als solche auf petrochemischer Basis. Wenn der Wasser- und D\u00fcngemittelbedarf relativ gering ist und die Transportwege kurz sind, kann die Nutzung pflanzlicher Rohstoffe \u00f6kologisch vorteilhaft sein. Werden jedoch bei der Verarbeitung energieaufwendige Verfahren eingesetzt, kann sich der \u00f6kologische Effekt leicht umkehren.<\/p>\n<p>Biologisch abbaubare Kunststoffe sind nicht generell umweltfreundlicher als andere. Aber sie sind f\u00fcr bestimmte Anwendungen die beste L\u00f6sung \u2013 zum Beispiel f\u00fcr unterpfl\u00fcgbare Agrarfolien, kompostierbare Lebensmittelverpackungen oder Tragetaschen. Seit zwei Jahren setzt der Discounter Aldi S\u00fcd solche T\u00fcten ein, die sich nach mehrmaligem Gebrauch als Tragetasche anschlie\u00dfend noch als Biom\u00fcllbeutel verwenden lassen.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Ob Salat oder Blumenstrau&szlig;, Kartoffelschalen oder Kaffeesatz: In einer K&uuml;che f&auml;llt viel organischer Abfall an. 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