{"id":12644,"date":"2011-08-11T00:00:00","date_gmt":"2011-08-10T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20110811-04n"},"modified":"2011-08-11T00:00:00","modified_gmt":"2011-08-10T22:00:00","slug":"oesterreich-pilze-sorgen-fuer-vollstaendiges-kunststoff-recycling","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/oesterreich-pilze-sorgen-fuer-vollstaendiges-kunststoff-recycling\/","title":{"rendered":"\u00d6sterreich: Pilze sorgen f\u00fcr vollst\u00e4ndiges Kunststoff-Recycling"},"content":{"rendered":"<p><b>Bisher mussten Plastikflaschen (sog. PET-Flaschen) verbrannt oder zu minderwertigem Kunststoff zermahlen werden. Nun haben \u00f6sterreichische ForscherInnen ein nat\u00fcrliches Verfahren entwickelt, bei dem Pilze die Kunststoffe zerlegen und so eine hundertprozentige Wiederverwertbarkeit der Einzelbestandteile erm\u00f6glichen.<\/b><\/p>\n<p>Kunststoffe wie Polyester haben aufgrund vieler attraktiver Eigenschaften wie hoher Best\u00e4ndigkeit und geringem Gewicht nicht umsonst Einzug in unser t\u00e4gliches Leben etwa als Verpackungsmaterial oder Sportbekleidung gefunden. Erstmals ist es nun m\u00f6glich, mit Hilfe von speziellen Pilzen diese Kunststoffe gezielt in ihre Einzelbestandteile zu zerlegen und daraus wieder neue hochwertige Materialien zu produzieren. Dieser neue Kreislauf vermeidet Abf\u00e4lle und schont somit Ressourcen und die Umwelt , erz\u00e4hlt Prof. Georg G\u00fcbitz \u00fcber die bahnbrechende Entwicklung aus \u00d6sterreich.<\/p>\n<p>Am internationalen Hotspot f\u00fcr industrielle Biotechnologie, dem \u00f6sterreichischen K2-Zentrum ACIB, wird schon seit acht Jahren am Recycling von Polyester (z.B. PET- Kunststoffflaschen, technische PET-Materialien) geforscht. Nun ist es dem interdisziplin\u00e4ren ACIB-Forscherteam um die Professoren Christian Kubicek und Irina S. Druzhinina (TU Wien), Alois Jungbauer (BOKU Wien) sowie Georg G\u00fcbitz und Enrique Herrero-Acero (TU Graz) gelungen, synthetische Polymere (Kunststoff) \u00fcber enzymatische Methoden (Werkzeuge der Natur) zu verbessern.<\/p>\n<p><b>PET-Recycling am ACIB<\/b><br \/>Die Studien am ACIB f\u00fchrten die \u00f6sterreichischen Spitzen-Forscherinnen und Forscher zu Pilzen und Eiwei\u00dfstoffen, die die Polymere unter schonenden Bedingungen in ihre monomeren Bestandteile zerlegen k\u00f6nnen\tein\tnat\u00fcrliches Werkzeug zerlegt einen k\u00fcnstlichen Stoff. Damit ist es erstmals m\u00f6glich, aus den so gewonnenen Monomeren wieder hochwertige Kunststoffe zu erzeugen. Bisher war es im PET-Recycling-Prozess bestenfalls m\u00f6glich, minderwertige Nachfolgeprodukte herzustellen.<\/p>\n<p><b>Hochwertiger Kunststoff wird wieder hochwertiger Kunststoff<\/b><br \/>Der Nutzen der neuen Technologie: Alte Kunststoffe erhalten wieder ihren vollen Wert f\u00fcr neue Produkte, \u00e4hnlich dem Glas- oder Papier-Recycling. PET-Abf\u00e4lle wie z.B. Flaschen k\u00f6nnen erstmals wieder in vollem Umfang zum Ausgangsmaterial f\u00fcr neue PET-Anwendungen (Verpackungen, funktionelle Sportbekleidung u.\u00e4.) oder als wertvolle Synthesebausteine verwendet werden. Ein wesentlicher Vorteil in Hinblick auf eine nachhaltige Produktion, da durch die Einspeisung alten PET-Materials in einen vollwertigen Recycling-Kreislauf zur Produktion neuer Produkte auch wesentlich weniger\tneuer Rohstoff\taus Erd\u00f6l verwendet werden muss. Was wiederum viele Menschen zum M\u00fcll-Sammeln auch bei PET-Produkten motivieren wird k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Nun geht es darum, dass wir das am ACIB erforschte Verfahren gemeinsam mit unseren Industrie-Partnern auch in der Wiederverwertungs-Praxis implementieren. Erste Kooperationen starten gerade mit Entsorgungsbetrieben in der Steiermark und Wien, berichtet Georg G\u00fcbitz \u00fcber die weiteren Schritte hin zur Implementierung eines vollst\u00e4ndigen Kunststoff-Recyclings.<\/p>\n<p><b><i>\u00dcber das ACIB<\/i><\/b><br \/>Das Austrian Centre of Industrial Biotechnology (ACIB) ist das \u00f6sterreichische K2-Zentrum f\u00fcr industrielle Biotechnologie. Es ist als Kompetenzzentrum ein Zusammenschluss von derzeit sieben Universit\u00e4ten und 25 Projektpartnern, darunter bekannte Namen wie BASF, DSM, Sandoz, Biocrates Life Science, Ionimed Boehringer Ingelheim RCV, Jungbunzlauer, F. Hoffmann-LaRoche, Novartis oder VTU Technology. Eigent\u00fcmer sind die Universit\u00e4ten Innsbruck und Graz, die TU Graz, die BOKU Wien sowie Joanneum Research. <\/p>\n<p>Beim ACIB forschen und arbeiten zurzeit rund 150 Besch\u00e4ftigte an 25 Forschungsprojekten. Schon im ersten Jahr z\u00e4hlt man 3 Patente, 26 Publikationen und 57 Konferenzbeitr\u00e4ge. Das Budget bis 31.12. 2014 macht ca. 60 Mio. Euro aus. \u00d6ffentliche F\u00f6rdermittel (58% des Budgets) bekommt das ACIB von der Forschungsf\u00f6rderungsgesellschaft der Republik \u00d6sterreich (FFG), der Standortagentur Tirol, der Steirischen Wirtschaftsf\u00f6rderung (SFG) und der Technologieagentur der Stadt Wien (zit).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Bisher mussten Plastikflaschen (sog. PET-Flaschen) verbrannt oder zu minderwertigem Kunststoff zermahlen werden. 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