{"id":12744,"date":"2011-12-02T00:00:00","date_gmt":"2011-12-01T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20111202-01n"},"modified":"2011-12-02T00:00:00","modified_gmt":"2011-12-01T22:00:00","slug":"hightech-werkstoffe-aus-naturfasern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/hightech-werkstoffe-aus-naturfasern\/","title":{"rendered":"Hightech-Werkstoffe aus Naturfasern"},"content":{"rendered":"<p><b><\/p>\n<div style=\"float:right;margin-left:10px;\">\n<table border=\"0\">\n<tr>\n<td><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20111202-01\/nawaro-flachs,property=bild,bereich=bio,sprache=de,width=286,height=208.jpg\" align=\"left\" BORDER=\"0\" ALT=\"Seile aus Naturfasern gibt es schon seit Jahrhunderten. Bald <br \/>k\u00f6nnten sie auch in Hightech-Produkten zum Einsatz kommen.<br \/>Quelle: Florian Gerlach (Nawaro)&#8221;><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"font-size:10px;\" align=\"left\">Seile aus Naturfasern gibt es schon seit Jahrhunderten. Bald <br \/>k\u00f6nnten sie auch in Hightech-Produkten zum Einsatz kommen.<br \/>Quelle: Florian Gerlach (Nawaro)<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Der Bedarf an Kunststoff ist riesig. Weltweit wurden im Jahr 2010 265 Millionen Tonnen Plastik hergestellt. Als Ausgangsstoff f\u00fcr die Polymere dienten bisher Vorstufen, die aus Roh\u00f6l gewonnen wurden. Doch auch in der Kunststoffchemie setzt ein Umdenken ein. Statt des nicht nachhaltigen Erd\u00f6ls sollen k\u00fcnftig nachwachsende Rohstoffe als Ausgangsprodukt dienen. Intensiv werden die Einsatzm\u00f6glichkeiten der gr\u00fcnen Grundsubstanzen getesten. Mit Erfolg: Schon heute gibt es Joghurtbecher, die aus Mais hergestellt wurden oder Kosmetikprodukte, die in Zuckerrohr-Plastik verpackt sind. Deutsche Wissenschaftler wollen noch einen Schritt weiter gehen. Sie entwickeln Biokunststoffe, die das bisherige Plastik nicht nur ersetzen k\u00f6nnen, sondern die ihren fossilen Pendants \u00fcberlegen sind.<\/b><\/p>\n<p>Noch haben Biokunststoffe nur einen kleinen Marktanteil, doch das \u00e4ndert sich. &#8220;Biobasierte Polymere zeigen ein \u00e4hnlich dynamisches Wachstum wie konventionelle Plastikarten in den ersten zehn Jahren nach ihrer Markteinf\u00fchrung&#8221;, sagte Stefan Kabasci vom Fraunhofer Institut f\u00fcr Umwelt- Sicherheits- und Energietechnik (Umsicht) in Oberhausen am 28. November auf einer Fachtagung in Berlin. Verantwortlich daf\u00fcr sei auch das gestiegene Umweltbewusstsein der Verbraucher, betonten Branchenexperten auf der erst wenige Tage zuvor veranstalteten European Bioplastics Conference (<a href=\"http:\/\/www.biotechnologie.de\/BIO\/Navigation\/DE\/aktuelles,did=143576.html\" >mehr\u2026<\/a>).<\/p>\n<p>Kabasci geh\u00f6rt zu einer Gruppe von sechs jungen Forschungsgruppenleitern, die durch das Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) im Rahmen des F\u00f6rderschwerpunkts &#8220;Nachwuchsgruppen auf dem Gebiet der nachwachsenden Rohstoffe&#8221; unterst\u00fctzt werden. Sie trafen sich in Berlin, um \u00fcber den Stand ihrer Projekte zu berichten. Kabasci forscht an der mikrobiellen Herstellung und chemischen Weiterverarbeitung von Bernsteins\u00e4ure, einem wichtigen Ausgangsstoff f\u00fcr die Plastikindustrie. Der j\u00e4hrliche Bedarf f\u00fcr die Plattformchemikalie liegt derzeit bei 15.000 Tonnen und der Marktwert betr\u00e4gt sechs bis neun Euro pro Kilogramm. <\/p>\n<p>Das Bakterium <i>Anaerobiospirillum succiniciproducens<\/i> kann mit verschiedenen nachwachsenden Rohstoffen gef\u00fcttert werden, um die Bernsteins\u00e4ure zu produzieren. Die Substanz wird dann gemeinsam mit anderen Molek\u00fclen zu langen Polymerketten verbunden. So lassen sich unterschiedliche Plastiksorten herstellen, Polyamide oder Polyester beispielsweise. &#8220;Forschung bedeutet auch Risiko&#8221;, gab der Ingenieur Kabasci vor etwa 60 Zuh\u00f6rern in Berlin zu Bedenken. Nicht alles was man sich zu Beginn eines Projektes vornehme, k\u00f6nne am Ende auch umgesetzt werden. Nur zu wahr: Die auf diese Weise hergestellten Polyamide lassen sich mit industriellen Verfahren nicht verarbeiten, daf\u00fcr sind sie zu empfindlich. Erfolgreicher verliefen hingegen die Versuche mit Polyestern \u2013 hier entstehen f\u00fcr die Industrie interessante Produkte.<\/p>\n<p><b>Naturfaser als Brandschutzmittel<\/b><br \/>Auch Leif Steuernagel von der Technischen Universit\u00e4t Clausthal betonte in seinem Vortrag, wie wichtig die enge Zusammenarbeit mit kommerziellen Partnern ist. Der Chemiker arbeitet derzeit an einem Verfahren, mit dem Naturfasern in Kunststoffprodukte eingebracht werden, um so neue Materialien zu schaffen. Der Anspruch ist hoch: &#8220;Wir wollen Naturfasern gro\u00dfindustriell nach vorne bringen. Das ist das hehre Ziel der Nachwuchsgruppe&#8221;, so Steuernagel in Berlin. Gelingt das, so k\u00f6nnte es auch der Umwelt n\u00fctzen. Denn die Herstellung besonders von Kohlenstoff- aber auch Glasfasermatten verschlingt viel Energie. Das liegt nicht zuletzt an den hohen Temperaturen, die notwendig sind um die Fasern herzustellen. &#8220;Im Prozess werden Temperaturen von mehr als 2000\u00b0C erreicht&#8221;, sagte Steuernagel. Die Fasermatten aus nachwachsenden Rohstoffen bieten aber auch \u00f6konomische Vorteile: eine geringe Dichte und dadurch eine Gewichtsersparnis, zudem niedrige Kosten. Erste Ideen, wo das neue Material eingesetzt werden k\u00f6nnte gibt es schon. Eine zus\u00e4tzliche Beschichtung sorgt daf\u00fcr, dass die Fasern nur noch schwer in Brand geraten. Solche Flammschutzsausr\u00fcstungen lassen sich dann sp\u00e4ter beispielsweise beim Geb\u00e4udebau einsetzen.<\/p>\n<p>In weiteren Projekten arbeiten Forscher daran, Fette und Pflanzen\u00f6le als Rohstoff f\u00fcr die Herstellung neuer Feinchemikalien nutzbar zu machen oder Cellulose f\u00fcr den industriellen Einsatz zu modifizieren. Die Beispiele machen deutlich: In vielen Bereichen gibt es schon biobasierte Alternativen zu petrochemischen Produkten, die manchmal sogar besser sind als das Original. Was dem gro\u00dfen Durchbruch derzeit noch im Wege steht sind h\u00e4ufig wirtschaftliche Erw\u00e4gungen: Die Anlagen in der Petrochemie sind seit Jahrzehnten gnadenlos auf Effizienz getrimmt worden. Damit die biotechnologischen Projekte hier mithalten k\u00f6nnen, ist noch viel Arbeit n\u00f6tig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Der Bedarf an Kunststoff ist riesig. Weltweit wurden im Jahr 2010 265 Millionen Tonnen Plastik hergestellt. 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