{"id":12480,"date":"2011-01-12T00:00:00","date_gmt":"2011-01-11T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20110112-01n"},"modified":"2011-01-12T00:00:00","modified_gmt":"2011-01-11T22:00:00","slug":"energienutzung-von-morgen-technologie-und-oekologie-in-einklang-bringen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/energienutzung-von-morgen-technologie-und-oekologie-in-einklang-bringen\/","title":{"rendered":"Energienutzung von morgen \u2013 Technologie und \u00d6kologie in Einklang bringen"},"content":{"rendered":"<p><b>Das Bundeskabinett hat Anfang November 2010 eine Forschungsstrategie in die Wege geleitet, welche k\u00fcnftig helfen soll, dem Welthunger sowie dem Klimawandel entgegenzuwirken. Das Fundament der Idee stellt die Errichtung einer bio-basierten Wirtschaft dar. Dabei spielt der richtige Umgang mit Biomasse eine entscheidende Rolle.<\/b><\/p>\n<p>Die neu beschlossene Methode wurde unter der Bezeichnung &#8220;Nationale Forschungsstrategie Bio\u00f6konomie 2030&#8221; vorgestellt. 2,4 Milliarden Euro ist sie der Bundesregierung wert. Ein wichtiges Ziel ist neben der F\u00f6rderung von bio-basierten Lebensmitteln, die Optimierung der energetischen Nutzung durch Entwicklung bio-basierter Energietr\u00e4ger. Um dieses Ziel zu erreichen, soll Biomasse grunds\u00e4tzlich in alle industriellen Prozesse integriert werden. Die beschlossene Strategie verursacht jedoch ein geteiltes Echo. Stellt die geplante Errichtung einer Bio\u00f6konomie tats\u00e4chlich den ultimativen L\u00f6sungsansatz dar?     <\/p>\n<p><b>Energienutzung von morgen \u2013 Technologie und \u00d6kologie in Einklang bringen<\/b><br \/>Das Hauptziel der Bundesregierung ist, &#8220;eine am nat\u00fcrlichen Stoffkreislauf orientierte, nachhaltige bio-basierte Wirtschaft&#8221; zu errichten. Diese solle die \u00d6kosysteme nicht belasten und verantwortungsvoll mit den knappen nat\u00fcrlichen Ressourcen zur Energiegewinnung umgehen. Das wirtschaftliche Geschehen m\u00fcsse sich ferner von einer \u00f6lbasierten hin zur bio-basierten \u00d6konomie bewegen. Durch den verst\u00e4rkten Einsatz von Biomasse, unter anderem als Basis k\u00fcnftiger Energieversorgung, sollen die wirtschaftliche Entwicklung und Wettbewerbsf\u00e4higkeit Deutschlands verbessert und die Ressourceneffizienz erh\u00f6ht werden.      <\/p>\n<p>Die Bundesregierung erhofft sich von dem Milliardenprogramm Beitr\u00e4ge zur nachhaltigeren Rohstoff- und Energieversorgung. Geplant werden zudem Forschungsarbeiten zu Erd\u00f6l-Alternativen zur industriellen Nutzung von Biomasse oder Zuchtprogramme zur Anpassung von Pflanzen an den Klimawandel.<\/p>\n<p><b>Die Bedeutung von Biomasse<\/b><br \/>Mit insgesamt 69 Prozent leistet Biomasse einen erheblichen Beitrag zur Endenergie aus erneuerbaren Quellen. Den Daten der Bundesregierung zufolge kommen \u00fcber 90 Prozent der regenerativen W\u00e4rme aus Biomasse, vor allem Holz. Ferner ist die Biomasse im Kraftstoffsektor die derzeit einzige regenerative Quelle. Dennoch: Deutschlands Abh\u00e4ngigkeit von fossilen Energietr\u00e4gern aus Importen ist nach wie vor sehr gro\u00df: Beim Mineral\u00f6l besteht sie zu 97 Prozent, beim Erdgas zu 83 Prozent und bei der Steinkohle zu 61 Prozent. Der &#8220;Nationalen Forschungsstrategie Bio\u00f6konomie 2030&#8221; zufolge spiele Biomasse die entscheidende Rolle f\u00fcr die Energieversorgung der Zukunft. Deshalb plant man, die Forschung an der Optimierung von Kraft-W\u00e4rme-Kopplung sowie der Herstellung Biomethans aus der Vergasung von Biomasse schnell voranzutreiben. Ziel der Forschungsanstrengungen ist es au\u00dferdem, die Wirtschaftlichkeit der Verfahren zu erm\u00f6glichen bzw. zu verbessern sowie die Ressourceneffizienz und Umweltvertr\u00e4glichkeit zu steigern.  <\/p>\n<p><b>Geteiltes Echo<\/b><br \/>Seitens der Chemie- und Agrarwirtschaft hat das neue Programm der Bundesregierung viel Lob geerntet. Auch der deutsche Bio\u00f6konomierat zeigte sich zufrieden \u00fcber die beschlossenen Ziele. Bio- und Umweltverb\u00e4nde hingegen warnen vor \u00fcberh\u00f6hten Erwartungen an den Anbau von Energiepflanzen und kritisieren die einseitige Ausrichtung der Forschungsstrategie auf Biomasse. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) beispielsweise bem\u00e4ngelte die fehlenden L\u00f6sungsans\u00e4tze zur Bew\u00e4ltigung neuer Landnutzungskonflikte infolge eines forcierten Biomasse-Anbaus.  &#8220;Wer mehr Biomasse anbauen will, muss auch sagen, wo dann Nahrungspflanzen angebaut werden sollen&#8221;, so Steffi Ober, Referentin f\u00fcr Agrogentechnik und Biodiversit\u00e4t beim NABU. Kritisiert wird zudem, dass bei der Ausarbeitung der Forschungsstrategie weder Umweltexperten, noch Sozialwissenschaftler oder das Parlament geh\u00f6rt wurden.<\/p>\n<p>Biomasse als Energietr\u00e4ger der Zukunft wird auch seit l\u00e4ngerem vom Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) beanstandet. Der Vorwurf: Den Gro\u00dfteil der Biomasse macht Holz aus, das in Form von St\u00fcckholz, Pellets oder Hackschnitzeln verbrannt wird. F\u00fcr den verst\u00e4rkten Einsatz von Biomasse m\u00fcssten die bisher ungenutzten Reststoffe aus Wald- und empfindlichen Naturschutzfl\u00e4chen hinzugezogen werden. Dies k\u00f6nnte gerade f\u00fcr das Klima und die Umwelt katastrophale Auswirkungen haben, wie die regelm\u00e4\u00dfigen Ausrodungen von Regenw\u00e4ldern bereits bewiesen haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Das Bundeskabinett hat Anfang November 2010 eine Forschungsstrategie in die Wege geleitet, welche k&uuml;nftig helfen soll, dem Welthunger sowie dem Klimawandel entgegenzuwirken. 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