{"id":127734,"date":"2023-06-07T07:26:00","date_gmt":"2023-06-07T05:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=127734"},"modified":"2023-06-02T12:43:07","modified_gmt":"2023-06-02T10:43:07","slug":"vom-acker-in-die-wand-haus-aus-heimischen-rohstoffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/vom-acker-in-die-wand-haus-aus-heimischen-rohstoffen\/","title":{"rendered":"Vom Acker in die Wand: Haus aus heimischen Rohstoffen"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.merkur.de\/leben\/wohnen\/vom-acker-in-die-wand-haus-aus-heimischen-rohstoffen-zr-92293653.html#id-Comments\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.merkur.de\/leben\/wohnen\/vom-acker-in-die-wand-haus-aus-heimischen-rohstoffen-zr-92293653.html#\"><\/a>Ein Handwerker tr\u00e4gt einen Strohballen durch eine Halle des Abwasserverbandes Mittlere M\u00fcmling in S\u00fcdhessen. Er will das Stroh aber nicht in St\u00e4llen f\u00fcr Pferde oder K\u00fche auslegen, er baut ein Haus. Sein klimaschonendes Baumaterial kommt vom heimischen Acker und aus dem Wald nebenan.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.merkur.de\/bilder\/2023\/05\/22\/92293653\/31830928-strohhaus-aus-heimischen-rohstoffen-2tfe.jpg\" alt=\"Strohhaus aus heimischen Rohstoffen\" width=\"825\" height=\"464\"\/><figcaption>Ein Handwerker holt einen Strohballen als D\u00e4mmung f\u00fcr Bauteile eines Geb\u00e4udes. In Michelstadt entsteht ein B\u00fcro- und Betriebsgeb\u00e4ude aus Holz und Stroh. \u00a9&nbsp;Oliver Pietschmann\/dpa\/Produktion<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Auf dem Areal entsteht ein mit Stroh hochged\u00e4mmtes, Treibhausgase speicherndes, fast vollst\u00e4ndig recycelbares dreigeschossiges Geb\u00e4ude. \u201eWir k\u00f6nnen gleich teuer bauen mit maximaler Klimaschonung\u201c, sagt Tilman Sch\u00e4berle vom Architektenb\u00fcro \u201eShakti Haus\u201c aus Bad K\u00f6nig zum Vergleich mit herk\u00f6mmlichen Bauweisen. \u201eTeurer landen wir definitiv nicht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>In Zeiten, in denen wegen der Energieeffizienz aller Orten bei Bauten von D\u00e4mmung gesprochen wird, holen Sch\u00e4berle und seine Partnerin Susanne K\u00f6rner die D\u00e4mmung beim Bauern ab. Gut ein Dutzend dieser Geb\u00e4ude haben die beiden in den vergangenen Jahren konzipiert und gebaut. F\u00fcr sie ist es aber das erste \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude, dass sie bauen. Hier gebe es bei Hallen, Schulen oder auch Kinderg\u00e4rten durchaus Potenzial. Und: \u201eWir m\u00fcssen das Rad nicht neu erfinden, das gibt es seit mehr als 100 Jahren\u201c, sagt K\u00f6rner.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Strohballenbau kommt aus der Nische heraus<\/h3>\n\n\n\n<p>Bei allen Diskussionen um Einsparpotenziale beim Energieverbrauch, Nachverdichtung und fehlendem bezahlbaren Wohnraum setzen auch St\u00e4dte auf nachhaltiges Bauen. So hat Darmstadt j\u00fcngst einen Preis ausgelobt. Der \u201eKlimapreis f\u00fcr nachhaltiges Bauen\u201c umfasse unter anderem Themen wie Energieeffizienz oder auch nachhaltige Baustoffe.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Entwicklungen der letzten f\u00fcnf bis zehn Jahre zeigen, dass sich der Strohballenbau langsam aus einer Nische herausbewegt\u201c, sagt Adina Lange vom Fachverband Strohballenbau Deutschland. So w\u00fcrden in L\u00fcneburg Mehrfamilienh\u00e4user und auch ein \u00f6ffentlicher Hort realisiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Der \u00fcberwiegende Teil der Bauherren sei allerdings privat. Das k\u00f6nne sich in Zukunft aber \u00e4ndern, da diese H\u00e4user eine ausgezeichnete Klimabilanz mit sich bringen. Nach Angaben des Verbandes gibt es derzeit in Deutschland rund 1200 H\u00e4user in dieser Bauart. J\u00e4hrlich w\u00fcrden rund 50 neue dazukommen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Nachwachsende Rohstoffe aus der Nachbarschaft<\/h3>\n\n\n\n<p>\u201eWir haben Nachhaltigkeitskonzepte erstellen lassen\u201c, sagt der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Michelst\u00e4dter Abwasserbetriebes, Gunnar Krannich. Nachhaltigkeit sei schon lange ein Thema und man habe gezielt Architekten gesucht, die sich im Strohballenbau bereits profiliert haben. Das Projekt sei nachhaltig und regional. Das Holz f\u00fcr das Ger\u00fcst stamme aus dem Michelst\u00e4dter Forst. Das zu Quadern und nicht zu Rundballen gepresste Stroh von einem Bauernhof in H\u00f6chst im Odenwald &#8211; nachwachsende Rohstoffe aus der Nachbarschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr das Geb\u00e4ude werden insgesamt rund 120 Kubikmeter Holz aus dem lokalen Wald verbaut f\u00fcr Au\u00dfenw\u00e4nde, Innenw\u00e4nde, Dach, Decken, Fassade, Aussteifung, Beplankung der Innen- und Au\u00dfenw\u00e4nde, zudem rund 1.200 Strohballen. Der St\u00fcckpreis liegt bei 2,50 bis 3 Euro. \u201eDas sind schon richtige Mengen, die da drin stecken\u201c, sagt K\u00f6rner \u00fcber das geplante mehrgeschossige B\u00fcro- und Betriebsgeb\u00e4ude mit einer Nutzfl\u00e4che von 310 Quadratmetern.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">So wenig Abfall wie m\u00f6glich<\/h3>\n\n\n\n<p>Nach Angaben von Krannich wird zudem versucht, so wenig Abfall wie m\u00f6glich zu produzieren. \u201eWir lassen wenig \u00fcbrig.\u201c 50 Prozent des M\u00fclls entstehe beim Bau. Weit unter zehn Prozent des Baumaterials sei nicht aus nachwachsenden Rohstoffen, wie zum Beispiel die Schrauben, Stahltr\u00e4ger oder auch Aluminiumteile.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Angaben von K\u00f6rner und Sch\u00e4berle bauen sie zum ersten Mal ausschlie\u00dflich mit heimischen Produkten. Wegen der Strohquader habe man mehrere Landwirte kontaktieren m\u00fcssen. Beim Bau werden die W\u00e4nde in einer Halle vorproduziert und dann in einer Art Fertigbauweise am geplanten Standort zusammengesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Vorproduzieren in der Halle sei auch n\u00f6tig, damit das Stroh nicht nass werde. Die vorproduzierten Bauteile werden schlie\u00dflich mit Platten luft- und winddicht versiegelt. Und K\u00f6rner r\u00e4umt auch weitere etwaige \u00c4ngste aus: \u201eDie Strohballen sind frei von M\u00e4usen oder anderen krabbelnden Tieren.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Handwerker tr\u00e4gt einen Strohballen durch eine Halle des Abwasserverbandes Mittlere M\u00fcmling in S\u00fcdhessen. Er will das Stroh aber nicht in St\u00e4llen f\u00fcr Pferde oder K\u00fche auslegen, er baut ein Haus. Sein klimaschonendes Baumaterial kommt vom heimischen Acker und aus dem Wald nebenan. Auf dem Areal entsteht ein mit Stroh hochged\u00e4mmtes, Treibhausgase speicherndes, fast vollst\u00e4ndig [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","nova_meta_subtitle":"F\u00fcr eine h\u00f6here Energieeffizienz werden Geb\u00e4ude meist mit Styropor oder Mineralwolle ged\u00e4mmt. 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