{"id":124688,"date":"2023-03-30T07:23:00","date_gmt":"2023-03-30T05:23:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=124688"},"modified":"2023-03-27T14:35:32","modified_gmt":"2023-03-27T12:35:32","slug":"naturlicher-wasserstoff-unter-der-erde-energie-aus-dem-erdkern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/naturlicher-wasserstoff-unter-der-erde-energie-aus-dem-erdkern\/","title":{"rendered":"Nat\u00fcrlicher Wasserstoff unter der Erde: Energie aus dem Erdkern"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<p>Wasserstoff (H<sub>2<\/sub>) hat viele Fans, weil bei seiner Verbrennung kein CO<sub>2<\/sub>&nbsp;entsteht. Ihn zu produzieren ist allerdings energetisch aufwendig und teuer. Was aber w\u00e4re, wenn Wasserstoff gar nicht produziert werden m\u00fcsste, sondern einfach verf\u00fcgbar w\u00e4re? Anzapfbar wie eine Mineralwasserquelle?<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"624\" height=\"312\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/wasserstoff-topografie-carolina-bays-3.jpeg\" alt=\"Bunt eingef\u00e4rbte topografische Strukturen der carolina Bays\" class=\"wp-image-124698\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/wasserstoff-topografie-carolina-bays-3.jpeg 624w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/wasserstoff-topografie-carolina-bays-3-300x150.jpeg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/wasserstoff-topografie-carolina-bays-3-150x75.jpeg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/wasserstoff-topografie-carolina-bays-3-400x200.jpeg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 624px) 100vw, 624px\" \/><figcaption><a href=\"https:\/\/taz.de\/picture\/6152810\/948\/wasserstoff-topografie-carolina-bays-3.jpeg\"><\/a>In den ovalen Carolina Bays an der US-amerikanischen Ostk\u00fcste tritt Wasserstoff aus.\u00a0Foto: Viacheslav Zgonnik<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/taz.de\/Neue-Pipelines-aus-Norwegen-und-Spanien\/!5907710\/\" rel=\"noreferrer noopener\">In einem kleinen Dorf in Mali<\/a>&nbsp;ist das tats\u00e4chlich der Fall. Es war ein Zufallsfund auf der Suche nach Wasser, im Jahr 2012. Ein Generator wurde an die Wasserstoffquelle angeschlossen, und die Bewohner von Bourak\u00e9bougo hatten Strom, zum ersten Mal in ihrem Leben. Und zwar emissionsfrei \u2013 das fossile Zeitalter hat das Dorf einfach \u00fcbersprungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Immer mehr Forscher sind der Meinung, dass unter dem Erdmantel gigantische Mengen an nat\u00fcrlichem Wasserstoff, auch \u201ewei\u00df\u201c oder \u201egolden\u201c genannt, lagern. Wie gro\u00df diese Vorkommen wirklich sind, dar\u00fcber streiten sich Experten noch. Sicher ist: Die Publikationen zum Thema explodieren gerade. Bohren wir also bald nach nat\u00fcrlichem Wasserstoff wie heute nach \u00d6l?<\/p>\n\n\n\n<p>Eric Gaucher, Geochemiker an der Universit\u00e4t Bern, glaubt daran. Er vergleicht die derzeitige Situation mit dem Beginn des\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/taz.de\/Ausstellung-ueber-das-Erdoelzeitalter\/!5800855\/\">Erd\u00f6lzeitalters<\/a>\u00a0Mitte des 19. Jahrhunderts: \u201eBevor die industrielle F\u00f6rderung begann, waren Erd\u00f6l und Erdgas vor allem durch nat\u00fcrliche Gasaustritte bekannt.\u201c So wie heute die Wasserstoffquelle in Mali oder wie die seit der Antike bekannten ewigen Feuer von Chimaera bei Antalya in der T\u00fcrkei.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"515\" height=\"502\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/Bildschirmfoto-2023-03-27-um-13.12.38.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-124696\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/Bildschirmfoto-2023-03-27-um-13.12.38.png 515w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/Bildschirmfoto-2023-03-27-um-13.12.38-300x292.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/Bildschirmfoto-2023-03-27-um-13.12.38-150x146.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/Bildschirmfoto-2023-03-27-um-13.12.38-277x270.png 277w\" sizes=\"auto, (max-width: 515px) 100vw, 515px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"516\" height=\"809\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/Bildschirmfoto-2023-03-27-um-13.13.20.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-124697\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/Bildschirmfoto-2023-03-27-um-13.13.20.png 516w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/Bildschirmfoto-2023-03-27-um-13.13.20-191x300.png 191w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/Bildschirmfoto-2023-03-27-um-13.13.20-96x150.png 96w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/Bildschirmfoto-2023-03-27-um-13.13.20-172x270.png 172w\" sizes=\"auto, (max-width: 516px) 100vw, 516px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Gaucher wei\u00df, wovon er spricht: Er hat jahrelang im Auftrag des \u00d6lkonzerns TotalEnergies nach nat\u00fcrlichem Wasserstoff gesucht. Dann setzte der Konzern auf die klassischen erneuerbaren Energien und strich sein Budget. \u201eIch war zu fr\u00fch dran mit meiner Entdeckung\u201c, sagt Gaucher, der seine Forschung an der Universit\u00e4t Bern fortsetzt. Er und sein Team fanden das System hinter den Zufallsfunden von Mali und Chimarea: In den Kratonen, tektonisch sehr stabilen Gesteinskernen der Kontinente, liegen sogenannte Gr\u00fcnsteing\u00fcrtel eingeschlossen, die\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/taz.de\/Buch-ueber-die-Erdgeschichte\/!5600336\/\">\u00dcberreste uralter Ozeankrusten<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier, so die Theorie, entsteht fortw\u00e4hrend nat\u00fcrlicher Wasserstoff. Er bildet sich durch Serpentinisierung: Wenn eisenhaltiges Gestein in gro\u00dfer Tiefe unter Druck und bei hoher Temperatur mit Wasser in Ber\u00fchrung kommt, entsteht Wasserstoff. Das kann bereits ab etwa drei Kilometer Tiefe der Fall sein. Gr\u00fcnsteing\u00fcrtel sind \u00fcber die Kontinente hinweg erfreulich fair verteilt: Gaucher berichtet von Vorkommen in S\u00fcdafrika, Namibia, Brasilien, auf den Philippinen, in Kanada und den USA. In Europa seien Funde in Italien, Island, Polen, Tschechien, Rum\u00e4nien, Griechenland, der Schweiz und in Bayern bekannt.<a href=\"https:\/\/taz.de\/picture\/6152810\/948\/weisser-wasserstoff-bohrloch-2.jpeg\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"624\" height=\"468\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/weisser-wasserstoff-bohrloch-2.jpeg\" alt=\"Das US-Unternehmen Natural Hydrogen Energy LLC betreibt bereits erste Wasserstoff-Bohrl\u00f6cher\" class=\"wp-image-124695\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/weisser-wasserstoff-bohrloch-2.jpeg 624w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/weisser-wasserstoff-bohrloch-2-300x225.jpeg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/weisser-wasserstoff-bohrloch-2-150x113.jpeg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/weisser-wasserstoff-bohrloch-2-360x270.jpeg 360w\" sizes=\"auto, (max-width: 624px) 100vw, 624px\" \/><figcaption>Das US-Unternehmen Natural Hydrogen Energy LLC betreibt bereits erste Wasserstoff-Bohrl\u00f6cher.\u00a0Foto: Viacheslav Zgonnik<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Ersten bohren schon<\/h3>\n\n\n\n<p>Nach nat\u00fcrlichem Wasserstoff l\u00e4sst sich bohren wie nach \u00d6l. \u201eWir haben die Methoden, wir haben die Instrumente \u2013 jetzt m\u00fcssen wir an den richtigen Stellen suchen\u201c, ist Gaucher \u00fcberzeugt. Er h\u00e4lt es f\u00fcr m\u00f6glich, auf diese Weise die ganze Infrastruktur der \u00d6lindustrie auf einen neuen Rohstoff auszurichten.<\/p>\n\n\n\n<p>Sein Team und er haben noch eine andere Idee. Sie schlagen vor, \u201eorange Wasserstoff\u201c zu produzieren: Die unterirdischen Wasserstoffvorkommen lie\u00dfen sich nachhaltig nutzen, indem man in eisenhaltiges Gestein Wasser injiziert, das die Bildung von neuem Wasserstoff bef\u00f6rdert. Gleichzeitig k\u00f6nne man vor Ort noch CO<sub>2<\/sub>&nbsp;speichern.<\/p>\n\n\n\n<p>In den franz\u00f6sischen Pyren\u00e4en, nahe dem&nbsp;<a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/taz.de\/!548440\/\" rel=\"noreferrer noopener\">Wallfahrtsort Lourdes<\/a>, k\u00f6nnte bald erstmals nat\u00fcrlicher Wasserstoff auf europ\u00e4ischem Boden gef\u00f6rdert werden. Hier haben Gaucher und sein Team umfangreiche Tests durchgef\u00fchrt, in vier Kilometer Tiefe rechnen sie fest mit dem begehrten Gas.<\/p>\n\n\n\n<p>Als erstes europ\u00e4isches Land hat Frankreich im April 2022 die rechtliche Grundlage f\u00fcr die Lizenzvergabe angepasst: Wasserstoff steht seitdem auf der Liste der Rohstoffe, die gef\u00f6rdert werden d\u00fcrfen. \u201eJetzt brauchen wir jemanden, der sich traut zu investieren. 25 bis 40 Millionen Euro braucht es \u2013 dann k\u00f6nnten wir hier in drei bis f\u00fcnf Jahren nat\u00fcrlichen Wasserstoff f\u00f6rdern\u201c, sagt Gaucher.<\/p>\n\n\n\n<p>Viacheslav Zgonnik hatte keine Lust zu warten. Der 38-j\u00e4hrige Chemiker betreibt im Bundesstaat Nebraska das Start-up Natural Hydrogen Energy, eines von zwei Wasserstoffbohrl\u00f6chern in den USA. Er sagt: \u201eDu kannst dutzendweise neue Studien schreiben \u2013 am Ende zeigt erst die Bohrung, ob du recht hast oder nicht.\u201c Mit nat\u00fcrlichem Wasserstoff besch\u00e4ftigt der geb\u00fcrtige Ukrainer sich bereits seit 2011, im Jahr 2013 machte er sich mit seinem Team auf die Suche nach Investoren. 10 Millionen schafften sie herbei, im Jahr 2018 konnten sie die erste Bohrung machen.<a href=\"https:\/\/taz.de\/picture\/6152810\/948\/viacheslav-zgonnik-wasserstoff-1.jpeg\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"624\" height=\"469\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/viacheslav-zgonnik-wasserstoff-1.jpeg\" alt=\"\u201eWenn du an etwas glaubst, dann willst du auch, dass es passiert\u201c, sagt Viacheslav Zgonnik \" class=\"wp-image-124694\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/viacheslav-zgonnik-wasserstoff-1.jpeg 624w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/viacheslav-zgonnik-wasserstoff-1-300x225.jpeg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/viacheslav-zgonnik-wasserstoff-1-150x113.jpeg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/viacheslav-zgonnik-wasserstoff-1-359x270.jpeg 359w\" sizes=\"auto, (max-width: 624px) 100vw, 624px\" \/><figcaption>\u201eWenn du an etwas glaubst, dann willst du auch, dass es passiert\u201c, sagt Viacheslav Zgonnik.\u00a0Foto: Viacheslav Zgonnik<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Zgonnik glaubt, dass nat\u00fcrlicher Wasserstoff schon bald zum Preis von etwa einem Dollar pro Kilo zu haben sein k\u00f6nnte \u2013 im Gegensatz zu industriell gefertigtem gr\u00fcnem Wasserstoff, der derzeit in den USA bei etwa f\u00fcnf Dollar pro Kilogramm liegt. Zgonnik glaubt, dass auch der Erdkern reich an Wasserstoff sein k\u00f6nnte \u2013 eine m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung daf\u00fcr, warum das Gas aus dem Erdinneren an die Oberfl\u00e4che tritt. \u201eWenn sich das bewahrheitet, hei\u00dft das: Der Vorrat an\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/taz.de\/Brueckenenergie-und-Erderwaermung\/!5825281\/\">sauberer Prim\u00e4renergie<\/a>\u00a0im Inneren der Erde ist unendlich gro\u00df.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Kritiker sagen: Auch Wasserstoff ist klimawirksam, ihn im gro\u00dfen Stil zu verbrennen sei keine gute Idee. Zgonnik geht davon aus, dass die Erde ohnehin H<sub>2<\/sub>&nbsp;ausd\u00fcnstet, rund 23 Millionen Tonnen j\u00e4hrlich. Einen Teil davon bereits unterirdisch abzufangen, h\u00e4lt er f\u00fcr g\u00fcnstig.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlicher Wasserstoff ist angeblich im \u00dcberfluss vorhanden, er verbrennt zu Wasser, hinterl\u00e4sst zumindest deutlich weniger Umweltsch\u00e4den als fossile Brennstoffe und k\u00f6nnte noch dazu g\u00fcnstig zu haben sein \u2013 klingt alles irgendwie zu gut, um wahr zu sein. Wenn wei\u00dfer Wasserstoff wirklich die Welt rettet, warum h\u00f6ren wir dann erst jetzt davon?<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das Element, das die Welt \u00e4ndern k\u00f6nnte<\/h3>\n\n\n\n<p>\u201eWeil wir an den falschen Stellen gesucht haben\u201c, sagt Gaucher. Kollege Zgonnik hat sich die Geschichte des \u201emeistuntersch\u00e4tzten Elements\u201c genauer angeschaut. Dabei entdeckte er, dass keineswegs alle Forscher das kleine Molek\u00fcl \u00fcbersehen haben. Im Gegenteil: In der Sowjetunion gab es ein reges Forschungsinteresse, entsprechend h\u00e4ufiger wurden Wasserstoffvorkommen dokumentiert \u2013 zum ersten Mal bereits 1888 durch den St. Petersburger Dmitri Iwanowitsch Mendelejew, den Erfinder des ersten&nbsp;<a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/taz.de\/Die-Kinderfrage\/!5910401\/\" rel=\"noreferrer noopener\">Periodensystems der Elemente<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Grund f\u00fcr das Interesse, so Zgonnik: Die sowietischen Forscher gingen davon aus, dass Erd\u00f6l auf der Basis von Wasserstoff entsteht. Diese Theorie konnte sp\u00e4ter nicht best\u00e4tigt werden, aber die Wasserstoffforschung kam voran. Im Westen hingegen stie\u00df man eher zuf\u00e4llig auf H<sub>2<\/sub>. \u201eUngl\u00fccklicherweise\u201c, sagt Zgonnik und schaut dabei tats\u00e4chlich traurig in die Kamera. \u201eWir haben jahrzehntelang so viele Chancen verpasst, potenzielle Quellen aufzutun.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Gerade suchen viele, allein in&nbsp;<a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/taz.de\/Umweltzerstoerung-in-Australien\/!5869176\/\" rel=\"noreferrer noopener\">Australien<\/a>&nbsp;sind bereits 20 Lizenzen vergeben. Goldgr\u00e4berstimmung? Eric Gaucher bejaht. Er f\u00fchlt den Druck des historischen Moments auf seinen Geologenschultern. \u201eWenn wir jetzt zwanzig Mal bohren, ohne nennenswerte Mengen zu finden, dann ist die Idee tot. Wenn aber nur eine dieser Bohrungen wirtschaftlich ist, dann wird das alles ver\u00e4ndern. Dann ist das ein Kipppunkt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Andernorts: Skepsis. Der Bundesverband Geothermie verweist auf die Risiken von Wasserstoff: Das Gas sei hochexplosiv, der Einsatz in Wohngebieten fragw\u00fcrdig. Die Bundesanstalt f\u00fcr Geowissenschaften sieht auf Anfrage der taz bislang keine Ansammlungen von Wasserstoff als nachgewiesen, \u201ederen Gr\u00f6\u00dfenordnung auch nur in die N\u00e4he kommerziell genutzter Erdgasfelder kommen w\u00fcrde\u201c. Ein Projekt, das das Potenzial von nat\u00fcrlichem Wasserstoff weiter untersuchen soll, ist dennoch geplant. Einen Versuch ist es wert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wasserstoff (H2) hat viele Fans, weil bei seiner Verbrennung kein CO2&nbsp;entsteht. Ihn zu produzieren ist allerdings energetisch aufwendig und teuer. Was aber w\u00e4re, wenn Wasserstoff gar nicht produziert werden m\u00fcsste, sondern einfach verf\u00fcgbar w\u00e4re? Anzapfbar wie eine Mineralwasserquelle? In einem kleinen Dorf in Mali&nbsp;ist das tats\u00e4chlich der Fall. 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