{"id":12498,"date":"2010-12-08T00:00:00","date_gmt":"2010-12-07T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20101208-03n"},"modified":"2010-12-08T00:00:00","modified_gmt":"2010-12-07T22:00:00","slug":"oecd-indikatoren-zeichnen-internationales-bild-der-biotechnologie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/oecd-indikatoren-zeichnen-internationales-bild-der-biotechnologie\/","title":{"rendered":"OECD-Indikatoren zeichnen internationales Bild der Biotechnologie"},"content":{"rendered":"<p><b>Deutschlands Biotechnologiebranche f\u00e4llt weltweit durch eine hohe Innovationskraft, eine mittelst\u00e4ndisch gepr\u00e4gte Unternehmenslandschaft sowie einen hohen Anteil staatlicher F\u00f6rderung auf. Das l\u00e4sst sich aus der neuesten Ausgabe der Schl\u00fcsselindikatoren zur Biotechnologie herauslesen, die von der Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ver\u00f6ffentlicht werden. Die Indikatoren sind die international umfangreichste Datensammlung zur Biotechnologie. <br \/>Die OECD-Statistiker treten damit den Versuch an, die zum Teil sehr unterschiedlich erhobenen Statistiken der einzelnen Mitgliedsl\u00e4nder zu einem Gesamtzahlenwerk zusammenzuf\u00fchren, das auch internationale Vergleiche zul\u00e4sst. F\u00fcr Deutschland greift die OECD unter anderem auf die Zahlen der j\u00e4hrlichen Biotechnologie-Umfrage von biotechnologie.de zur\u00fcck.<\/b><\/p>\n<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20101208-03\/Diagramm1.jpg\" align=\"right\" style=\"margin-left:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"Diagramm1\"\/>Die Grundlage der aktuellen Version der Indikatoren bilden meist Daten aus den Jahrg\u00e4ngen 2008 und 2009, zum Teil mussten die Autoren aber auch auf noch weiter zur\u00fcckliegende Erhebungen zur\u00fcckgreifen. Aufgrund der inhaltlichen Zusammenarbeit zwischen OECD und biotechnologie.de werden unseren Lesern  einige der genannten Gr\u00f6\u00dfen bekannt vorkommen (<a href=\"http:\/\/www.biotechnologie.de\/BIO\/Navigation\/DE\/Hintergrund\/studien-statistiken,did=110024.html\" >mehr&#8230;<\/a>). <\/p>\n<p>So z\u00e4hlt die OECD im Jahr 2009 in Deutschland 531 dedizierte Biotechnologieunternehmen, hinzu kommen 114 biotechnologisch aktive Firmen, bei denen die Biotechnologie nur einen Teil der T\u00e4tigkeit ausmacht. Bei den Indikatoren steht Deutschland damit hinter den USA (2325 dedizierte Biotechnologieunternehmen) und Frankreich (676) an dritter Stelle.<\/p>\n<p><b>Heterogene Datendecke<\/b><br \/>Allerdings ist die Datendecke der Erhebung recht l\u00f6chrig, der OECD ist es bei den einzelnen Indikatoren mit wechselndem Erfolg gelungen, Zahlen von tats\u00e4chlich allen Mitgliedsl\u00e4ndern zu erhalten.<\/p>\n<p>So ist zum Beispiel Gro\u00dfbritannien als weiterer bedeutender Biotechnologiestandort in Europa in der Aufz\u00e4hlung der Unternehmen nicht vertreten. Hinzu kommen die unterschiedlichen Erhebungszeitr\u00e4ume. Direkte Vergleiche innerhalb der Indikatoren sind deshalb mit Vorsicht zu genie\u00dfen, Trends und Verh\u00e4ltnisse lassen sich aber durchaus ausmachen.<\/p>\n<p><b>Kleine Unternehmen pr\u00e4gen die Unternehmenslandschaft<\/b><br \/>Ein Indikator vergleicht etwa den Anteil der Biotech-Unternehmen, die weniger als 50 Mitarbeiter haben. In vielen L\u00e4ndern wie Polen, \u00d6sterreich oder Deutschland ist die Biotechnologiebranche demnach von kleinen und mittleren Unternehmen gepr\u00e4gt, hierzulande haben 88 Prozent der Firmen weniger als 50 Angestellte. In der Schweiz (64%) oder Korea (61%) dagegen ist der Anteil deutlich niedriger (64%), die Branche ist dort nicht so fraktioniert.<\/p>\n<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20101208-03\/Diagramm2.jpg\" align=\"right\" style=\"margin-left:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"Diagramm2\"\/>Andere Ergebnisse sind exotischer. So weist die OECD darauf hin, dass in Deutschland 19% der staatlichen Forschungsf\u00f6rderung in die Biotechnologie flie\u00dft. Dieser Wert ist um mehrere Gr\u00f6\u00dfenordnungen zu hoch angesetzt. Es ist schwierig, die staatliche Forschungsf\u00f6rderung im Bereich der Biotechnologie zu quantifizieren, da die einzelnen Budgets von Instituten und Universit\u00e4ten nicht so detailliert ausgewiesen werden. <\/p>\n<p>In der aktuellen Biotechnologie-Umfrage von biotechnologie.de werden 202 biotechnologisch aktive Forschungseinrichtungen gez\u00e4hlt, davon 63 Universit\u00e4ten und 104 au\u00dferuniversit\u00e4re Forschungsinistitute. Deren Gesamtbudget bel\u00e4uft sich auf 2,8 Milliarden Euro, wobei nat\u00fcrlich nur ein Bruchteil dieser Summe tats\u00e4chlich f\u00fcr die biotechnologische Forschung verwendet wird. Der Haushalt des Bundesministeriums f\u00fcr Bildung und Forschung weist im Jahr 2011 rund 500 Millionen Euro an Projektf\u00f6rderung im Bereich der Lebenswissenschaften aus (<a href=\"http:\/\/www.biotechnologie.de\/BIO\/Navigation\/DE\/aktuelles,did=119136.html\" >mehr&#8230;<\/a>). <\/p>\n<p>Ein Anteil von 19% an den staatlichen Forschungsausgaben, wie die OECD ihn ausweist, wird damit nicht erkl\u00e4rlich. So viel wie in Deutschland wird demnach ansonsten nur noch vom koreanischen Staat in die Biotechnologie investiert (18%), danach folgt Spanien (12%) und D\u00e4nemark (11%). Mit der erst k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichten nationalen Forschungsstrategie Bio\u00f6konomie 2030 k\u00f6nnte der  Spitzenplatz Deutschlands in diesem OECD-Indikator auch in den kommenden Jahren erhalten bleiben (<a href=\"http:\/\/www.biotechnologie.de\/BIO\/Navigation\/DE\/aktuelles,did=118380.html\" >mehr&#8230;<\/a>).<\/p>\n<p><b>Hohe Forschungsintensit\u00e4t<\/b><br \/>Die OECD-Zahlen unterlegen erneut die anhaltend hohe Forschungsintensit\u00e4t des Sektors. Etwa 1,2 Milliarden US-Dollar investierten deutsche dedizierte Biotech-Unternehmen 2009 in Forschung &#038; Entwicklung. Alle biotechnologisch forschenden Unternehmen der Schweiz brachten es 2008 auf immerhin 922 Millionen US-Dollar. Zum Vergleich: Die im weltweit gr\u00f6\u00dften Markt USA forschenden Biotech-Spezialisten wendeten pro Jahr etwa 32,4 Miliarden US-Dollar auf.<\/p>\n<p>Die Zahlen zeichnen auch eine internationale Landkarte der Innovationszentren der Biotechnologie. Von den weltweit angemeldeten Biotech-Patenten stammen 28,81% aus europ\u00e4ischen Ideenschmieden. Den gr\u00f6\u00dften Anteil haben die deutschen Patentanmeldungen (8,27% aller Anmeldungen weltweit), schweizerische (2,83%) und \u00f6sterreichische (0,92%) Erfindungen folgen mit einigem Abstand.<\/p>\n<p><b>Umfassender Scoreboard-Bericht 2011 erwartet<\/b><br \/>F\u00fcr die aktuelle Auflage der Schl\u00fcsselindikatoren haben die OECD-Statistiker einen Berg an internationalen Daten zusammengetragen. Trotz dieser Flei\u00dfarbeit bieten die einzelnen Indikatoren nur Schlaglichter einer sehr dynamischen Branche. Ein umfassenderer Blick wird im &#8220;Science, Technology and Industry Scoreboard&#8221; erm\u00f6glicht. Der Report wird im zweij\u00e4hrlichen Rhythmus ver\u00f6ffentlicht, zuletzt Ende 2009 (<a href=\"http:\/\/www.biotechnologie.de\/BIO\/Navigation\/DE\/aktuelles,did=104928.html\" >mehr&#8230;<\/a>). Die n\u00e4chste Ausgabe, die voraussichtlich Ende 2011 erscheint, wird dann tiefere Einsichten in die europ\u00e4ische und globale Biotechnologie bieten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Deutschlands Biotechnologiebranche f&auml;llt weltweit durch eine hohe Innovationskraft, eine mittelst&auml;ndisch gepr&auml;gte Unternehmenslandschaft sowie einen hohen Anteil staatlicher F&ouml;rderung auf. 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