{"id":124205,"date":"2023-03-17T07:37:00","date_gmt":"2023-03-17T06:37:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=124205"},"modified":"2023-03-17T07:42:53","modified_gmt":"2023-03-17T06:42:53","slug":"rci-bericht-kohlenstoffflusse-angebot-und-nachfrage-von-fossilem-und-erneuerbarem-kohlenstoff-in-der-globalen-und-europaischen-wirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/rci-bericht-kohlenstoffflusse-angebot-und-nachfrage-von-fossilem-und-erneuerbarem-kohlenstoff-in-der-globalen-und-europaischen-wirtschaft\/","title":{"rendered":"RCI-Bericht: Kohlenstofffl\u00fcsse \u2013 Angebot und Nachfrage von fossilem und erneuerbarem Kohlenstoff in der globalen und europ\u00e4ischen Wirtschaft"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<p><strong>In den letzten f\u00fcnf Jahren hat sich die Einstellung zum Thema Kohlenstoff grundlegend ge\u00e4ndert. Zweifellos f\u00fchrt kein Weg an der Tatsache vorbei, dass die steigende Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosph\u00e4re eine existenzielle Bedrohung f\u00fcr das Leben auf der Erde darstellt. Gleichzeitig ist Kohlenstoff aber auch der Hauptbestandteil unserer Nahrung, die Grundlage aller organischen Chemikalien und Kunststoffe und das R\u00fcckgrat des Lebens auf der Erde.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn es um das Thema Kohlenstoff geht, liegt der Schwerpunkt in der Regel und seit langem darauf, ein m\u00f6glichst kohlenstofffreies, dekarbonisiertes Energiesystem zu entwickeln, um CO<sub>2<\/sub>-Emissionen zu vermeiden. Dies ist auch weiterhin entscheidend und tats\u00e4chlich dringender denn je, um bis 2050 die Nettoemissionen auf null zu reduzieren. Es wird jedoch immer deutlicher, dass andere gro\u00dfe Sektoren, wie beispielsweise Lebens- und Futtermittel, aber auch die gesamte organische Chemie, Kunststoffe und bedeutende Teile des Materialsektors, grundlegend und in zunehmendem Ma\u00dfe von Kohlenstoff abh\u00e4ngig sind. Vor allem in der Chemie- und Kunststoffbranche sind heutzutage immer noch fast 90% des Kohlenstoffs, der als Ausgangsmaterial verwendet wird, fossiler Kohlenstoff. Dieser fossile Kohlenstoff muss bis 2050 durch erneuerbaren Kohlenstoff aus Recycling, Biomasse und CO<sub>2<\/sub>&nbsp;ersetzt werden, um einen weiteren Zustrom von fossilem Kohlenstoff in unsere Technosph\u00e4re und Atmosph\u00e4re zu vermeiden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Politik spricht heute von \u201enachhaltigen Kohlenstoffkreisl\u00e4ufen\u201c, \u201eDefossilisierung\u201c und vor allem von \u201eKohlenstoffmanagement\u201c: Welche Sektoren sollen in Zukunft aus welchen Kohlenstoffquellen versorgt werden? Um solche komplexen Fragen zu beantworten und realistische Ziele und Strategien zu entwickeln, fehlte bisher eine belastbare und umfassende Datenbasis \u00fcber die Kohlenstofffl\u00fcsse aller Sektoren, sowohl global als auch in Europa.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Renewable Carbon Initiative (RCI) hat eine Studie beim nova-Institut in Auftrag gegeben, um diese L\u00fccke so gut wie m\u00f6glich zu schlie\u00dfen.<strong>&nbsp;<\/strong>Sie baut auf der langj\u00e4hrigen Arbeit des nova-Instituts zu Biomasse- und Kohlenstofffl\u00fcssen der letzten 10 Jahre auf und hebt sie auf die n\u00e4chste Stufe. Das Ergebnis ist eine umfassende, detaillierte und aktualisierte Datengrundlage \u00fcber Kohlenstofffl\u00fcsse, die vorherige Ver\u00f6ffentlichungen deutlich \u00fcbertrifft. Alle Daten wurden so gut wie m\u00f6glich durch wissenschaftliche Ver\u00f6ffentlichungen, R\u00fcckmeldungen von Sachverst\u00e4ndigen und zus\u00e4tzliche Forschungsarbeiten untermauert. Verbleibende L\u00fccken und Unterschiede werden transparent dargestellt und ausf\u00fchrlich erl\u00e4utert.<\/p>\n\n\n\n<p>Die nova-Experten und Expertinnen haben Daten aus einer Vielzahl von Quellen ausgewertet. F\u00fcr die Erstellung einer umfassenden Bestandsaufnahme der Kohlenstoffvorr\u00e4te und -fl\u00fcsse wird eine breite Palette von Daten \u00fcber Materialfl\u00fcsse verwendet. Zu den erfassten Sektoren geh\u00f6ren alle Anwendungen organischen Kohlenstoffs aus fossilen Ressourcen und aus der Biomasseproduktion, von den Rohstoffen \u00fcber die Nutzung bis hin zum Ende des Lebenszyklus. Dies umfasst auch die Verwendung von Kohlenstoff f\u00fcr Futter- und Nahrungsmittel, Materialien, Energie und Kraftstoffe. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem heutigen und zuk\u00fcnftigen Kohlenstoffbedarf der Chemie- und Kunststoffindustrie, so dass mehrere Darstellungen speziell auf diesen Sektor zugeschnitten sind und Szenarien f\u00fcr eine vollst\u00e4ndige Defossilisierung des Sektors bis 2050 enthalten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Falls Sie fr\u00fchere Berichte \u00fcber Kohlenstofffl\u00fcsse und -anteile gelesen haben, werden Sie in diesem neuen Bericht eine Reihe von Daten finden, die sich von fr\u00fcheren Ver\u00f6ffentlichungen \u2013 unseren eigenen oder denen anderer Autoren \u2013 unterscheiden. So ist beispielsweise der Anteil der Biomasse an den chemischen Rohstoffen geringer als in fr\u00fcheren Ver\u00f6ffentlichungen. Die Zahlen haben sich vor allem deshalb ver\u00e4ndert, weil nova-Expertinnen und Experten besonders tiefe Einblicke in die Daten<strong>&nbsp;<\/strong>gewinnen konnten und weil wir viele Expertinnen, Experten und Verb\u00e4nde um Input und Feedback gebeten haben \u2013&nbsp;<a>erm\u00f6glicht dank des finanziellen Budgets der Renewable Carbon Initiative (RCI)<\/a>. Ein zentrales Ziel war es, eine m\u00f6glichst einheitliche und transparente Datenbasis<strong>&nbsp;<\/strong>zu schaffen, die dann von Wirtschaft, Verb\u00e4nden und Politik gleicherma\u00dfen genutzt und weitergegeben werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Bericht \u00fcber die Kohlenstofffl\u00fcsse ist als lebendiges Dokument konzipiert, das wir nach M\u00f6glichkeit alle ein bis zwei Jahre aktualisieren m\u00f6chten. Das bedeutet auch, dass wir uns auf Ihr Feedback, zus\u00e4tzlichen Input, neue Daten und Vorschl\u00e4ge von allen interessierten Parteien freuen. Bitte wenden Sie sich dazu direkt an den Hauptautor der Studie:&nbsp;<a href=\"mailto:ferdinand.kaehler@nova-institut.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ferdinand.kaehler@nova-institut.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Der Bericht umfasst insgesamt 80 Seiten mit mehr als 35 Grafiken und Tabellen sowie dazugeh\u00f6rige Beschreibungen der Methodik, des Quellenmaterials und der Daten sowie f\u00fcnf Seiten mit Literaturquellen. Das Format des Berichts erm\u00f6glicht eine einfache Pr\u00e4sentation der Grafiken f\u00fcr jedes Publikum.Sie k\u00f6nnen den vollst\u00e4ndigen Bericht einschlie\u00dflich aller Abbildungen hier kostenlos herunterladen:&nbsp;<a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/publications\/product\/the-renewable-carbon-initiatives-carbon-flows-report-pdf\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/renewable-carbon.eu\/publications\/product\/the-renewable-carbon-initiatives-carbon-flows-report-pdf\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die RCI hat eine Studie beim nova-Institut in Auftrag gegeben, um eine umfassende Bestandsaufnahme der Kohlenstoffbest\u00e4nde und -fl\u00fcsse zu erstellen. Alle bei Wirtschaftst\u00e4tigkeiten verwendeten Quellen organischen Kohlenstoffs und alle Sektoren, in denen Ressourcen genutzt werden, die organischen Kohlenstoff enthalten, werden erfasst. Zu den Kohlenstoffquellen geh\u00f6ren die fossilen Ressourcen \u00d6l, Gas und Kohle sowie die erneuerbaren Kohlenstoffquellen Biomasse, Recycling und CO\u2082, sofern sie bereits genutzt werden. Dem Bericht zufolge liegt der Anteil des fossilen Kohlenstoffs bei 63%, w\u00e4hrend Biomasse 35% und Recycling 2% zum gesamten weltweiten Angebot an organischem Kohlenstoff beitragen. In Europa ist der fossile Anteil mit 67% sogar noch h\u00f6her. Zu den Sektoren, die auf organischen Kohlenstoff angewiesen sind, geh\u00f6ren Lebens- und Futtermittel, der Material- und Chemiesektor sowie Energie und Verkehr. Der Bericht enth\u00e4lt Daten zu den Materialfl\u00fcssen in all diesen Sektoren und ermittelt die entsprechenden Kohlenstofffl\u00fcsse.<\/p>\n\n\n\n<p>Kohlenstoff kann auf grundlegend unterschiedliche Weise verwendet werden. Einerseits wird er als Energietr\u00e4ger verwendet, wobei die in den Molek\u00fclen der Kohlenwasserstoffe gespeicherte Energie bei Verbrennungsprozessen zur Stromerzeugung oder als Kraftstoff f\u00fcr den Verkehr freigesetzt wird. Andererseits gibt es Anwendungen, bei denen Kohlenstoff als wesentlicher Bestandteil in das Endprodukt eingebettet ist. Dazu geh\u00f6ren Lebens- und Futtermittel sowie der Material- und Chemiesektor, wo Kohlenwasserstoffe verwendet oder in oft komplexe chemische Molek\u00fcle umgewandelt werden. Der kohlenstoffbasierte Materialsektor umfasst Holz f\u00fcr den Bau und M\u00f6bel, Papier, Baumwolle f\u00fcr Textilien sowie fossilen und erneuerbaren Kohlenstoff f\u00fcr eine breite Palette von Chemikalien und Kunststoffen.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend der Energie- und Verkehrssektor durch den Einsatz von erneuerbaren Energien, Elektrifizierung und Wasserstoff dekarbonisiert werden kann und sollte, ist Kohlenstoff in Lebensmitteln und Materialanwendungen nicht zu ersetzen. Der Materialsektor kann nur defossilisiert, d.h. von fossilen auf erneuerbare Kohlenstoffquellen umgestellt werden. In dem Bericht wird der heutige Anteil an erneuerbarem Kohlenstoff, der in Werkstoffen und Chemikalien enthalten ist, auf einen bemerkenswert hohen Wert von 48% (37% aus prim\u00e4rer Biomasse, 11% aus Recycling) auf globaler Ebene und 44% auf europ\u00e4ischer Ebene berechnet (siehe Abbildung 1 und 2). Bei der stofflichen Nutzung von erneuerbarem Kohlenstoff liegt der dominante Anteil des Bedarfs bei Holz f\u00fcr den Bau und M\u00f6bel sowie Zellstoff und Papier. Diese beiden Sektoren sind gro\u00df und nutzen erhebliche Mengen an Kohlenstoff in Form von prim\u00e4rer Biomasse, aber auch einen nicht zu vernachl\u00e4ssigenden Anteil an recycelten biobasierten Produkten. Die chemische Industrie verwendet bisher nur geringe Anteile an biogenem Kohlenstoff und Kohlenstoff aus dem Recycling (6 und 3% weltweit und 4 und 3% in der EU).<\/p>\n\n\n\n<p>Mit einem Anteil von \u00fcber 90% sowohl weltweit als auch in der EU ist die chemische Industrie nach wie vor stark von fossilem Kohlenstoff als Rohstoff abh\u00e4ngig. Im Vergleich zu anderen Statistiken ist diese Zahl \u00fcberraschend hoch, aber in dem Bericht der RCI wird zum ersten Mal die Schwer\u00f6lfraktion (haupts\u00e4chlich Bitumen) einbezogen \u2013 ein Anwendungsbereich, der bisher ausschlie\u00dflich fossilen Kohlenstoff verbraucht hat.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"945\" height=\"533\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/Global-Demand-for-Carbon-Embedded-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-124212\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/Global-Demand-for-Carbon-Embedded-1.png 945w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/Global-Demand-for-Carbon-Embedded-1-300x169.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/Global-Demand-for-Carbon-Embedded-1-150x85.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/Global-Demand-for-Carbon-Embedded-1-768x433.png 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/Global-Demand-for-Carbon-Embedded-1-400x226.png 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 945px) 100vw, 945px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"945\" height=\"533\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/E27-Demand-for-Carbon-Embedded-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-124213\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/E27-Demand-for-Carbon-Embedded-1.png 945w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/E27-Demand-for-Carbon-Embedded-1-300x169.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/E27-Demand-for-Carbon-Embedded-1-150x85.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/E27-Demand-for-Carbon-Embedded-1-768x433.png 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/E27-Demand-for-Carbon-Embedded-1-400x226.png 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 945px) 100vw, 945px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>In dem Bericht werden umfassende Darstellungen des derzeitigen Angebots an Kohlenstoff gezeichnet und f\u00fcr den Chemiesektor wird eine tiefgreifende Analyse durchgef\u00fchrt. Neben dem in den Energietr\u00e4gern enthaltenen Kohlenstoff, der in der chemischen Industrie verwendet wird, wird ein zus\u00e4tzlicher j\u00e4hrlicher Bedarf von 710 Megatonnen Kohlenstoff (Mt C) berechnet, der als Rohstoff in den Chemikalien und Materialien gebunden ist. Der Teilsektor Chemikalien und daraus hergestellte Materialien verwendet derzeit zu 88% fossilen Kohlenstoff als Rohstoff.<\/p>\n\n\n\n<p>Von diesem Punkt aus skizzieren die Autoren ein exploratives Szenario f\u00fcr 2050, das einerseits eine wachsende Nachfrage aufgrund des steigenden Verbrauchs von Chemikalien und Kunststoffen und des steigenden Bedarfs an Stra\u00dfeninfrastruktur ber\u00fccksichtigt. Andererseits basiert das Szenario auf einem vollst\u00e4ndigen Ausstieg aus fossilen Rohstoffen und einen Umstieg auf erneuerbare Kohlenstoffquellen. F\u00fcr Chemikalien und daraus hergestellten Materialien wird ein Anteil von 55% angenommen, der auf einem ambitionierten Ausbau sowohl des mechanischen als auch des chemischen Recyclings beruht. Aber Recycling allein kann den Kohlenstoffkreislauf nicht vollst\u00e4ndig schlie\u00dfen, es muss zus\u00e4tzlicher erneuerbarer Kohlenstoff in den Kohlenstoffkreislauf eingespeist werden. Im explorativen Szenario wird deshalb Biomasse ben\u00f6tigt, um die Nachfrage nach Chemikalien und Folgeprodukten zu decken, aber der Anteil ist aufgrund der begrenzten Verf\u00fcgbarkeit von land- und forstwirtschaftlichen Fl\u00e4chen sowie des potentiellen Verlustes der biologischen Vielfalt auf 20% beschr\u00e4nkt. Der verbleibende Anteil von 25% wird durch Carbon Capture and Utilization (auf Deutsch: CO<sub>2<\/sub>-Abscheidung und -Nutzung, abgek\u00fcrzt CCU) bereitgestellt, wobei CO<sub>2<\/sub>-Emissionen aus fossilen und biogenen Punktquellen sowie die direkte Abscheidung aus der Luft genutzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die gesammelten Daten verdeutlichen auch die Abh\u00e4ngigkeit des Energie- und Verkehrssektors von fossilen Kohlenstoffquellen. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen die Daten als Grundlage f\u00fcr den Ausstieg des Materialsektors aus fossilem Kohlenstoff verwendet werden, ein Prozess, der als Defossilisierung bezeichnet wird. Die Informationen k\u00f6nnen die Grundlage f\u00fcr die Gestaltung der k\u00fcnftigen Verteilung erneuerbarer Kohlenstoffquellen f\u00fcr die Sektoren Futter- und Lebensmittel, Werkstoffe und Chemikalien sowie Energie und Verkehr bilden: ein umfassendes Kohlenstoffmanagement in allen Sektoren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kontakt <\/h3>\n\n\n\n<p>Ferdinand K\u00e4hler <br>Experte f\u00fcr Nachhaltigkeit am nova-Institut&nbsp;<br>E-Mail: <a href=\"mailto:ferdinand.kaehler@nova-institut.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ferdinand.kaehler@nova-institut.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u00dcber die Renewable Carbon Initiative<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Renewable Carbon Initiative (RCI) wurde im September 2020 von elf f\u00fchrenden Unternehmen aus sechs L\u00e4ndern unter F\u00fchrung des deutschen nova-Instituts gegr\u00fcndet. Ziel der Initiative ist es, den \u00dcbergang von fossilem zu erneuerbarem Kohlenstoff f\u00fcr alle organischen Chemikalien und Materialien zu unterst\u00fctzen und voranzutreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>In dem Bericht werden umfassende Darstellungen des derzeitigen Angebots an Kohlenstoff gezeichnet und f\u00fcr den Chemiesektor wird eine tiefgreifende Analyse durchgef\u00fchrt. Neben dem in den Energietr\u00e4gern enthaltenen Kohlenstoff, der in der chemischen Industrie verwendet wird, wird ein zus\u00e4tzlicher j\u00e4hrlicher Bedarf von 710 Megatonnen Kohlenstoff (Mt C) berechnet, der als Rohstoff in den Chemikalien und Materialien gebunden ist. Der Teilsektor Chemikalien und daraus hergestellte Materialien verwendet derzeit zu 88% fossilen Kohlenstoff als Rohstoff.<\/p>\n\n\n\n<p>Von diesem Punkt aus skizzieren die Autoren ein exploratives Szenario f\u00fcr 2050, das einerseits eine wachsende Nachfrage aufgrund des steigenden Verbrauchs von Chemikalien und Kunststoffen und des steigenden Bedarfs an Stra\u00dfeninfrastruktur ber\u00fccksichtigt. Andererseits basiert das Szenario auf einem vollst\u00e4ndigen Ausstieg aus fossilen Rohstoffen und einen Umstieg auf erneuerbare Kohlenstoffquellen. F\u00fcr Chemikalien und daraus hergestellten Materialien wird ein Anteil von 55% angenommen, der auf einem ambitionierten Ausbau sowohl des mechanischen als auch des chemischen Recyclings beruht. Aber Recycling allein kann den Kohlenstoffkreislauf nicht vollst\u00e4ndig schlie\u00dfen, es muss zus\u00e4tzlicher erneuerbarer Kohlenstoff in den Kohlenstoffkreislauf eingespeist werden. Im explorativen Szenario wird deshalb Biomasse ben\u00f6tigt, um die Nachfrage nach Chemikalien und Folgeprodukten zu decken, aber der Anteil ist aufgrund der begrenzten Verf\u00fcgbarkeit von land- und forstwirtschaftlichen Fl\u00e4chen sowie des potentiellen Verlustes der biologischen Vielfalt auf 20% beschr\u00e4nkt. Der verbleibende Anteil von 25% wird durch Carbon Capture and Utilization (auf Deutsch: CO<sub>2<\/sub>-Abscheidung und -Nutzung, abgek\u00fcrzt CCU) bereitgestellt, wobei CO<sub>2<\/sub>-Emissionen aus fossilen und biogenen Punktquellen sowie die direkte Abscheidung aus der Luft genutzt werden.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"945\" height=\"533\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/Carbon-Embedded-in-Chemicals-and-Derived-Materials.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-124214\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/Carbon-Embedded-in-Chemicals-and-Derived-Materials.png 945w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/Carbon-Embedded-in-Chemicals-and-Derived-Materials-300x169.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/Carbon-Embedded-in-Chemicals-and-Derived-Materials-150x85.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/Carbon-Embedded-in-Chemicals-and-Derived-Materials-768x433.png 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/Carbon-Embedded-in-Chemicals-and-Derived-Materials-400x226.png 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 945px) 100vw, 945px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/Carbon-Embedded-in-the-Heavy-Oils-Fraction.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-124209\" width=\"945\" height=\"533\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/Carbon-Embedded-in-the-Heavy-Oils-Fraction.png 945w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/Carbon-Embedded-in-the-Heavy-Oils-Fraction-300x169.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/Carbon-Embedded-in-the-Heavy-Oils-Fraction-150x85.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/Carbon-Embedded-in-the-Heavy-Oils-Fraction-768x433.png 768w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/Carbon-Embedded-in-the-Heavy-Oils-Fraction-400x226.png 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 945px) 100vw, 945px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Die Vervielf\u00e4ltigung der Grafiken sowie dieser Pressemitteilung in mehreren Sprachen sind kostenlos und downloadbar unter &nbsp;<\/strong><a href=\"https:\/\/renewable-carbon-initiative.com\/media\/press\/?id=417\"><strong>https:\/\/renewable-carbon-initiative.com\/media\/press\/?id=417<\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den letzten f\u00fcnf Jahren hat sich die Einstellung zum Thema Kohlenstoff grundlegend ge\u00e4ndert. 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