{"id":124130,"date":"2023-03-20T07:23:00","date_gmt":"2023-03-20T06:23:00","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=124130"},"modified":"2023-03-15T15:09:50","modified_gmt":"2023-03-15T14:09:50","slug":"wenn-mikroorganismen-plastik-abbauen-schnell-losungen-finden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wenn-mikroorganismen-plastik-abbauen-schnell-losungen-finden\/","title":{"rendered":"Wenn Mikroorganismen Plastik abbauen \u2013 &#8220;Schnell L\u00f6sungen finden&#8221;"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n\n\n<p>Es blubbert in den Gl\u00e4sern, das Wasser soll konstant auf etwa 28 Grad gehalten werden. Durchsichtige und gr\u00fcne Schl\u00e4uche ragen hinein. Eine Frau kontrolliert Temperatur und pH-Wert. In den Gl\u00e4sern verschwindet Plastik. Oder besser: Es sollte verschwinden. Das Team der Hydra Marine Sciences GmbH testet, ob bioabbaubares Plastik h\u00e4lt, was es verspricht \u2013 und welche R\u00fcckst\u00e4nde bleiben. Im Regal hinter den Gl\u00e4sern stehen K\u00e4sten mit verschiedenen Arten von Boden. Hier soll eingegrabene Plastikfolie zersetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/Bildschirmfoto-2023-03-15-um-14.34.57.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-124181\" width=\"409\" height=\"229\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/Bildschirmfoto-2023-03-15-um-14.34.57.png 613w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/Bildschirmfoto-2023-03-15-um-14.34.57-300x168.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/Bildschirmfoto-2023-03-15-um-14.34.57-150x84.png 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2023\/03\/Bildschirmfoto-2023-03-15-um-14.34.57-400x224.png 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 409px) 100vw, 409px\" \/><figcaption>(Bild:\u00a0NAUFAL ARIEQ WIRA P \/ Shutterstock.com)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Funktioniert das, spricht man von Mineralisierung. &#8220;Es entstehen Wasser, CO\u2082 und Biomasse&#8221;, sagt Miriam Weber. Sie und ihr Mann Christian Lott, beide Meeresbiologen, haben die Versuche selbst konzipiert und bauen in B\u00fchl bei Baden-Baden ein gr\u00f6\u00dferes Labor auf.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"nav_plastik_im__0\">Plastik im Meer: wenn unvermeidlich, dann abbaubar<\/h3>\n\n\n\n<p>Ihr Credo: Es gehe nicht darum, Plastik g\u00e4nzlich zu verbannen. Wo m\u00f6glich, sollte kein Kunststoff in die Umwelt gelangen. Aber wo es sich nicht verhindern l\u00e4sst,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/select\/tr\/2019\/8\/1564389421089672\" target=\"_blank\">sollte er biologisch wirklich abbaubar sein<\/a>. Als Beispiele nennt Weber so verschiedene Dinge wie Beschichtungen von D\u00fcnger, Hummerk\u00e4fige im Meer und sogenannte Geotextilien, die etwa zum Befestigen von neu angelegten Ufern oder Schutzw\u00e4llen an Autobahnen in die Erde eingearbeitet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Herausforderung laut Lott: &#8220;In den letzten 60 Jahren hat die Kunststoffindustrie alles daf\u00fcr getan, Kunststoff stabiler zu machen.&#8221; Wie lange es dauert, bis Kunststoff abgebaut wird, h\u00e4nge von der Umgebung ab. &#8220;Das l\u00e4sst sich nicht pauschal sagen&#8221;, so Weber. &#8220;In einem tropischen Meer ist es warm, da f\u00fchlen sich Bakterien pudelwohl.&#8221; In anderen Gefilden seien Mikroorganismen weniger aktiv.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit Jahrzehnten haben sich Miriam Weber und Christian Lott mit ihrer Expertise einen Namen gemacht, zig wissenschaftliche Studien ver\u00f6ffentlicht. Sie arbeiten mit Universit\u00e4ten, der EU-Kommission, Industrie und Nichtregierungsorganisationen gleicherma\u00dfen zusammen. Damit gehen sie transparent um \u2013 legen aber Wert darauf, dass ihre Erkenntnisse nicht aus dem Kontext gerissen und richtig interpretiert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der weltgr\u00f6\u00dfte Chemiekonzern BASF aus Ludwigshafen etwa erforscht seit mehr als acht Jahren mit ihnen, wie unterschiedlichste Materialien im Meer biologisch abgebaut werden. &#8220;Wir sch\u00e4tzen die wissenschaftliche Expertise und langj\u00e4hrige Erfahrung von Hydra Marine Sciences bei den Freilandversuchen, die die Wissenschaftler in den Meeren rund um Elba und Indonesien durchgef\u00fchrt haben&#8221;, sagt Andreas K\u00fcnkel, Leiter der Forschung f\u00fcr Bioabbaubarkeit bei BASF.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"nav_privatwirtschaft__1\">Privatwirtschaftliche Grundlagenforschung: schneller, weniger b\u00fcrokratisch<\/h3>\n\n\n\n<p>In dem Konzern wiederum st\u00fcnden die analytische Auswertung dieser Versuche und die Entwicklung von Labormethoden im Fokus. Ein weiteres Arbeitsfeld sei die Mikrobiologie. Heute verstehe man den biologischen Abbau von Materialien im Meer viel besser, sagt K\u00fcnkel. Das Max-Planck-Institut (MPI) f\u00fcr Marine Mikrobiologie in Bremen verweist unter anderem auf zahlreiche hochrangige wissenschaftliche Publikationen, die in Zusammenarbeit mit Hydra entstanden seien.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass Lott und Weber mit ihrer Grundlagenforschung nicht an eine wissenschaftliche Einrichtung gegangen sind, begr\u00fcnden die beiden mit mehr Flexibilit\u00e4t. Als privatwirtschaftliches Unternehmen k\u00f6nnten sie viel schneller handeln, sagt Lott. So m\u00fcssten sie zum Beispiel weniger b\u00fcrokratische Vorgaben etwa bei der Vergabe von Auftr\u00e4gen beachten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die gro\u00dfe Flexibilit\u00e4t, lange Felderfahrung und eine hohe Qualit\u00e4t der wissenschaftlichen Tauchg\u00e4nge, die Hydra biete, erleichterten die Forschungsarbeit am MPI, best\u00e4tigt eine Sprecherin. Im engeren wissenschaftlichen Umfeld arbeiteten die Bremer in wenigen F\u00e4llen mit kleinen privatwirtschaftlichen Unternehmen zusammen. Es gehe zum Beispiel um Zugang zu &#8220;gewisser, f\u00fcr unsere Forschung erforderlicher Infrastruktur und Dienstleistungen&#8221; wie die Taucheins\u00e4tze.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Umweltorganisation WWF lobt die Transparenz, die die B\u00fchler an den Tag legen: &#8220;Es ist nachvollziehbar, mit wem sie zusammenarbeiten, die Ergebnisse sind \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich und lassen R\u00fcckschl\u00fcsse auf die Belastbarkeit der Forschung zu.&#8221; Im besten Fall erm\u00f6gliche eine solche Arbeitsweise, wissenschaftliche Erkenntnisse schnell an die Industrie heranzutragen und in die Anwendung zu bringen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es blubbert in den Gl\u00e4sern, das Wasser soll konstant auf etwa 28 Grad gehalten werden. Durchsichtige und gr\u00fcne Schl\u00e4uche ragen hinein. 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