{"id":12691,"date":"2011-06-14T00:00:00","date_gmt":"2011-06-13T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20110614-10n"},"modified":"2011-06-14T00:00:00","modified_gmt":"2011-06-13T22:00:00","slug":"deutschland-als-pionier-einer-nachhaltigen-biooekonomie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/deutschland-als-pionier-einer-nachhaltigen-biooekonomie\/","title":{"rendered":"Deutschland als Pionier einer nachhaltigen Bio\u00f6konomie"},"content":{"rendered":"<p><b>Der bei acatech &#8211; Deutsche Akademie der Technikwissenschaften angesiedelte Bio\u00d6konomieRat hat am 14. Juni 2011 in Br\u00fcssel erstmals die Priorisierung seiner in einem Ausgangsgutachten erarbeiteten Forschungsfelder vorgelegt. Mit der Schwerpunktsetzung k\u00f6nnen nach Einsch\u00e4tzung des Rats die Ziele der &#8220;Nationalen Forschungsstrategie Bio\u00f6konomie 2030&#8221; der Bundesregierung verwirklicht werden. Vordringlich ist es demnach, neue Nutzpflanzen und Nutztiere zu z\u00fcchten, zweitens effizientere Anbautechnologien zu entwickeln und die Ernteverluste zu reduzieren, drittens Innovationen in der Biomasse-basierten Energieproduktion, -umwandlung und -speicherung zu erzielen sowie viertens die Ressource Boden nachhaltiger zu nutzen.<\/b><\/p>\n<p>Staatssekret\u00e4r Dr. Georg Sch\u00fctte vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung erl\u00e4uterte die Nationale Forschungsstrategie; die Europ\u00e4ische Kommission rief zur Bildung eines starken politischen Rahmens auf EU-Ebene auf, um Innovation, Wachstum und Besch\u00e4ftigung durch die Entwicklung der biobasierten Wirtschaft in Europa zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Ohne eine ausreichende Produktion und effektive Nutzung von Biomasse ist eine nachhaltige Bio\u00f6konomie nicht denkbar. Denn ohne stimmiges Gesamtkonzept wird Biomasse zu einer begrenzten Ressource, da sie schon heute nicht nur zur Energieerzeugung als Substitut f\u00fcr erd\u00f6lbasierte Produkte sowie als Futter- und Nahrungsmittel Verwendung findet.<\/p>\n<p>Nach den Worten von Staatssekret\u00e4r Georg Sch\u00fctte ist Deutschland eines der ersten L\u00e4nder, das \u00fcberhaupt \u00fcber eine Forschungsstrategie zur Bio\u00f6konomie verf\u00fcgt. Bei der Vorstellung der Ergebnisse des Bio\u00d6konomieRats in der nordrhein-westf\u00e4lischen Landesvertretung in Br\u00fcssel sagte er: &#8220;Die Bundesregierung sieht nicht nur die immense wirtschaftliche Bedeutung der Bio\u00f6konomie. Sie sieht auch die Verantwortung der Industriestaaten, eine nachhaltige Bio\u00f6konomie aufzubauen, die globale Interessenkonflikte um die Ressource Biomasse abbaut und die Industrieinteressen mit der Sicherung der Weltern\u00e4hrung in Einklang bringt. Dazu brauchen wir eine exzellent aufgestellte Forschung &#8211; die wir mit den n\u00f6tigen Mitteln unterst\u00fctzen werden.&#8221; Die Bundesregierung habe auf Empfehlung des Bio\u00d6konomieRats im November 2010 die &#8220;Nationale Forschungsstrategie Bio\u00f6konomie 2030&#8221; aufgelegt und daf\u00fcr 2,4 Milliarden Euro Forschungsgelder bereitgestellt.<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Kommission erkl\u00e4rte, dass die Bem\u00fchungen Deutschlands bei der Weiterentwicklung der biobasierten Wirtschaft bemerkenswert seien, und betonte gleichzeitig, dass die in K\u00fcrze erscheinende EU-Strategie f\u00fcr die biobasierte Wirtschaft in Europa danach strebe, einen koh\u00e4renten Regierungsrahmen gemeinsam mit den Mitgliedstaaten einzurichten, f\u00fcr welches nationale Erfahrungswerte als Vorbilder dienen. Die vorbereitete Strategie, die Innovationen in der biobasierten Wirtschaft steigern m\u00f6chte, um Nachhaltigkeit zu unterst\u00fctzen, beabsichtige mit ihren Aktivit\u00e4ten folgende f\u00fcnf Hauptziele zu f\u00f6rdern: nachhaltige Prim\u00e4rprodukte und Nahrungssicherheit, die Schaffung von wettbewerbsf\u00e4higen biobasierten Industriezweigen, die Bereitstellung von sicheren, bezahlbaren und gesunden Nahrungsmitteln; die Pflege einer starken Wissensbasis sowie der notwendigen Ausbildung und Kompetenzen und die Schaffung eines Regierungsrahmens f\u00fcr die biobasierte Wirtschaft.<\/p>\n<p>Reinhard H\u00fcttl, Vorsitzender des Bio\u00d6konomieRats und Pr\u00e4sident von acatech, machte auf eine Parallele aufmerksam: &#8220;\u00c4hnlich wie bei den Erneuerbaren Energien kann und sollte Deutschland in der Bio\u00f6konomie eine Vorreiterrolle einnehmen. Das deutsche Modell f\u00fcr das Zusammenspiel von wissenschaftlicher Politikberatung und Regierung in der Bio\u00f6konomie k\u00f6nnte auch auf europ\u00e4ischer Ebene richtungweisend sein. Gern stellt die Akademie ihre Erfahrungen und Arbeitsergebnisse f\u00fcr die Ausgestaltung eines europ\u00e4ischen Bio\u00f6konomiedialogs zur Verf\u00fcgung.&#8221; Zur Priorisierung der deutschen Strategie sagte er: &#8220;Wir k\u00f6nnen nun die wichtigen Forschungsthemen in der richtigen Abfolge angehen. Die Faktenbasis liegt vor, wir sollten schnell handeln.&#8221;<\/p>\n<p>35 wichtige Forschungsthemen hatte der Rat in seinem ersten Gutachten identifiziert. F\u00fcr die Priorierung haben die Experten des Rats diese Themen in ihrer wirtschaftlichen Relevanz, zeitlichen Abfolge, Priorit\u00e4t und in ihrem finanziellen Aufwand bewertet. Vier Themen stehen dabei im Vordergrund: <\/p>\n<ul>\n<li>Die Z\u00fcchtung von Nutzpflanzen und -tieren, die weniger krankheitsanf\u00e4llig sind, h\u00f6here Ertr\u00e4ge erm\u00f6glichen oder aber den Einsatz von D\u00fcnge- und Pflanzenschutzmitteln reduzieren.\n<\/li>\n<li>Die Verringerung von Nachernte-Verlusten. Der Bio\u00d6konomierat empfiehlt deshalb, innovative Technologien und verbesserte Verfahren vordringlich zu erforschen. Sie k\u00f6nnen die Ertr\u00e4ge der Biomasseproduktion stark verbessern.\n<\/li>\n<li>Innovationen in der Biomasse-basierten Energieproduktion, -umwandlung und \u2013speicherung, wobei die verminderte Konkurrenz mit der Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln eine Priorit\u00e4t ist.\n<\/li>\n<li>Der Boden als Tr\u00e4ger von Biomasseproduktion ist bereits in erheblichem Ausma\u00df von Degradation bedroht. Noch weitgehend unbekannt sind beispielsweise die Auswirkungen des \u00f6kologischen Landbaus auf die Bodenfruchtbarkeit.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Rat weist darauf hin, dass Grundlagenforschung &#8211; etwa zur k\u00fcnstlichen Photosynthese oder zur Synthetischen Biologie &#8211; und Querschnittsthemen in einer langfristig angelegten Forschungsstrategie nicht vernachl\u00e4ssigt werden d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Ziel der Nationalen Forschungsstrategie der Bundesregierung und des Bio\u00d6konomieRats ist es, die nachhaltige Produktion von Biomasse zu steigern und f\u00fcr die unterschiedlichen Verwendungszwecke qualitativ zu verbessern sowie die dazu notwendigen nat\u00fcrlichen Ressourcen effizient zu nutzen. Die Bio\u00f6konomie umfasst alle industriellen und wirtschaftlichen Sektoren und Dienstleistungen, die biologische Ressourcen (Pflanzen, Tiere, Mikroorganismen) produzieren, ver- und bearbeiten oder in anderer Form nutzen.<\/p>\n<p><b><i>\u00dcber den Bio\u00d6konomieRat<\/i><\/b><br \/>2009 wurde der Bio\u00d6konomieRat von acatech &#8211; Deutsche Akademie der Technikwissenschaften gegr\u00fcndet. Ziel ist es, \u00fcber Empfehlungen zuk\u00fcnftigen Forschungsbedarf zu ermitteln, die Entwicklung von Technologien und Methoden zu beschleunigen und Rahmenbedingungen f\u00fcr Wirtschaft und Wissenschaft zu verbessern. Zum Aufgabenspektrum des Rats geh\u00f6rt unter anderem die Analyse wissenschaftsstrategischer Zielsetzungen auf Bund- und L\u00e4nderebene sowie im Bereich der EU und anderer internationaler Partnerstaaten.<\/p>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>Birke Pietschmann<br \/>Referentin Presse- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit<br \/>Forschungs- und Technologierat Bio\u00f6konomie<br \/>Tel.: +49(0)30 7677 189 11 <br \/>Fax: +49(0)30 7677 189 12 <br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:pietschmann@biooekonomierat.de\">pietschmann@biooekonomierat.de<\/a><\/p>\n<ul>\n<li><b>Weitere Informationen<br \/>Download <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20110614-10\/Innovation%20Bio%C3%B6konomie-Gutachten-2010.pdf\" >Innovation Bio\u00f6konomie-Gutachten-2010<\/a> (PDF &#8211; 0,4 MB)<\/b><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Der bei acatech &#8211; Deutsche Akademie der Technikwissenschaften angesiedelte Bio&Ouml;konomieRat hat am 14. 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