{"id":12439,"date":"2011-02-15T00:00:00","date_gmt":"2011-02-14T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20110215-05n"},"modified":"2011-02-15T00:00:00","modified_gmt":"2011-02-14T22:00:00","slug":"zwei-plus-zwei-fuer-innovativen-pflanzenschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/zwei-plus-zwei-fuer-innovativen-pflanzenschutz\/","title":{"rendered":"Zwei plus zwei f\u00fcr innovativen Pflanzenschutz"},"content":{"rendered":"<p><b>Es ist eine Premiere mit m\u00fcnsterscher Beteiligung: Das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) f\u00f6rdert in den kommenden vier Jahren das erste deutsch-indische Verbundprojekt nach dem &#8220;2+2-Prinzip&#8221;. Danach arbeitet ein deutsches Team aus einem universit\u00e4ren und einem industriellen Partner mit einem entsprechenden Team aus einem anderen Land zusammen.<\/b><\/p>\n<p>Deutscher Partner aus der Wissenschaft bei dem neuen Pilotprojekt ist Prof. Dr. Bruno Moerschbacher vom Institut f\u00fcr Biologie und Biotechnologie der Pflanzen an der Universit\u00e4t M\u00fcnster. Das BMBF stellt den deutschen Partnern insgesamt rund 1,2 Millionen Euro zur Verf\u00fcgung. Gemeinsam wollen die beteiligten Einrichtungen umweltvertr\u00e4gliche Pflanzenschutzmittel entwickeln, die auch f\u00fcr ressourcenschwache Farmer in l\u00e4ndlichen Regionen Indiens, aber zum Beispiel auch in Afrika und S\u00fcdamerika zug\u00e4nglich und erschwinglich sind.<\/p>\n<p>Die Idee entstand im Jahr 2007 im s\u00fcdindischen Kerala. Bruno Moerschbacher, Initiator und Koordinator des Projekts, besuchte dort eine Reihe von Gew\u00fcrz-, Gummi-, Tee- und Kaffee-Plantagen. &#8220;Immer wieder zeigte ein indischer Forscherkollege mir Pflanzen, die durch sogenannte Eipilze krank geworden waren. Den meist armen Landwirten dort stehen nur kupferbasierte Pr\u00e4parate zur Behandlung der Pflanzen zur Verf\u00fcgung. Diese sind jedoch nur bedingt wirksam&#8221;, erkl\u00e4rt er. &#8220;Biologische Bek\u00e4mpfungsma\u00dfnahmen, an deren Entwicklung die indischen Forscher arbeiteten, erwiesen sich als zu wenig zuverl\u00e4ssig, und auch eine Kombination der biologischen Pr\u00e4parate mit den Kupferfungiziden scheiterte, da das Kupfer die biologischen Pr\u00e4parate \u2013 bestimmte mikroskopische Bodenpilze \u2013 sch\u00e4digt.&#8221;<\/p>\n<p>Eine Verkn\u00fcpfung der indischen Ans\u00e4tze mit Bruno Moerschbachers eigener Forschung soll nun die L\u00f6sung bringen. Der m\u00fcnstersche Biotechnologe arbeitet seit Jahren an der Entwicklung von Pflanzenschutzpr\u00e4paraten auf der Basis von Chitosan, einem Polysaccharid, das aus dem Chitin von Krabbenschalen gewonnen werden kann. Die Projektpartner wollen eine Kombination aus allen drei wirksamen Komponenten \u2013 Kupfer, Chitosan und biologische Bek\u00e4mpfungsma\u00dfnahmen (&#8220;Biocontrol Agents&#8221;, BCA) \u2013 entwickeln. Nach den Abk\u00fcrzungen dieser drei Komponenten ist das Projekt benannt: &#8220;CuChi-BCA&#8221;.<\/p>\n<p>&#8220;Da Eipilze \u2013 fachsprachlich Oomyceten genannt \u2013 auch in Europa als besonders schwer zu bek\u00e4mpfende Krankheitserreger beispielsweise im Wein- und Kartoffelbau im Mittelpunkt stehen, sind sie ein naheliegendes Thema f\u00fcr ein deutsch-indisches Forschungsprojekt&#8221;, betont Dr. Nour Eddine El Gueddari aus der m\u00fcnsterschen Arbeitsgruppe. W\u00e4hrend f\u00fcr die extensivere indische und subtropische Landwirtschaft gerade die Kombination mit den kosteng\u00fcnstigen BCA interessant ist, steht f\u00fcr die intensive deutsche und europ\u00e4ische Landwirtschaft die Kombination von Kupfer und Chitosan im Vordergrund. Die Forscher wollen &#8220;intelligente&#8221; Chitosan-Nanopartikel entwickeln, die Kupfer nach Bedarf freisetzen und einer langfristigen Kontamination landwirtschaftlicher Fl\u00e4chen durch Kupfer vorbeugen.<\/p>\n<p>Deutscher Partner des Projekts ist neben der Arbeitsgruppe von Bruno Moerschbacher die Firma Spiess-Urania, die zu den weltweit f\u00fchrenden Entwicklern und Herstellern moderner kupferbasierter Fungizide z\u00e4hlt. Auf der indischen Seite ist als universit\u00e4rer Partner die Arbeitsgruppe von Prof. Jatinder Kumar an der University for Agricultural Technology im nordindischen Pant Nagar beteiligt. Als kommerzielle Partner sind der Chitosanproduzent Mahtani Chitosan und der BCA-Produzent SriBiotech an Bord. Das indische Pendant des BMBF \u2013 das Department of Biotechnology der indischen Regierung \u2013 unterst\u00fctzt die indischen Partner mit 20 Millionen Rupien, was knapp 324.000 Euro entspricht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Es ist eine Premiere mit m&uuml;nsterscher Beteiligung: Das Bundesministerium f&uuml;r Bildung und Forschung (BMBF) f&ouml;rdert in den kommenden vier Jahren das erste deutsch-indische Verbundprojekt nach<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[187,2357,5391,2359,2360,292],"class_list":["post-12439","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","supplier-bundesministerium-fuer-bildung-und-forschung-bmbf","supplier-govind-ballabh-pant-university-of-agriculture-and-technology","supplier-indian-department-for-biotechnology-dbt","supplier-mahtani-chitosan","supplier-sribiotech-inc","supplier-universitaet-muenster"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12439","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12439"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12439\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12439"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12439"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12439"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=12439"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}