{"id":125210,"date":"2023-04-13T07:14:00","date_gmt":"2023-04-13T05:14:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=125210"},"modified":"2023-04-10T09:46:41","modified_gmt":"2023-04-10T07:46:41","slug":"simulation-von-belastbaren-biobasierten-wertschopfungsketten-am-beispiel-von-miscanthus-und-sorghum-im-donauraum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/simulation-von-belastbaren-biobasierten-wertschopfungsketten-am-beispiel-von-miscanthus-und-sorghum-im-donauraum\/","title":{"rendered":"Simulation von belastbaren, biobasierten Wertsch\u00f6pfungsketten am Beispiel von Miscanthus und Sorghum im Donauraum"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p><strong>Das Projekt Danube Alliance, ein Vorzeigeprojekt des Schwerpunktbereichs 8 der EU-Strategie f\u00fcr den Donauraum (EUSDR), zielte darauf ab, die Widerstandsf\u00e4higkeit bestehender oder neuer transnationaler Lieferketten in diesem Gebiet zu f\u00f6rdern. Im Mittelpunkt der Aktivit\u00e4ten stand die Unterst\u00fctzung von KMU bei der Einbettung in neue Wertsch\u00f6pfungsketten. Das Projekt wurde von Januar 2020 bis Dezember 2022 von der VDI\/VDE Innovation und Technik GmbH als Leadpartner gemeinsam mit der BIOPRO Baden-W\u00fcrttemberg GmbH, dem Herman Hollerith Zentrum (HHZ) der Hochschule Reutlingen und dem Steinbeis Europa Zentrum durchgef\u00fchrt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die erste Phase des Projekts (2021 \u2013 2022) gliederte sich in vier Schritte:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Analyse ausgew\u00e4hlter Wertsch\u00f6pfungsketten<\/li><li>Simulation durch Modelle<\/li><li>Wissenstransfer<\/li><li>Bewusstseinsbildung<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Die Partner der Initiative definierten ein Wertsch\u00f6pfungsnetzwerk als eine Wertsch\u00f6pfungskette, die in Krisenzeiten widerstandsf\u00e4hig und anpassungsf\u00e4hig sowie ressourceneffizient und zirkul\u00e4r sein kann. Diese Komponenten f\u00fchrten zu den \u201eNew Resilience\u201c-Kriterien, die die Analyse, Modellierung und Entwicklung von Wertsch\u00f6pfungsketten durch das Projekt leiteten.<\/p>\n\n\n\n<p>Basierend auf diesen Kriterien diskutierten die Partner mit Experten in Baden-W\u00fcrttemberg und dar\u00fcber hinaus, um Business Cases zu identifizieren, die vielversprechende Szenarien biobasierter Wertsch\u00f6pfungsketten im Donauraum aufzeigen. Als Ausgangsstoffe wurden Miscanthus (Elefantengras) und Sorghum ausgew\u00e4hlt und Modelle entwickelt, um zu zeigen, bei welchen Produkten und Dienstleistungen beide Graskulturen als Basis dienen k\u00f6nnen \u2013 von Bioenergie oder Biokraftstoffen bis zur Produktion biobasierter Grundchemikalien \u00fcber eine Kaskadennutzung. Beide Gr\u00e4ser sind sehr anpassungsf\u00e4hig in Bezug auf Standort, Temperatur und Wasserverf\u00fcgbarkeit, was sie klimaresistent und n\u00fctzlich f\u00fcr landwirtschaftlich nicht nutzbare Gebiete (marginal land) macht. Dadurch k\u00f6nnen Landnutzungskonflikte vermieden werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die BIOPRO Baden-W\u00fcrttemberg hat gemeinsam mit baden-w\u00fcrttembergischen Experten wie der Advanced Ecologics GmbH und dem Botanischen Institut des Karlsruher Instituts f\u00fcr Technologie (KIT) aktiv am Auswahlprozess der Parameter f\u00fcr die Wertsch\u00f6pfungsketten mitgewirkt und fachlich beraten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Das Miscanthus Modell<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Es wurden die wichtigsten Phasen des Anbaus, der Ernte, des Transports und der Verarbeitung von Elefantengras beschrieben. Das HHZ entwickelte ein Modell, das unterschiedliche Anwendungen von Teilen des Grases in Abh\u00e4ngigkeit von der Umwandlungsart (pyrolytisch, mechanisch) und der Anwendung des Endprodukts (D\u00e4mmstoff, Pappe, Pyrolysegas, \u00d6l, Kraftstoffe, Grundchemikalien und Pflanzenkohle) zeigt. Auch Maisstroh wurde im Miscanthus-Wertsch\u00f6pfungsverbund ber\u00fccksichtigt. Nach einer detaillierten Darstellung aller relevanten Prozessschritte wurden Preis-Mengen-Ger\u00fcste anhand unterschiedlicher Eingangsdaten (z. B. Anbaugebiete, Erntezeiten, Wetterdaten, Betriebs- und Anschaffungskosten, Energieverbrauch) in das Prozessmodell integriert. Das Modell sah den Energie- und Brennstoffverbrauch sowie die stoffliche Verwertung des Grases vor. Dazu wurde eine Pilotregion in Vidin (Bulgarien) identifiziert und eine Reise vom 14. bis 16. September 2022 organisiert. Eines der Ergebnisse war, dass die zentrale Herausforderung bei der Entwicklung dieses Wertsch\u00f6pfungsnetzwerks vor allem in der Finanzierung der Kraftwerksanlage zur Biomasseumwandlung liegt. Im letzten Teil des Projekts wurden eine m\u00f6gliche territoriale Umsetzungsstrategie und Diskussionen zum Business Case erstellt.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"472\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/04\/image-15.png\" alt=\"Diagramm der wesentlichen Stationen des Miscanthus-Wertsch\u00f6pfungsnetzwerks \" class=\"wp-image-125217\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/04\/image-15.png 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/04\/image-15-300x184.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/04\/image-15-150x92.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/04\/image-15-400x246.png 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption>Wesentliche Stationen des Miscanthus-Wertsch\u00f6pfungsnetzwerks\u00a0\u00a9\u00a0Fauser &amp; Hertweck, HHZ<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Das Sorghum-Modell<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Der Anwendungsbereich von Sorghum in Europa wurde bis 2022 stark eingeschr\u00e4nkt. Seine Anwendungen f\u00fcr den menschlichen Verzehr, die Tierern\u00e4hrung und die Bioethanolproduktion sind bisher gut untersucht, w\u00e4hrend andere Anwendungen (z. B. Bioverpackung, Biod\u00fcnger) eher niedrige Technology Readiness Levels (TRLs) aufweisen. Einerseits wurde ein Modell f\u00fcr Sorghum als Energiepflanze und andererseits f\u00fcr die Nutzung als Lebens- und Futtermittel geschaffen. Die Kosten bezogen sich meist auf die Erntemenge, die sich aus der Feldgr\u00f6\u00dfe und der Erntemenge pro Hektar ergibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Um Projekte f\u00fcr eine belastbare Wertsch\u00f6pfungskette zu entwickeln wurden Kooperationen mit Partnern aus dem Donauraum aufgebaut. Es fanden mehrere Treffen mit dem ungarischen Cluster f\u00fcr Verpackungstechnologie Omnipack, dem Pulp and Paper Institute, Ljubljana (ICP) und der Moholy-Nagy University of Art and Design (Budapest) statt, bei denen Verpackungsanwendungen auf Basis von Sorghum diskutiert wurden. Es wurde jedoch der Schluss gezogen, dass der TRL zu niedrig war. Schlie\u00dflich konnte kein Partner mit einem konkreten Business Case oder mit weitergehender Erfahrung in Bezug auf das Marktpotenzial identifiziert werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wirkung und Erkenntnisse<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Aktivit\u00e4ten des Projekts erreichten rund 110 Akteure im gesamten Donauraum. Nach zweij\u00e4hriger Projektdurchf\u00fchrung wurde festgestellt, dass der Gesamtansatz der Donauallianz zwar funktionieren kann, eine belastbare Wertsch\u00f6pfungskette im Sinne einer zirkul\u00e4ren Bio\u00f6konomie jedoch in vielen F\u00e4llen schwer zu erreichen ist. Die Ergebnisse sahen die Notwendigkeit einer weiteren Integration verschiedener digitaler Dienste (z. B. Value Chain Modeller, Value Chain Generator) f\u00fcr eine gezielte Entwicklung der Wertsch\u00f6pfungskette. Das Projekt stellte relevante Erkenntnisse dar, die in naher Zukunft durch neue Projekte weiterverfolgt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u00dcber BIOPRO Baden-W\u00fcrttemberg GmbH<\/h3>\n\n\n\n<p>Die BIOPRO Baden-W\u00fcrttemberg GmbH unterst\u00fctzt als landesweit t\u00e4tige Innovationsgesellschaft die Gesundheitsindustrie mit den Branchen Medizintechnik, Biotechnologie und Pharmazeutische Industrie sowie den Aufbau einer Bio\u00f6konomie in Baden-W\u00fcrttemberg. Wir sind der zentrale Ansprechpartner im strategischen Dreieck von Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Netzwerken. Um Innovationen voranzutreiben und Technologietransfer zu erm\u00f6glichen vernetzt BIOPRO Unternehmen untereinander sowie mit Forschungseinrichtungen. Des Weiteren unterst\u00fctzen wir Gr\u00fcndungswillige mit einem umfassenden Angebot.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Projekt Danube Alliance, ein Vorzeigeprojekt des Schwerpunktbereichs 8 der EU-Strategie f\u00fcr den Donauraum (EUSDR), zielte darauf ab, die Widerstandsf\u00e4higkeit bestehender oder neuer transnationaler Lieferketten in diesem Gebiet zu f\u00f6rdern. Im Mittelpunkt der Aktivit\u00e4ten stand die Unterst\u00fctzung von KMU bei der Einbettung in neue Wertsch\u00f6pfungsketten. 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Wie k\u00f6nnte eine Modellierung helfen, die wirtschaftliche Tragf\u00e4higkeit der Entwicklung von Miscanthus- und Sorghumbasierten Wertsch\u00f6pfungsketten in dieser Region zu simulieren?","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[13308,10608,11841,15983,22016],"supplier":[1375,5585,22015,2456,7888,13564],"class_list":["post-125210","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","tag-biobasiert","tag-biooekonomie","tag-kreislaufwirtschaft","tag-miscanthus","tag-sorghum","supplier-biopro-baden-wuerttemberg-gmbh","supplier-european-union","supplier-herman-hollerith-zentrum-hhz","supplier-hochschule-reutlingen","supplier-steinbeis-forschungszentrum","supplier-vdivde-innovation-technik-gmbh"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/125210","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=125210"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/125210\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=125210"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=125210"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=125210"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=125210"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}