{"id":12753,"date":"2011-11-28T00:00:00","date_gmt":"2011-11-27T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20111129-01n"},"modified":"2011-11-28T00:00:00","modified_gmt":"2011-11-27T22:00:00","slug":"was-orangen-abfaelle-mit-ihrer-haut-zu-tun-haben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/was-orangen-abfaelle-mit-ihrer-haut-zu-tun-haben\/","title":{"rendered":"Was Orangen-Abf\u00e4lle mit Ihrer Haut zu tun haben"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Allianz Industrie Forschung AiF (K\u00f6ln\/Berlin) verleiht in diesem Jahr eine ihrer h\u00f6chsten Auszeichnungen, den Otto von Guericke-Preis, an PD Dr. Jens Schrader vom Karl-Winnacker-Institut der DECHEMA (Frankfurt\/Main). Mit dem von Schrader und seinem Team entwickelten biotechnologischen Verfahren k\u00f6nnen hochwertige antimikrobielle und konservierende Substanzen aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. So werden Abfallstoffe der Lebensmittelindustrie zu Wertstoffen mit breiter Nutzungsm\u00f6glichkeit, wie zum Beispiel in der Kosmetikbranche oder der medizinischen Anwendung. Dazu nutzt Schrader den nahezu unersch\u00f6pflichen Werkzeugkasten der Natur.<\/b><\/p>\n<p>Der Preis wird j\u00e4hrlich f\u00fcr herausragende Erfolge der Industriellen Gemeinschaftsforschung IGF vergeben, die einen wichtigen Ansto\u00df f\u00fcr Innovationen in der Wirtschaft liefern. IGF-Projekte werden seit 57 Jahren durch das gleichnamige Programm des Bundesministeriums f\u00fcr Wirtschaft und Technologie (BMWi) in Partnerschaft mit der AiF gef\u00f6rdert. Die Auszeichnung wird im Rahmen eines Festakts w\u00e4hrend der \u00f6ffentlichen 84. Tagung des Wissenschaftlichen Rats der AiF am 7. Dezember 2011 am Sitz der DECHEMA in Frankfurt\/Main verliehen.<\/p>\n<p>Schrader entwickelte, aufbauend auf den Ergebnissen eines fr\u00fcheren Projekts der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), eine hocheffiziente und innovative Technologieplattform. Mit dieser Entwicklung gelingt es nun, Monoterpen-basierte Inhaltsstoffe aus Pflanzen, speziell aus Reststoffen der zitrusverarbeitenden Industrie wie beispielsweise Orangenschalen, biotechnologisch zu veredeln. Sie werden mit Hilfe ma\u00dfgeschneiderter Biokatalysatoren zu industriell hochwertigen und begehrten Wirkstoffen umgewandelt. Dazu z\u00e4hlt auch die antimikrobiell wirkende Perillas\u00e4ure, die Gegenstand des gef\u00f6rderten Vorhabens war. Zurzeit laufen Arbeiten zur Optimierung und Vorbereitung der industriellen Umsetzung dieses Perillas\u00e4ure-Prozesses, welche im Rahmen einer Industriekooperation des Instituts mit Mitteln des BMBF gef\u00f6rdert wird.<\/p>\n<p>&#8220;F\u00fcr die erfolgreiche industrielle Anwendung biotechnologischer Produktionsverfahren sind hohe Raum-Zeit-Ausbeuten und kosteng\u00fcnstige Aufreinigungsverfahren essenziell &#8220;, sagt Preistr\u00e4ger Schrader, Leiter der Bioverfahrenstechnik am Karl-Winnacker-Institut der DECHEMA. &#8220;Durch eine f\u00fcr Monoterpene ma\u00dfgeschneiderte Prozessf\u00fchrung mit In-situ-Produktentfernung sowie durch moderne Methoden der Stammoptimierung k\u00f6nnen wir effiziente Biokatalysesysteme und damit wirtschaftliche Verfahren entwickeln. Damit werden die notwendigen Grundlagen erarbeitet, um industrielle Kooperationspartner zu gewinnen. Diese Partner bringen diese Arbeiten schlie\u00dflich in die technische Anwendung und damit in die Produktion und sind in der Lage, die gewonnen Produkte letztlich auf dem Markt zu positionieren.&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Innovationsf\u00f6rderung braucht Risikobereitschaft und einen langen Atem&#8221;, so Prof. Dr. Stefanie Heiden, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der AiF und Honorarprofessorin f\u00fcr Umwelt- und Industrielle Biotechnologie der Uni Osnabr\u00fcck: &#8220;Das vorliegende Beispiel zeigt, wie es dank sukzessiver F\u00f6rderung unterschiedlichen Formats mittels DBU, BMWi und AiF gelungen ist, eine vorliegende Probleml\u00f6sung zur industriellen Anwendungsreife zu entwickeln. Gerade der Industriellen Gemeinschaftsforschung, dem Herzst\u00fcck der AiF-Aktivit\u00e4ten, kommt hierbei eine entscheidende Bedeutung zu. Hier werden bereits in einem sehr fr\u00fchen Stadium in der Wertsch\u00f6pfungskette die Interessen unterschiedlicher Akteure aus Industrie und Forschung zusammengef\u00fchrt, und das branchenweit wie branchen\u00fcbergreifend.&#8221;<\/p>\n<p>Das preisgekr\u00f6nte Forschungsvorhaben wurde von der DECHEMA Gesellschaft f\u00fcr Chemische Technik und Biotechnologie e.V., einer Mitgliedsvereinigung der AiF, koordiniert. Prof. Dr. Kurt Wagemann, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der DECHEMA freut es, &#8220;dass dieses Vorhaben dank der Industriellen Gemeinschaftsforschung an unserem Institut durchgef\u00fchrt werden konnte. Die Forschungsergebnisse sind viel versprechend und ein Paradebeispiel f\u00fcr die M\u00f6glichkeiten, die biotechnologische Verfahren f\u00fcr die industrielle Forschung und nachhaltiges Wirtschaften bieten. Herrn Schrader ist es mit seinem Team in hervorragender Weise gelungen, ein hoch komplexes und, gerade was die technische Umsetzung anbelangt, anspruchsvolles Forschungsvorhaben zum Erfolg zu f\u00fchren. Darauf sind wir stolz! Die Preisverleihung schafft weitere Aufmerksamkeit f\u00fcr diese technologische Innovation, und wir sind gespannt, welche weiteren Kooperationen sich hieraus zuk\u00fcnftig entwickeln.&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Die M\u00e4rkte der Zukunft sind, davon ist die AiF \u00fcberzeugt, nachhaltig. Und gerade hier kommt der Biotechnologie als Schl\u00fcsseltechnologie zur Etablierung nachhaltiger Produkte und Verfahren eine besondere Bedeutung zu &#8211; im Sinne der Agenda 21. Der Schradersche Ansatz demonstriert die hervorragenden M\u00f6glichkeiten der Etablierung eines ma\u00dfgeschneiderten Produktionsprozesses, der gleichzeitig mit \u00fcberzeugender Wirkung in Sachen Ressourcenschonung, Umweltentlastung und Produktivit\u00e4tssteigerung gleicherma\u00dfen punkten kann&#8221;, erl\u00e4utert Prof. Dr. Stefanie Heiden. <\/p>\n<p>&#8220;Wollen wir den globalen Herausforderungen begegnen, so ben\u00f6tigen wir noch eine Vielzahl solcher Ergebnisse. In ressourcenschonenden Verfahren und Produkten liegt die gro\u00dfe Chance deutscher, insbesondere mittelst\u00e4ndischer Unternehmen. Durch die Industrielle Gemeinschaftsforschung IGF wird ihnen die M\u00f6glichkeit geboten, an solchen Entwicklungen teilzuhaben, zu wachsen und im internationalen Wettbewerb den technologischen Vorsprung in nachhaltigen Produkten und Verfahren auszubauen. Die Nachfrage nach bioaktiven Substanzen aus nat\u00fcrlichen Quellen, zum Beispiel f\u00fcr innovative Kosmetika, aber auch f\u00fcr die Lebensmittelbranche oder technische Zwecke w\u00e4chst rasant. Ein erstes Anwendungsbeispiel f\u00fcr Perillas\u00e4ure im Kosmetikbereich wird derzeit bereits mit einem der deutschen Pionier-Unternehmen der Industriellen Biotechnologie, der BRAIN AG aus Zwingenberg, verfolgt.&#8221;<\/p>\n<p><b><i>\u00dcber den Preistr\u00e4ger<\/i><\/b><br \/>PD Dr. Jens Schrader (45) ist Stellvertretender Leiter und Leiter der Arbeitsgruppe Bioverfahrenstechnik des Karl-Winnacker-Instituts der DECHEMA. Aktuell erforscht Schrader in einem j\u00fcngst begonnenen IGF-Vorhaben wissenschaftliche Schl\u00fcsselfragen, um die Weiterentwicklung der Technologieplattform f\u00fcr nachhaltige biotechnologische Stoffsynthesen voranzutreiben. Hierdurch soll es gelingen, in Zukunft auch die Synthese einer Reihe verwandter Substanzen mit wirtschaftlicher Bedeutung f\u00fcr unterschiedliche Branchen wie Lebensmittel, Textil, Chemie, Medizinprodukte oder Pharma zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p><b>\u00dcber die AiF<\/b><br \/>Die Allianz Industrie Forschung AiF (eingetragen als Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen &#8220;Otto von Guericke&#8221; e.V.) ist ein 1954 gegr\u00fcndetes, industriegetragenes Innovationsnetzwerk zur F\u00f6rderung von Forschung und Entwicklung im Mittelstand. Es verkn\u00fcpft die Interessen von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Die AiF ist die f\u00fchrende nationale Organisation zur F\u00f6rderung angewandter Forschung und Entwicklung f\u00fcr den deutschen Mittelstand. Aufgabe ist es, als Dachverband von 101 Branchenverb\u00e4nden mit 50.000 angegliederten Unternehmen die Volkswirtschaft Deutschlands in ihrer Wettbewerbsf\u00e4higkeit nachhaltig zu st\u00e4rken. Die AiF als gemeinn\u00fctziger Verein ist Tr\u00e4ger der Industriellen Gemeinschaftsforschung und betreut gemeinsam mit der AiF Projekt GmbH und der AiF F\u2022T\u2022K GmbH, ihren einhundertprozentigen Tochtergesellschaften, weitere F\u00f6rderprogramme der \u00f6ffentlichen Hand. Pro Jahr werden rund 600 Mio. Euro \u00f6ffentliche Mittel \u00fcber die AiF f\u00fcr den Mittelstand eingesetzt.<\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b> <br \/>Anita Widera, <br \/>Telefon: +49 221 37680-10, <br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:anita.widera@aif.de\">anita.widera@aif.de<\/a><\/p>\n<p><b><i>\u00dcber das Karl-Winnacker-Institut der DECHEMA<\/i><\/b><br \/>Das Karl-Winnacker-Institut betreibt interdisziplin\u00e4re Forschung f\u00fcr den technischen Fortschritt auf den Gebieten Werkstoffe, Chemische Technik und Biotechnologie. Das Institut versteht sich als Instrument der wissenschaftlichen Arbeit der DECHEMA e.V. und widmet sich mit seinen ca. 80 Mitarbeitern vornehmlich der grundlagenorientierten und vorwettbewerblichen Forschung. Diese \u00f6ffentlich gef\u00f6rderten Vorhaben werden durch Projekte der industriellen Auftragsforschung erg\u00e4nzt. Auf diese Weise ist das Institut mit seinem internationalen Wissenschaftlerteam im spannenden T\u00e4tigkeitsfeld zwischen der reinen Grundlagenforschung und der industrieller Anwendung aktiv und \u00fcbernimmt damit eine f\u00fcr die Forschungslandschaft wichtige Br\u00fcckenfunktion. Das Institut wirkt dar\u00fcber hinaus in der Lehre an Hochschulen auf den von der DECHEMA vertretenen Fachgebieten mit und f\u00fchrt Weiterbildungskurse f\u00fcr Teilnehmer aus der Industrie und aus dem Hochschulbereich durch. <\/p>\n<p>Die Wei\u00dfe Biotechnologie stellt einen der Forschungsschwerpunkte des Institutes dar. Hier werden in zahlreichen Projekten unter anderem neue bio-technologische Produktionssysteme f\u00fcr die Synthese industriell begehrter Feinchemikalien wie Aroma- und Riechstoffe sowie kosmetische Wirkstoffe entwickelt. Dabei werden im Zuge der Bioprozessentwicklung moderne Methoden der Molekularbiologie, Mikrobiologie und Verfahrenstechnik kombiniert, um fr\u00fchzeitig maximale Synergien zu entfalten.<\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>Dr. Kathrin R\u00fcbberdt<br \/>Telefon: +49 69-7564-277<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:ruebberdt@dechema.de\">ruebberdt@dechema.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Die Allianz Industrie Forschung AiF (K&ouml;ln\/Berlin) verleiht in diesem Jahr eine ihrer h&ouml;chsten Auszeichnungen, den Otto von Guericke-Preis, an PD Dr. Jens Schrader vom Karl-Winnacker-Institut<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[16529,736,187,6352,331,322,2382],"class_list":["post-12753","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-arbeitsgemeinschaft-industrieller-forschungsvereinigungen-otto-von-guericke-e-v-aif","supplier-brain-ag-biotechnology-research-and-information-network-ag","supplier-bundesministerium-fuer-bildung-und-forschung-bmbf","supplier-bundesministerium-wirtschaft-energie","supplier-dechema-gesellschaft-fuer-chemische-technik-und-biotechnologie-ev","supplier-deutsche-bundesstiftung-umwelt-dbu","supplier-karl-winnacker-institut-dechema"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12753","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12753"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12753\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12753"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12753"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12753"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=12753"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}