{"id":12769,"date":"2011-11-21T00:00:00","date_gmt":"2011-11-20T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20111121-02n"},"modified":"2011-11-21T00:00:00","modified_gmt":"2011-11-20T22:00:00","slug":"krabbenschalen-als-rohstoff-fuer-chemikalien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/krabbenschalen-als-rohstoff-fuer-chemikalien\/","title":{"rendered":"Krabbenschalen als Rohstoff f\u00fcr Chemikalien"},"content":{"rendered":"<p><b><\/p>\n<div style=\"float:right;margin-left:10px;\">\n<table border=\"0\">\n<tr>\n<td><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20111121-02\/1321864498665.jpg\" align=\"left\" BORDER=\"0\" ALT=\"Schalen von Krebstieren sollen als <br \/>Rohstoff f\u00fcr chemische Produkte <br \/>erschlossen werden.<br \/>\u00a9 Biotech Surindo \/Fraunhofer IGB&#8221;><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"font-size:10px;\" align=\"left\">Schalen von Krebstieren sollen als <br \/>Rohstoff f\u00fcr chemische Produkte <br \/>erschlossen werden.<br \/>\u00a9 Biotech Surindo \/Fraunhofer IGB<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Krabben, Krebse und Garnelen sind gesch\u00e4tzte Leckerbissen. Mehr als 750.000 Tonnen Schalen dieser Krebstiere landen allein in der EU pro Jahr auf dem M\u00fcll. Dabei k\u00f6nnten theoretisch auch die Schalen genutzt werden. Sie bestehen aus Chitin, einem auch in Insekten und Pilzen vorkommenden Biopolymer aus kettenartig aneinandergereihten, stickstoffhaltigen Zuckermolek\u00fclen. In Asien beispielsweise wird aus Garnelenschalen bereits das Polymer Chitosan hergestellt, welches als Filter oder Folie, aber auch als Wundauflage Anwendung findet. Die Schalen der europ\u00e4ischen Krebstiere enthalten allerdings mehr Kalk, die Aufarbeitung zu Chitosan ist daher nicht wirtschaftlich.<\/b><\/p>\n<p>In dem von der EU gef\u00f6rderten Projekt ChiBio wollen Forscher unter der Leitung der Straubinger Projektgruppe BioCat des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Grenzfl\u00e4chen- und Bioverfahrenstechnik IGB neue Verfahren entwickeln, um die in gro\u00dfen Mengen als Abfall anfallenden Schalen auch hierzulande als Rohstoff f\u00fcr Chemikalien und neue Materialien zu erschlie\u00dfen. Das Konsortium mit Forschungs- und Industriepartnern aus Norwegen, \u00d6sterreich, Tschechien, Irland sowie Tunesien und Indonesien setzt dabei auf einen ganzheitlichen und umfassenden Ansatz. &#8220;Nach Art einer Bioraffinerie f\u00fcr landwirtschaftliche Produkte wollen wir f\u00fcr den Abfall Krabbenschale verschiedene stoffliche und energetische Nutzungswege entwickeln oder optimieren \u2013 und so den Reststoff m\u00f6glichst effizient und vollst\u00e4ndig verwerten&#8221;, erl\u00e4utert Prof. Dr. Volker Sieber, Koordinator von ChiBio und Leiter der Projektgruppe BioCat in Straubing.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst m\u00fcssen die Reste des Krebsfleisches von den Schalen entfernt werden. &#8220;Diese Biomassereste, die aus Proteinen und Fetten bestehen, wollen wir so abtrennen, dass wir sie direkt verg\u00e4ren und energetisch nutzen k\u00f6nnen&#8221;, sagt Dr. Lars Wiemann, ChiBio-Projektleiter in Straubing. Das gereinigte Chitin kann dann mit Enzymen oder Mikroorganismen in seine monomeren Bausteine, den stickstoffhaltigen Zucker Glucosamin, gespalten werden. Am Fraunhofer IGB wurden bereits Chitinasen aus Bakterien isoliert, die diese Abspaltung katalysieren. &#8220;Eine gro\u00dfe Herausforderung wird sein, Glucosamin zu solchen Grundbausteinen \u2013 oder Plattformchemikalien \u2013 umzusetzen, aus denen Chemiker verschiedene neue, biobasierte Polymere herstellen k\u00f6nnen&#8221;, erz\u00e4hlt Dr. Wiemann. Damit einzelne Monomere zu einem Polymer verkn\u00fcpft werden k\u00f6nnen, ben\u00f6tigen diese mindestens zwei funktionelle Gruppen, die katalytisch miteinander verbunden werden k\u00f6nnen. &#8220;Hier wollen wir chemische Schritte mit biotechnologischen Verfahren kombinieren&#8221;, erg\u00e4nzt Prof. Sieber. Alle in der Prozesskette anfallenden biobasierten Nebenprodukte sollen gemeinsam mit den anf\u00e4nglich abgetrennten Proteinen und Fetten zu Biogas als regenerativem Energietr\u00e4ger vergoren werden.<\/p>\n<p>Der EU-Forschungsantrag &#8220;ChiBio \u2013 Entwicklung einer integrierten Bioraffinerie f\u00fcr die Aufarbeitung von chitinhaltigen Abf\u00e4llen zu Spezial- und Feinchemikalien&#8221; erhielt mit 14 von 15 m\u00f6glichen Punkten das beste Ergebnis in der Ausschreibung \u00bbNeue biotechnologische Ans\u00e4tze zur Umwandlung industrieller und\/oder st\u00e4dtischer Abf\u00e4lle in Bioprodukte&#8221;. Die F\u00f6rdersumme von 3 Millionen Euro wird ab November 2011 f\u00fcr die Projektlaufzeit von drei Jahren bereitgestellt. Regionale Partner sind die Arbeitsgruppe Industrielle Biokatalyse von Prof. Dr. Thomas Br\u00fcck an der TU M\u00fcnchen in Garching und die S\u00fcd-Chemie AG in Moosburg aus Bayern sowie das tschechische Unternehmen Apronex und das ober\u00f6sterreichische Energieinstitut an der Johannes Kepler Universit\u00e4t Linz GmbH. Weiterhin sind beteiligt Letterkenny Institute of Technology (Letterkenny, Irland), Agricultural University of Norway (Oslo, Norwegen), Institut National des Sciences et Technologies de la Mer (Karthago, Tunesien), Earagail Eisc Teoranta (Carrick, Irland), Evonik Industries AG (Essen) und Biotech Surindo PT (Cirebon, Indonesien).<\/p>\n<p>Die Projektgruppe BioCat ist Teil des Wissenschaftszentrums Straubing am Kompetenzzentrum f\u00fcr Nachwachsende Rohstoffe. Sie ist dem von Prof. Dr. Thomas Hirth geleiteten Fraunhofer-Institut f\u00fcr Grenzfl\u00e4chen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart zugeordnet und wird von Prof. Dr. Volker Sieber, Inhaber des Lehrstuhls f\u00fcr Chemie Biogener Rohstoffe der TU M\u00fcnchen, geleitet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Krabben, Krebse und Garnelen sind gesch&auml;tzte Leckerbissen. Mehr als 750.000 Tonnen Schalen dieser Krebstiere landen allein in der EU pro Jahr auf dem M&uuml;ll. 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