{"id":12708,"date":"2012-01-10T00:00:00","date_gmt":"2012-01-09T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20120110-02n"},"modified":"2014-07-25T14:32:01","modified_gmt":"2014-07-25T12:32:01","slug":"koelner-wpc-kongress-mit-guter-stimmung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/koelner-wpc-kongress-mit-guter-stimmung\/","title":{"rendered":"K\u00f6lner WPC-Kongress mit guter Stimmung"},"content":{"rendered":"<p><b>Mit knapp 300 Teilnehmern aus 21 L\u00e4ndern und 30 Ausstellern konnte der &#8220;Vierte Deutsche WPC-Kongress&#8221; in K\u00f6ln (13. und 14. Dezember 2011) wieder seiner Rolle als gr\u00f6\u00dfter Branchentreff in Europa gerecht werden. Veranstalter nova-Institut sowie Sponsoren Reifenh\u00e4user, Werzalit, STAEDTLER und BASF (Innovationspreis) zeigten sich sehr zufrieden. Die Stimmung der Branche ist ungebrochen gut.<\/b><\/p>\n<p><b>Marktdaten Europa<\/b><br \/>\nSeit 2005 ist der europ\u00e4ische Markt f\u00fcr Wood-Plastic-Composites (WPC), im deutschsprachigen Raum auch als Holz-Polymer-Werkstoffe bezeichnet, j\u00e4hrlich um durchschnittlich 35% gewachsen. Aufgrund aktueller Investitionen in Produktionserweiterungen und wachsenden Interesses bei Handel und Verbrauchern blickt die Branche optimistisch nach vorne und erwartet auch in den n\u00e4chsten Jahren zweistellige Wachstumszahlen.<\/p>\n<p>Im Jahr 2010 wurden in Europa etwa 220.000t WPC (Deutschland: ca. 100.000t) produziert und auch in Europa abgesetzt, davon ca. 50.000t in der Automobilindustrie (prim\u00e4r Formpressen) und 167.000t im Bereich Terrassen-Bodenbel\u00e4ge (WPC-Deckings haben in Deutschland einen Marktanteil von etwa 15%), Z\u00e4une und Fassaden (prim\u00e4r Extrusion). Auch in den Bereichen M\u00f6bel, B\u00fcro- und Haushaltsartikel (Tafelgeschirr, Komposteimer, Zahnb\u00fcrsten etc.) sowie technischer Kleinteile und Geh\u00e4use werden immer mehr WPC-Materialien eingesetzt (prim\u00e4r Spritzguss). Die Gesamtmenge d\u00fcrfte hier aber im Jahr 2010 noch unter 5.000t liegen.<\/p>\n<p>In den n\u00e4chsten Jahren werden in allen Sektoren noch erhebliche Zuw\u00e4chse erwartet. Heute wird WPC vor allem in Anwendungen eingesetzt, in denen die Produkteigenschaften wie hohe Steifigkeit und geringe Schwindung (gegen\u00fcber reinen Kunststoffen) und verbesserte Halt- und Formbarkeit (gegen\u00fcber reinen Holzprodukten) zum Tragen kommen. Mit steigenden Kunststoffpreisen ist es aber nur eine Frage von wenigen Jahren, wann WPC-Granulate preiswerter als reine Kunststoff-Granulate sein werden (aktuell liegen sie noch 20-30% dar\u00fcber) und dann Massenm\u00e4rkte erobern k\u00f6nnen &#8211; darauf wies u.a. Ingomar Henning von der Rotho Kunststoff AG auf dem Kongress hin. Die WPC-Branche hat sich in den letzten Jahren soweit professionalisiert, dass dem Bedienen von Massenm\u00e4rkten nun technisch gesehen kein Hindernis mehr entgegensteht. Mit bio-basierten Anteilen zwischen 20 und 80% stellen Holz-Polymer-Werkstoffe volumenm\u00e4\u00dfig die gr\u00f6\u00dfte Gruppe der neuen Biowerkstoffe dar &#8211; klar vor den bio-basierten Kunststoffen.<\/p>\n<p><b>Marktdaten USA und China<\/b><br \/>\nDies wird noch deutlicher, wenn man sich internationale Zahlen anschaut: Aktuell liegen die USA mit einer Produktionsmenge von ca. 1,5 Mio. t WPC an erster Stelle. Das Wachstum hat sich in den letzten Jahren allerdings aufgrund von Qualit\u00e4tsproblemen bei den Deckings verlangsamt. Der russisch-amerikanische Branchenkenner und Fachbuchautor Anatole Klyosov berichtete auf dem Kongress von zahlreichen Reklamationen, die in den vergangenen Jahren au\u00dfergerichtlich oder vor US-Gerichten zu Schadensersatzanspr\u00fcche gegen mehrere Hersteller in Millionenh\u00f6he gef\u00fchrt haben. Parallel ist die Zahl der Hersteller von 27 auf 16 gesunken. Inzwischen haben sich die Qualit\u00e4ten erheblich verbessert und erreichen mehr und mehr das europ\u00e4ische Niveau, wo durch das G\u00fctesiegel des Verbandes der Deutschen Holzwerkstoffindustrie (VHI) schon fr\u00fch die Messlatte bewusst hoch gelegt wurde. Dr. Peter Sauerwein k\u00fcndigte auf dem Kongress auch aktuell weiter versch\u00e4rfte Pr\u00fcfwerte f\u00fcr das VHI-G\u00fctesiegels an.<\/p>\n<p>Besonders dynamisch entwickelt sich der WPC-Markt in China, wo im Jahr 2010 schon 700.000t WPC produziert wurden &#8211; bis 2015 soll die Menge sogar auf 5 Mio. t anwachsen und damit China zum gr\u00f6\u00dften WPC-Produzenten aufsteigen. In China werden ganze H\u00e4user aus extrudierten WPC-Profilen hergestellt, selbst die T\u00fcren werden in voller Breite extrudiert. Als Rohmaterial verwenden die etwa 300 WPC-Produzenten in China neben Holzmehl auch lignocellulosehaltige Agrarreststoffe wie Reisstroh und Reisschalen.<\/p>\n<p><b>Der Kongress<\/b><br \/>\nAuf dem Kongress wurden aktuelle Fragen, Entwicklungen und Trends rund um das Thema WPC pr\u00e4sentiert und diskutiert. Um bei der Themenauswahl den Belangen der Branche gerecht zu werden, fand die Auswahl der Vortr\u00e4ge im erweiterten Beirat des WPC-Kongress mit Vertretern von Herstellern, Wissenschaft und Presse statt. Das Resultat war ein pralles Programm mit 26 Vortr\u00e4gen an zwei Tagen.<\/p>\n<p>Die knapp 300 Kongressbesucher und 30 Aussteller sowie Partner und Sponsoren zeigten sich mit dem Verlauf des &#8220;Vierten Deutschen WPC-Kongresses&#8221; in K\u00f6ln sehr zufrieden, denn aus ihrer Sicht war es nicht nur das gr\u00f6\u00dfte und wichtigste WPC-Ereignis in Europa 2011, sondern vor allem die positive und kooperative Stimmung des Kongresses war geradezu ansteckend.<\/p>\n<p>Andreas Thies vom Sponsor STAEDTLER Mars GmbH &amp; Co. KG, sprach es wie folgt aus: &#8221; &#8230; mein Kompliment an Sie und Ihr Team f\u00fcr den \u00e4u\u00dferst gelungenen Kongress mit tollen Inhalten und vielen neuen Kontakten, Ideen und Themen f\u00fcr mehrere Jahre Entwicklung! Dar\u00fcber hinaus hat man selten Gelegenheit einen Kongress aktiv mit einem kleinen Konzert zu beenden &#8211; hat uns allen Spa\u00df gemacht!&#8221;<\/p>\n<p>Herr Thies bezog sich dabei auf die WPC-Instrumente von Heikki Koivurova vom Tona Innovation Center (TONIC) aus Finnland. Herr Koivurova entwickelt spezielle WPC-Mischungen, mit denen man seltene tropische H\u00f6lzer im Instrumentenbau durch WPC ersetzen kann &#8211; ohne jeglichen Verlust der Klangeigenschaften. Infolge des geringeren Verzugs m\u00fcssen die Instrumente nach Temperaturwechsel nicht einmal neu gestimmt werden. Koivurova brachte als Beispiel eine Geige und eine E-Gitarre mit, von deren Qualit\u00e4t sich die Teilnehmer in der Kaffeepause selber \u00fcberzeugen konnten.<\/p>\n<p><b>Gewinner des WPC-Innovationspreises: Evonik, M\u00f6ller und Werzalit<\/b><br \/>\nHohe Aufmerksamkeit genoss die Verleihung des &#8220;WPC-Innovationspreises&#8221;, der in diesem Jahr von der BASF Color Solutions Germany GmbH gesponsert und nunmehr zum dritten Mal vergeben wurde. Nie zuvor hatte es so viele und hochwertige Einreichungen gegeben \u2013 was die Professionalisierung und Dynamik der Branche zeigt. Der Beirat des Kongresses traf eine Vorauswahl von sechs Innovationen, die von den jeweiligen Firmen mit Kurzvortr\u00e4gen und Exponaten in der Ausstellung dem Publikum n\u00e4hergebracht wurden. Anschlie\u00dfend w\u00e4hlten die Zuschauer ihre Favoriten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"margin-left: 10px;\" alt=\"11-12-13_Preisubereichung_ti_klein2.jpg\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20120110-02\/11-12-13_Preisubereichung_ti_klein2.jpg\" align=\"right\" border=\"0\" \/><b>Platz 1: Evonik Industries AG \u2013 PMMA-Holz-Verbund PLEXIGLAS\u00ae Wood<\/b><br \/>\nAm besten konnte Carlo Sch\u00fctz von Evonik Industries AG, einem der f\u00fchrenden PMMA-Hersteller mit der Marke &#8220;Plexiglas\u00ae&#8221;, das Fachpublikum \u00fcberzeugen. In einer Kooperationsarbeit mit der Reifenh\u00e4user Extrusions GmbH &amp; Co. KG wurde erstmalig ein PMMA-Holz-Composite entwickelt, mit dem im Direktextrusionsverfahren Profile gefertigt werden k\u00f6nnen. Laut Evonik bringt das neue Material &#8220;WPC-Materialien in Sachen Witterungs-, Farb-, Dimensionsstabilit\u00e4t und Festigkeitswerten auf ein neues Niveau&#8221;. Ob Evonik selbst in die PLEXIGLAS\u00ae Wood-Produktion von Bodendielen (&#8220;Deckings&#8221;) einsteigen wird, oder ob Lizenzen vergeben werden, ist noch offen. Grunds\u00e4tzlichen soll das Material aber sp\u00e4ter auch f\u00fcr andere Anwendungen zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n<p><b>Platz 2: M\u00f6ller GmbH &amp; Co. KG &#8211; Schallschutzwand-Profil aus WPC<\/b><br \/>\nAuf Platz 2 wurde Michael Mette von der M\u00f6ller GmbH &amp; Co. KG f\u00fcr eine Schallschutzwand aus WPC gew\u00e4hlt. Das neue Produkt wurde in einem Verbundprojekt zusammen mit der Berg- und H\u00fcttenakademie Krakau, der Universit\u00e4t Bydgoszcz und M\u00f6ller-Polska z.o.o. entwickelt. Die WPC-Profilteile sind witterungs- und tausalzbest\u00e4ndig und sparen durch ihr einfaches Stecksystem mit bis zu 6 m Profilbreite Montage-Arbeit. Die innere D\u00e4mpfungsleistung des WPC-Materials wurde ebenso genutzt wie eine speziell entwickelte Oberfl\u00e4chengestaltung zur Schallstreuung. Anwendungen sind Schallschutz f\u00fcr Stra\u00dfen und Industrieanlagen.<\/p>\n<p><b>Platz 3: Werzalit GmbH + Co. KG \u2013 Verfahrenstechnologie zur Inmould-Beschichtung von WPC-Spritzgussteilen<\/b><br \/>\nJ\u00f6rg Golombek freute sich \u00fcber den dritten Platz f\u00fcr ein Gemeinschaftsprojekt von der Werzalit GmbH + Co. KG mit Hummel-Formen GmbH, Reholz GmbH und dem Verein zur F\u00f6rderung der Kunststofftechnologien Paderborn e.V. Entwickelt wurde ein Verfahren zur Inmould-Beschichtung von WPC-Spritzgussteilen mit 3D-Furnier, beispielsweise f\u00fcr B\u00fcrost\u00fchle. Mit diesem Verfahren wird es erstmals m\u00f6glich, gro\u00dffl\u00e4chige, stark dreidimensional verformte Konturen in nur einem Arbeitsgang mit einer Echtholz-Furnieroberfl\u00e4che zu versehen. Die Verwendung von WPC bietet sich durch ihre Materialeigenschaften des geringen Verzugs und Schwindung an und konnte technologisch voll genutzt werden.<\/p>\n<p>Die Verleihung des Innovationspreises fand in gewohnter Weise im Rahmen der festlichen Abendveranstaltung vor dem Gala-Buffet statt. Werner Tschersich, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der BASF Color Solutions GmbH, zeigte sich begeistert von der Preisverleihung: &#8220;Es ist f\u00fcr uns eine gro\u00dfe Ehre, den diesj\u00e4hrigen Innovationspreis zu sponsern. Wir besch\u00e4ftigen uns intensiv mit dem Thema WPC und freuen uns, einen Beitrag zum Kongress leisten zu k\u00f6nnen.&#8221;<\/p>\n<p>Teilnehmer- und Ausstellerlisten sowie weitere Informationen (z.B. zu den zum Innovationspreis nominierten Unternehmen) finden Sie unter <a href=\"http:\/\/www.wpc-kongress.de\/\">www.wpc-kongress.de<\/a> Ab Ende Januar werden hier auch s\u00e4mtliche Vortr\u00e4ge des Kongresses zu finden sein. Frei f\u00fcr Teilnehmer des WPC-Kongresses, alle anderen zahlen 100 \u20ac zzgl. 19% Umsatzsteuer.<\/p>\n<p>Download this press release as PDF file:\u00a0<a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/12-01-10_PM_WPC.pdf\">12-01-10_PM_WPC<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Mit knapp 300 Teilnehmern aus 21 L&auml;ndern und 30 Ausstellern konnte der &#8220;Vierte Deutsche WPC-Kongress&#8221; in K&ouml;ln (13. und 14. 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