{"id":126304,"date":"2023-05-08T07:35:00","date_gmt":"2023-05-08T05:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=126304"},"modified":"2023-05-03T12:38:15","modified_gmt":"2023-05-03T10:38:15","slug":"biokunststoffe-werden-attraktiver-fur-die-industrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biokunststoffe-werden-attraktiver-fur-die-industrie\/","title":{"rendered":"Biokunststoffe werden attraktiver f\u00fcr die Industrie"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<p><strong>In dem Projekt RUBIO lassen 18 Partner die Vision einer nachhaltigen Kunststoffwirtschaft Realit\u00e4t werden. Ihr Ziel: Aus regional verf\u00fcgbaren pflanzlichen Reststoffen entstehen vielseitig einsetzbare nachhaltige Produkte, die recyclingf\u00e4hig und biologisch abbaubar sind. Das Fraunhofer-Institut f\u00fcr Angewandte Polymerforschung IAP entwickelt im Rahmen des Projekts neuartige Typen des Biokunststoffs Polybutylensuccinat (PBS), damit er f\u00fcr deutlich mehr Anwendungen eingesetzt werden kann. Gemeinsam mit der Firma POLIFILM EXTRUSION GmbH hat das Fraunhofer IAP ein erstes marktf\u00e4higes Produkt entwickelt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.iap.fraunhofer.de\/de\/Pressemitteilungen\/2023\/biokunststoffe-werden-attraktiver-fuer-die-industrie\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textwithinlinedimage\/imageComponent1\/image.img.4col.large.jpg\/1682078225642\/rubio-biokunststoff-pbs-folien-fraunhofer-iap-1890x1329.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.iap.fraunhofer.de\/de\/Pressemitteilungen\/2023\/biokunststoffe-werden-attraktiver-fuer-die-industrie\/jcr:content\/fixedContent\/pressArticleParsys\/textwithinlinedimage\/imageComponent1\/image.img.jpg\/1682078225642\/rubio-biokunststoff-pbs-folien-fraunhofer-iap-1890x1329.jpg\" alt=\"Die im Rahmen des RUBIO-Projekts entwickelten Biokunststofffolien aus PBS sind recyclingf\u00e4hig, biologisch abbaubar und k\u00f6nnen auf g\u00e4ngigen Extrusionsanlagen verarbeitet werden\" width=\"777\" height=\"546\"\/><\/a><figcaption>Die im Rahmen des RUBIO-Projekts entwickelten Biokunststofffolien aus PBS sind recyclingf\u00e4hig, biologisch abbaubar und k\u00f6nnen auf g\u00e4ngigen Extrusionsanlagen verarbeitet werden. \u00a9 POLIFILM<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Biokunststoffe stellen zunehmend eine Alternative zu erd\u00f6lbasierten Kunststoffen dar. Diese nachhaltigen Materialien bringen einige Vorteile mit: Sie werden auf Basis nachwachsender Rohstoffe hergestellt und tragen dazu bei, die Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Rohstoffen und CO<sub>2<\/sub>-Emissionen in die Umwelt zu reduzieren. Sie k\u00f6nnen biologisch abbaubar sein und verf\u00fcgen \u00fcber Verarbeitungseigenschaften, die mit denen klassischer erd\u00f6lbasierter Kunststoffe vergleichbar sind. Wie klassische Kunststoffe k\u00f6nnen auch Biokunststoffe sortiert, fraktioniert und recycelt werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Warum werden erd\u00f6lbasierte Kunststoffe nicht einfach durch Biokunststoffe ersetzt?<\/h3>\n\n\n\n<p>Trotz des hohen Potenzials gibt es eine Reihe von Faktoren, die Firmen davon abhalten, ihre Produkte aus Biokunststoffen herzustellen: Weltweit gibt es nur wenige Hersteller, die Biokunststoffe auf dem Markt anbieten. F\u00fcr Kunststoffverarbeiter verursacht das Probleme bei der Versorgungssicherheit, h\u00f6here Kosten sowie eine zu geringe Auswahl an verschiedenen Typen von Biokunststoffen, um die Vielzahl m\u00f6glicher Anwendungen zu realisieren. Au\u00dferdem gibt es technischen Verbesserungsbedarf und oft ist nicht klar, f\u00fcr welche spezifischen Anwendungen sich Biokunststoffe eignen. Schlie\u00dflich werden Biokunststoffe aktuell h\u00e4ufig aus Zuckerrohr und Mais hergestellt \u2013 also potenziellen Nahrungs- oder Futtermitteln, was eine \u00bbTank-oder-Teller\u00ab-Diskussion aufbringen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Neue PBS-Typen erm\u00f6glichen vielf\u00e4ltigere Einsatzbereiche<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Entwicklungsbedarf in diesem Bereich ist also gro\u00df. Expertinnen und Experten vom Fraunhofer IAP gehen diese H\u00fcrden gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie im vom BMBF gef\u00f6rderten Projekt \u00bbRegionales unternehmerisches B\u00fcndnis zum Aufbau von Wertsch\u00f6pfungsketten f\u00fcr technische Biokunststoffe in Mitteldeutschland\u00ab, kurz RUBIO, an (FKZ: 03RU1U024A). <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><strong>Dipl.-Ing. Thomas B\u00fcsse<\/strong>, der bei RUBIO das Verbundprojekt \u00bbVerarbeitung\u00ab koordiniert und das Verarbeitungstechnikum Biopolymere Schwarzheide in Brandenburg des Fraunhofer IAP leitet, erkl\u00e4rt: \u00bbJe nach Anwendung bzw. Verarbeitungsverfahren muss der eingesetzte Kunststoff hart oder weich, vielleicht auch z\u00e4hflie\u00dfend oder d\u00fcnnfl\u00fcssig sein. Bisher gibt es auf dem Markt aber nur drei PBS-Typen, und diese eignen sich lediglich f\u00fcr eine eingeschr\u00e4nkte Zahl an Verarbeitungsverfahren und Anwendungen.\u00ab <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Daher entwickelt das Team der Abteilung \u00bbPolymersynthese\u00ab von Dr. Antje Lieske am Fraunhofer IAP in Potsdam, Brandenburg, ganz neue Typen von PBS, die mit einer deutlich breiteren Palette an Verfahren verarbeitet werden k\u00f6nnen \u2013 vom Blasformen bis zum Spritzgie\u00dfen. Somit vergr\u00f6\u00dfert das Forschungsteam auch das Portfolio an m\u00f6glichen Anwendungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Know-how der Polymerspezialistinnen und -spezialisten am Fraunhofer IAP geht dabei deutlich \u00fcber die reine Entwicklung von Syntheseverfahren f\u00fcr neue Biokunststofftypen hinaus. Im Synthesetechnikum des Fraunhofer-Pilotanlagenzentrums f\u00fcr Polymersynthese und \u2013verarbeitung PAZ in Schkopau, Sachsen-Anhalt, \u00fcberf\u00fchrt das Team um Dr. Ulrich Wendler, Leiter der Abteilung \u00bbSynthese und Produktentwicklung\u00ab am Fraunhofer IAP, die Ergebnisse aus Labor und Technikum in den industrienahen Pilotma\u00dfstab. Die Frage, wie die neu entwickelten Kunststofftypen und -mischungen thermoplastisch verarbeitet werden k\u00f6nnen, wird im Verarbeitungstechnikum intensiv untersucht. Hier werden auch die Tests zur Bioabbaubarkeit, Bedruckbarkeit, Siegelf\u00e4higkeit oder Maschineng\u00e4ngigkeit durchgef\u00fchrt \u2013 Kriterien, die die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf Wunsch des Kunden individuell einstellen k\u00f6nnen. Auch die Recyclingf\u00e4higkeit wird im RUBIO-Konsortium getestet.<\/p>\n\n\n\n<p>Einen ersten Erfolg kann das Fraunhofer IAP im Rahmen des RUBIO-Projekts gemeinsam mit der Firma POLIFILM EXTRUSION GmbH verzeichnen. Das deutsche Unternehmen produziert am Standort Wei\u00dfandt-G\u00f6lzau in Sachsen-Anhalt auf \u00fcber 80 Extrusionsanlagen Kunststofffolien f\u00fcr unterschiedliche Anwendungen in der Verpackung-, der Bau-, Agrar- und Automobilbranche und anderen Bereichen. Die Partner haben eine PBS-Folie entwickelt, die f\u00fcr Versandtaschen eingesetzt werden kann. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u00bbDiese Kooperation ist ein wichtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit und erm\u00f6glicht uns, Produkte anzubieten, die aus regionalen Reststoffen hergestellt wurden, die recyclingf\u00e4hig und bei Verlust in die Umwelt biologisch abbaubar sind. Ein weiterer Vorteil ist die Verarbeitung auf g\u00e4ngigen Extrusionsanlagen, wodurch dem Siegesweg der PBS-Materialien nichts mehr entgegen steht\u00ab, erkl\u00e4rt <strong>Tobias Otto, Projektmanager R&amp;D bei der POLIFILM EXTRUSION GmbH<\/strong>.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Keine \u00bbTank-oder-Teller\u00ab-Diskussion durch regionale pflanzliche Reststoffe<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Entwicklung der neuen PBS-Folie geht noch weiter, denn bis jetzt basiert der Biokunststoff noch nicht auf regionalen Rohstoffen. Doch das wird sich im weiteren Verlauf der Kooperation \u00e4ndern. Pflanzliche Reststoffe aus der Region werden k\u00fcnftig der Rohstoff sein. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u00bbGrunds\u00e4tzlich k\u00f6nnen alle Materialien verwertet werden, die Cellulose oder Lignocellulose enthalten. Dazu z\u00e4hlen u.a. nicht verrottende G\u00e4rreste aus Biogasanlagen, in vielf\u00e4ltiger Form anfallende Reste aus landwirtschaftlichen Betrieben oder theoretisch sogar Abf\u00e4lle aus der Papierproduktion\u00ab, erkl\u00e4rt <strong>Thomas B\u00fcsse<\/strong>. Idealerweise hat die Verwendung regionaler Reststoffe langfristig einen weiteren Vorteil: K\u00fcrzere Transportwege k\u00f6nnen zu geringeren Preisen und zu mehr Nachhaltigkeit der produzierten Kunststoffprodukte f\u00fchren.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/05\/Bildschirmfoto-2023-05-03-um-12.16.02.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-126326\" width=\"156\" height=\"127\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/05\/Bildschirmfoto-2023-05-03-um-12.16.02.png 313w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/05\/Bildschirmfoto-2023-05-03-um-12.16.02-300x243.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/05\/Bildschirmfoto-2023-05-03-um-12.16.02-150x122.png 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 156px) 100vw, 156px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Thomas B\u00fcsse leitet das Verarbeitungstechnikum Biopolymere Schwarzheide des Fraunhofer IAP und koordiniert bei RUBIO das Verbundprojekt \u00bbVerarbeitung\u00ab.&nbsp;&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.iap.fraunhofer.de\/de\/Forschungsbereiche\/Biopolymere\/verarbeitungstechnikum.html\"><strong>zum Verarbeitungstechnikum<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"https:\/\/www.iap.fraunhofer.de\/de\/Projekte\/rubio.html\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"317\" height=\"126\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/05\/Bildschirmfoto-2023-05-03-um-12.12.51.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-126324\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/05\/Bildschirmfoto-2023-05-03-um-12.12.51.png 317w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/05\/Bildschirmfoto-2023-05-03-um-12.12.51-300x119.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/05\/Bildschirmfoto-2023-05-03-um-12.12.51-150x60.png 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 317px) 100vw, 317px\" \/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Aktivit\u00e4ten des Fraunhofer IAP<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Synthese neuer PBS-Typen&nbsp;&nbsp;<\/li><li>Anlagen- und Prozessentwicklung<\/li><li>Musterherstellung im Pilotma\u00dfstab<\/li><li>thermoplastische Verarbeitung neu&nbsp;&nbsp;<br>entwickelter Kunststofftypen und -abmischungen<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.iap.fraunhofer.de\/de\/Projekte\/rubio.html\" target=\"_blank\"><strong>mehr Info<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"https:\/\/www.iap.fraunhofer.de\/content\/dam\/iap\/de\/Filme\/fb1\/biokunststoff-pbs.mp4\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"318\" height=\"129\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/05\/Bildschirmfoto-2023-05-03-um-12.24.20.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-126329\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/05\/Bildschirmfoto-2023-05-03-um-12.24.20.png 318w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/05\/Bildschirmfoto-2023-05-03-um-12.24.20-300x122.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/05\/Bildschirmfoto-2023-05-03-um-12.24.20-150x61.png 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 318px) 100vw, 318px\" \/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Biokunststoffe auf Basis von PBS<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Herstellung aus regional verf\u00fcgbaren pflanzlichen Reststoffen&nbsp;&nbsp;<\/li><li>nicht in Konkurrenz zur Produktion von Nahrungsmitteln<\/li><li>recyclingf\u00e4hig und bioabbaubar&nbsp;&nbsp;<\/li><li>f\u00fcr vielseitig einsetzbare Produkte<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.iap.fraunhofer.de\/content\/dam\/iap\/de\/Filme\/fb1\/biokunststoff-pbs.mp4\" target=\"_blank\"><strong>zum Film<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.iap.fraunhofer.de\/de\/Pressemitteilungen\/2023\/biokunststoffe-werden-attraktiver-fuer-die-industrie\/jcr:content\/contentPar\/sectioncomponent_cop\/sectionParsys\/imagerow\/imageComponent1\/image.img.jpg\/1675693828391\/Logo-BMBF.jpg\" alt=\"\" width=\"207\" height=\"218\"\/><\/figure><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In dem Projekt RUBIO lassen 18 Partner die Vision einer nachhaltigen Kunststoffwirtschaft Realit\u00e4t werden. 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