{"id":12654,"date":"2011-07-26T00:00:00","date_gmt":"2011-07-25T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20110726-13n"},"modified":"2011-07-26T00:00:00","modified_gmt":"2011-07-25T22:00:00","slug":"deutsche-umwelthilfe-danone-fuehrt-verbraucher-biokunststoffwerbung-in-die-irre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/deutsche-umwelthilfe-danone-fuehrt-verbraucher-biokunststoffwerbung-in-die-irre\/","title":{"rendered":"Deutsche Umwelthilfe: Danone f\u00fchrt Verbraucher Biokunststoffwerbung in die Irre"},"content":{"rendered":"<p><b>Mit der Einf\u00fchrung von Joghurtbechern aus dem so genannten Biokunststoff Polymilchs\u00e4ure (PLA), auf Basis von Maisst\u00e4rke, will sich die Danone GmbH ein vermeintlich gr\u00fcnes Image verschaffen. Eine zentrale Rolle in der aktuellen Werbekampagne von Danone f\u00fcr seine Biokunststoffbecher spielt eine \u00d6kobilanz, die im Auftrag des Unternehmens vom renommierten IFEU-Institut erstellt wurde. Der Umwelt- und klageberechtigte Verbraucherschutzverband Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) hat allerdings erhebliche Diskrepanzen zwischen den Ergebnissen der \u00d6kobilanz und der von Danone kommunizierten vermeintlichen Umweltvorteile des neuen Activia-Joghurtbechers festgestellt.<\/b><\/p>\n<p>&#8220;Der vermeintlich gr\u00fcne Schein vom neuen Activia-Becher verblasst beim Lesen der \u00d6kobilanz sehr schnell&#8221;, erkl\u00e4rt DUH-Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer J\u00fcrgen Resch. &#8220;Statt auf tats\u00e4chlich umweltfreundliche Verpackungen umzustellen, t\u00e4uscht Danone seine Kunden und versucht mit sprachlichen Tricks den neuen Activia-Becher als besonders umweltfreundlich darzustellen&#8221;. Die gezielt verzerrende Kommunikationsstrategie von Danone sei ein &#8220;Musterbeispiel f\u00fcr Greenwashing&#8221; und eine &#8220;ungew\u00f6hnlich dreiste Art der Verbrauchert\u00e4uschung&#8221;. Die DUH fordert die Danone GmbH zum sofortigen Stopp der irref\u00fchrenden Verbraucherinformation zu den Activia-Bechern aus PLA sowie zur Pr\u00fcfung des Einsatzes von Verpackungsmaterialien mit wirklichen Umweltvorteilen auf.<\/p>\n<p>Die DUH hat die Danone GmbH in drei Punkten wegen irref\u00fchrender Werbung abgemahnt. Abgemahnt wurden Aussagen zur angeblichen Umweltfreundlichkeit und Verwertung des PLA-Joghurtbechers sowie zum angeblich nachhaltigen Anbau der f\u00fcr die Becher verwendeten Maispflanzen. Nachdem der Lebensmittelkonzern die Unterzeichnung einer entsprechenden Unterlassungserkl\u00e4rung verweigerte, wird die DUH nunmehr auf dem Klageweg die rechtliche Kl\u00e4rung vor Gericht herbeif\u00fchren.<\/p>\n<p>Sowohl auf den Activia-Bechern als auch auf den Internetseiten von Danone wird der Biokunststoffbecher als umweltfreundlicher als sein Vorg\u00e4nger aus Polystyrol beworben. Doch solche Aussagen gibt die \u00d6kobilanz nicht her. Das IFEU-Institut stellt unter Betrachtung aller zw\u00f6lf untersuchten Wirkungskategorien fest, dass sich &#8220;kein \u00f6kobilanzieller Vor-oder Nachteil f\u00fcr eines der beiden Systeme ableiten&#8221; l\u00e4sst. Ein vermeintlicher Vorteil f\u00fcr den Biokunststoffbecher l\u00e4sst sich nur dann errechnen, wenn einzelne Wirkungskategorien aus der Gesamtbetrachtung herausgerissen werden. Danone hat sich entsprechend die beiden Kategorien &#8220;Klimawandel&#8221; und &#8220;Fossiler Ressourcenverbrauch&#8221; ausgesucht. <\/p>\n<p>Andere Wirkungskategorien, bei denen der Kunststoff PLA deutlich schlechter abschneidet, werden hingegen verschwiegen. Dabei weist das IFEU-Institut in der \u00d6kobilanz explizit darauf hin, dass derartige Teilbewertungen nicht f\u00fcr gesamt\u00f6kologische Aussagen herangezogen werden k\u00f6nnen. Ebenso empfiehlt das IFEU-Institut ausdr\u00fccklich, bei der Gestaltung von Informationen an Endverbraucher neben den Vorteilen von Activia-Bechern aus PLA deren Nachteile nicht zu verschweigen. &#8220;Eine ehrliche Kommunikation der \u00d6kobilanzergebnisse passt offensichtlich nicht in das Werbekonzept von Danone: W\u00e4hrend einzelne Vorteile des neuen Activia-Bechers aus dem Zusammenhang gerissen und aufgeblasen werden, werden die Nachteile konsequent verschwiegen&#8221;, so Resch.<\/p>\n<p>Danone empfiehlt Verbrauchern, leere Activia-Becher im gelben Sack zu entsorgen, damit sie &#8220;optimal verwertet bzw. recycelt&#8221; werden k\u00f6nnen. Tats\u00e4chlich werden Activia-Becher aus PLA nicht recycelt, sondern in der Regel verbrannt. Es existiert weder eine Sortiergruppe f\u00fcr PLA-Kunststoff im Gr\u00fcnen-Punkt-System noch findet ein stoffliches Recycling statt. Dabei schreibt die f\u00fcnfstufige Abfallhierarchie eindeutig den Vorrang des Recyclings vor. &#8220;Die Verbrennung von Joghurtbechern aus PLA \u2013 sei es in M\u00fcllverbrennungsanlagen oder als Ersatzbrennstoff in Kraftwerken \u2013 stellt weder ein Recycling, noch eine optimale Verwertung dar&#8221;, erkl\u00e4rt Maria Elander, DUH-Bereichsleiterin Kreislaufwirtschaft. &#8220;Ank\u00fcndigungen von Danone, zuk\u00fcnftig PLA-Becher recyceln zu wollen, macht den Activia-Becher von heute nicht umweltfreundlicher&#8221;.<\/p>\n<p>Biokunststoffe sind gem\u00e4\u00df Verpackungsverordnung bis Ende 2012 von der Lizenzierung bei den dualen Systemen befreit. Eine Nicht-Lizenzierung der Activia-Becher w\u00fcrde Danone Millionenbetr\u00e4ge f\u00fcr die Verpackungsentsorgung ersparen. Auch die Lizenzierung von Biokunststoffverpackungen als Naturmaterialien w\u00fcrde die Entsorgungskosten um ein Vielfaches g\u00fcnstiger ausfallen lassen als bei roh\u00f6lbasierten Kunststoffverpackungen oder Verbundverpackungen. &#8220;Die Einf\u00fchrung von Bioplastikverpackungen ohne Kreislauff\u00fchrung katapultiert Danone in die Steinzeit der Recyclingwirtschaft. F\u00fcr andere bei Lebensmittelverpackungen eingesetzten Kunststoffen existiert ein stoffliches Recycling. Danone suggeriert nun sogar angebliche Umweltvorteile \u2013 ganz offensichtlich um auf Kosten der Gutgl\u00e4ubigkeit der Verbraucher maximalen Profit zu erzielen&#8221;, so Resch.<\/p>\n<p>Ebenfalls nicht akzeptabel ist f\u00fcr die DUH, dass der Biokunststoff PLA zumindest teilweise aus Genmais besteht. Auch mit dieser Tatsache geht Danone in seinen Werbeaussagen kreativ um: So behauptet Danone auf den Activia-Bechern und in der Werbung, dass die zur Becherherstellung verwendeten Maispflanzen aus &#8220;zertifiziert nachhaltigem Anbau&#8221; stammen. Dabei wird in der Anlage, die u.a. das PLA-Granulat f\u00fcr die Activia-Becher herstellt, sowohl Mais aus zertifiziertem als auch aus nicht-zertifiziertem Anbau verwendet. Eine sortenreine Herstellung des PLA-Granulats f\u00fcr die Activia-Becher erfolgt nicht. Es ist somit nicht sichergestellt, dass das PLA-Granulat, das zur Herstellung von Activia-Bechern verwendet wird, nicht aus gentechnisch modifiziertem Mais stammt.<\/p>\n<p>Die Danone GmbH ist sehr bem\u00fcht, auch Multiplikatoren bei den Umwelt- und Verbraucherschutzverb\u00e4nden von den angeblichen Vorteile ihrer neuen, f\u00fcr sie finanziell attraktiven Verpackungsalternative zu \u00fcberzeugen. So findet am heutigen Dienstag den 26.7.2011 in Berlin das zweite Danone Verpackungs-Kolloquium zum Thema PLA-Becher von Activia statt. Doch offensichtlich werden die Teilnehmer der Veranstaltung handverlesen. Die Experten der DUH wurden nach anf\u00e4nglicher Teilnahmebest\u00e4tigung kurzfristig wieder ausgeladen.<\/p>\n<ul>\n<li><b>Weitere Informationen zum Activia-Becher finden Sie auch unter <a href=\"http:\/\/www.abgespeist.de\/\" >www.abgespeist.de<\/a><\/b><\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Kontakt<\/b><br \/>J\u00fcrgen Resch<br \/>Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer<br \/>Deutsche Umwelthilfe e.V.<br \/>Hackescher Markt 4, <br \/>10178 Berlin, <br \/>Mobil.: 0171-3649170, <br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:resch@duh.de\">resch@duh.de<\/a><\/p>\n<p>Maria Elander<br \/>Leiterin Kreislaufwirtschaft<br \/>Deutsche Umwelthilfe e.V.<br \/>Hackescher Markt 4, <br \/>10178 Berlin, <br \/>Tel.: 030 2400867-41, <br \/>Mobil: 0160-5337376, <br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:elander@duh.de\">elander@duh.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Mit der Einf&uuml;hrung von Joghurtbechern aus dem so genannten Biokunststoff Polymilchs&auml;ure (PLA), auf Basis von Maisst&auml;rke, will sich die Danone GmbH ein vermeintlich gr&uuml;nes Image<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[2518,2464],"class_list":["post-12654","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-danone-gmbh","supplier-deutsche-umwelthilfe-ev-duh"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12654","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12654"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12654\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12654"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12654"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12654"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=12654"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}