{"id":12601,"date":"2011-03-10T00:00:00","date_gmt":"2011-03-09T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20110317-02n"},"modified":"2011-03-10T00:00:00","modified_gmt":"2011-03-09T22:00:00","slug":"industrielle-biotechnologie-trend-zu-chemie-ohne-erdoel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/industrielle-biotechnologie-trend-zu-chemie-ohne-erdoel\/","title":{"rendered":"Industrielle Biotechnologie \u2013 Trend zu Chemie ohne Erd\u00f6l"},"content":{"rendered":"<p><b>Erd\u00f6l bildet heute weitgehend die Basis f\u00fcr die Chemie. Endliche Ressourcen sowie politische Unsicherheiten gef\u00e4hrden diese Grundlage. Biotechnologische Verfahren mit neuen mikrobiologischen Prozessen erm\u00f6glichen zunehmend den Einsatz nachwachsender Rohstoffe und bieten zudem die Chance auf Bindung von Kohlendioxid.<\/b><\/p>\n<p>Aktuelle Projekte in Wirtschaft und Wissenschaft besch\u00e4ftigen sich bereits in gro\u00dfem Umfang mit der Herstellung chemischer Erzeugnisse mittels biotechnologischer Verfahren. Als Rohstoffbasis dienen dabei land- und forstwirtschaftliche Produkte und Reststoffe.<\/p>\n<p>\u00dcber die Auswahl der Rohstoffe und verschiedener Plattformchemikalien lassen sich Produkte wie Polymere, Feinchemikalien, L\u00f6sungsmittel oder Biokraftstoffe herstellen. Gerade bei den Biokraftstoffen der zweiten Generation werden Reststoffe aus der Agrarwirtschaft eingesetzt, die nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelerzeugung stehen.<\/p>\n<p>Die Entwicklung und Gewinnung biobasierter Chemikalien erfordert dabei die Zusammenarbeit zahlreicher Partner \u00fcber die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette hinweg, von der Pflanzenbiotechnologie \u00fcber Fermentationstechnologien und Biokatalyse bis zur gro\u00dftechnischen Umsetzung in der Industrie.<\/p>\n<p>Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil: &#8220;Bayern ist deutschlandweit f\u00fchrend in den Life Sciences. Das gilt in besonderer Weise auch f\u00fcr die industrielle Biotechnologie als einem Zukunftsfeld in der chemischen Industrie. Diese hat im Freistaat eine technologische F\u00fchrungsrolle. Hierf\u00fcr stehen exzellente wissenschaftliche Institute und Forschungseinrichtungen sowie hoch innovative mittelst\u00e4ndische Firmen und Gro\u00dfunternehmen.&#8221;<\/p>\n<p>Beim <b>7. Internationalen Kongress &#8220;Forum Life Science&#8221;<\/b> am 23.\/24. M\u00e4rz 2011 an der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen in Garching werden in der Reihe &#8220;Industrial Biotechnology&#8221; Beispiele erfolgreicher L\u00f6sungsans\u00e4tze der biotechnologischen Forschung und Industrie auf Grundlage biowissenschaftlicher Erkenntnisse diskutiert sowie neue Technologien und Produktentwicklungen vorgestellt.<\/p>\n<p>Im Plenum wird Dr. Rudolf Staudigl, Vorstandsvorsitzender der Wacker Chemie, M\u00fcnchen, auf die produktive Partnerschaft von Chemie und Biotechnologie eingehen. Entwicklungen der Pflanzenbiotechnologie als wesentlichen Baustein f\u00fcr die angestrebte Bio\u00f6konomie stellt Dr. Stefan Marcinowski als Mitglied des Vorstandes der BASF vor.<\/p>\n<p><b>Rohstoffe, Verfahren und Produkte der &#8220;Wei\u00dfen Biotechnologie&#8221;<\/b><br \/>Zahlreiche Unternehmen und Institutionen engagieren sich, um mit gezielten Projekten mittelfristig einen schrittweisen Wechsel der Rohstoffbasis der chemischen Industrie zu erzielen. Der Kongress pr\u00e4sentiert beispielhaft Vorhaben, die weitere Impulse setzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In einem einf\u00fchrenden Vortrag erl\u00e4utert Dr. Alfredo Aguilar-Romanillos, Europ\u00e4ische Kommission, Br\u00fcssel, die auf eine nachhaltige, biobasierte Industrie zielende Rohstoffstrategie der EU. Diesem Zweck hat sich auch FPInnovations aus Quebec\/Kanada verschrieben. Jean Hamel zeigt die Erweiterung der Wertsch\u00f6pfungskette von Holz \u00fcber die Papierherstellung und die Verwendung als Bau- und Brennstoff hinaus. So soll Holz zuk\u00fcnftig verst\u00e4rkt als Ausgangsstoff f\u00fcr chemische Produkte verwendet werden.<\/p>\n<p>Nicht immer m\u00fcssen pflanzliche Rohstoffe eigens angebaut werden. Dr. Andre Koltermann, S\u00fcd-Chemie, M\u00fcnchen, stellt mit dem Sunliquid-Verfahren die nachhaltige Produktion von Cellulose-Ethanol aus Agrarreststoffen wie z.B. Stroh vor. Die direkte Nutzung von Kohlendioxid als Rohstoffquelle f\u00fcr Fermentationsprozesse wird von Dr. Thomas Haas, Evonik Degussa, Marl, als zukunftweisende Option pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Prof. Dr. Thomas Hirth, Fraunhofer-Institut f\u00fcr Grenzfl\u00e4chen- und Bioverfahrenstechnik IGB, Stuttgart, schildert die Vernetzung bestehender Industriestandorte zu einer geschlossenen Chemieproduktion auch f\u00fcr biobasierte Chemikalien. Prof. Dr. Dirk Weuster-Botz, Lehrstuhl f\u00fcr Bioverfahrenstechnik, Technische Universit\u00e4t M\u00fcnchen, Garching, entwickelt und optimiert die mikrobielle Herstellung von Bernsteins\u00e4ure, einer multifunktionellen Plattformchemikalie. Heutige Verfahren erlauben nach Patrick Piot von der Firma Bioamber, Frankreich, schon Produktionskapazit\u00e4ten von mehreren tausend Tonnen Bernsteins\u00e4ure im Jahr. Den \u00dcbergang zur zellfreien, hocheffizienten Herstellung erkl\u00e4rt Prof. Dr. Volker Sieber, Lehrstuhl f\u00fcr Chemie biogener Rohstoffe, Straubing, anhand der Gewinnung von Bio-Alkoholen.<\/p>\n<p>Biotechnologische Wege zu &#8220;gr\u00fcnem&#8221; Polyvinylacetat geht die Wacker Chemie, M\u00fcnchen, wie Dr. G\u00fcnter Wich pr\u00e4sentieren wird. Wertgebende Lebensmittelinhaltsstoffe lassen sich nicht nur in h\u00f6heren Pflanzen, sondern auch von Mikroorganismen herstellen, die als Zellfabriken dienen. Dies pr\u00e4sentiert Jochen F\u00f6rster von der Firma Fluxome, D\u00e4nemark. Dass Mikroorganismen sogar zur Gewinnung von Hochleistungsmaterialien wie Spinnenseide genutzt werden, erl\u00e4utert Axel H. Leimer von Amsilk in Martinsried. Bei der mehrfach ausgezeichneten Biotechfirma werden spezifische <i>E. Coli<\/i>-Bakterien als Produzenten eingesetzt. <\/p>\n<p><b>Der Kongress<\/b><br \/>\u00dcber 60 Referenten aus 12 L\u00e4ndern konnten gewonnen werden. Erwartet werden rund 1.000 Teilnehmer aus 20 L\u00e4ndern aus Europa, Nord- und S\u00fcdamerika, Afrika und Asien.<\/p>\n<p>\u00dcber 100 Aussteller haben sich angemeldet; die Ausstellung ist damit ausgebucht. Zus\u00e4tzlich werden in mehr als 50 Posterbeitr\u00e4gen neueste wissenschaftliche Ergebnisse pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Neben der Vortragsreihe &#8220;Industrial Biotechnology&#8221; sind weitere Schwerpunkte &#8220;Pharma Development&#8221; sowie &#8220;Food &#038; Nutrition&#8221;. Die Themen reichen von Wirkstoffentwicklung, personalisierte Medizin und zellbasierte Therapien in der Pharma-Reihe bis hin zu weltweiter Ern\u00e4hrungssicherung, Kooperationsstrategien f\u00fcr eine verbesserte regionale Wertsch\u00f6pfung in Entwicklungsl\u00e4ndern sowie den Zusammenh\u00e4ngen von Ern\u00e4hrung und Gesundheit in der Reihe Food &#038; Nutrition.<\/p>\n<p>Der alle zwei Jahre stattfindende, internationale Kongress vermittelt Information \u00fcber neueste Entwicklungen aus Wirtschaft und Wissenschaft und erm\u00f6glicht den aktiven Austausch von Erfahrungen. Daraus lassen sich gezielt neue interdisziplin\u00e4re Kooperationen anbahnen &#8211; f\u00fcr die n\u00e4chste Generation innovativer Produkte in den Life Sciences. Zielgruppen sind Experten und Anwender der Biotech-, Chemie-, Pharma-, und Lebensmittelindustrie sowie der Agrarwirtschaft, der Analytik, des Anlagenbaus und der Verfahrenstechnik.<\/p>\n<p>Der Kongress wird von der Bayern Innovativ GmbH, Gesellschaft f\u00fcr Innovation und Wissenstransfer des Freistaates, konzipiert und organisiert und durch das Bayerische Staatsministerium f\u00fcr Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie gef\u00f6rdert.<br \/>Er unterst\u00fctzt in besonderer Weise die Cluster-Offensive mit den bayernweiten Clustern Biotechnologie, Ern\u00e4hrung, Chemie und Medizintechnik.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Erd&ouml;l bildet heute weitgehend die Basis f&uuml;r die Chemie. Endliche Ressourcen sowie politische Unsicherheiten gef&auml;hrden diese Grundlage. 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