{"id":12417,"date":"2011-02-28T00:00:00","date_gmt":"2011-02-27T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20110328-01n"},"modified":"2017-12-12T12:34:37","modified_gmt":"2017-12-12T11:34:37","slug":"walnuss-mischung-fuer-blumenkuebel-erhaelt-preis-auf-der-cebit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/walnuss-mischung-fuer-blumenkuebel-erhaelt-preis-auf-der-cebit\/","title":{"rendered":"Walnuss-Mischung f\u00fcr Blumenk\u00fcbel erh\u00e4lt Preis auf der Cebit"},"content":{"rendered":"<p><b>Sie bestehen zu zehn bis zwanzig Prozent aus gemahlenen Walnussschalen, sind sto\u00dffest, frostbest\u00e4ndig und verwittern nicht: die Pflanzk\u00fcbel der Manufaktur Scheeg in Glindow. Zwei Jahre lang hat Manuela Scheeg an einem schadstofffreien Biomaterial f\u00fcr ihre neuen T\u00f6pfe experimentiert. Herausgekommen ist ein Naturfaserkunsttoff aus Walnussschalen, wei\u00dfem Recyclingplastik und Plastik, f\u00fcr den sie heute auf der Cebit in Hannover einen Preis bekommt: Der renommierte &#8220;if material award&#8221; landet normalerweise bei bekannten Innovationsschmieden. Mit der Manufaktur Scheeg bekommt ihn eine Firma, die mit der Fertigung gerade erst beginnt.<\/b><\/p>\n<p>Leichte und robuste Pflanzk\u00fcbel, formsch\u00f6n und nachhaltig \u2013 Manuela Scheeg h\u00e4lt die Idee f\u00fcr eine Marktl\u00fccke. Den Walnusskunststoff mit dem Namen shoe:shee macht ihr wohl so bald keiner nach: Viele Versuche scheiterten, bevor eine Mischung gefunden war, die in der Brennkammer nicht ankokelte oder zerbr\u00f6selte. &#8220;Die physikalischen Effekte lassen sich kaum vorhersagen, man muss es ausprobieren&#8221;, sagt Scheeg. Jetzt h\u00e4rtet <b>&#8220;shoe:shee&#8221;<\/b> wunschgem\u00e4\u00df aus und wird allen Anspr\u00fcchen im Labor und der Bewitterungskammer gerecht.<\/p>\n<p>Als Partner f\u00fcr ein zweij\u00e4hriges Forschungsprojekt, das von der Zukunftsagentur Brandenburg bezuschusst wurde, stand das Institut f\u00fcr Polymertechnik in Wismar zur Seite. Auch die Berliner Firma PAV Recyclate, die seit 25 Jahren im Materialrecycling t\u00e4tig ist, wurde zum festen Partner des Projektes. Versuche, Holzschnitzel mit Kunststoff zu einem neuen Werkstoff zu mischen, kennt Scheeg bislang vor allem aus den USA: Die &#8220;Wood Plastic Composites&#8221; (WPC) traten seit den 90er Jahren ihren Siegeszug im Baugewerbe, der Automobil- und M\u00f6belindustrie an. Scheegs Walnuss-Mischung f\u00fcr Blumenk\u00fcbel ist derweil neu. Sie l\u00e4sst sich in jede vom Kunden gew\u00fcnschte Form bringen. In die Topf\u00f6ffnung kommen dekorative Einlegerahmen aus verschiedenen H\u00f6lzern, auf Wunsch aus Nussbaum.<\/p>\n<p>Nach der Heirat in Potsdam ist Manuela Scheeg vor f\u00fcnf Jahren aufs Land nach Glindow gezogen. Als vor drei Jahren ihre Tochter geboren wurde, empfand sie die Elternzeit auch als Chance, kreativ zu werden und ihr eigenes Unternehmen aufzubauen. Nach anderthalb Jahren kam noch ein Sohn zur Welt. Die neue Garage wurde zum Labor. Inzwischen freut sich Manuela Scheeg \u00fcber die ersten Bestellungen.<\/p>\n<p>Die Idee mit den Pflanzk\u00fcbeln war ihr schon fr\u00fcher in den hohen Altbauwohnungen gekommen, die die geb\u00fcrtige Leipzigerin w\u00e4hrend ihres Betriebswirtschaft-Studiums in Berlin bewohnte. &#8220;An kleinen \u00dcbert\u00f6pfen gibt es ein gro\u00dfes Angebot, aber bei gr\u00f6\u00dferen Pflanzgef\u00e4\u00dfen ist die Auswahl sehr begrenzt.&#8221; Mit ihrem neuen Material kann sie jede K\u00fcbelform in verschiedenen Farben herstellen. Die feinen Naturpigmente bleiben sichtbar. 20 bis 30 Pflanzk\u00fcbel t\u00e4glich k\u00f6nnen derzeit von der Manufaktur produziert werden. Gebrannt wird das in Glindow verr\u00fchrte Pulvergemisch in Rotations-Brenn\u00f6fen bei Kunststofffirmen in Boizenburg und Neuruppin, wo auch die Formen bereitliegen. Die Glindower Logistikfirma Schmidt hilft beim Transport. Zurzeit hat Manuela Scheeg eine Angestellte, im April soll ein zweiter hinzukommen. Demn\u00e4chst soll das Unternehmen vom h\u00e4uslichen Grundst\u00fcck auf eine Gewerbefl\u00e4che ziehen. Zwei Tonnen Walnussmehl hat Scheeg schon bei Lebensmittelverarbeitern in Moldawien und Frankreich bestellt.<\/p>\n<p>Derzeit baut sie die Vertriebswege auf. Als Betriebswirtin, die jahrelang im IT-Bereich f\u00fcr Siemens t\u00e4tig war, ging ihr die Gestaltung der Internetpr\u00e4sentation und Kataloge leicht von der Hand. Sie f\u00fchrt Gespr\u00e4che mit der regionalen Wirtschaft, Architekten und Objektausstattern. Gro\u00dfe Hoffnungen setzt sie auf zwei hochwertige Versandunternehmen. Vielleicht soll demn\u00e4chst ein kompletter Biokunststoff-K\u00fcbel angeboten werden, k\u00fcndigt sie an. &#8220;Und ich finde auch Mandel interessant.&#8221; Um die 300 Euro kosten die T\u00f6pfe auf ihrer Internetseite. In der Perspektive soll die Manufaktur zum mittelst\u00e4ndischen Unternehmen mit 50 Angestellten wachsen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Sie bestehen zu zehn bis zwanzig Prozent aus gemahlenen Walnussschalen, sind sto&szlig;fest, frostbest&auml;ndig und verwittern nicht: die Pflanzk&uuml;bel der Manufaktur Scheeg in Glindow. 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