{"id":12684,"date":"2011-06-22T00:00:00","date_gmt":"2011-06-21T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20110622-04n"},"modified":"2011-06-22T00:00:00","modified_gmt":"2011-06-21T22:00:00","slug":"ik-statement-zu-einem-moeglichen-europaeischen-verbot-von-kunststofftragetaschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/ik-statement-zu-einem-moeglichen-europaeischen-verbot-von-kunststofftragetaschen\/","title":{"rendered":"IK-Statement zu einem m\u00f6glichen europ\u00e4ischen Verbot von Kunststofftragetaschen"},"content":{"rendered":"<p><b>EU-Kommissar Poto&#269;nik strebt offensichtlich ein Verbot von Tragetaschen und Beuteln aus herk\u00f6mmlichen Kunststoffen an. Anders ist die Vorgehensweise, mit der die EU-Kommission jetzt unter anderem eine europaweite Befragung durchf\u00fchrt, nicht zu verstehen.<\/b><\/p>\n<p>Schon die Erl\u00e4uterung zu dieser Befragung enth\u00e4lt nicht nachvollziehbare Behauptungen. So soll jeder EU-B\u00fcrger bis zu 850 Kunststoffbeuteln j\u00e4hrlich verbrauchen, statistische Beweise hierf\u00fcr bleibt man schuldig.<\/p>\n<p>Mangelhafte Sachkenntnis zeigt sich des Weiteren auch darin, dass die EU-Experten von einem sich in der Natur z\u00fcgig abbaubaren Kunststoffbeutel ausgehen und deshalb eine Unterscheidung der Begriffe biologische Abbaubarkeit und Kompostierbarkeit fordern.<\/p>\n<p>Der EU-Kommission scheint nicht bekannt zu sein, dass es zurzeit keine Kunststoffbeutel gibt, die sich in kurzer Zeit ohne irgendeinen Einfluss selbstst\u00e4ndig in der Natur aufl\u00f6sen. Vielmehr lassen sich die sogenannten biologisch abbaubaren Kunststoffbeutel derzeit nur in speziellen industriellen Kompostierverfahren abbauen. Damit stellt sich die Frage, inwieweit der Begriff Biologische Abbaubarkeit deutlicher definiert werden muss.<\/p>\n<p>Hierauf geht der v\u00f6llig unstrukturierte EU-Fragebogen in keiner Weise ein. Vielmehr werden fast nur Suggestiv-Fragen gestellt, die nur ein Ziel haben k\u00f6nnen: Ein europaweites Verbot von Kunststofftragetaschen, um damit \u2013 wie die EU-Kommission glaubt \u2013 M\u00fcll zu vermeiden.<\/p>\n<p>Auch beim Thema M\u00fcllvermeidung ist der Kenntnisstand der EU-Kommission mangelhaft. Kunststofftragetaschen bestehen in der Regel aus hochwertigem, reinem Polyethylen, einem Kunststoff der sich hervorragend recyceln l\u00e4sst. Der Polyethylen-Beutel ist deshalb nach seinem Gebrauch kein Abfall, sondern ein wertvoller Rohstoff. Voraussetzung ist allerdings, dass er in Sammelsystemen entsprechend erfasst wird. Die EU hat zu diesem Zweck eine Verpackungsdirektive entwickelt, die entsprechende Quoten f\u00fcr Sammlung und Verwertung vorschreibt. Es w\u00e4re an dieser Stelle sehr viel Ziel f\u00fchrender, die Umsetzung dieser Verordnung aus Br\u00fcssel entsprechend einzufordern und zu kontrollieren.<\/p>\n<p>Deutschland hat ein hervorragend funktionierendes Sammel- und Verwertungssystem. \u00dcber 90 Prozent der Kunststoffbeutel werden gesammelt und entsprechend verwertet. Der Recyclinganteil bei den Kunststofft\u00fcten steigt permanent. Durch ein m\u00f6gliches Verbot w\u00fcrden die L\u00e4nder bestraft, die bisher vorbildlich die EU-Verpackungsdirektive umgesetzt haben. Das Verbot der herk\u00f6mmlichen Kunststofftragetaschen in Italien zeigt nur, dass die italienische Regierung nicht in der Lage ist, ein ordnungsgem\u00e4\u00dfes Entsorgungs- und Verwertungssystem zu gew\u00e4hrleisten. Mit der ausschlie\u00dflichen Zulassung sogenannter bioabbaubarer Materialien signalisiert sie der Bev\u00f6lkerung: &#8220;Weiter so wie bisher, werft die gebrauchten T\u00fcten einfach weg&#8221;. Dieser Ansatz ist kontraproduktiv. Auch die EU-Kommission f\u00f6rdert mit ihrer geplanten Privilegierung sogenannter bioabbaubarer Materialien bei den Verbrauchern &#8220;eine Wegwerfmentalit\u00e4t ohne schlechtes Gewissen&#8221;.<\/p>\n<p>Es w\u00e4re besser, die Bev\u00f6lkerung aufzukl\u00e4ren, Tragetaschen zu sammeln und einem ordnungsgem\u00e4\u00dfen Recycling zuzuf\u00fchren. Dies gilt im \u00fcbrigen auch f\u00fcr alle anderen Produktbereiche. Wir werden in Zukunft die Umwelt nur nachhaltig entlasten und entsprechend Ressourcen schonen, wenn wir m\u00f6glichst viele Produkte sammeln und einer Wiederverwertung zuf\u00fchren. Das muss der Bev\u00f6lkerung in Europa bewusst gemacht werden.<\/p>\n<p>Kunststoffbeutel k\u00f6nnen zudem ohne Probleme mehrfach verwendet werden. Sie sind typische Mehrwegverpackungen und dienen abschlie\u00dfend oftmals als M\u00fcllbeutel. Diese Handhabung tr\u00e4gt unmittelbar zu einer Reduzierung bei. In Deutschland bezahlt der Verbraucher in der Regel f\u00fcr die Tragetasche eine Geb\u00fchr, in der die Kosten f\u00fcr die Entsorgung und Verwertung schon enthalten sind.<\/p>\n<p>Ein Verbot beziehungsweise eine gesetzlich vorgegebene Reduzierung von Kunststoffbeuteln aus herk\u00f6mmlichen Polyethylen ist deshalb der falsche Weg. Wir fordern die Verantwortlichen in der EU-Kommission auf, die Tatsachen objektiv zu bewerten und auf rein populistische Ma\u00dfnahmen zu verzichten.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend ist festzustellen, dass &#8211; unabh\u00e4ngig von der Abbaubarkeit &#8211; ein fairer marktwirtschaftlicher Wettbewerb zwischen Beuteln aus herk\u00f6mmlichen Kunststoffen und solchen aus nachwachsenden Rohstoffen der einzig richtige Weg ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>EU-Kommissar Poto&#269;nik strebt offensichtlich ein Verbot von Tragetaschen und Beuteln aus herk&ouml;mmlichen Kunststoffen an. 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