{"id":12520,"date":"2011-05-19T00:00:00","date_gmt":"2011-05-18T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20110519-03n"},"modified":"2011-05-19T00:00:00","modified_gmt":"2011-05-18T22:00:00","slug":"der-drang-zum-produkt-weltgroesster-kongress-fuer-industrielle-biotechnologie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/der-drang-zum-produkt-weltgroesster-kongress-fuer-industrielle-biotechnologie\/","title":{"rendered":"Der Drang zum Produkt: Weltgr\u00f6\u00dfter Kongress f\u00fcr industrielle Biotechnologie"},"content":{"rendered":"<p><b>Wie wird die Bioraffinerie der Zukunft aussehen? Welche Methoden sind aussichtsreich, um hochwertige Produkte und energiereiche Kraftstoffe auf biologischem Wege herzustellen? Gro\u00dfe Fragen, die auf dem weltweit gr\u00f6\u00dften Treffen der industriellen Biotechnologie, dem World Congress on Industrial Biotechnology&#038;Bioprocessing diskutiert wurden. Rund 900 Teilnehmer kamen vom 8. bis zum 11. Mai nach Toronto, Kanada. Auch wenn es keine endg\u00fcltigen Antworten gab, l\u00e4sst sich doch eines schon heute mit Sicherheit sagen: Die Branche strotzt vor Selbstbewusstsein. Nicht nur in den USA, auch in Deutschland.<\/b><\/p>\n<p>&#8220;Wir sind in den zukunftstr\u00e4chtigen Bereichen sehr gut positioniert&#8221;, sagte zum Beispiel Ralf Grote, Clustermanager von Biokatalyse2021, einer der f\u00fcnf Verb\u00fcnde, die 2007 aus dem Clusterwettbewerb BioIndustrie 2021 des Bundesministeriums f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) hervorgegangen sind und insgesamt mit bis zu 100 Millionen Euro gef\u00f6rdert werden. Alle Verb\u00fcnde waren mit einem Gemeinschaftsstand in Toronto vertreten, um Deutschland als Standort der industriellen Biotechnologie zu pr\u00e4sentieren. So berichtete unter anderem der frischgebackene Pr\u00e4sident der Technischen Universit\u00e4t Hamburg-Harburg, Garabed Antranikian, \u00fcber seine Untersuchungen zur Biodiversit\u00e4t an extremen Standorten. Der Mikrobiologe sucht dort nach neuen Mikroorganismen aus ungew\u00f6hnlichen, teilweise sehr extremen Quellen, um so vielversprechende Enzyme f\u00fcr die industrielle Biotechnologie der Zukunft zu gewinnen.<\/p>\n<p><b>Skalierung aufwendig und teuer<\/b><br \/>Die Suche nach neuen Biokatalysatoren ist denn auch ein klassischer Bereich der industriellen Biotechnologie. Viele Unternehmen &#8211; und das ist ein Zeichen f\u00fcr die zunehmende Reife und die optimistische Stimmung der Branche &#8211; wollen sich damit aber nicht mehr zufrieden geben, wie in Toronto deutlich wurde. Denn viele kleine und mittlere Unternehmen besch\u00e4ftigen sich inzwischen nicht mehr nur mit Enzym-Design und -optimierung, sondern wollen selbst hochwertige Produkte entwerfen. Die Firmen dr\u00e4ngt es auf den Markt, das wurde im Kongresscenter im Schatten des 550 Meter hohen CN-Towers klar.<\/p>\n<p>Eines hat sich aber nicht ge\u00e4ndert. &#8220;Eine gro\u00dfe Herausforderung auf dem Weg vom Labor in die Produktion und schlie\u00dflich auf dem Markt bleibt die Skalierung der Prozesse&#8221;, betonte unter anderem Uwe Welteroth, Leiter der Biotechnologie beim Anlagenbauer Linde-KCA-Dresden. Um Produkte industriell einsetzen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen sie tonnenweise produziert werden. Die dazu notwendigen Versuchsanlagen sind teuer und aufwendig. In Deutschland wird dieses Problem bereits angegangen. Um kleineren und nicht so finanzstarken Unternehmen entsprechende Versuche zu erm\u00f6glichen, f\u00f6rdert das BMBF eine 50 Millionen Euro teure Pilotanlage in Leuna, das Chemisch-Biotechnologische Prozesszentrum (CPB). Betrieben von der Fraunhofer-Gesellschaft, wird das europaweit einmalige CPB allen offenstehen, die dort innovative biotechnologische Prozesse testen wollen.<\/p>\n<p><b>H\u00f6herwertige Kohlenstoffverbindungen f\u00fcr die Industrie<\/b><br \/>Auch wenn Biokraftstoffe derzeit in aller Munde sind: In Toronto sprach die Branche vor allem von der n\u00e4chsten Stufe der industriellen Biotechnologie, der Herstellung von komplexeren, h\u00f6herwertigen Kohlenstoffverbindungen. Aus pflanzlichen Quellen lassen sich n\u00e4mlich viele Ausgangsstoffe f\u00fcr eine ganze Reihe von Grundstoffen der chemischen Industrie gewinnen. &#8220;Im Vergleich zu den mehrstufigen Verfahren der klassischen Chemie geht das mit Hilfe von Enzymen recht direkt&#8221;, berichtete beispielsweise Marc Delcourt von Global Bioenergies. Das franz\u00f6sische Unternehmen ist f\u00fchrend bei der Entwicklung von biologisch hergestellten Alkanen und Aromaten.<\/p>\n<p>Ein in den Panels ebenfalls hei\u00df diskutiertes Thema war eine Generation von ganz neuartigen Biokraftstoffen, f\u00fcr die gar keine Biomasse mehr fermentiert wird &#8211; die sogenannten &#8220;Electrofuels&#8221;. Hierbei wird zun\u00e4chst Wasser mit Hilfe von Solarstrom in Sauerstoff und Wasserstoff aufgespalten. Erst jetzt kommt die Biologie ins Spiel: Gentechnisch optimierte Mikroorganismen sollen den Wasserstoff nutzen, um Kohlendioxid zu h\u00f6herwertigen Kohlenwasserstoffen zu verarbeiten. &#8220;Die entstehenden Verbindungen lassen sich leichter transportieren und aufgrund der h\u00f6heren Energiedichte besser als Treibstoff verwenden&#8221;, so Jason Kelly von Ginkgo Bioworks, einem US-amerikanischen Biotech-Unternehmen, das eine solche Technik entwickelt. Allerdings steht auch hier die schwierige Skalierung erst bevor. Es wird sich also zeigen, ob der Optimismus, den die Branche in diesem Jahr in Kanada verspr\u00fcht hat, auch bis zum n\u00e4chsten Jahr h\u00e4lt. Im Jahr 2012 will man sich in Orlando in Florida treffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Wie wird die Bioraffinerie der Zukunft aussehen? Welche Methoden sind aussichtsreich, um hochwertige Produkte und energiereiche Kraftstoffe auf biologischem Wege herzustellen? 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