{"id":125485,"date":"2023-04-20T07:26:00","date_gmt":"2023-04-20T05:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=125485"},"modified":"2023-04-18T11:39:21","modified_gmt":"2023-04-18T09:39:21","slug":"biotechnologietage-2023-hier-steckte-biookonomie-drin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biotechnologietage-2023-hier-steckte-biookonomie-drin\/","title":{"rendered":"Biotechnologietage 2023: Hier steckte Bio\u00f6konomie drin"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<p>Rund 750 Teilnehmende kamen am 28. und 29. M\u00e4rz auf den&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.biotechnologietage.de\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Deutschen Biotechnologietagen (DBT)<\/a>&nbsp;in Wiesbaden zu ihrem j\u00e4hrlichen Austausch zusammen, so viele wie vor der Pandemie. Bei dem j\u00e4hrlichen Branchentreff stand neben der Diskussion aktueller Themen auch der Austausch untereinander und mit der Politik im Vordergrund. Ausgerichtet werden die Biotechnologietage vom Branchenverband BIO Deutschland gemeinsam mit dem Arbeitskreis der BioRegionen. Regionaler Gastgeber war diesmal Hessen Trade and Invest und Technologieland Hessen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/04\/Bildschirmfoto-2023-04-17-um-13.10.42-1024x577.png\" alt=\"Diskutierten \u00fcber Potenziale der Digitalisierung f\u00fcr die industrielle Biotech-Produktion: Enrico Barsch, Dirk Weuster-Botz, J\u00fcrgen Pleiss und Martin Langer (von links).\" class=\"wp-image-125509\" width=\"768\" height=\"433\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/04\/Bildschirmfoto-2023-04-17-um-13.10.42-1024x577.png 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/04\/Bildschirmfoto-2023-04-17-um-13.10.42-300x169.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/04\/Bildschirmfoto-2023-04-17-um-13.10.42-150x85.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/04\/Bildschirmfoto-2023-04-17-um-13.10.42-768x433.png 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/04\/Bildschirmfoto-2023-04-17-um-13.10.42-400x226.png 400w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/04\/Bildschirmfoto-2023-04-17-um-13.10.42.png 1158w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption>Diskutierten \u00fcber Potenziale der Digitalisierung f\u00fcr die industrielle Biotech-Produktion: Enrico Barsch, Dirk Weuster-Botz, J\u00fcrgen Pleiss und Martin Langer (von links). Quelle Kurc\/Cakal<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Das Programm der Biotechnologietage beleuchtete die zahlreichen Anwendungsbereiche, in denen Biotechnologie als Schl\u00fcsseltechnologie zur Anwendung kommt. Der Schwerpunkt lag dieses Jahr bei der biobasierten, nachhaltigen Wirtschaft, der Bio\u00f6konomie, und der Kreislaufwirtschaft. Aber auch die medizinische Biotechnologie, Digitalisierung und Fachkr\u00e4ftemangel waren Thema.<\/p>\n\n\n\n<p>Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck betonte in seinem Videogru\u00dfwort, dass ihm die Biotechnologie am Herzen liege. Biotechnologie bringe Wirtschaft, Klimaschutz und Innovation zusammen und sei eine Game-Changer-Technologie, sagte der Bundesminister.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gef\u00f6rderte Bio\u00f6konomie-Forschung vielfach pr\u00e4sent<\/h3>\n\n\n\n<p>Das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) war mit eigenem Stand pr\u00e4sent, zudem wurden in mehreren Sessions durch das BMBF gef\u00f6rderte Projekte vorgestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind die Megatrends unserer Zeit. Doch wie digitalisiert ist die industrielle Biotechnologie bereits \u2013 welche Chancen er\u00f6ffnen sich, wo liegen die Herausforderungen? Dar\u00fcber diskutierte Enrico Barsch, Referent im Bio\u00f6konomie-Referat des BMBF, mit drei Biotech-Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft. Martin Langer, Managing Director BioScience Operations bei BRAIN Biotech, verdeutlichte, wie zentral die Digitalisierung schon heute f\u00fcr das Biotech-Gesch\u00e4ft ist und vor allem in Zukunft sein wird. Entscheidend sei heute nicht mehr die Datenproduktion sondern vielmehr die Datenanalyse. Im Zuge von sogenannten Metagenom-Analysen hat BRAIN gro\u00dfe Datenbanken mit Sequenzinformationen aufgebaut. \u201eDiese mikrobielle Diversit\u00e4t durchmustern wir nach neuartigen Biokatalysatoren.\u201c Auch in der Entwicklung ma\u00dfgeschneiderter Proteine via rationalem Design habe es riesige Fortschritte gegeben: \u201eHier k\u00f6nnen Proteine mittlerweile innerhalb von Wochen optimiert werden\u201c, sagte Langer. Noch in den Kinderschuhen sieht Langer indes das Konzept der digitalen Zwillinge, die in anderen Industriezweigen l\u00e4ngst integraler Bestandteil des Produktionsprozesses seien.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Bioinformatiker J\u00fcrgen Pleiss von der Universit\u00e4t Stuttgart sieht die Biochemie in einer Zeit des Umbruchs. \u201eDer Trend geht hin zu quantitativen Vorhersagen zur Entwicklung und Optimierung von Proteinen und Prozessen und einem pr\u00e4diktiven Design, das sich auf Modelle st\u00fctzt.\u201c Zentral auf dem Weg hin zu einer digitalisierten Enzym-Forschung ist f\u00fcr Pleiss das Management der experimentellen Daten. Diese gelte es nach den FAIR-Datenprinzipien (Findable, Accessible, Interoperable und Reusable) zu gestalten. Dazu m\u00fcsse man gewonnene Daten strukturieren, damit man sie in Modellierungsplattformen \u00fcberf\u00fchren k\u00f6nne. Pleiss&#8217; Team hat in diesem Sinne das Datenaustausch-Format&nbsp;<a href=\"https:\/\/enzymeml.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">EnzymeML<\/a>&nbsp;entwickelt. Wichtige Initiativen seien zudem die Aktivit\u00e4ten im Rahmen der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI). Au\u00dferdem sei es wichtig, Fachkr\u00e4fte auszubilden, die fit f\u00fcr die Digitalisierung sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Bioverfahrenstechnik-Professor Dirk Weuster-Botz von der TU M\u00fcnchen erl\u00e4uterte, wie Miniaturisierung, Parallelisierung und Automatisierung derzeit die Bioprozess-Entwicklung ver\u00e4ndern und beschleunigen. In dem&nbsp;<a href=\"https:\/\/biooekonomie.de\/foerderung\/foerderbeispiele\/das-digitalisierte-biotech-labor\">BMBF-Projekt DigInBio<\/a>&nbsp;wurden bundesweit drei Demonstrationslabore aufgebaut und wichtige Fortschritte auf dem Weg zum digitalisierten Biotech-Labor erzielt. Ger\u00e4te im Labor m\u00fcssten st\u00e4rker miteinander kommunizieren, betonte Weuster-Botz. \u201eWir brauchen einen industriellen Kommunikationsstandard im Labor. Und wir brauchen ein Labormanagement- und Automatisierungssystem.\u201c Hier habe man innerhalb von DigInBio L\u00f6sungen entwickelt, die bereits erfolgreich in den Technologietransfer sowie in die Gr\u00fcndung eines Start-ups gem\u00fcndet seien. Die Vision des M\u00fcnchner Biotechnologen ist das voll autonome Bioprozesslabor.&nbsp; \u201eWir m\u00fcssen dazu mehr Intelligenz in unsere Experimente hineinbringen. \u201eBisher sind wir allenfalls bei Assistenzsystemen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Video ZOOM+: Das Labor der Zukunft \u2013 Digitalisierung in der Biotechnologie<\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<div class=\"BorlabsCookie _brlbs-cb-youtube\"><div class=\"_brlbs-content-blocker\"> <div class=\"_brlbs-embed _brlbs-video-youtube\"> <img decoding=\"async\" class=\"_brlbs-thumbnail\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/plugins\/borlabs-cookie\/assets\/images\/cb-no-thumbnail.png\" alt=\"YouTube\"> <div class=\"_brlbs-caption\"> <p>By loading the video, you agree to YouTube&#8217;s privacy policy.<br><a href=\"https:\/\/policies.google.com\/privacy?hl=en&amp;gl=en\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">Learn more<\/a><\/p> <p><a class=\"_brlbs-btn _brlbs-icon-play-white\" href=\"#\" data-borlabs-cookie-unblock role=\"button\">Load video<\/a><\/p> <p><label><input type=\"checkbox\" name=\"unblockAll\" value=\"1\" checked> <small>Always unblock YouTube<\/small><\/label><\/p> <\/div> <\/div> <\/div><div class=\"borlabs-hide\" data-borlabs-cookie-type=\"content-blocker\" data-borlabs-cookie-id=\"youtube\"><script type=\"text\/template\">PGlmcmFtZSB0aXRsZT0iRm9sZ2UgMTMg4oCTIFpvb20rIOKAkyBEYXMgTGFib3IgZGVyIFp1a3VuZnQg4oCTIERpZ2l0YWxpc2llcnVuZyBpbiBkZXIgQmlvdGVjaG5vbG9naWUiIHdpZHRoPSI1MDAiIGhlaWdodD0iMjgxIiBzcmM9Imh0dHBzOi8vd3d3LnlvdXR1YmUtbm9jb29raWUuY29tL2VtYmVkL0NNRGFsZGgwaDVrP2ZlYXR1cmU9b2VtYmVkIiBmcmFtZWJvcmRlcj0iMCIgYWxsb3c9ImFjY2VsZXJvbWV0ZXI7IGF1dG9wbGF5OyBjbGlwYm9hcmQtd3JpdGU7IGVuY3J5cHRlZC1tZWRpYTsgZ3lyb3Njb3BlOyBwaWN0dXJlLWluLXBpY3R1cmU7IHdlYi1zaGFyZSIgcmVmZXJyZXJwb2xpY3k9InN0cmljdC1vcmlnaW4td2hlbi1jcm9zcy1vcmlnaW4iIGFsbG93ZnVsbHNjcmVlbj48L2lmcmFtZT4=<\/script><\/div><\/div>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Hefe als Produzent von \u00d6l und Proteinen<\/h3>\n\n\n\n<p>In einem vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWK) pr\u00e4sentierten Session zur industriellen Bio\u00f6konomie stellten sich zwei Projekte aus dem F\u00f6rderprogramm \u201eIndustrielle Bio\u00f6konomie\u201c vor. Im Rahmen des Programms werden bisher 19 Projekte gef\u00f6rdert mit dem Ziel, Deutschland als Leitmarkt und Leitanbieter biobasierter Produkte zu positionieren. Hier geht es um das Scale-up von Prozessen und den Aufbau von Demonstrationsanlagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Biotechnologie-Professor&nbsp;<a href=\"https:\/\/biooekonomie.de\/akteure\/biopioniere\/der-oelinnovator-thomas-brueck\">Thomas Br\u00fcck von der TU M\u00fcnchen<\/a>&nbsp;und Mahmoud Masri haben das Start-up Global Sustainable Transformation (GST) gegr\u00fcndet. In dem Projekt NextOil f\u00f6rdert das BMWK den Aufbau einer Mehrzweck-Demonstrationsanlage f\u00fcr die Produktion von Hefe\u00f6l \u2013 das in seinen Eigenschaften dem pflanzlichen Palm\u00f6l sehr nahekommt. Das Team von GST hat eine auf Krabbenschalen lebende Hefeart als ergiebige \u00d6lquelle identifiziert. \u201eUnser Prozess liefert Hefe\u00f6l in zwei bis vier Tagen in hoher Ausbeute und es ist kein Downstream-Schritt f\u00fcr die Aufarbeitung notwendig\u201c, sagte Br\u00fcck. Zudem laufe der Bioprozess l\u00f6sungsmittelfrei ab und die Hefen seien auch nicht gentechnisch ver\u00e4ndert. Mit Blick auf die biobasierte Kreislaufwirtschaft ist auch die Rohstoffbasis bemerkenswert: Das Start-up nutzt altes Brot und Brotreste, um die \u00d6lhefen zu f\u00fcttern.<\/p>\n\n\n\n<p>Tomas Kurz von ProteinDistillery setzt Hefe nicht als \u00d6lproduzent, sondern als Protein-Lieferant ein. \u201eWir nutzen daf\u00fcr Hefe aus der Brauerei, also Bierhefe, die ihren eigentlichen Job schon getan hat\u201c, sagte Kurz in Wiesbaden. Die in der EU als vegan eingestuften Hefeproteine lie\u00dfen sich in Fleischalternativen, in Milchersatzprodukten und K\u00e4seprodukten oder als Eiersatz einsetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Session wurden auch gro\u00dfe Projekte aus der Bio\u00f6konomieforschungsf\u00f6rderung des BMBF vorgestellt: Jochen Michels erl\u00e4uterte, wie der&nbsp;<a href=\"https:\/\/biooekonomie.de\/themen\/dossiers\/die-innovationsraeume-biooekonomie#dossier-page-4\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Innovationsraum \u201eBioBall \u2013 Bio\u00f6konomie im Ballungsraum\u201c<\/a>&nbsp;in derzeit neun Verbundprojekten die Potenziale der Bio\u00f6konomie in und f\u00fcr die Metropolregion FrankfurtRheinMain heben will.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Aachener Biotechnologe Ulrich Schwaneberg stellte das&nbsp;<a href=\"https:\/\/biooekonomie.de\/themen\/dossiers\/modellregion-biooekonomie-im-rheinischen-revier#dossier-page-6\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Innovationsnetzwerk Bio4MatPro&nbsp;<\/a>(Kompetenzzentrum zur Biologischen Transformation der Materialwissenschaft und Produktionstechnik) vor. Ziel des in der Modellregion Bio\u00f6konomie im Rheinischen Revier angesiedelten Netzwerks ist es, hochwertige Produkte zu erschaffen, indem biologische Funktionalit\u00e4ten und bioinspirierte Prinzipien in und auf Materialien gebracht werden. In Bio4MatPro gibt es 23 Verbundprojekte, von smarten Textilien bis zum schaltbaren Kleben.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/biooekonomie.de\/sites\/default\/files\/2023-04\/DBT%202023%20GST.JPG\" alt=\"TUM-Biotechnologe Thomas Br\u00fcck stellte das Hefe\u00f6l-Projekt NextOil vor. \" width=\"848\" height=\"477\"\/><figcaption>TUM-Biotechnologe Thomas Br\u00fcck stellte das Hefe\u00f6l-Projekt NextOil vor. Quelle: Philipp Graf\/BIOCOM<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Podiumsdiskussion zur Bio\u00f6konomie<\/h3>\n\n\n\n<p>In einem Impulsvortrag am zweiten Biotechnologietag mahnte Stefanie Heiden, an der Leibniz Universit\u00e4t Hannover Professorin f\u00fcr Innovationsforschung und Bio\u00f6konomier\u00e4tin der Bundesregierung, die Finanzierung von innovativen Bio\u00f6konomie-Unternehmen m\u00fcsse nachhaltig sichergestellt werden \u2013 durch eine weniger ordnungspolitisch gepr\u00e4gte Industriepolitik, die Prozesse beschleunige sowie durch ein st\u00e4rkeres Engagement privater Investoren. \u201eWir brauchen ein funktionierendes Kapitalmarkt\u00f6kosystem und organisch wachsende Unternehmen. Zudem sollte versucht werden, dass der wirtschaftliche Impact hier realisiert wird und nicht global diffundiert\u201c, sagte sie.<\/p>\n\n\n\n<p>An der anschlie\u00dfenden Diskussionsrunde war neben Heiden und weiteren Fachleuten auch der hessische Wirtschaftsminister Hessen, Tarek Al-Wazir, beteiligt. \u201eAuf dem Weg in eine nachhaltige Industrie m\u00fcssen wir schneller werden, das gilt auch f\u00fcr das Thema Skalierung. Das erfordert auf EU-Ebene und auf nationaler Ebene ein st\u00e4rker ressort\u00fcbergreifendes Zusammenspiel\u201c, sagte er und betonte zugleich den Stellenwert der Bio\u00f6konomie in Hessen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Debatte \u00fcber Konzepte wie Kaskadennutzung und Kreislaufwirtschaft lenkte Steffi Ober vom NABU den Blick auf die Nationale Biomassestrategie, die derzeit erarbeitet wird. Die Frage sei, wie man das Leitprinzip \u201eFood first\u201c auch absichere und eine nachhaltige stoffliche Nutzung anstelle einer energetischen Nutzung f\u00f6rdere. \u201eDie Finanzwelt hat die Kreislaufwirtschaft noch nicht verstanden\u201c, sagte sie. Hier m\u00fcsse viel mehr privates Kapital einflie\u00dfen.&nbsp;<a href=\"https:\/\/biooekonomie.de\/nachrichten\/neues-aus-der-biooekonomie\/der-erste-biooekonomie-influencer\">Bio\u00f6konomie-Kenner Christian Patermann<\/a>&nbsp;machte sich daf\u00fcr stark, institutionelle regulatorische Hindernisse zu erkennen und abzumildern. \u201eDas Thema biobasierte Kreislaufwirtschaft muss noch st\u00e4rker in den Fokus r\u00fccken\u201c, sagte er.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/biooekonomie.de\/sites\/default\/files\/2023-04\/Podiumsdiskussion_DBT23_072.jpg\" alt=\"Das Bio\u00f6konomie-Panel ( von links): Steffi Ober, Tarek Al-Wazir, Stefanie Heiden (zugeschaltet), Antje Grobe (Moderation), Christian Patermann und Thomas Bayer.\" width=\"897\" height=\"505\"\/><figcaption>Das Bio\u00f6konomie-Panel ( von links): Steffi Ober, Tarek Al-Wazir, Stefanie Heiden (zugeschaltet), Antje Grobe (Moderation), Christian Patermann und Thomas Bayer.<br> Quelle: S. Z. Kurc \/ Cajal<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zwei Innovationspreise mit Bio\u00f6konomie-Relevanz<\/h3>\n\n\n\n<p>Ein Highlight der Biotechnologietage ist traditionell die Verleihung des Innovationspreises der Bioregionen, hier werden mit Patenten unterlegte, hochinnovative Entwicklungen aus den Life Sciences in Deutschland gew\u00fcrdigt. Zu den diesj\u00e4hrigen Gewinnern z\u00e4hlt das Team BioThrust um Patrick Bongartz von der RWTH Aachen. Es hat einen Membranr\u00fchrer entwickelt, mit dem zum weltweit ersten Mal Organismen und Zellkulturen in einem Bioreaktor blasenfrei mit ausreichend Gas versorgt werden k\u00f6nnen. Ein weiterer Gewinner ist das Team LigniLabs um Frederik Wurm aus Wiesbaden. Die Technologie besteht aus&nbsp;<a href=\"https:\/\/biooekonomie.de\/themen\/dossiers\/lignin-reststoff-mit-potenzial\">Lignin<\/a>-Kaspeln, die ein Fungizid enthalten und in Rebst\u00f6cke injiziert werden k\u00f6nnen. Somit l\u00e4sst sich die weltweit auftretende Pilz-Erkrankung \u201eEsca\u201c pr\u00e4ventiv und kurativ bek\u00e4mpfen, die j\u00e4hrlich Milliardensch\u00e4den im Weinbau verursacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die n\u00e4chste Ausgabe der Biotechnologietage r\u00fcckt dann wieder n\u00e4her an die Bundespolitik: Am 16. und 17. April 2024 trifft sich die Branche erstmals seit sechs Jahren wieder in Berlin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rund 750 Teilnehmende kamen am 28. und 29. M\u00e4rz auf den&nbsp;Deutschen Biotechnologietagen (DBT)&nbsp;in Wiesbaden zu ihrem j\u00e4hrlichen Austausch zusammen, so viele wie vor der Pandemie. Bei dem j\u00e4hrlichen Branchentreff stand neben der Diskussion aktueller Themen auch der Austausch untereinander und mit der Politik im Vordergrund. 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