{"id":12675,"date":"2011-07-04T00:00:00","date_gmt":"2011-07-03T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20110704-02n"},"modified":"2011-07-04T00:00:00","modified_gmt":"2011-07-03T22:00:00","slug":"weltgroesste-datenbank-zu-pflanzeneigenschaften-veroeffentlicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/weltgroesste-datenbank-zu-pflanzeneigenschaften-veroeffentlicht\/","title":{"rendered":"Weltgr\u00f6\u00dfte Datenbank zu Pflanzeneigenschaften ver\u00f6ffentlicht"},"content":{"rendered":"<p><b>\u00dcber 200 Wissenschaftler haben die weltgr\u00f6\u00dfte Datenbank funktioneller Pflanzenmerkmale (TRY) aus bisher 93 verschiedenen Datenbanken erstellt. Koordiniert durch Dr. Jens Kattge und Dr. Gerhard B\u00f6nisch vom Max-Planck-Institut f\u00fcr Biogeochemie in Jena und Prof. Dr. Christian Wirth von der Universit\u00e4t Leipzig, enth\u00e4lt TRY derzeit \u00fcber drei Millionen Eintr\u00e4ge zu funktionellen Merkmalen von rund einem F\u00fcnftel (70.000) aller bekannten Pflanzenarten.<\/b><\/p>\n<p>Erfasst wurden Merkmale zu den Schl\u00fcsselprozessen Wachstum, Verbreitung, Etablierung und Stresstoleranz. &#8220;Nach etwa 4 Jahren intensiver Aufbauarbeit sind wir stolz, die erste Version der Datenbank pr\u00e4sentieren zu k\u00f6nnen&#8221;, sagte Dr. Jens Kattge als f\u00fchrender Autor der in &#8220;Global Change Biology&#8221; publizierten Studie. In dem gemeinsamen Projekt von \u00fcber 100 internationalen Forschungsinstituten sind wesentliche Eigenschaften von \u00fcber 20 Prozent aller weltweit vorkommenden Pflanzenarten an einer Stelle zusammengefasst. Erste Auswertungen ergaben, dass die Pflanzen in ihren Eigenschaften variabler sind als bisher angenommen.<\/p>\n<p>Pflanzen stehen als sogenannte Prim\u00e4rproduzenten an der untersten Stufe der Nahrungskette. Ihre Vielfalt (Diversit\u00e4t) hat einen wesentlichen Einfluss auf die Anzahl und die Vielfalt der nachfolgenden Mitglieder der Nahrungskette. Nimmt die Zahl der Pflanzenarten in einem biologischen Lebensraum ab, so vermindert sich zun\u00e4chst auch die Vielfalt an Pflanzenfressern sowie sp\u00e4ter der nachfolgenden Alles- und Fleischfresser. Auch die Wechselwirkungen mit der Umwelt, zum Beispiel der Stoffaustausch mit dem Boden und der Atmosph\u00e4re, ver\u00e4ndern sich bei Abnahme der pflanzlichen Biodiversit\u00e4t.<\/p>\n<p>Eine erste Auswertung hat ergeben, dass die bisher \u00fcblichen funktionellen Klassifizierungen nicht ausreichen, um die gro\u00dfe Variationsbreite der pflanzlichen Eigenschaften zu erkl\u00e4ren. &#8220;Globale Klima- und Vegetationsmodelle unterscheiden etwa zehn funktionelle Pflanzentypen, wie Gr\u00e4ser, Str\u00e4ucher oder B\u00e4ume, die jedoch die beobachteten Variationen der Pflanzeneigenschaften meist nicht erfassen k\u00f6nnen&#8221;, erkl\u00e4rt Prof. Dr. Christian Wirth. Die Variationsbreite wird stattdessen im Wesentlichen durch Artunterschiede verursacht. Die Artenvielfalt ist damit eine entscheidende Gr\u00f6\u00dfe f\u00fcr funktionelle Vielseitigkeit und die Anpassungsf\u00e4higkeit der \u00d6kosysteme an sich ver\u00e4ndernde Umweltbedingungen.<\/p>\n<p>Die stetig wachsende Datenbank, betrieben vom Max-Planck-Institut f\u00fcr Biogeochemie in Jena, wird f\u00fcr alle Wissenschaftler der Biodiversit\u00e4ts- und Erdsystemforschung bereitgestellt. TRY wird kontinuierlich mit Daten neuer Kooperationspartner erweitert. &#8220;Die Dimension der globalen Herausforderungen erfordert auch neue Dimensionen der wissenschaftlichen Herangehensweise, hinsichtlich der Gr\u00f6\u00dfe der Netzwerke und der Intensit\u00e4t der Kooperationen&#8221;, erkl\u00e4rt Prof. Sandra D\u00edaz von der Universit\u00e4t Cordoba, Argentinien, als Co-Autorin der Studie das erfolgreiche Konzept der TRY-Initiative. Es sei zu erwarten, dass die globale TRY-Datenbank wesentliche Impulse gibt f\u00fcr die Erforschung der Biodiversit\u00e4t sowie die Verbesserung biologisch fundierter Klimamodelle.<\/p>\n<p>Durch Ver\u00e4nderungen der Landnutzung und durch den Klimawandel sterben auf unserem Planeten t\u00e4glich Pflanzenarten aus, mit einer historisch nie dagewesenen Geschwindigkeit und bevor ihre \u00f6kologische Bedeutung erkannt wurde. Auch wie sich die Pflanzenvielfalt dar\u00fcber hinaus auf das Umwelt- und Klimasystem der Erde und damit auf die Lebensbedingungen des Menschen genau auswirkt, ist derzeit nur ungen\u00fcgend erforscht. Der gr\u00f6\u00dfte Engpass war bisher die begrenzte Verf\u00fcgbarkeit von Daten zu \u00f6kologischen und funktionellen Eigenschaften der Pflanzenarten. Die neue Datenbank soll diese Wissensl\u00fccke nun f\u00fcllen. Unter dem Dach von DIVERSITAS und IGBP, zwei Organisationen der UNESCO zur Biodiversit\u00e4ts- und globalen Umweltforschung, wurde TRY erstellt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>&Uuml;ber 200 Wissenschaftler haben die weltgr&ouml;&szlig;te Datenbank funktioneller Pflanzenmerkmale (TRY) aus bisher 93 verschiedenen Datenbanken erstellt. 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