{"id":12449,"date":"2011-02-10T00:00:00","date_gmt":"2011-02-09T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20110210-04n"},"modified":"2011-02-10T00:00:00","modified_gmt":"2011-02-09T22:00:00","slug":"einjahrespflanzen-ersetzen-holz-in-spanplatten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/einjahrespflanzen-ersetzen-holz-in-spanplatten\/","title":{"rendered":"Einjahrespflanzen ersetzen Holz in Spanplatten"},"content":{"rendered":"<p><b>Die fortlaufende Verknappung insbesondere von Nadelholz auf den europ\u00e4ischen M\u00e4rkten und die damit verbundene Beschaffungskostenspirale l\u00e4sst die deutsche Holzwerkstoffindustrie nicht ruhen. Sie ist intensiv um Alternativen zum Rohstoff Holz bem\u00fcht. Mehr noch: erste Produkte, die bis zu einem Drittel aus schnell wachsenden Einjahrespflanzen anstelle von Holz bestehen, sind bereits verf\u00fcgbar. Werden die f\u00fcr M\u00f6belindustrie und Handwerk unentbehrlichen Platten demn\u00e4chst unter dem Oberbegriff &#8220;Biomassewerkstoffe&#8221; gef\u00fchrt werden?<\/b><\/p>\n<p>Die neue Generation von biologischen Werkstoffen l\u00e4sst sich genauso gut be- und verarbeiten, ist aber leichter und verbraucht damit bei Transport und Einbau weniger Energie. Nach der Erprobung von Hanf, Stroh oder Miscanthus (&#8220;Chinaschilf&#8221;) nutzt ein Anfang des Jahres vorgestelltes Produkt erneut Pflanzen, die innerhalb eines Sommers wieder vollst\u00e4ndig nachwachsen und nahe der Produktionsst\u00e4tte in gro\u00dfen Mengen zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n<p><b>Aus verordneter Not und lebendigem Forschergeist geboren<\/b><br \/>Seit Jahren schon beklagt der Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie  e.V. (VHI) dass zuviel frisches Waldholz direkt in immer mehr Biomasseanlagen verbrannt wird, ohne es zuvor als Baumaterial und f\u00fcr M\u00f6bel zu verwenden.  Im vergangenen Jahr rief er dann mit elf Partnerorganisationen die Initiative &#8220;Holz verantwortungsvoll nutzen&#8221; ins Leben. Diese prangert die ungez\u00fcgelte Holzvernichtung mit staatlichen Subventionen an und h\u00e4lt mit Erfolg eine \u00f6ffentliche Diskussion um diese verfehlte F\u00f6rderpolitik in Gang. Sie fordert die Politik auf, die Weichen hin zu dem Recyclingstandort Deutschland endlich richtig zu stellen.<\/p>\n<p>Beim Klagen und Anprangern aber lie\u00df es der Branchenverband in den letzten f\u00fcnf Jahren nicht bewenden. Er unterst\u00fctzte Forschungsvorhaben, die Auswege aus der sich zuspitzenden Versorgungssituation weisen.<\/p>\n<p>&#8220;Der VHI wollte nicht erleben, wie seine Mitgliedsunternehmen ihre Werke in Deutschland schlie\u00dfen und in den rohstoffreicheren Osten abwandern&#8221;, begr\u00fcndet VHI-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dr. Peter Sauerwein die Zusammenarbeit mit Instituten und Wissenschaftlern. Ganz im Zeichen eines effizienteren Einsatzes von Holz standen dabei wissenschaftliche Untersuchungen zur Holznutzung in einer Kaskade \u2013 erst stofflich, dann energetisch (&#8220;cradle to cradle&#8221;)<sup>1<\/sup>. Der Verband arbeite an Studien mit, um die f\u00f6rderpolitischen Rahmenbedingungen besser auszutarieren, zur Sicherung der Versorgungs- und Besch\u00e4ftigungslage in der Holzindustrie und um das Klima zu sch\u00fctzen<sup>2<\/sup>. Ferner gab er Studien in Auftrag, um zu ermitteln, welche alternativen Faserrohstoffe anstelle von Holz unter entsprechenden \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Bedingungen f\u00fcr Holzwerkstoffe zur Verf\u00fcgung stehen.<sup>3<\/sup> Er gab immer wieder Anst\u00f6\u00dfe zu Versuchsreihen, um die Grundlagen f\u00fcr innovative Produkte zu schaffen, die mit weniger Holz auskommen.<sup>4<\/sup> (<sup>1<\/sup>EPEA, Hamburg &#8211; <sup>2,3<\/sup>nova-Institut, H\u00fcrth &#8211; <sup>4<\/sup>Fraunhofer Institut f\u00fcr Holzforschung, Braunschweig; Universit\u00e4t G\u00f6ttingen).<\/p>\n<p>&#8220;Wie viel hier in Bewegung gekommen ist, wird auch der <a href=\"http:\/\/www.biowerkstoff-kongress.de\/\" >4. Biowerkstoff-Kongress<\/a> am 15.\/16. M\u00e4rz in K\u00f6ln und der 3. Innovationsworkshop Holzwerkstoffe am 24. Mai am Vortag der interzum auf dem Messegel\u00e4nde in K\u00f6ln zeigen, dessen Partner bzw. Mitveranstalter wir sind&#8221;, erkl\u00e4rt Dr. Sauerwein. <\/p>\n<p>Also doch bald die Abkehr vom Begriff &#8220;Holzwerkstoffe&#8221;? &#8220;Nein&#8221;, so Sauerwein: &#8220;Trotz aller Innovation ist Holz unser Basismaterial. Das bedeutet auch, dass die Holzwerkstoffindustrie ein verl\u00e4sslicher Holzabnehmer des Forstes bleibt und damit weiterhin eine wesentliche S\u00e4ule f\u00fcr nachhaltige, wertsch\u00f6pfende Forstwirtschaft in Deutschland bildet.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Die fortlaufende Verknappung insbesondere von Nadelholz auf den europ&auml;ischen M&auml;rkten und die damit verbundene Beschaffungskostenspirale l&auml;sst die deutsche Holzwerkstoffindustrie nicht ruhen. 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