{"id":12479,"date":"2011-01-13T00:00:00","date_gmt":"2011-01-12T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20110113-01n"},"modified":"2011-01-13T00:00:00","modified_gmt":"2011-01-12T22:00:00","slug":"debatte-um-plastiktragetaschen-brauchens-a-sackerl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/debatte-um-plastiktragetaschen-brauchens-a-sackerl\/","title":{"rendered":"Debatte um Plastiktragetaschen: Brauchen\u2019s a Sackerl?"},"content":{"rendered":"<p><b>Beinahe 150 Millionen Tragetaschen aus Plastik oder Papier verbrauchen die Ober\u00f6sterreicher jedes Jahr. Die O\u00d6Nachrichten haben die meist gekauften Sackerlarten auf ihre Umweltvertr\u00e4glichkeit und Tragekomfort getestet.<\/b><\/p>\n<p>Papier, Plastik oder doch lieber ein Sackerl aus Bio-Kunststoff? Diese Frage stellt sich bei jedem Supermarktbesuch an der Kassa. &#8220;45 Prozent unserer Kunden greifen zu Plastik, gefolgt von Papier mit 35 Prozent und Bio-Kunststoff mit knapp 20 Prozent&#8221;, sagt SPAR Pressesprecherin, Nicole Berkmann.<\/p>\n<p><b>Sackerl im Belastungstest<\/b><br \/>In der Redaktion der O\u00d6Nachrichten wurden die drei meist gekauften Sackerlarten (Papier, Plastik und Bio-Plastik) einem H\u00e4rtetest unterzogen. Vollgepackt mit 1,5 Liter Mineralwasserflaschen wurden sie bis zur Materialerm\u00fcdung getragen.<\/p>\n<p>Das Ergebnis \u00fcberraschte: Die Papiertasche fasste zw\u00f6lf Flaschen und war selbst mit 18 Kilogramm Last \u2013 im trockenen Zustand \u2013 nur durch starkes Sch\u00fctteln zum Rei\u00dfen zu bringen. Ein feuchter Papiersack verweigerte allerdings schon bei f\u00fcnf Flaschen seine Dienste.<\/p>\n<p>Das normale Plastiksackerl war mit acht Flaschen prall gef\u00fcllt und zeigte schon nach einigen Gehminuten Erm\u00fcdungserscheinungen. Die Haltegriffe zogen sich in die L\u00e4nge und schn\u00fcrten die Hand des Tr\u00e4gers schmerzhaft ein. Nach einem beherzten Sprung mit dem Sackerl in der Hand, riss ein Griff und die Mineralwasserflaschen landeten unsanft auf dem Boden.<\/p>\n<p>Mit ebenfalls acht Flaschen wurde ein Bio-Plastiksack bef\u00fcllt. Trotz des etwas d\u00fcnner wirkenden Materials hielt er unserem Belastungstest sogar etwas l\u00e4nger stand als das gew\u00f6hnliche Plastik.<\/p>\n<p>Gro\u00dfmutters Stofftasche nahm an dem Test au\u00dfer Konkurrenz teil. Sie erwies sich als unverw\u00fcstlich.<\/p>\n<p><b>Die Zukunft ist Bio<\/b><br \/>Um vom klassischen Plastiksackerl wegzukommen, haben viele \u00f6sterreichischen Superm\u00e4rkte ihr Tragtaschenangebot erweitert. <br \/>&#8220;Wir haben vor f\u00fcnf Jahren Bio-Plastiksackerl bei uns eingef\u00fchrt und sind von dem Erfolg sehr \u00fcberrascht. Bereits heute greift jeder f\u00fcnfte Kunde zu den kompostierbaren Tragtaschen&#8221;, sagt Berkmann. <\/p>\n<p>Bio-Plastik wird aus Kartoffel- oder Maisst\u00e4rke hergestellt und besitzt praktisch idente physikalische Eigenschaften wie herk\u00f6mmliche Polymere aus Erd\u00f6l. Der gro\u00dfe Unterschied zu normalem Plastik ist allerdings, dass sich Biokunststoffe unter bestimmten Bedingungen vollkommen und r\u00fcckstandsfrei zersetzen. <\/p>\n<p>&#8220;Die Verrottung der Bio-Polymere beginnt bei zirka 55 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von mindestens 70 Prozent. Nach nur 40 Tagen haben sich die biologischen Kunststoffmolek\u00fcle beinahe vollst\u00e4ndig zersetzt&#8221;, sagt Ewald Kapellner, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des spezial Plastikproduzenten BioBag Austria in Linz. Bei Erd\u00f6l-Polymeren dauert die Zersetzung fast 400 Jahre. &#8220;Manche Anfragen unserer Kunden zeugen von gro\u00dfer Unwissenheit beim Thema Bio-Polymere. Viele wollen zum Beispiel wissen, ob sich unsere Sackerl bei Regen eh nicht aufl\u00f6sen&#8221;, sagt Kapellner.<\/p>\n<p>Bio-Plastik kann je nach Erfordernis mit einer l\u00e4ngeren oder k\u00fcrzeren Lebensdauer hergestellt werden. Egal, ob Bio-Kunststoffe nach dem Gebrauch thermisch verwertet oder kompostiert werden: Der aus Pflanzen gewonnene Werkstoff setzt nur das CO<sub>2<\/sub> frei, das die Pflanzen zu Lebzeiten aus der Atmosph\u00e4re entnommen haben. Im Gegensatz zu fossilen Rohstoffen sind sie also weitgehend CO<sub>2<\/sub>-neutral.<\/p>\n<p><b><i>22 Jahre Bio-Plastik aus Ober\u00f6sterreich:<\/i><\/b><br \/>Vor 22 Jahren begann Ewald Kapellner, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von BioBag Austria sich mit Bio-Polymeren zu besch\u00e4ftigen. Am Anfang noch als Nischenprodukt bel\u00e4chelt, ist Kapellner heute \u00fcberzeugt, dass die Bio-Kunststoffe das herk\u00f6mmliche Plastik \u00fcber kurz oder lang ersetzen werden. Unter dem Motto &#8220;Gro\u00dfe Feste ohne Reste&#8221; werden von Linz aus, mit internationalen Partnern, kompostierbare Kunststoff-Artikel in viele L\u00e4nder exportiert. Konzerne wie Mc Donald\u2018s, Warner Brothers oder die US Navy z\u00e4hlen zu den Kunden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Beinahe 150 Millionen Tragetaschen aus Plastik oder Papier verbrauchen die Ober&ouml;sterreicher jedes Jahr. 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