{"id":12548,"date":"2011-04-28T00:00:00","date_gmt":"2011-04-27T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20110428-07n"},"modified":"2011-04-28T00:00:00","modified_gmt":"2011-04-27T22:00:00","slug":"vds-sieht-naturschutzvorhaben-in-baden-wuerttemberg-mit-sorge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/vds-sieht-naturschutzvorhaben-in-baden-wuerttemberg-mit-sorge\/","title":{"rendered":"VDS sieht Naturschutzvorhaben in Baden-W\u00fcrttemberg mit Sorge"},"content":{"rendered":"<p><b>Der Verband der Deutschen S\u00e4ge- und Holzindustrie (VDS) vertritt mittelst\u00e4ndische S\u00e4gewerksbetriebe in Baden-W\u00fcrttemberg und ist die Dachorganisation u.a. auch des VSH Baden-W\u00fcrttemberg. Der VDS kritisiert die im Koalitionsvertrag der neuen gr\u00fcn-roten Landesregierung in Baden-W\u00fcrttemberg geplanten Vorhaben in den Bereichen Naturschutz, Forst- und Holzwirtschaft. Insbesondere die geplanten umfangreichen Fl\u00e4chenstilllegungen von Waldfl\u00e4chen durch Herausnahme von zehn Prozent des \u00f6ffentlichen Waldes aus der forstlichen Bewirtschaftung, die Einrichtung eines Nationalparks und eines Biosph\u00e4rengebietes sowie Referenzfl\u00e4chen und restriktive Baumartenwahl durch eine FSC-Zertifizierung gef\u00e4hrden die ohnehin bereits angespannte Situation bei der Holzversorgung.<\/b><\/p>\n<p>Die Stilllegung von zehn Prozent der \u00f6ffentlichen Waldfl\u00e4chen &#8211; bei einem Staatswaldanteil von 321.678 ha sind dies 32.176 ha &#8211; bedeutet weitreichende Einschr\u00e4nkungen bei der Holzversorgung. Diese betr\u00e4fe sowohl die mittelst\u00e4ndischen ans\u00e4ssigen S\u00e4gebetriebe vor Ort als auch die Brennholzwerbung durch Privatleute. Der Verzicht auf die Holznutzung w\u00fcrde f\u00fcr das Land Baden-W\u00fcrttemberg als Waldbesitzer mit j\u00e4hrlichen Einnahmeverlusten von wenigstens 16 Millionen \u20ac zu Buche schlagen. F\u00fcr die nachgelagerten Branchen der Cluster Forst und Holz vervielfacht sich dieser Schaden, da der Wertsch\u00f6pfungsfaktor mindestens das 10-fache des nicht verf\u00fcgbaren Rohstoffwertes betr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Fraglich ist das Vorhaben auch deswegen, da auf diesem Weg die ebenfalls im Koalitionsvertrag geforderte Steigerung der Holzverwendung im Bauwesen nicht erreicht werden kann, wenn Holz nicht in ausreichender Menge geerntet werden darf. Weitere Fl\u00e4chenstilllegungen von Waldfl\u00e4chen w\u00fcrden durch die Schaffung von Nationalpark und Biosph\u00e4renreservat entstehen, in deren Kernzone jegliche Holzernte eingestellt w\u00fcrde. Nicht nur die Holzversorgung der mittelst\u00e4ndischen S\u00e4gebetriebe vor Ort, auch die Brennholzselbstwerbung von Privatleuten w\u00e4re untersagt. Das immer wieder angef\u00fchrte Argument eines touristischen und somit finanziellen Effektes ist durch entsprechende Untersuchungen widerlegt. Die Ausweisung von Schutzgebieten wird mit hoher Wahrscheinlichkeit negative touristische Auswirkungen haben, da Nationalparke gerade keine zus\u00e4tzlichen Einnahmen generieren. Eine Umsetzung der Pl\u00e4ne ist nach Meinung des VDS schwierig, wenn die B\u00fcrger in der Region bei der Nationalparkplanung \u00fcbergangen werden. In der Vergangenheit sind bereits Vorhaben zur Ausweisung von Nationalparken am Widerstand der \u00f6rtlichen Bev\u00f6lkerung gescheitert, wie z.B. im Siebengebirge in Nordrhein-Westfalen oder im Steigerwald in Bayern. Die im Koalitionsvertrag als zentrale Aufgabe ausgewiesene B\u00fcrgerbeteiligung auf allen Entscheidungsebenen muss daher hier zur praktischen Anwendung kommen.<\/p>\n<p>Die beabsichtigte FSC-Zertifizierung des Staatswaldes schr\u00e4nkt die Baumartenwahl ein, da durch FSC ein verst\u00e4rkter Anbau der Douglasie ausgebremst w\u00fcrde. Als Begr\u00fcndung f\u00fcr diese Beschr\u00e4nkung verweist der FSC auf die nicht standortsheimische Eigenschaft der Douglasie. Aufgrund abnehmender Fichtenholzanteile in deutschen W\u00e4ldern w\u00e4re die Kompensation mit der an die klimatischen Ver\u00e4nderungen gut angepassten Douglasie jedoch ein wichtiger Baustein f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Versorgung der S\u00e4ge- und Holzbetriebe, da diese mehrheitlich Nadelholz verarbeiten. Ein weiterer Einschnitt stellen die von FSC postulierten Referenzfl\u00e4chen dar, auf denen praktisch jegliche Holzernte untersagt w\u00e4re. Eine zugunsten FSC getroffene Entscheidung \u00fcber die Staatswaldzertifizierung verkennt, dass FSC international unterschiedliche Standards von den zertifizierten Waldbesitzern fordert und damit der Forst in Baden-W\u00fcrttemberg benachteiligt w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Zur Frage der geplanten Stilllegungsfl\u00e4chen fordert der VDS die neue Landesregierung zu einer klaren Stellungnahme auf und bietet sich f\u00fcr einen Dialog an. Der VDS wird noch vor der Konstituierung der neuen Landesregierung ein Positionspapier f\u00fcr die S\u00e4ge- und Holzindustrie in Baden-W\u00fcrttemberg erarbeiten, um das Gespr\u00e4ch mit der neuen Landesregierung vorzubereiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Der Verband der Deutschen S&auml;ge- und Holzindustrie (VDS) vertritt mittelst&auml;ndische S&auml;gewerksbetriebe in Baden-W&uuml;rttemberg und ist die Dachorganisation u.a. auch des VSH Baden-W&uuml;rttemberg. 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