{"id":12578,"date":"2011-03-24T00:00:00","date_gmt":"2011-03-23T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20110324-01n"},"modified":"2011-03-24T00:00:00","modified_gmt":"2011-03-23T22:00:00","slug":"spritzgussgehaeuse-aus-nachwachsenden-rohstoffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/spritzgussgehaeuse-aus-nachwachsenden-rohstoffen\/","title":{"rendered":"Spritzgussgeh\u00e4use aus nachwachsenden Rohstoffen"},"content":{"rendered":"<p><b><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20110324-01\/biokunststoff.png\" align=\"right\" style=\"margin-left:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"bild\"\/>Kunststoffprodukte sind heute allgegenw\u00e4rtig, sie machen unser Leben sicherer und angenehmer. Sie unterliegen nicht der Korrosion und lassen sich in nahezu jede beliebige Form bringen. Auch im Sinn der Nachhaltigkeit gibt es viele positive Ans\u00e4tze, wie zum Beispiel die Produkte haltbarer zu machen und den Materialverbrauch geringer zu halten.<\/b><\/p>\n<p>Mit der Markteinf\u00fchrung der Geh\u00e4useserie NawaRo (Nachwachsende Rohstoffe) \u00fcbernimmt Richard W\u00f6hr eine Vorreiterrolle in punkto Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Als erster Geh\u00e4usehersteller bietet das Familienunternehmen mit Sitz in H\u00f6fen\/Enz branchenweit ein derartiges Standardprogramm aus 100% biologisch abbaubaren Spritzgussgeh\u00e4usen aus Biokunststoffen an.<\/p>\n<p>Letztere bestehen zu 100% aus nachwachsenden Rohstoffen, die nicht als Nahrungsmittel eingesetzt werden, sondern Beiprodukte aus industrieller Fertigung sind.Wenngleich konventionelle Kunststoffe noch f\u00fcr lange Zeit unverzichtbar bleiben, schreitet die Entwicklung alternativer Werkstoffe weiter voran. Diese Entwicklung und ein damit verbundenes wachsendes \u00f6kologisches Bewusstsein bei Herstellern und Verbrauchern aktiv mit zu gestalten ist das Ziel der Produkteinf\u00fchrung im Hause W\u00f6hr.<\/p>\n<p>Bereits seit dem Jahr 2003 befasst sich der Hersteller von Industriekomponenten mit dem Einsatz von Naturfaserverbundwerkstoffen bei der Herstellung von Geh\u00e4usen. Ein erster Prototyp auf Basis von Sisal- und Hanffasern wurde Anfang 2004 realisiert. Da die n\u00f6tige Stabilisierung und Festigkeit des Materials jedoch nur in Verbindung mit Kunstharzen erm\u00f6glicht werden konnte, blieb es zun\u00e4chst bei einer eingeschr\u00e4nkten Kompostierbarkeit der Geh\u00e4use.<\/p>\n<p><b>Verbundwerkstoff aus Holz und Pflanzenfasern<\/b><br \/>Bei den aktuellen Werkstoffen handelt es sich um ein Compound aus Holz- und anderen pflanzlichen Fasern mit dem Hauptbestandteil Lignin, dem neben der Zellulose am h\u00e4ufigsten in der Natur vorkommenden organischen Stoff. Der Verbundwerkstoff enth\u00e4lt ausschlie\u00dflich Holzfasern aus regionalen S\u00e4gewerken im s\u00fcddeutschen Raum und damit aus nachhaltiger Forstwirtschaft.<\/p>\n<p>Lignin ist eine dreidimensional vernetzte, aromatische Kohlenwasserstoffverbindung. Es ist in der Zellwand von verholzten Pflanzen wie Gr\u00e4sern, Stauden, Str\u00e4uchern und B\u00e4umen eingelagert und dient dort als Festigungselement. Bei der Papierherstellung ist Lignin unerw\u00fcnscht, weil es zur Vergilbung beitr\u00e4gt. Deshalb wird es chemisch entfernt und findet dann als industrieller Beistoff Verwendung in anderen Einsatzbereichen, so auch in Granulaten zur Herstellung von Biokunststoffprodukten.<\/p>\n<p><b>Einsatz von &#8220;Holz&#8221; wie ein herk\u00f6mmlicher Kunststoff<\/b><br \/>Das Unternehmen ist so in der Lage, den Werkstoff Holz wie einen herk\u00f6mmlichen thermoplastischen Kunststoff einzusetzen. In den n\u00e4chsten Jahren sind nach Einsch\u00e4tzung aus Fachkreisen Wachstumsraten von 20% in der Produktion von Biokunststoffen zu erwarten.<\/p>\n<p>S\u00e4mtliche Kunststoffgeh\u00e4use aus der Markenserie KM-Geh\u00e4usetech, einer Tochtergesellschaft des Unternehmens, sowie Plattenware sind mit dem neuen Werkstoff lieferbar. Kundenspezifische Modifizierungen sind aufgrund der Werkzeugkosten in der Regel jedoch erst ab einer gr\u00f6\u00dferen Bestellmenge wirtschaftlich rentabel.<\/p>\n<p>Die Bio-Granulate wurden mit wissenschaftlichen Messverfahren auf ihre mechanischen, physikalischen und thermischen Eigenschaften sowie Lebensmittelechtheit gestestetDie KM-Werkzeuge f\u00fcr das Spritzgussverfahren wurden so angelegt, dass neben herk\u00f6mmlichen Kunststoffgranulaten auch Bio-Granulate auf pflanzlicher Basis verarbeitet werden k\u00f6nnen. Umfangreiche Versuche haben ergeben, dass dies mit hierauf optimierten Prozessparametern m\u00f6glich ist. Die Bio-Granulate wurden mit wissenschaftlichen Messverfahren auf ihre mechanischen, physikalischen und thermischen Eigenschaften sowie Lebensmittelechtheit gestestet.<\/p>\n<p>Ein Test zur Wasseraufnahme eines Spritzguss-Handgeh\u00e4uses ergab eine vernachl\u00e4ssigbare Gewichtszunahme um maximal 0,66% nach zehn Tagen. Nach einer Trocknungsphase wurde das urspr\u00fcngliche Gewicht nahezu wieder erreicht.<\/p>\n<p>Auch bei Temperaturschwankungen und W\u00e4rmeeinwirkung werden die f\u00fcr den Einsatz in der Industrie und in der Medizintechnik erforderlichen Werte eingehalten. Die f\u00fcr die Geh\u00e4useserien verwendeten Werkstoffe gleichen im mechanischen Eigenschaftsprofil schlagz\u00e4hen Kunststoffen (z.B. ABS) und bestehen je nach Rezeptur aus Biopolymeren, Polyhydroxialkanoaten, -butyraten, Polycaprolacton, Polyester, St\u00e4rke, Ingeo<sup>TM<\/sup>, Lignin, Naturharzen, -wachsen, -\u00f6len, nat\u00fcrlichen Fetts\u00e4uren, Cellulose, biologischen Additiven und nat\u00fcrlichen Verst\u00e4rkungsfasern.<\/p>\n<p><b>Eigenschaften von Bio-Kunststoffen<\/b><br \/>Die Eigenschaften des jeweils verwendeten Biogranulats k\u00f6nnen durch eine entsprechende Additivierung an h\u00f6here Anforderungen angepasst werden. Hinsichtlich der UV-Best\u00e4ndigkeit eignet sich die Naturvariante im Au\u00dfenbereich f\u00fcr kurz- bis mittelfristige G\u00fcter, die nicht direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind.<\/p>\n<p>F\u00fcr langlebigere Anwendungen kann ein zus\u00e4tzlicher UV-Schutz eingearbeitet werden. Im Programm sind sowohl Biogranulate, die sich f\u00fcr steife Geh\u00e4use eignen, als auch Varianten mit sehr guter Spannungsrissbest\u00e4ndigkeit.<\/p>\n<p>Die Geh\u00e4use aus Biokunststoffen lassen sich \u2013 etwa mittels Fr\u00e4sen und Bohren \u2013 genauso weiterverarbeiten wie vergleichbare Teile aus herk\u00f6mmlichen Kunststoffen und unterscheiden sich auch in der Designfreiheit nicht von Polyamiden auf Erd\u00f6lbasis. Durch Lackieren wird jedoch die Kompostierbarkeit eingeschr\u00e4nkt. Allerdings schreitet bei der Farbgebung die Entwicklung von Bio-Farbbatchen aus organischen Stoffen zur direkten Einf\u00e4rbung im Spritzgussverfahren voran, deren Einsatz das Unternehmen aus H\u00f6fen favorisieren wird, sobald die Anforderungen f\u00fcr bestimmte Produkteigenschaften erf\u00fcllt werden.<\/p>\n<p><b>Entsorgung der Bio-Kunststoffe<\/b><br \/>Bei der Entsorgung entsteht durch die thermische Verwertung zus\u00e4tzlich klimaneutrale Energie. Alternativ kann das Material mechanisch geschreddert und dann auf nat\u00fcrlichem Weg kompostiert und durch Mikroorganismen zersetzt werden. Des weiteren befassen sich die Hersteller der Biogranulate auch mit M\u00f6glichkeiten zum Recycling ausgedienter Komponenten. In allen F\u00e4llen m\u00fcssen jedoch eingebaute Elektronik- und Metallteile entfernt werden.<\/p>\n<p>Nach den bereits mehrfach auditierten DIN EN ISO Zertifizierungen 9001 (Qualit\u00e4t) und 13485 (Medizin) haben die H\u00f6fener zum 1. Juli 2010 auch die Umweltzertifizierung nach DIN EN ISO 14001 erhalten. Denn eine nachhaltige umweltgerechte Produktion und eine Abkehr von den immer knapper werdenden fossilen Rohstoffen ist dem Unternehmen ein gro\u00dfes Anliegen, auch mit Blick auf k\u00fcnftige Generationen.<\/p>\n<p>Mit entsprechenden Ma\u00dfnahmen und Neuentwicklungen, in die alle Mitarbeiter von Anfang an mit einbezogen sind, wird das 1967 als Industrielackiererei gegr\u00fcndete Unternehmen dem Anforderungskatalog f\u00fcr die Umweltzertifizierung mehr als gerecht. Dazu geh\u00f6ren unter anderem auch eine emissionsarme Beheizung und Klimatisierung des Firmengeb\u00e4udes durch eine ma\u00dfgeschneiderte W\u00e4rmepumpenanlage (das soll im Jahr 2011 im Rahmen der Firmenerweiterung realisiert werden).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Kunststoffprodukte sind heute allgegenw&auml;rtig, sie machen unser Leben sicherer und angenehmer. 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