{"id":12561,"date":"2011-04-11T00:00:00","date_gmt":"2011-04-10T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20110505-01n"},"modified":"2011-04-11T00:00:00","modified_gmt":"2011-04-10T22:00:00","slug":"pilz-soll-bei-oelfoerderung-helfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/pilz-soll-bei-oelfoerderung-helfen\/","title":{"rendered":"Pilz soll bei \u00d6lf\u00f6rderung helfen"},"content":{"rendered":"<p><b>Der Pilz sprie\u00dft auf totem Holz, graubraun und unscheinbar. Dem Kasseler \u00d6l- und Gasproduzenten Wintershall ist das lappige Gew\u00e4chs Investitionen von 41 Millionen Euro in vier Jahren wert.<\/b><\/p>\n<p><i>Schizophyllum communis<\/i>, so der botanische Name des Pilzes, soll bei der Erd\u00f6lf\u00f6rderung helfen. Mit St\u00e4rke und Sauerstoff versorgt entwickelt er ein Biopolymer, ein biologisches Verdickungsmittel, das mit Wasser in die Lagerst\u00e4tte gepumpt werden soll. Durch die gelartige Substanz wird das Wasser z\u00e4hfl\u00fcssiger. Es dr\u00e4ngt sich nicht mehr so leicht am \u00d6l vorbei, sondern schiebt den Rohstoff vor sich her aus der Lagerst\u00e4tte heraus.<\/p>\n<p>Mit den herk\u00f6mmlichen Techniken, etwa Pumpen und Wasserflutung werden nur etwa 30 bis 40 Prozent eines \u00d6lvorkommens aus dem Boden geholt. Mit der Polymer-Methode lie\u00dfe sich die Ausbeute auf bis zu 45 Prozent steigern, sch\u00e4tzt Wintershall.<\/p>\n<p>Zurzeit ist der Pilz noch im Labor der Wintershall-Muttergesellschaft BASF in Ludwigshafen zuhause. In einem 3000-Tank produziert er sein Polymer Schizophyllan, einen Stoff, der im wesentlichen aus Zuckerbausteinen besteht und biologisch abbaubar ist. Der erste Feldversuch soll im kommenden Jahr im nieders\u00e4chsischen Bockstedt starten. 30 Tonnen Polymer im Jahr werden daf\u00fcr gebraucht, sagt Foppe Visser, Forschungsleiter bei Wintershall.<\/p>\n<p>Weil das Wasser nur vier Prozent Schizophyllan enth\u00e4lt, hie\u00dfe das, im Jahr 750&#8197;000 Liter Fl\u00fcssigkeit von Ludwigshafen zum Versuchsfeld zu transportieren \u2013 zwei Tanklaster pro Woche. F\u00fcr ein gro\u00dfes \u00d6lfeld w\u00e4ren hingegen 10&#8197;000 Tonnen Polymer j\u00e4hrlich n\u00f6tig. Sie werden voraussichtlich vor Ort produziert werden. Sechs bis zehn Jahre k\u00f6nnte ein \u00d6lfeld mit der Polymer-L\u00f6sung geflutet werden.<\/p>\n<p>Die Pilzmethode soll in einem zweiten Feldversuch m\u00f6glicherweise 2018 getestet werden, am besten bei der \u00d6lf\u00f6rderung im Meer. Beim Einsatz hat Wintershall jedoch nicht in erster Linie die eigenen Vorkommen im Auge: &#8220;f\u00fcr unseren Eigenbedarf allein entwickeln wir das Biopolymer nicht&#8221;, sagt Visser \u00fcber den Pilz.<\/p>\n<p><b>Weg zu neuen Vorkommen<\/b><br \/>Diesem er\u00f6ffnet sich vielmehr ein weltweites Einsatzfeld. Denn geeignet ist das Polymer-Verfahren vor allem f\u00fcr Vorkommen in hei\u00dfer und salzhaltiger Umgebung \u2013 und das gilt f\u00fcr die H\u00e4lfte der heutigen \u00d6lquellen. Mit der Pilz-Technologie w\u00e4re Wintershall f\u00fcr viele \u00d6lgesellschaften ein interessanter Gesch\u00e4ftspartner. Die BASF-Tochter, die im vergangenen Jahr 10,8 Milliarden Euro umsetzte und 5,8 Millionen Tonnen \u00d6l f\u00f6rderte, bek\u00e4me so Zugang zu neuen Reserven.<\/p>\n<p>Die Erschlie\u00dfung und F\u00f6rderung von \u00d6l- und Gasvorkommen wird technologisch immer anspruchsvoller. Bei der hohen Rohstoff-Nachfrage rechnen sich auch aufw\u00e4ndige Verfahren wie der millionen-teure Baumpilz. &#8220;Beim jetzigen \u00d6lpreis&#8221;, sagt Visser, &#8220;w\u00fcrde es sich lohnen.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Der Pilz sprie&szlig;t auf totem Holz, graubraun und unscheinbar. 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